Beiträge von Beorn

    Sistotrema coroniferum (Höhn. & Litsch.) D.P. Rogers & H.S. Jacks.
    Krönchenbasidien –“ Schütterzahn, Krönchen - Vielsporrindenpilz
    Synonyme:
    - Gloeocystidium coroniferum Höhn. & Litsch.
    - Corticium coroniferum (Höhn. & Litsch.) Sacc. & Trotter


    Familie: Hydnaceae
    Ordnung: Cantharellales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper dünn, weißlich (auch getrocknet), als locker zusammenhängende Häutchen, die zumindest stückchenweise gut vom Substrat ablösbar sind; Oberfläche glatt, auch etwas mehlig wirkend; ohne (makroskopisch) erkennbares Subikulum, ohne differenzierten Rand oder Rhizomorphen.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Hyphen hyalin, meist dünnwandig, oft mit Öltröpfchen im Plasma, Septen mit Schnallen, an den Septen auch gelegentlich angeschwollen; Gloeozystiden unregelmäßig zylindrisch mit bisweilen schlecht erkennbarem, hyalinem oder gelblichem Inhalt (in KOH3%); Basidien reif urnenförmig mit (2-)4-8 Sterigmen und Basalschnalle, unreife Basidien (Basidiolen) auch blasig; Sporen hyalin, dünnwandig, glatt, inamyloid, subzylindrisch und gelegentlich etwas gekrümmt


    Vorkommen: An liegendem, morschem Laub- und Nadelholz; anscheinend ohne Bevorzugung besonderer Biotope, Bodentypen oder Höhenlagen; vermutlich eine eher seltene Art, wenn auch sicherlich unterkartiert.



    Bilder (für volle Auflösung anklicken):






    Verwechslungen: Makroskopisch identische Arten gibt es eine ganze Menge in diversen Gattungen, beispielsweise bei Trechispora und Athelia. Bestimmungen sind also nur nach mikroskopischen Merkmalen möglich. Sistotrema coroniferum ist aber glücklicherweise gut definiert durch: Schnallen an allen Septen + reif urnenförmige Basidien mit bis zu 8 Sterigmen + Gloeozystiden mit hyalinem bis gelblichem Inhalt + Sporen suballantoid.
    Die Gattung ist gekennzeichnet durch die Basidienform, monomitisches Hyphensystem und gelegentlich an den Septen angeschwollene Hyphen + immer glatte & inamyloide Sporen.
    Sistotrema –“ Arten mit Gloeozystiden gibt es nicht viele: Sistotrema resinicystidium mit elliptischen Sporen, Gloeozystiden mit bräunlichem Inhalt & eher warzigem Hymenophor; Sistotrema sernenderi (= Sistotrema coroniferum var. sernanderi) mit maximal 4-sporigen Basidien; Sistotrema gloeocystidiatum ohne Schnallen; Sistotrema pistilliferum mit subglobosen Sporen und kopfigen Zystiden.

    Hallo, Thorben!


    Ohja, die ist echt ein hingucker mit diesen blassrosanen Apothecien. :thumbup:
    Hatte ich mal mit Björn und Lea im Schwarzwald und auch nur mitgenommen, weil die Farbe so fantastisch war. Dank Zotto, Ingo und Guy kam es damals auch zu dieser Bestimmung, wenn auch das Ergebnis >im Thread< nicht drinsteht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beate!


    Es wäre schön, wenn du den Zulieferer noch mit Namen nennst. Denn dann könnte man auch ganz direkt vor dem Einkauf von diesem Händler warnen.


