Gelblicher wolliger Belag auf Köttel

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 2.311 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von thorben96.

  • Hallo zusammen


    folgenden, seltsamen Ascomyceten fand ich auf einem angetrockneten "Köttel" irgend eines Tieres. Fundort war ein ebenerdiger Kellerraum eines Bauernhofes, die Köttel und schwarze Pilzreste eines Dunkelsporers lagen auf dem Lehmboden dieses Raumes. Nimmt man das Substrat etwas auseinander, zeigt es im Innern eine faserig / haarige Stuktur (vielleicht die Hinterlassenschaften eines Hasen, Kaninchen, Huhn?). Auf dem Köttel dann dieser fast leuchtend gelbe Belag.


    Die Mikromerkmale würde ich so interpretieren: Rundliche Asci mit je 8 glatten, breitellipsoiden, gelblichen Sporen, dann noch globose Konidien. Die braunen, mehrzelligen Gbilde werden wohl Kleistothezien sein, dann noch breite, septierte rel. dickwandige Hyphen, und vor allem diese spiralig aufgerollten dünnen Hyphen.


    Weiß da jemand von euch, was das ist?


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    ich vermute einen Vertreter der Gattung Gymnoascus. Vielleicht G. ruber.
    Zur Identifikation braucht es aber genaue Sporenmaße und auch dann ist es für mich schwierig ohne die Art selbst unter dem Mikro zu haben.

  • Hallo Ralf,



    herzlichen Dank für den Artikel. Ich habe noch einen Gymnoascus-Schlüssel von Arx gefunden. Meine Mikrofotos zeigen rundliche Asci und die typischen Sporen von Gymnoascus reesii, in Form und Größe passt da nichts anderes. Die Spiraligen Hyphen und diese Kleisthothezien gehören zu anderen Arten, die wohl auch auf diesem Belag hausen.


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo zusammen


    Könnte das nicht vielleicht auch eine Talaromyces sein ?
    Ich frage das deshalb, weil in "Atlas of Soil Ascomyceten" Skizzen gezeigt werden mit genau so welchen Spiraligen Hyphen zeigen.
    Bei Gymnoascus, würde aufgrund der Sporenform und dem fehlenden Ornament nur G. reesii in Frage kommen.
    Aber irgendwie sieht der Fund nicht so aus wie hier oder hier .


    Jürgen: Wie groß waren denn die Sporen ?


    VG: Thorben

  • Hallo Thorben,


    vielen Dank für Deinen interessanten Vorschlag. Tatsächlich würde Talaromyces die spiraligen Hyphen erklären. Ich werde da mal recherchieren. Sporenmaße meiner Aufsammlung: [95% –• 12 –• SAP –• v –• H2O(nat)]: 3,4-3,9-4,4 x 2,3-2,7-3,1 µm; Q = 1,2-1,5-1,7; Vm = 15 µm ³;
    lentiform, in Aufsicht rund, Seitenansicht ellipsoid, gelblich, glatt.


    Grüßle
    Jürgen


    p.s. Hier gibts ne Publikation über Talaromyces:
    http://images.google.de/imgres…hxKCcwJw&bih=929&biw=1488

  • Hallo Jürgen


    Zitat


    Sporenmaße meiner Aufsammlung: [95% –• 12 –• SAP –• v –• H2O(nat)]: 3,4-3,9-4,4 x 2,3-2,7-3,1 µm; Q = 1,2-1,5-1,7; Vm = 15 µm ³;
    lentiform, in Aufsicht rund, Seitenansicht ellipsoid, gelblich, glatt.


    Also zu Gymnoascus reesii wird im Buch eine Maße von 1,5-3 x 3-5 µm angegeben.
    Wenn ich bei Talaromyces gucke, dann passt von den Sporen her und dem Schlüssel nur T. lagunensis.
    Nur ich weiß nicht ob T. lagunensis diese Spiraligen Hyphen besitzt und leider gibt es im Internet nicht viele Infos dazu.
    Hier ist etwas Infomaterial darüber.
    Ansonsten frag doch mal bei Ascofrance nach, dort konnte man mir auch bei der Pseudogymnoascus roseus weiterhelfen.
    Vielleicht meldet sich ja auch noch Nobi dazu.



    VG : Thorben