Beiträge von Oehrling

    Hallo tinu,


    die hätte ich nach dem ersten Ansehen für C. largus gehalten. Wenn du Chemikalien hast, schmiere doch mal KOH20% aufs Stielfleisch, ob sich eine Gelbverfärbung ergibt.


    C. purpurascens verfärbt mit Lugol im Fleisch violettrot. Das glaube ich wird aber nicht passieren. C. purpurascens entwickelt nach Befassen sehr schnell violette Flecken am Stiel, davon ist hier nichts zu sehen.


    C. variicolor würde staubig-erdig riechen, das müsste dir aufgefallen sein, und der Bocksdickfuss würde erbärmlich stinken, auch das müsste dir aufgefallen sein. Also aus meiner Sicht sehen die nach C. largus aus.


    FG

    Oehrling

    Hallo Werner,


    letztlich weiß man hier nicht, welche Farbe die Lamellen tatsächlich hatten. Aber du weißt ja, dass man bei Phlegmacien eigentlich nur weiter kommt, wenn man die Lamellenfarbe der Jungexemplare kennt. Oder man schmiert Chemikalien drauf, aber ich weiß nicht, ob Michael welche hat.


    FG

    Oehrling

    Hallo Michael,


    leider sind die Bilder großteils (alle?) unter Kunstlicht gemacht, so dass man sich auf die Farben des Pilzes nicht wirklich verlassen kann und spekulieren muss. Es ist denkbar, dass in den Lamellen ein Grünton vorhanden ist, und dass damit eine Art aus der Scaurus-Gruppe vorliegt. C. infractus hat dagegen relativ neutralgraue Lamellen ohne Grün- oder gar Violetttöne. Einen Scauri erkennt man daran, dass das Fleisch mit Lugolscher Lösung violettrot verfärbt, außerdem bekommen viele Scauri nach Befassen des Pilzes violette Flecken. Einen Infracti erkennt man dagegen daran, dass die Huthaut mit KOH20% erst türkisblau und später dann trübgelb verfärbt. Rein optisch und ohne Chemikalien lassen sich dagegen die vielen violetten Schleierlinge nicht gut auseinanderhalten.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    optisch bin ich auch bei Lepiota ignivolvata. Aber das ist ein Pilz auf basischem Boden, nicht auf saurem Boden. Z. B. ist er auf der Schwäbischen Alb ein Massenpilz. Daher sollte man die Bodenverhältnisse vor Ort noch einmal prüfen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Markus,

    da läuft so ziemlich alles über die Sporenfarbe. Kennst du die, geht es weiter. Es reicht ja schon, wenn du den Pilz über Nacht liegen lässt und sich die Lamellenfarbe ändert.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    da Schmierröhrlinge nicht wirklich aromastark sind, sollte man sie in heißem Fett braten. So mancher Schlonz lässt sich auf diese Weise wegbraten. Der Butterpilz ist meiner Meinung nach nur ein Füllpilz, der mit aromastärkeren Arten (z. B. Waldchampignon, junge Paukenschlegel, Stockschwämmchen, Perlpilz) gemischt werden sollte. Abziehen der Huthaut vor dem Braten ist mMn Pflicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    bevor der hier vorschnell als Xerula radicata eingetütet wird, wollte ich zu Bedenken geben, dass es noch andere Wurzelrüblinge gibt, mit regulär samtig-matter statt glatt-schleimiger Hutoberfläche. Die Stieloberfläche passt z. B. überhaupt nicht für Xerula radicata.

    Also bitte vorher nochmal in einem guten Pilzbuch nachschlagen und vergleichen.

    FG

    Oehrling

    Bei A. ceciliae sind die Velumflocken nicht von Beginn an grau, sie werden es erst mit der Zeit. Am besten lässt man den Pilz über Nacht liegen, dann spätestens sollte das Velum grau sein.

    So groß und dickstielig wie auf dem Foto sind halt nicht viele Scheidenstreiflinge. Typisch ist auch, dass der Pilz keine richtige Volva hat, sondern eher zerrissene Velumgürtel.

