Beiträge von naturgucker

    In der Diagnose stimme ich Christian völlig zu: Peziza labessiana.

    Natürlich ist immer Vorsicht angebracht, aber zu dieser frühen Jahreszeit und mit diesen Charakteristika....

    Dieses Jahr scheint Peziza labessiana ein gutes Jahr zu haben, mir sind aus den letzten Wochen allein hier im Umkreis von 50 km drei Fundstellen bekannt geworden, an zweien davon habe ich den Pilz selbst gesehen (und mikroskopiert).

    Und Gruß von Chris

    Vielen Dank nochmal, Andreas und Stefan.


    Ja, Parasola misera scheint gut zu passen. Was mich interessieren würde: Was habt ihr auf meinen Fotos gesehen, was ich evtl übersehen oder falsch gedeutet habe?


    Was genau haben die (weiteren) Fotos vom jungen Hut gezeigt, was ich hätte sehen können?


    Und zuletzt: Bei Ludwig steht, der Stiel von Parasola misera sei kahl. Auf einem meiner Bilder sieht man aber durchaus weiße Fasern am Stiel. Kann man das vernachlässigen?


    Vielleicht lerne ich ja doch nochmal was dazu...


    Danke und Gruß Chris

    Hübsch sehen sie ja aus, aber diese kleinen Coprinusse bringen mich als Grobmotoriker jede Mal zum Verzweifeln. Mehr als Sporen kann ich diesen filigranen, zerbrechlichen Hüten nie abgewinnen...


    Aber hier erstmal die Daten:


    Aufgesammelt in einem Heidebereich des Teufelsmoor Lübeck am 23.Februar. Da war nix zu sehen.

    Feucht gehalten und gestern und heute - also nach knapp 2 Wochen - finde ich auf den Köteln (neben etlichen von mir als Podospora vesticola geschlüsselten Pyrenos) eine ganze Anzahl kleiner Tintlinge, nicht büschelig, aber doch recht zahlreich mit gebührendem Individualabstand (was man auf den Fotos sehen kann). Die ausgebreiteten Hüte und die gelben geschlossenen Hüte wachsen dicht beieinander, ich denke daß es sich um dieselbe Art handelt.


    Bei den gelben Hüten wird der ganze Pilz ca 4 mm hoch, die ausgebreiteten haben einen lägeren Stiel, der dann aber oft am Substrat aufliegt. Der Stiel (unten ein Foto 200x) ist weiß bis glasig und zumindest bei den jungen (gelbhütigen) Exemplaren weiß gefastert (sieht man auf den Bildern). Der Hut reißt blumenartig auf, erreicht dabei 1,5- 2 mm Durchmesser, unter dem Hut sind ca 9 dicke Lamellen (vielleicht eher Stege). Wo man auch hinschaut, coprinustypisch überall alles voller Sporen. Die sind dunkelbraun, um 10-11 x 5-7(x8) µ groß und zeigen manchmal einen Keimporus.


    Da ich es nicht schaffe, weitere Strukturen aus dem Hut herauszukitzeln, läßt sich da mehr zu sagen als "netter Tintling spec" ? ;-)

    Danke und herzlichen Gruß aus dem stürmischen Schleswig-Holstein

    Chris

    Vielen Dank, Matthias.


    Ja, ich hatte keinen Sporenabwurf gemacht und wohl nur unreife Sporen gemessen, Das würde die Abweichung im Sporenmaß erklären. Tatsächlich hatte ich mir Mycena mirata im Buch schon angemarkert, dann aber wegen der unpassenden Sporen wieder verworfen. Und daß die "Igel" sich so unauffällig "verstecken" können, war mir auch nicht klar.


    Also vielen Dank nochmal und einen schönen Abend noch

    Chris

    Hallöle und guten Abend.


    Diesen Rindenhelmling habe ich kurz vor dem Frost am 17.Januar an einer alten Weide fotografiert, am Stamm waren hunderte davon, viele davon seeehr langstielig !!


    Leider hatte ich nicht die Zeit, ihn zu Ende zu untersuchen, und nur wenige Mikrofotos. Vielleicht kann ja jemand trotzdem etwas damit anfangen?


    Basidien 25 x 8 µ und - soweit gesehen - 2sporig, Sterigmen um 6 µ; Sporen 8-9 x 5-6 µ. Aus dem runden stacheligen Strukturen wurde ich nicht ganz schlau, ob das Igelzystiden sind oder was anderes, habe hier ein Foto in CR, aber wie gesagt die Cheilos nicht mehr zu Ende untersucht.


    Wer hat eine Idee?


    Danke vorab und viele Grüße, Chris



    Bilder

    • Mycena 190117 Israelsdorf Hasselbruch (00)_tn.jpg

    Danke für die Rückmeldungen und Kommentare!

