Maipilze, Unbekanntes und Zerstörung

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 3.314 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Dodo.

  • Hallo alle zusammen,


    hier ein kurzer Bericht über meine Waldspaziergänge in den letzten Tagen.


    Heute gefunden


    Kleine Maipilze


    und in der Nähe der Maipilze diese mir unbekannten Pilze. Sie wuchsen büschelig auf Altholz. Geruch: angenehm pilzig:





    Und so sah es dort aus


    Ein schönes Plätzchen im Wald


    Dann noch diese Fotos:


    Boletus Aereus 2013



    Und so sieht es jetzt dort aus:



    Da ich soooooo sauer warX( habe ich an das Landratsamt Lörrach geschrieben mit Bezug auf das "Merkblatt Pilze" und der Bitte um eine Stellungsnahme, insbesondere auf die dort aufgeführten (Zitat)
    –ž1. a) Schutzvorschriften
    Gemäß § 42 Abs. 1 Nr. 2 und 4 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) ist es verboten, wildlebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Teile oder Entwicklungsformen abzuschneiden, abzupflücken, aus- oder abzureißen, auszugraben, zu beschädigen oder zu vernichten. Ebenso ist es verboten, Standorte wild lebender Pflanzen der streng geschützten Arten durch Aufsuchen, Fotografieren oder Filmen der Pflanzen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören.–œ [/u]


    Die sind gar nicht darauf eingegangen und haben mir eigentlich nur noch einmal das geschrieben, was auf dem Merkblatt steht.


    Anscheinend sind die Gesetze für Ämter und Bürger unterschiedlich.......


    LG
    Dodo

    Die Welt ist schön, weil sie bunt ist==Gnolm16

    "Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt"

    (Lucius Annaeus Seneca)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Dodo!


    Keine Frage, da schwillt einem der Kamm.
    Aber Pflanzen und Pilze sind eben völlig verschieden. Alleine das hat man bei den zuständigen Behörden weitestgehend noch immer nicht verstanden. Das liegt daran, daß dort offenbar hauptsächlich Leute sitzen, die keinen Sachverstand haben. Es sind eben Bürokraten.
    Und ja: Daß dann oft mit zweierlei Maß gemessen wird, ist mehr als nur ein Ärgernis.
    Aber was dich beruhigen wird:
    Auch an den scheinbar verwüsteten Stellen werden wieder Schwarzhütige wachsen. Solange dort weiterhin Buchen stehen, und nicht der Boden gedüngt oder versäuert wird, halten die das aus. :thumbup:
    Kann sein, daß sie nach einer Notfruktuation eine Pause von einem oder mehreren Jahren einlegen, aber sie kommen wieder.


    Deine Unbekannten halte ich für Panzerraslinge (Lyophyllum decastes s.l.).



    LG, Pablo.

  • Tststs :rolleyes:, Brief schreiben - als hätten es die Damen und Herren von und zu notwendig, dem gemeinen Pöbel auch noch Rechenschaft für ihr Handeln abzulegen. Da kannst Du froh sein, überhaupt eine Antwort erhalten zu haben und wenn's der Praktikant auf Klopapier gekritzelt hat.


    Die Boluetus aereus Bilder übrigens: :thumbup:

    Grüße aus dem Saarland, Holger smilie_ga_006.gif 

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    I'm only happy when it's complicated
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  • Hallo Beorn (Pablo?)


    ja, es könnten tatsächlich Panzerraslinge sein. Laut Bücher und Internet etwas außerhalb ihrer Zeit? Dort steht Spätsommer - Herbst/Winter. Na ja, bei diesem Wetter kann ja alles möglich sein:)