    Was den Grünling betrifft: Da wurde sicher einiges stark dramatisiert in der Vergangenheit. In der Tat ist es so, daß man zwar potetntiell gefährliche Stoffe aus dem Pilz isolieren konnte, aber nicht wirklich weiß, wie diese die enstprechende vergiftung auslösen konnten. Also: Die genaue Funktionsweise ist unbekannt.
    Fakt ist aber auch: In Frankreich und Polen gab es vereinzelt Todesfälle, die mit dem wiederholten und reichlichen Verzehr von Pilzen in Zusammenhang stehen, die als "Grünlinge" bestimmt wurden.
    Fakt ist auch: In vielen Gegenden werden "als Grünlinge bestimmte Pilze" nach wie vor ohne gesundheitliche Schäden verzehrt.
    Fakt ist auch: "Der Grünling" sind genau genommen mindestens drei Arten. Tricholoma frondosae (Erlengrünling) und Tricholoma equestre (Kieferngrünling) lassen sich noch recht problemlos trennen (hat aber nichts mit dem Standort zu tun), darüber hinaus wird die Artzuordnung schwierig. Ob die Inhaltsstoffe bei allen Arten die gleichen sind, ist unbekannt, aber vermutlich sind sie verschieden (makrochemische Reaktionen sind schon unteschiedlich).
    Fakt ist außerdem: Die DGfM stuft Tricholoma equestre agg. (also alle morphologisch eng verwandten Arten) als Giftpilz ein.
    Ein unabstreitbarer Fakt ist zudem: Die Einschätzung der DGfM ist relevant, weil auf fachkenntnis basierend.


    Ich kenne die Gesetzeslage nicht, was den Handel mit Grünlingen in Deutschland betrifft. Das wäre zu prüfen.
    Falls es erlaubt sein sollte, wäre dieser Fehler zu korrigieren. Der Gesetzgeber hat ja keine Mykologische Fachkompetenz, müsste sich also nach der DGfM richten. Demnach dürfte kein Handel mit Grünlingen in Deutschland stattfinden. Logisch, denn wenn man selbst von etwas keine Ahnung hat, dann fragt man bei Experten für ein Fachgebiet nach und richtet sich nach deren Einschätzung.


    PS.: Ja, bitte verlinke es auch dort, Björn. Ist eine wirklich interessante Frage, ob Pilze für Behörden und Gesetzgeber ein kompetenzfreier (und damit auch weitestgehend rechtsfreier) Handelsraum sind.
    PPS.: Was die Todesfälle aus Asien betrifft: Da ging es wohl eher um Arten, die nahe mit Tricholoma terreum (Gemeiner Erdritterling) verwand sind. Allerdings ist da die Situation noch sehr viel diffuser, eventuell haben asiatische Sippen nicht wirklich was mit dem europäischen Trich.terr. zu tun. Denn in europäischen Kollektionen finden sich nur derart verschwindend geringe Mengen der relevanten Inhaltsstoffe, daß ein Mensch wohl ein paar Tonnen verzehren müsste, damit überhaupt birgendwas passiert. Wohlgemerkt: Bezogen nur auf den europäischen Tricholoma terreum und auch nur auf diese Art im strengen Sinne.
    Ritterlinge sind einigermaßen komplex, was das betrifft.



    LG, Pablo.

    Hallo, Marco!


    Wunderbare Makroaufnahmen. :thumbup:
    Vor allem die Lasiosphaeria und der Pilobolus sind hervorragend getroffen. Lasiosphaeria spermoides mit solchen "weißen Mützchen" habe ich noch nie gesehen, vermutlich waren die immer etwas älter bei mir.
    Neben dem Pilobolus scheint noch ein weiterer, ganz dünner Fusselpilz zu sitzen, könnte das eine Mucor - Art sein?



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Oh, tolles Rätsel. :thumbup:
    Chrysomphalina strombodes: Da hätte ich drauf kommen sollen, hätte das Buch nach dem Blick auf Clitocybula nicht gleich wieder zumachen sollen. X/
    Insbesondere die Hutform, die Farbkontraste der Streifung sind etwas anders. Sieht man vielleicht ganz gut auf >den wunderbaren Bildern von Sepp<. neben der Lamellenfarbe sollte auch der Lamellenansatz ein gutes makroskopisches merkmal sein, um die beiden auseinanderzuhalten.
    Insofern sind die Punkte für mich eigentlich unverdient, ich könnte auch ohne gut leben und mich einfach über diesen Pilz freuen.
    Ist also müßig rumzumaulen, daß ich den Tip ja vor dem Joker abgegeben hatte und es also 10 Punkte hätten sein müssen, wenn du beide Arten mit voller Punktzahl bewertest. Lieber wären mir aber 5 Punkte (weil ähnliche Art) oder 0 (weil eben doch nicht die richtige Art).