    Das war sehr hilfreich, und ich konnte nun gezielter weiter recherchieren.

    Also Ceratellopsis ist klar.

    Nach einem anderen Thread hier im Pizforum:

    Nächste Ceratellopsis aculeata

    ist wohl unklar, ob es überhaupt konstante Unterschiede zwischen C. aculeata, C. mucedina und C. acuminata gibt.

    Ich habe die Pilzlein nun als Ceratellopsis mucedina im weiteren Sinne aufgeschrieben und mir eine Anmerkung dazu notiert.

    Vielen Dank nochmal, ihr seid immer wieder klasse!

    Chris

    So viele Nordlichter, die sich auf den Weg Richtung Lörrach machen!!?? Respekt !!


    Lübeck - Lörrach sind allerdings schlappe 900 Kilometer pro Strecke. Anfang November habe ich mich schon seit langem für zwei Kurse hintereinander in Hornberg im Schwarzwald angemeldet (zwei, damit sich die irre weite Strecke auch lohnt...). Wäre das Treffen Ende Oktober, hätte ich einfach meinen Urlaub verlängert. Aber daß ich im Abstand von drei oder vier Wochen praktisch zweimal dieselben 1800 Kilometer fahre - ich werde nochmal in mich gehen, fürchte aber, da muß ich leider passen.... :-( mpfhhh ... schade schade schade


    Herzliche Grüße von den Ostseepilzen - derzeit sprießen bei unseren nassen 7 Grad plus wie wahnsinnig die Moosbecher, und gestern sah ich herrliche Melastiza chateri an der Steilküste...


    hug - abrazos - bussi - liebe Grüße Chris

    Hallo!

    Habe hier eine Gruppe kleiner weißer Keulchen, etwa 1,5 mm hoch.

    Wuchsen als Gruppe zusammen auf einem sandigen Acker bei Zarrentin / Mecklenburg.

    Basidien 4-sporig, apikal um 4,5 µ breit.

    Sporen um 5-6 x 3 µ, mit Keimporus.

    Wer kann dazu etwas sagen?



    Danke und Gruß

    Chris

    Hallo und guten Abend.


    Colbitzer Lindenwald, 1.11.2018. Leider (warum bloß?) habe ich nur dieses eine Foto gemacht....

    Wegen des relativ dicken, weißen Stieles tendiere ich hier zu Physarum globuliferum... Anmerkungen, Korrektur oder etwaige Bestätigung willkommen - danke!


    Hallo Matthias,


    danke sehr für deine Rückmeldung - das mit der Amyloidität hatte mich doch so gewurmt, daß ich heute nochmal in den Wald gegangen bin und habe tatsächlich noch zwei Pilzlein an der Stelle gefunden. Habe dann mal eine Lamellenschneide in Melzer gelegt... und siehe da, es zeigten sich gräulich gefärbte Sporen... siehe Foto.


    Also vielen Dank nochmal, Matthias und Karl, eine nichtmilchende Gruppe von Mycena galopus.... war mir neu, einen schönen Abend - Chris



    Hallo Matthias,


    interessante Frage - auf die Idee, das makroskopisch zu prüfen, bin ich noch nie gekommen, gibt es da einen Unterschied?


    Also unter zugabe von Melzers findet unter dem Mikroskop kein Farbwechsel der Sporen statt, weder zu braun/rot noch zu blau/grau. Es wird aber natürlich das ganze Gesichtsfeld gelb eingefärbt.


    Was schlußfolgerst du daraus?


    Beste Grüße von der Ostseeküste Chris

    Hallo Karl, vielen Dank für deine Antwort. Bei diesen kleinen Arten habe ich so meine feinmotorischen Probleme, HDS u.ä. sauber herauszuarbeiten. Das was ich von der Huthaut gesehen habe, wirkte auf mich ziemlich "kruschelig", ich würde hinter die Auswüchse mal einen Haken setzen.

    Dumm ist, daß ich keine Scheinwurzel habe - da hatte ich aber auch nicht drauf geachtet, die kann gut beim Entnehmen abgebrochen sein.

    In Literatur und internet finde ich zu manchen Merkmalen recht unterschiedliche Angaben, zB. hat der Schlüssel bei M. atropapillata von Horak (bei dem sie M. radicifera heißt) Sporen von 8,5-11 x 5,5-6,5 während die Sporen im Mycena-Band von Aronsen 8-13 x 6-9 µm haben, also in der Länge um 2 µ und in der Breite um 2,5 µ divergieren. Meine Sporen passen zu Aronsen (und zu 123pilze.de), aber nicht zu Horak. Die Cheilos werden in einem Beitrag auf Pilze, Pilzfotos, Pilz-Forum : www.pilzepilze.de als zylindrisch wellig bis pfriemförmig beschrieben, bei Aronsen als variabel in der Form, zylindrisch bis keulenförmig, niemals bauchig, apikal stumpf - da kann ich mir was aussuchen.