    FG

    Oehrling

    Nein, die Idee mit dem Spoiler finde ich sehr gut. Das Gute daran ist, dass man sieht, dass du dich ernsthaft mit den Pilzen beschäftigt und Bestimmungsversuche unternommen hast, und nicht nur einfach die Pilznamen um die Ohren geschlagen bekommen möchtest (was ja nebenbei gesagt auch überhaupt nichts bringt).


    Da dein Täubling wirklich mild ist, fällt der Buchen-Speitäubling raus aus der Verlosung. Rothütige milde Täublinge unter Buche gibt es allerdings leider viele, so dass man, um einen Namen zu dem Pilz zu bekommen, das Bestimmungsprogramm durchziehen müsste. Mindestens müsste man einen Sporenabwurf machen, um die Sporenpulverfarbe zu erheben.


    FG

    Oehrling

    Hallo Bernd,

    beim Korkstacheling mag ich mich nicht zwischen H. concrescens und H. scrobiculatum entscheiden, da der Fruchtkörper noch sehr klein und noch nicht voll entwickelt ist. Die beiden Arten sind sich optisch sehr ähnlich und unterscheiden sich nur anhand der Oberfläche des voll entwickelten Hutes. Aber einer der beiden ist es, Hydnellum peckii kann hier dagegen aufgrund der Milde ausgeschlossen werden.

    FG

    Oehrling

    Hallo Bernd,


    für Phellodon niger ist dieses Exemplar sehr blass, der Längsschnitt zeigt normalerweise glänzend schwarzes Fleisch, auch die Oberfläche ist normalerweise schwarzblau gefärbt. Allerdings lässt der vorhandene Suppenwürzegeruch eigentlich keine andere Deutung zu. Zumindest sollte das Fleisch korkartig zäh sein.


    FG

    Oehrling

    Nr. 7 würde ich für einen Schleimfuß aus der Vibratilis-Gruppe halten.

    Nr. 12 ist wahrscheinlich was aus der Hinnuleus-Gruppe, der Geruch sollte aber nicht fruchtig, sondern staubig-erdig sein.

    Nr. 19 heißt Amanita ceciliae.

    Bei Nr. 24 staune ich, dass der mild sein soll. Er sieht jedenfalls exakt wie R. nobilis/mairei (Buchen-Speitäubling) aus. Da er aber angeblich mild ist, muss es was anderes sein, dann kommen einige so aussehende Arten in Betracht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Tsgu,


    das mit der "Vorwarnliste" war scherzhaft gemeint, nämlich dass man da wo Krause Kraterellen wachsen, auch stark mit Totentrompeten und noch anderen essbaren Kraterellen/Kantharellen wie C. cinereus oder melanoxanthus oder Laubwald-Pfifferlingen rechnen kann, also sozusagen "vorgewarnt" wird. Bei der Krausen Kraterelle und den anderen Arten muss man allerdings genau hinschauen: wenn die Pilze zu schimmeln anfangen, dann oft vom Hutrand her.


    Freilich gibt es bei Kraterellen und Kantharellen aller Art (auch beim Pfifferling!) besondere Sammelbeschränkungen, zumindest ist das in Deutschland so.


    FG

    Oehrling

    Hallo Joana,


    das was Uwe schreibt, richtet sich auch an die Allgemeinheit. Deshalb hat er ja auch nicht mit Hallo Joana gegrüßt. Es ist grundsätzlich toll, wenn hier Ratschläge (nach bestem Gewissen und zudem gratis!) gegeben werden, man muss sich ja nicht jeden Schuh anziehen, der nicht passt. Die Alternative besteht darin, dass keine Ratschläge gegeben werden, denn man kann ja als Schreiber nicht vorher wissen, ob sie willkommen sind oder nicht.


    Für mich selber ist der Riesenbovist eher ein Kriegspilz für Hungerzeiten -. schon irgendwie essbar aber im Vergleich mit anderen Pilzen nicht wirklich lecker. Natürlich spielt beim Riesenbovist immer irgendwo Finderstolz mit rein. Den hier verwerteten Pilz fände ich zu alt. Ja, das Innere ist wie man sieht reinweiß, aber auch schon stark wattig. Riesenboviste sind am besten, wenn sie faust- bzw. kartoffelgroß sind.


