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letzter Beitrag von Gaukler am

Adrig verbunden vs. anastomisierend

  • Hallo,


    bislang bin ich davon ausgegangen, dass bei der Beschreibung von Lamellen "(quer)adrig verbunden" und "anastomisierend" das gleiche meint. Nun bin ich aber bei Ludwig in der Beschreibung von Xeromphalina cauticinalis über folgende Beschreibung gestolpert:


    Zitat von Ludwig Pilzkompendium Bd.1

    Lamellen .. nicht anastomisierend und nur selten gegabelt [auch stark adrig verbunden]


    Nun bin ich verwirrt - scheinbar unterscheidet er beide Begriffe. Welcher Begriff beschreibt denn nun was und wie ist da die genaue Abgrenzung?


    Herzliche Grüße,

    Thomas.

  • Servus Thomas,


    da wäre ich auch veriwrrt, denn Anastomosen sind Querverbindungen zwischen Lamellen - die können so stark ausgeprägt sein, dass am Ende Röhren rauskommen (die dann eckig sind, z.B. beim Hohlfußröhrling) oder sie sind niedriger als die Lamellen oder sie sind mehr aderig in der Tiefe wie bei Mycena galericulata.


    Ludwig schreibt quasi "nicht anastomisierend... (auch stark aderig anastomisierend)".


    Alte Xeromphalinen können bisweilen deutlich ansatonisieren - das sieht man auch gut bei Xerompahlina campanella agg. - ich würde, um die Art genauer zu bestimmen, bei Antonin & Noordeloos nachsehen - am besten die Monographien verwenden, wenn man tolle Pilze gefunden hat ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    danke für die Erklärung! Die Beschreibung von Ludwig weicht damit sehr von meinem Fund ab, bei dem die Lamellen am Grund auffällig stark adrig verbunden waren.


    Ich habe mich durch Gröger, FN, GPBW und Ludwig gewühlt und zur Art als auch zum Artenkonzept Unterschiedliches und Widersprüchliches gelesen. Es ist allerdings auch das erste mal, dass ich in der Literatur derart tief grabe bzw. überhaupt den Gröger und FN richtig nutze. Insofern gibt es da auf meiner Seite sicher noch viele Verständnisprobleme bzw. ich muss erst lernen die Fachtexte richtig zu lesen und zu interpretieren.


    Ich werde mal versuchen in die erwähnte Monografie hineinzuschauen. Danke für den Tipp!


    Herzliche Grüße,

    Thomas.

  • Hallo Thomas und Christoph,

    ein interessanter Gedanke zur Begriffsklärung. Lamellen sind ja multifunktionelle Gebilde. Letztendlich Sporenproduzenten, wobei die Mechanik des Sporenabwurfs bezüglich aller Abstände samt Mikroklima nicht trivial entwickelt sind. Andererseits sind Lamellen auch tragende Elemente zur Stabilisierung des Konstruktes Hut.

    Bei tiefligenden aderigen Querverbindungen relativ schmächtiger Hüte würde ich die biomechanische Eigenschaft höher gewichten. Ich frage mich aber gerade, ob diese Erhebungen auch zum Hymenophor zu zählen sind, also Basidien tragen? Oder ob es getrennt wird: sterile Strukturverbindungen sind vielleicht die Queradrigkeit während deutliche Anastomosen fertil sind bis hin zum Extremfall der eckigen Röhren von Hohlfußröhrlingen? Wie sähe es z.B. bei Mycena galericulata aus; wenn ich die Queradern mikroskopiere, würde ich Basidien finden?

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