    @ Jonas


    Ob das den Behörden bekannt war, keine Ahnung. Aber wie schon geschrieben, interessiert es das LANDRATSAMT LÖRRACH
    Fachbereich Umwelt / Sachgebiet Naturschutz anscheinend nicht. Ich habe Fotos gesendet von den Pilzen und der jetzigen Lage. Es wurde nicht einmal nachgefragt, wo das ist.......Habe sogar vorgeschlagen, die sollten mal Kurse für die Waldarbeiter/Förster ecc. anbieten, damit diese einen kleinen Einblick bekommen. Habe umsonst geschrieben. Wichtig ist denen doch nur, dass 100,-- € pro Kg zuviel an Bußgeld bezahlt werden müssen. Behaupte ich mal so - könnte mich da ja auch täuschen :D


    Wie Wühlmull schreibt - ich kann mich wohl geehrt fühlen, dass ich überhaupt eine Antwort erhalten habe.


    Dodo

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  • Hallo Dodo,
    diese Waldzerstörungen gibt es leider auch in Sachsen! Das wird dann seitens der Forstbehörden mit wirtschaftlichen Zwängen zu begründen versucht. Ist schon schlimm !!
    Deine Raslinge verwundern mich nicht, zu unserer Frühjahrsberatung der Pilzberater des Landkreises Mittelsachsen hatte ein Kollege auch eine wunderschöne frische Pilzgruppe mit dabei.
    Viele Grüße
    Dieter

  • Hallo Pablo,



    Aber was dich beruhigen wird:
    Auch an den scheinbar verwüsteten Stellen werden wieder Schwarzhütige wachsen. Solange dort weiterhin Buchen stehen, und nicht der Boden gedüngt oder versäuert wird, halten die das aus. :thumbup:


    (a) Hmm, nach meiner Beobachtung ist "B. aereus ein "Mykorrhiza Partner der Eiche, den ich bisher nur über Kalk (tiefste Fundstelle im Saarland ca. 220 mNN)gefunden habe.!


    (b) Ich stimme zu, dass diese Art in erster Linie durch "Biotopzerstörung" (hier vorrangig durch Entfernen des Partners oder Nitrateintrag) ausgerottet wird und nicht durch oberflächliche Bodenzerstörung


    Grüße
    Gerd

  • Hallo Dodo,



    - Ich bin gewiss kein Freund der "Schnarcher" (untere Naturschutzbehörde) des Landratsamt.


    Aber mit deinem Kommentar habe ich gleich mehrere Probleme:


    (1) Du wirfst "besonders geschützte" und "streng geschützte" Arten in einen Topf. Ein fataler Fehler, da diese Begriffe durchaus recht unterschiedlich bewertet werden.


    (2) Du zitierst eine nicht aktuelle Fassung des BNatSchG, da dein §42 sich aktuell einem völlig anderem Thema widmet.


    - Egal: Das BNatSchG führt "B. aereus" (*) nur in der Kategorie "besonders geschützt" in Gesellschaft mit "Boletus edulis (*), Cantarellus spp. (*), Hycrocybe spp., Leccinum spp. (*), Morchella spp. (*), etc.


    (*) Diese Arten dürfen "in geringen Mengen für den Eigenbedarf" gesammelt werden. Wenn gewünscht, suche ich einen Foliensatz raus der sich mit diesem Thema (Schwerpunkt BNatSchG vs. Rote Liste" beschäftigt.


    Mein Fazit:


    (1) Schade, dass du keinen Link auf das von dir zitierte "Merkblatt" gesetzt hast. Denn dann könnte ich evtl. überprüfen, ob du fehlerhaft zitierst hast oder einen fragwürdigen Link ausgesucht hast.


    (2) Die empörende Reaktionen Anderer lassen mich kalt. Ich würde hier empfehlen dieses Gesetz im Detail zu lesen.


    (3) Ärgern würde mich allerdings auch, wenn mir die "Schnarcher" (untere Naturschutzbehörde) meine Anfrage/Beschwerde nicht beantworten würde.
    ---> Da würde ich sicher ausflippen und evtl. gar eine Anklage wegen Beleidigung riskieren.