    FG

    Oehrling

    dein "Ziegenbart" sieht mir ebenfalls nach Klebrigem Hörnling aus

    Hallo Öhrling,


    echt jetzt? Trotz der multiplen Verzweigungen an den Spitzen ?

    Hallo Radelfungus,


    entscheidend sind nicht die Verzweigungen an den Spitzen, sondern die gummiartige Konsistenz beim Verbiegen der Äste, und die unterirdische Basis des Pilzes, die nicht strunkartig, sondern ästig ist.


    FG

    Oehrling

    davon abgesehen, dass das mehr eine Laubwald-Art ist (entgegen der Info von Oehrling) :

    Hallo Harald,


    bei mir kommt T. filamentosum im Buchen-Tannen-Fichtenwald, da wo der Boden moosig aber nicht zu sauer.ist. Im Laubwald finde ich dagegen T. pardinum/pardalotum oder wie der aktuell heißt. Aber wahrscheinlich ist es so, dass die Art je nach Region unterschiedliche Habitate mag. Ich finde in meinen Wäldern z. B. auch manchmal T. sulfureum, der ja laut Literatur eigentlich ein Laubwaldpilz ist.


    Jedenfalls steht für mich nach Ansicht der nachgereichten Bilder fest, dass das nicht T. filamentosum ist. Ach, könnte man doch nur über das Internet an dem Pilz riechen, der Geruch ist bei weißen Ritterlingen nun mal das A und O.


    FG

    Oehrling

    Die Huthautstruktur ist auf jeden Fall glatt bis maximal etwas feinfilzig. Ich würde sie aber eher als glatt und faserig beschreiben. Sie wirkt seidig.

    Dann ist es wohl tatsächlich T. columbetta (deutscher Name: Seidiger Ritterling!). T. filamentosum hätte filzige bis leicht schuppige Huthaut. Übrigens sind die blauen Flecken bei T. columbetta nur "Kann", aber kein "Muss". Lass den Pilz mal tagelang liegen, vielleicht tut sich verfärbungsmäßig noch was.


    FG

    Oehrling

    Uwes Idee ist sehr gut. Als Alternative fällt mir noch der Jodoformtäubling ein, der auch mal diese Hutfarbe haben kann.

    Wenn du mikroskopieren kannst: beide Arten haben inkrustierte Primordialhyphen in der Huthaut, R. postiana zusätzlich keulig-kopfige Haarendglieder.


    Für R. heterophylla passt hingegen das Habitat überhaupt nicht, das ist eine Art des Buchen-/Eichen-/Hainbuchenwaldes über Lehmboden.


    FG

    Oehrling

    Hallo Simon,


    ich teile deine Bedenken wegen T. inamoenum. Für diese Option passt vieles nicht - der eher angenehme Geruch, der fehlende Hutbuckel, die kalt weiße Farbe des Exemplars, T. inamoenum ist blass beige, nicht weiß.


    Welche Optionen bleiben? Erschwert wird die Auswahl durch die schlechte Qualität der Fotos, diese sind einfach zu unscharf, so dass man z. B. die Huthautstruktur (glatt, schuppig, feinfilzig, grobfilzig?) gar nicht beurteilen kann, was man hier aber müsste. Auch lässt sich der vorhandene Geruch nicht über das Internet transportieren, den braucht man aber hier sehr dringend. Wie groß deine Erfahrungen mit Ritterlingsgerüchen sind, kann ich nicht einschätzen. Und dann handelt es sich auch noch um ein Einzelexemplar.


    T. columbetta zeichnet sich dadurch aus, dass er blaue bzw. blaugrüne Flecken an der Stielbasis entwickelt. Schau mal genau nach, ob du da so etwas siehst. Eine weitere Idee wäre der Nadelwald-Tigerritterling (T. filamentosum), der die von dir erwähnten Schweinsohren und Schönfußröhrlinge begleiten kann. Dieser ist übrigens ein schlimmer Giftpilz, so dass es letztlich keine gute Idee war, eine Kostprobe zu nehmen.


    FG

    Oehrling