    Neues Rätsel: Zweifellos nicht so schwierig, könnte sich aber dennoch als tückisch erweisen.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Schreib' ruhig Byssomerulius corium dran.
    Die anderen Arten der Gattung kenne ich zwar nicht, aber wenn ich das bei Bernicchia gerade richtig verstehe, dürfte Byssomerulius hirtellus nicht solche Hutkanten bilden, Byssomerulius albostramineus und Byssomerulius ambiguus wären anders gefärbt und Byssomerulius pirottae hätte ein stacheliges Hymenophor.



    LG, Pablo.

    Hallo, Sabine und Holger!


    Farben, Formen und fantastische Bilder. :thumbup:
    Vielen Dank für diese Schönheiten im vor - Vorfrühling.


    Für Tuppie:
    Sarcoscypha austriaca = Österreichischer Kelchbecherling
    Pseudoplectania nigrella = Glänzender Schwarzborstling
    Ciboria amentacea = Erlenkätzchen - Stromabecherling
    auf dem ersten Bild auf Samtfußrübling = Flammulina spec.)
    Mycena tintinnabulum = Winter - Helmling
    Crepidotus spec. = unbekanntes Stummelfüßchen



    LG, Pablo.

    Hallo, Mithras!


    Wenn's um das Erkennen von Samtfußrüblingen geht, kannst du die Stielfarben ignorieren: Ganz jung sind sie sehr hell, manchmal fast weiß, bei alten fruchtkörpern halt schwarz.
    Die Stielformen sind auch nicht so wichtig, da können auch >Samtfüßchen< mal ganz schöne Brummer bilden.
    Wichtig ist die Stieloberfläche: Die ist bei SAmtfüßchen immer fein behaart, wie flaumig überzogen. Und das Sporenpulver ist immer weiß. Bei giftigen Arten ist es dunkel, normalerweise irgendwie bräunlich. Material hast du ja, da kannst du ruhig mal einen Sporenabwurf machen und dir die Farben angucken.
    Zum Vergleich mach am besten auch noch einen Sporenabwurf von dem Fruchtkörper auf dem letzten Bild im Starbeitrag, denn da müsste es braun mit violettstich sein.
    Beim >Gifthäubling< ist es etwas heller, aber eben nie weiß.
    Auch die Stieloberfläche von den Samtfüßchen und von dem auf dem letzten Bild im Startbeitrag kannst du mal vergleichen, um den Unterschied zu sehen.
    Das sollte übrigens ein Schwefelkopf sein, entweder ein Zieglroter (Hypholoma lateritium) oder ein Grünblättriger (Hypholoma fasciculare).



    LG, Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Wow, nun sind's ja viel bessere Mikros. Richtig klasse Aufnahmen. :thumbup:
    Unseptiert sind die Hyphen zwar nicht, aber es sind keine Septen an den Schnallen, was sich gut erkennen lässt.
    Byssomerulius corium ist eine der häufigsten Pilzarten überhaupt, insofern sieht's auch sehr gut aus. Man könnte noch einen genaueren Blick auf die Sporen werfen und sicher stellen, daß da keine Zystiden bei sind, um ein paar seltenere Arten der Gattung ganz sicher auszuschließen.



    LG, Pablo.

    Sistotremastrum guttuliferum Melo, M. Dueñas, Tellería & M.P. Martín 2013
    Tröpfchenhyphen - Scheinschütterzahn


    Familie: Hydnodontaceae
    Ordnung: Trechisporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat, oft großflächig ausgebreitet, schlecht vom Substrat ablösbar; cremeweißlich bis ockergelblich; frisch wachsartig, trocken und alt häutig und brüchig, dann rissig aufplatzend; Oberfläche meist deutlich knubbelig / warzig; Subikulum nicht von den Hymenialstrukturen zu trennen; Ränder unauffällig, nicht differenziert (selten auch mit Rhizomorphen während aktiver Wuchsphasen; siehe unten).