    (4) Eine bescheidene Anmerkung zu dir:


    - Warum hast du den von dir zitierten Text (Fotografierverbot, ein zugegeben kompletter Unsinn) ignoriert.


    - Bist du verärgert, dass du (a) dieses Jahr evtl. keine B. aereus verspeisen kannst, (b) einen Rückgang dieser Art befürchtest.


    ---> In beiden Fällen hätte ich kein Problem!

    Grüße
    Gerd

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Gerd!


    (a) Hmm, nach meiner Beobachtung ist "B. aereus ein "Mykorrhiza Partner der Eiche, den ich bisher nur über Kalk (tiefste Fundstelle im Saarland ca. 220 mNN)gefunden habe.!


    Ich selbst kenne die Art erst seit letztem Jahr, als Markus mir einige Fruchtkörper bei ihm in den Wäldern gezeigt hat. Dort gab es sowohl Eichen als auch Buchen, Kalk sowieso. Du kennst die Ecke ja.
    Gut möglich, daß du also recht hast.
    Allerdings kenne ich "Steinpilz - Arten" allgemein als wenig wählerisch, wenn auch die drei selteneren Arten längst nicht so wahllos mit fast jedem Baum Verbindungen eingehen, wie Boletus edulis.
    In den Großpilzen Baden Württembergs (Band 2) wird neben Eichenarten als Partner für B. aereus auch noch Fagus sylvatica (Rotbuche) und ein Fund an Picea abies (Fichte) erwähnt. letzterer allerdings könnte auch ein Fehler sein, oder aber ein ungewöhnlicher Ausreißer.
    Boris Assyov gibt auf >seiner Seite< als mögliche Mykorrhiza - Partner nur "Eichen" und "Buchen" (ohne Spezifizierung) an.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    zur Info: die Wälder hier um Lörrach (Hornberg ist übrigens nicht weit entfernt....) in denen man den Boletus aereus findet sind Buchen und Eichenwälder. Der Boletus aereus kommt hier bei uns teilweise in großen Mengen vor. (Was ja etwas positives ist). Fotografiert habe ich, weil ich gerne weitergebe was ich Schönes sehe.


    Hier noch der Link zum Merkblatt: http://www.loerrach-landkreis.…_l1/Merkblatt%20Pilze.pdf


    Ich habe soeben bemerkt, dass das Merkblatt etwas anders ist.
    Das mir bisher vorliegende war dieses:



    Verärgert bin ich aus folgendem Grund:
    Es werden Gesetze in einem Merkblatt aufgeführt, die selbst nicht beachtet werden. Hier geht es mir einfach um das Prinzip!


    Ich habe nochmals an das Landratsamt geschrieben mit der Bitte um Stellungsnahme zu den Bildern mit Verweis auf die im Merkblatt aufgeführten Gesetze –“ und ich werde nicht locker lassen.


    Als Italienerin fällt es mir manchmal schwer das –žrüber zubringen–œ was ich meine........Es fehlen mir oft die richtigen Worte - und so redegewandt bin ich auch nicht - und falls ich etwas nicht richtig verstanden habe was auf dem Merkblatt steht, gerne lasse ich mich belehren.


    LG
    Dodo

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  • Hallo Dodo


    Ich finde deinen Einsatz super!!
    Wichtig wäre es aber wohl Funde seltener Pilzarten schon vor einem forstlichen Eingriff den jeweiligen Behörden zu melden. Sonst können sie ja nicht wissen, dass dort etwas spezielleres wächst...
    Ob es sie interessiert ist die andere Frage, es kommt halt sehr darauf an, welche Person verantwortlich ist (leider).


    Gruss Jonas

  • Hallo,


    nur als kurze Info: bis heute habe ich keine Antwort erhalten (2x geschrieben). Auch nicht auf meine Frage, wo ich Funde dieser Art melden oder eintragen kann..... Ich stelle fest, dass kein Interesse besteht.
    LG
    Dodo

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