    Vorausgesetzt ich habe das undeutliche Gekruschel auf der Huthaut richtig als divertikulate Hyphen interpretiert, komme ich mit Horak zu radicifera, was ein Synonym zu atropapillata sein sollte. Aronsen kommt ohne die Huthauthyphen aus und kommt über die inamyloiden Sporen im mikroskopischen Schlüssel nach 4 Schritten zu atropapillata.


    Ich würde sie mal - mit kleinem Fragezeichen - so notieren.


    Danke und Gruß Chris

    Hallo und guten Abend.


    ich hab die Art noch nie gefunden, habe ich hier Mycena atropapillata erwischt?


    Heute zwischen Moosen auf Erde auf dem Wurzelteller eines umgestürzten Laubbaumes.


    Hüte 5-10 mm, braun, radial gefurcht, mit schwarzer Spitze.


    Lamellen angeheftet, weiß, mit gleichfarbigen Schneiden.


    Stiel bereift, an der Basis mit dichtem weißem Filz.


    Cheilos fast ein Band bildend, zylindrisch bis etwas unregelmäßig.


    Sporen inamyloid und mit 11-12,5 x 5,5 - 6,5 µ ziemlich groß.


    Danke fürs Angucken!


    freue mich auf Reaktionen - danke!


    Chris



    Bilder

    • 181017 Lauer Holz Hundewald (01)_tn.jpg
    • 181017 Lauer Holz Hundewald (02)_tn.jpg
    • 1000x (02) Masse_tn.jpg

    Hallo Pablo,


    Danke vielmals!


    G. autumnalis wäre auch eine interessante Option, bei der viele Merkmale passen - allerdings sollen dort die Sporen (nach LUDWIG) in KOH strohgelb färben.

    Bei mir wurden sie in KOH dunkelbraun..... das paßt dann doch zu marginata.....


    Dank und Gruß, Chris


    PS

    Eigentlich vollte ich von Galerina die Finger lassen, ist jetzt schon die zweite diesen Herbst die ich angucke....

    Passen würde makro- und mikroskopisch Agrocybe praecox. Es gibt vereinelt Funddaten aus dem Herbst, bei Ludwig ist als Erscheinungszeit IV-VII (IX) angegeben.

    Mikroskopisch passt die Form der Sporen (mit KP!) und die Sporengröße (gemessen 8-9,5 x 5-5,7 µ),

    ebenso die Cheilozystiden (mäßig häufig, vielgestaltig, meist utriform, Größe gemessen mit 36-59 µ (mach Ludwig 35-65 µ).

    Etwas ungewöhnlich der Wuchsort und die Jahreszeit, aber was besseres fällt mir derzeit nicht ein.

    Oder könnte Galerina marginata so ausehen?

    Danke und Gruß Chris

    Bilder

    • 1000x (03) Cheilos_tn.jpg
    • 1000x (04)stack Cheilos_tn.jpg

    Hallöle,


    seit gestern rätsele ich an diesem Pilzchen hier aus dem Leonorenwald (Mischwald in MV) herum. Hut beim "großen" 3,5 cm, glatt (ohne Velumreste o.ä.), fast ein wenig "fettig" aussehend (aber trocken), hygrophan.

    Den Ring finde ich markant, darauf dürfte braunes Sporenpulver sein. Wuchs im Moos auf liegendem Holz. Leider habe ich keine Idee, welche

    Gattung oder Art ich da vor mir habe, ich denke vielleicht an Agrocybe, aber jetzt Anfang Oktober und an einem solchen Wuchsort?

    Wenn ich eine Gattung hätte käme ich vielleicht weiter, aber vielleicht kennt ja hier jemand diesen Pilz auf Anhieb?


    danke sagt der Chris




    Auch wenn hier bereits bessere Fotos als meines von Lactarius trivialis, dem Nordischen Milchling, eingestellt wurden, so will ich doch nochmal auf diesen zurückkommen.

    Ich kannte diese Art bisher noch nicht persönlich. In den Tagen zuvor hatten andere Teilnehmer des F2-Kurses in Hornberg diesen Pilz bereits gefunden, aber ich hatte irgendwie Pech gehabt und war offenbar mehrfach blind daran vorbeigelaufen (naja, dafür hatte ich andere schöne Sachen, aber das gehört nicht hierher).

    Als nach der Exkursion am Bruchsee nun wieder fast alle Leute außer mir den Nordischen Milchling gesehen hatten, stahnd mein Entschluß fest: da muß ich nochmal hin, es sollte doch diesmal klappen!

    Das hat es dann auch.

    Ich bin ganz verzückt. ;-)

    Hier meine kleine Doku dazu - mit lieben Grüßen von Chris