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch; generative Hyphen meist dünnwandig, im Subikulum auch etwas dickwandig, nicht gelifiziert, oft mit Öltröpfchen gefüllt, Septen mit Schnallen, gelegentlich auch etwas angeschwollen an den Septen; Hyphen locker verknüpft und verzweigt, im Subhymenium eher aufsteigend, im Subikulum tendenziell eher parallel zum Substrat, aber mit fließenden Übergängen; Basidien groß, unregelmäßig zylindrisch bis schlank keulig, unreife Basidien auch breit keulig, mit Basalschnalle; mit 2 bis 6 Sterigmen; keine Zystiden; Sporen mehrheitlich zylindrisch, teils schwach gekrümmt bzw. mit einer abgeflachten Seite; nach eigenen Messungen (aus drei Funden): 5,5 – 8 x 3 – 4 µm


    Vorkommen: An liegendem Laubholz, bevorzugt optimalmorsch; meist an dickerem Substrat wie liegenden Stämmen oder schweren Ästen; anscheinend ohne besondere Vorlieben für bestimmte Boden- oder Waldtypen, auch die Höhenlage scheint keine entscheidende Rolle zu spielen. Hier vorgestellt werden Funde aus der Oberrheinebene und angrenzenden Hügelländern sowie ein Fund aus Norditalien, Alpensüdrand (Valle Cannobina). Über die tatsächliche Verbreitung der Art ist sehr wenig bekannt, da bislang vermutlich meist mit Sistotremastrum niveocremeum oder Sistotremastrum suecicum vermengt.



    Bilder (Anklicken für volle Auflösung)
    An liegendem Rotbuchenstamm (Fagus):





    Anliegendem Birkenstamm (Betula):



    An liegendem Kirschenstamm (Prunus):





    Verwechslungen: Sistotremastrum niveocremeum und Sistotremastrum suecicum sind offenbar nicht allzu leicht zu unterscheiden. In der Originalbeschreibung werden die guttuliferen Hyphen (Hyphen mit Öltröpfchen) als Merkmal genannt, sowie Länge und Dicke der Subikulumhyphen, was aber wahrscheinlich eher variabel sein dürfte. Morphologisch am sinnvollsten erscheint mir derzeit eine Trennung nach Sporengrößen:
    Sistotremastrum niveocremeum mit Sporen bis zu 10 x 4,5 µm
    Sistotremastrum guttuliferum nicht über 7 (8) in der Länge

    Sistotremastrum suecicum noch kleiner, vor allem nur bis 2 (2,5?) µm breit.

    Sistotremastrum suecicum wäre zudem eine bevorzugt an Nadelholz auftretende Art, Sistotremastrum guttuliferum vorwiegend an Laubholz.
    Typisch für Sistotremastrum guttuliferum sind zudem die knubbelig - warzigen, ziemlcih dicken und frisch deutlich wachsartigen Fruchtkörper.

    Hallo, Beli!


    Zumindest scheint der mir zu stark zu blauen für einen "normalen" Xerocomus chrysenteron. Das würde schon eher zu X. porosporus passen, den es auch mit rotem Stiel (und auch rotem Fleisch im unteren Stieldrittel) gibt. In dem Fall wird's schon schwer, weil es da noch einige weitere Arten gibt, vor allem im mediterranen Klimaraum. Vollständiges Schnittbild ist natürlich dann immer Pflicht (suche nach winzigen, roten Pünktchen im Fleisch der Stielbasis, Farbverläufe des Fleisches im Stielinneren, Verfärbungsmuster), aber auch mikroskopische Details sind bei solchen Filzröhrlingen oft notwendig für eine sichere Bestimmung (Sporen truncat oder nicht, fein gestreift oder nicht; Huthaut aus welchen Zellen).



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Ich meine auch nicht die lichtbrechenden, größeren Strukturen auf dem 6. Bild. An den Hyphenwänden ist irgendwas angelagert, aber ob's Kristalle sind oder irgendwelche eher harzartigen Substanzen...
    Meruliopsis / Byssomerulius corium ist natürlich trotzdem die viel bessere Lösung. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Melanie, Leon & Michael!


    Ja, auch im Winter gibt es so viel zu entdecken und zu bewundern. :thumbup:
    Ein paar kleine Hinweise:


    >Klick 1<
    An die Bilder von diesem Pilz könnt ihr >Winterporling< dran schreiben.


    Die Bilder von diesem Pilz:
    >Klick 2<
    zeigen die >Rötende Tramete<


    Diese Pilzchen:
    >Klick 3<
    sind keine Muschelseitlinge, sondern >Krause Adernzählinge<


    Auch das hier:
    >Klick 4<
    sind natürlich keine Muschelseitlinge, sondern >Spaltblättlinge<.


