Beiträge von Suillus

    Mischpfanne von allem, was im Wald rumstand;

    Oh, das kann ich bestätigen. Meine ehemalige Chefin (osteuropäische Wurzeln) hat mal ein Bild von einer Pilzsammelaktion geteilt, das sah aus als hätte sie wahllos alles gesammelt, was sie finden konnte. Manche der FK konnte man gar nicht mehr erkennen, weil die schon halb zerlaufen waren. Das ist schon einige Jahre her und sie lebt noch, also offenbar alles gut gegangen.

    Ich glaube, man will gar nicht wissen, wie oft so was vorkommt...


    LG Suillus

    Im Schlüssel steht u.a.: "Sp. –15,5 × 5,5, Q = 2,7–3,1, Huthauthyphen aufgerichtet." für Neoboletus erythropus bzw. N. praestigiator

    "Es gibt Kollektionen, die in jeder Hinsicht

    (komplett braunhütig, rotporig und mit fein rotflockigem Stiel) makroskopisch kaum von N. praestigiator/luridiformis unterscheidbar sind"

    Und warum ich den Namen N. erythropus verwende? Fries hatte die Interpretation des Persoonschen Namens fixiert (unter Boletus wäre das sanktioniert) und die Benennung war über 150 Jahre stabil. Und wer weiß, ob spätere Synonyme nicht doch N. xanthopus mit einschließen?

    Au weia, das geht ein wenig am Thema vorbei, aber nachdem ich als interessierter Laie immer wieder aufgrund der unterschiedlichen Bezeichnungen für den armen Flocki verwirrt bin, habe ich mich gerade eine geschlagene Dreiviertelstunde in die Tiefen und Tücken der Taxonomie begeben.


    In der englischsprachigen Wikipedia schreiben sie rotzfrech rein, dass erythropus falsch bzw. ungültig sei:

    Neoboletus luridiformis, also previously known as Boletus luridiformis and (invalidly) as Boletus erythropus

    Hier im Forum wurde das Thema zum Glück schon zur Genüge diskutiert, ich bleibe auch bei Neoboletus erythropus und gut ist ^^.


    LG Suillus

    Das hier (von der verlinkten Dashboard-Webseite bzw. der zugehörigen Homepage) finde ich aber ganz schön traurig - Hervorhebung von denen:

    How to stay safe

    The best way to stay safe is to not eat wild mushrooms.

    Ja, das hatte ich auch gesehen. Soweit ich weiß haben die Amis zu dem Thema einen nicht annähernd so großen Bezug wie die Europäer. In Nordamerika und Kanada leben fast 400 Millionen Menschen, aber auf den englischsprachigen Kanälen (z.B. Subreddits zu den Themen Mykologie, Pilze sammeln etc.) ist für diese Bevölkerungsanzahl teilweise bemerkenswert wenig los. Da fühlt sich unser Forum deutlich lebendiger an ^^.


    LG Suillus

    Hallo,


    Anscheinend erlebt Kalifornien aufgrund eines feuchten Dezembers ein ungewöhnlich starkes Wachstum von A. phalloides, was auch prompt zu einigen Vergiftungen geführt hat.


    Siehe auch: ‘Largest outbreak that we’ve seen in California.’ Death cap mushrooms linked to deaths, hospitalizations (Los Angeles Times)

    Zitat

    The California Department of Public Health reported 35 death cap-related illnesses, including three fatalities and three liver transplants, between Nov. 18 and Jan. 6. Affected people were between the ages of 19 months and 67 years old.

    Offenbar tritt der Pilz dort hauptsächlich mit Virginia-Eiche und Korkeiche auf:

    Zitat

    Death cap mushrooms are known to sprout across California and thrive in shady, humid or moist environments under live oak and cultivated cork oak trees

    Die haben da sogar ein "Poisonous Wild Mushroom Outbreak" Dashboard: https://www.arcgis.com/apps/da…054d647b3b5e789b75839dd1c  ^^


    LG Suillus

    Das Problem ist wieder mal die Trockenheit, für die nächsten 10 Tage ist weiterhin kein Tröpfchen Niederschlag angesagt. Das bedeutet wir hatten seit ungefähr 2 Monaten dann vielleicht insgesamt 20L Niederschläge. Absolut lächerlich wenig.

    Petrus hatte ein Einsehen und hat uns ca. 5L Niederschlag letzte Nacht geschickt. Wir waren leider am Rand vom Niederschlagsstreifen, das meiste ging 50 Kilometer östlich runter. Naja, besser als nichts.


