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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

Champignon

  • Hallo.


    Heute im immer noch sehr trockenen Laubmischwald bei mir in Lübeck.

    Kleine Gruppe von 3 Champignons.


    Hut 8 cm Durchmesser, ohne Schuppen, zum Zentrum hin mit einigen schwachen bräunlichen Flecken, Hutrand wellig überstehend.

    Fleischfest, auf Druck oder im Anschnitt nicht gilbend, kein Geruch wahrnehmbar.

    Stiel 50 x 16 mm, nicht knollig verdickt.

    Kein Ring, aber einige Zonen am Stiel, die die reste eines häutigen Ringes sein könnten.

    Sporen dunkel, um 7-10 x 5 µ.


    Vielleicht hat die Trockenheit hier zu fehlendem Geruch oder sonstigen Abnormitäten geführt. Man könnte ja an ganz normale campestris oder bisporus denken, aber ohne Ring....



    Wer kennt diesen Pilz?


    Danke und viele Grüße Chris




  • Hallo, Chris!


    Das ist ja ein wunderliches Ding. Kann ich momentan auch nicht einordnen, würde aber einen Stadtchampi (Agaricus bitorquis) ausschließen: Die Ringsturkturen passen da wirklich nicht, und auch ökologisch wäre das ziemlich ungewöhnlich. Eher könnte ich mir vorstellen, daß der in die Gruppe um den Wiesenchampignon gehört, aber den im strengen Sinne (Agaricus campestris s.str.) würde ich da auch eher ausschließen. Dazu finde ich die einfach zu kräftig, zu stämmig, zu schuppig und auch hier passt der Fundort nicht zum normalen Wesen der Art.



    LG, Pablo.

  • Hallo und guten Morgen und vielen Dank für's Angucken dieses Pilzchens.


    Nach nochmaligem Abgleich mit den Zeichnungen und v.a. der Beschreibung im LUDWIG komme ich nun doch zu campestris. Farbe und Seidigkeit des Hutes, v.a. aber der die Lamellen deutlich überragende behangene Rand, der zylindrische, an der Basis nicht knollige Stiel, der schwach ausgeprägte bis (wie hier) im Alter völlig verschwindende Ring, das weitestgehende Fehlen von Gilben oder Verfärben bei Druck oder Schnitt, die 4sporigen Basidien, Sporenform und –größe sowie die auf die Stielbasis beschränkte Verfärbung mit KOH paßt alles zu campestris, der ausnahmsweise auch in lichten Wäldern auftreten kann (wie hier, Waldrand und Wiese nicht weit). Nach LUDWIG „besonders nach längeren Hitzeperioden auftretend, wenn danach reichlich Regen fällt.“ Ersteres stimmt, auf den Regen warten wir noch immer; aber die Trockenheit mag z.B. für den fehlenden Geruch verantwortlich sein.


    Besten Gruß Chris

  • Hallo, Chris!


    Erhard Ludwig beschreibt allerdings "Agaricus campestris sensu lato". Da ist wohl die eine oder andere Nachbarart drin, die man wohl schon trennen müsste (zumal die auch nicht alle so unbedingt bekömmlich wären). Wöllte man das genau wissen, müsste man zumindest mal einen Blick in die neueste Parra - Monografie werfen.

    Ich hätte hier nach wie vor Bedenken, diesen Fund als Wiesenchampignon einzuordnen, wie gesagt nicht nur wegen der Ökologie, sondern auch wegen dem ungewöhnlichen Habitus und der Hutoberfläche. Was in der Tat bei Ludwig auch so abgebildet wird, was aber wohl ein sehr weit gefassstes Bild von Agaraicus campestris wäre.



    LG, Pablo.

  • Servus Chris,


    für mich sieht das nach Agaricus chionodermus aus - die Sporenform würde dazu passen (ausspitzende Enden). Agaricus campestris würde ich ausschließen - die Sporen müssten hinten abgerundet sein und (meist) einen Keimporus haben. Agaricus chionodermus ist eine Waldart, was auch passen würde. Ist aber keine belastbare Bestimmung, da nur am Foto und nicht selbst mikroskopiert... Einene Beleg hast du nicht zufällig gemacht?


    Liebe Grüße,

    Christoph

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