    Diese Pilze am Nadelholzstamm:
    >Klick 5<
    sind Blutende Nadelholz-Schichtpilze (Stereum sanguinolentum). Darauf findet man gelegentlich den >Alabaster - Kernling<, welcher bevorzugt Stereum sanguinolentum parasitiert.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Was ja fast zu erwarten war. Es macht ja auch morphologisch mal einen großen Unteschied, ob sich die Sporen in haufenweise Sekundärsporen zerlegen oder ob sie ganz bleiben. Dann wird man wohl für eins von beidem eine neue Gattung finden müssen, oder?



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ein satt gefärbtes Exemplare, teilweise vergesellschaftet mit Hyphoderma setigerum:

    und die selbe Kollektion ein paar Zentimeter weiter, die von einem Myxo angegriffen wird:

    Mikros des Fundes:


    Ein Fund ohne Hutkanten, an liegendem, völlig entrindetem Laubholzstamm (vergesellschaftet mit Chondrostereum purpureum):
    Cylindrobasidium laeve 4.JPG

    Mikroskopisch unauffällig, analog zur oben gezeigten Kollektion.



    LG, Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Ja, Fett oder Öl: Was bisweilen so aussieht, sind "ausgelaufene" Gloeozystiden oder oleifere Hyphen. Solche Hyphen (mit Inhalt aus Öltröpfchen) gibt es bei Cylindrobasidium, Gloeozystiden nicht.
    Makroskopisch sieht der Pilz aus wie >Cylindrobasidium laeve<, aber irgendwie passt das mit den Mikrobildern nicht zusammen. Inkrustierte Hyphen habe ich bei Cylindronbasidium nie gesehen, auch die Sporenform stimmt nicht (wenn das auf den Bildern die Sporen zu diesem Pilz sind). Da müsste man noch etwas genauer nachsuchen. Neben den Hyphen (mit Öltröpfchen) müsste man bei Cylindrobasidium noch die leicht spindeligen Zystiden vereinzelt zwischen den Basidien finden, die Sporen müssten tränenförmig sein und so im Bereich 7-10 x 5-7 µm liegen.
    Daß sich Teile des Präparats in Melzer grünlich verfärben, scheint nicht relevant zu sein. Satt rotbraun (dextrinoid) oder blau (amyloid) wäre interessant, passiert aber bei Cylindrobasidium beides nicht.



    LG, Pablo.

    Moin!



    @Pablo: An Roseodiscus formosus (tolle Art - will ich auch mal finden!) glaube ich aus den von Rada genannten Gründen nicht. Mein Exemplar war eindeutig einzeln (wobei sowas ja auch mal zufallsbedingt sein kann), die morphologischen Unterschiede sind aber m.E. zu groß.


    Ja, absolut nachvollziehbar. :thumbup:
    Der Argumentation kann ich gut folgen, insbesondere die Form des Fruchtkörpers will nicht recht passen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    OK, ich merke daß ein Urlaub in Kroatien nicht reichen wird, um genug von diesem land zu sehen. :)
    Das kommt auf jeden Fall auch auf meine Liste von Gegenden, wo ich unbedingt mal hin will.


    Was deine Bestimmungen betrifft: Da habe ich kaum Einwände.
    Bei dem ganz jungen Pilz mit den hellen Lamellen (Agaricus spec. im Starbeitrag) bin ich nicht sicher: Kann natürlich Leucoagaricus sein. Muss aber nicht. Auch bei einigen Champi - Arten sind die Lamellen bei geschlossenenm Hut noch weiß. Wenn man bei so jungen Fruchtkörpern aber schon rosa Lamellen hat, dann kann man Leucoagaricus ausschließen.
    Ansonsten müsste man da mal die restlichen Merkmale angucken: Insbesondere Verfärbungen und Geruch wären interessant. Wenn es allerdings ein Champignon wäre, dann vermutlich eine Art mit anisartigem Geruch, und dann hat man in der tat verloren: Die Arten um den Schafchampignon (Agaricus arvensis) sind makroskopisch nicht bestimmbar.


    Bei den Filzröhrlingen kannst du den Xerocomus rubellus ohne Bedenken so abhaken. Auch wenn es nie etwas schadet, auch ein Schnittbild wie von Stefan beschrieben anzufertigen.
    Der als Xerocomus chrysenteron vermutete Pilz kann auch etwas anderes sein, zum Beispiel Xerocomus porosporus (Düsterer Rotfuß) wäre möglich. Ist aber eine schwierige Gruppe, auch da muss man hin und wieder zum Mikro greifen...



    LG, Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Die Cheilos würden tehoretisch schon passen, aber wie Stefan und Karl schon sagten: Pluteus phlebophorus müsste eigentlich anders gefärbt sein. Aber die Gruppe stimmt, nur ist die halt sehr verzwickt. Ich finde persönlich den Schlüssel bei Gröger dafür auch gar nicht mal so ideal, habe aber auch nichts Besseres im Angebot.



    LG; Pablo.

    Moin, Stefan!


    Klar, mach das ruhig mal. Ist aber keine Pflicht; wenn man ohnehin schon so viele Gruppen betrachtet wie du.
    Peniophora quercina wäre ein Fall für ein weitres Portrait, ja...
    Immerhin wäre das mal tatsächlich eine Art, die sich in idealer Ausprägung schon makroskopisch ansprechen ließe. Weswegen ich dazu wenig Mikrobilder habe...



    LG, Pablo.

    Tulasnella violea (Quel.) Bourdot & Galzin
    Lilafarbene Wachskruste, Lila Wachskrustenpilz
    Synonyme:
    - Hypochnus violeus Quel.
    -Corticium violeum (Quel.) Costantin & L.M. Dufour
    - Tulasnella lilacina J. Schröt.
    - Corticium roseolum P. Karst.


    Familie: Tulasnellaceae
    Ordnung: Cantharellales (? - diese Idee von MycoBank fällt mir schwer nachzuvollziehen)
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper sehr dünn, frisch und an dckeren Stellen etwas wachsartig, an dünnen Stellen fein flaumig; glatt bis sehr schwach knubbelig, trocken rissig aufreißend; hell rosa bis rosabräunlich oder lachsfarben; ohne ausgeprägtes Subikulum und ohne ausdifferenzierten Rand.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphen breit, überwiegend dünnwandig, direkt am Substrat selten dickwandig, stellenweise irregulär aufgebläht, alle Septen ohne Schnallen; Zystiden fehlen, Hyphidien fehlen oder sind selten und unauffällig; Basidien breit bis schlank keulig, jung fast blasig; mit 2-4 Epibasidien (= stark verbreiterte Sterigmen), diese blasig bis spindelig oder ellipsoid; Sporen glatt, kugelig bis subglobos bis breitelliptisch stets unter 10mü in maximaler Ausdehnung


    Vorkommen: In Mitteleuropa weit verbreitet und in den meisten gegenden ziemlich häufig; bevorzugt +/- bodenfeuchte Waldgebiete; besiedelt fast ausschließlich Laubholz (lt. Lit. Selten auch Nadelholz), be- und entrindetes, liegendes oder im Luftraum hängendes Totholz ab Optimalphase der Vermorschung; gelegentlich auch alte Porlinge und andere Pilze überwachsend.



    Bilder (Anklicken für volle Größe und Auflösung):




    (die "weißen Flecken" sind >Hyphoderma setigerum<)




    Fehler: mittlerer Bildteil, unten bei der Basidie stehen zwei Pfeile dicht beieinander im rechten Winkel. Der nach unten zeigende ist rot, sollte aber auch blau sein.
    Beide Pfeile zeigen auf Epibasidien.



    Verwechslungen: Muss wie alle Krusten für die Bestimmung mikroskopiert werden. Ähnlich strukturierte und gefärbte Tulasnella –“ Arten hätten entweder Schnallen oder anders geformte Sporen; makroskopisch extrem ähnliche Rindenpilze aus anderen Ordnungen und Familien haben keine –žMikey-Mouse-Ohren-Basidien–œ. Ein Beispiel für eine makroskopisch sehr ähnlcihe Art, die man sich mal angucken kann, wäre Hypochnella violacea.


    Anmerkungen: Viele Tulasnella –“ Funde sind im Grunde nicht bestimmbar. Die häufige Tulasnella violea bildet anscheinend eine angenehme Ausnahme.