    LG Suillus

    Rein optisch hat er ja durchaus Ähnlichkeiten zum Schönfußröhrling. Hat den eigentlich mal jemand hier roh gegessen...? Vielleicht sieht man da die Gnolmen tanzen, während man mit dem Rüssel über der Toilette hängt ^^ .

    Nah verwandt ist Lanmaoa fragrans – kommt auch in Deutschland vor. Lief früher unter Boletus fragrans. Der ist aber bei uns viel zu selten für Kostproben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Sehr interessant, vielen Dank.

    Rein optisch hat er ja durchaus Ähnlichkeiten zum Schönfußröhrling. Hat den eigentlich mal jemand hier roh gegessen...? Vielleicht sieht man da die Gnolmen tanzen, während man mit dem Rüssel über der Toilette hängt ^^ .

    Du kannst egal ob frisch oder zum Trocknen den ganzen Fruchtkörper verwenden. Nur Teile die sich nur noch mit deutlichem Kraftaufwand schneiden lassen sind nichts mehr. Ganz Junge Fruchtkörper mag ich persönlich gar nicht, viel zu weich und matschig.


    Wie weit man beim Alter gehen kann / will am besten durch experimentieren herausfinden. Die Vorlieben bezüglich Konsistenz sind verschieden. Gibt Leute welche ihn am liebsten haben, wenn er schon beginnt vollständig auszubleichen. Da wird er mir dann aber zu trocken und kratzig. Ich sammle meist ausgewachsen und maximal am Ansatz mit beginnendem Ausbleichen


    LG Christopher

    Überträgt sich das auch auf den Riesenporling, oder haben die eine andere Konsistenz? Bei meinen Eltern im Garten kommt seit Jahren an einem Baumstumpf ein beachtliches Exemplar, dieses Jahr wird der mal der Ernte zugeführt ^^.


    LG Suillus

    Also kalt ist der Winter bisher, da kann man nichts sagen. Vermutlich im Vergleich zu Standardwintern von vor 30 Jahren nichts außergewöhnliches, aber auf jeden Fall spürbar kälter als die letzten paar Winter.


    Das Problem ist wieder mal die Trockenheit, für die nächsten 10 Tage ist weiterhin kein Tröpfchen Niederschlag angesagt. Das bedeutet wir hatten seit ungefähr 2 Monaten dann vielleicht insgesamt 20L Niederschläge. Absolut lächerlich wenig.


    LG Suillus

    Nachträglich noch frohe Weihnachten von mir 😊.

    Hier ist nicht mehr viel passiert. Winteraustern habe ich keine gefunden, aber auch nicht aktiv gesucht.


    Damit geht ein recht bescheidenes Pilzjahr zu Ende. Punktuell gab es mal spannende Momente bei den Sommersteinpilzen oder Rotfüßen, aber alles in allem habe ich noch nie so wenig gefunden, insbesondere wenn man bedenkt dass ich noch nie so oft im Wald war wie in diesem Jahr und dabei fast immer mit leerem Korb heimkam.

    Einzig die Maronenröhrlinge hatten bei mir ein absolutes Ausnahmejahr, die sehr merkwürdige Witterung hat ihnen offenbar gut gefallen.


    Der Blick richtet sich jetzt auf das neue Jahr. Ich möchte unbedingt mal Morcheln finden, was aber im Frühjahr 2025 an der extremen Trockenheit zum Jahresbeginn gescheitert ist. 2026 kann es eigentlich fast nur besser werden, aber ich will es nicht "verschreien", wie man bei uns sagt ^^.


    Zum Jahresbeginn sind heftige Schneefälle vorhergesagt, hoffen wir mal dass das ein längerer Trend und kein singuläres Event ist, wir haben nämlich für den Dezember schon wieder ein krasses Niederschlagsdefizit.


    Liebe Grüße Suillus

    Kurzer Nachtrag: LilaAuster hatte recht, in der Box funktionieren Seitlinge einfach nicht gut. Ich hatte Austern drin und die haben die typischen langstieligen Mutanten gebildet.


    ABER: Ich ging davon aus, dass es einfach mit zuviel CO2 zusammenhängt. Ich habe mir trotzdem ein CO2-Messgerät besorgt, und musste zu meiner Überraschung feststellen, dass die Werte völlig unauffällig bei ~440ppm sind. Das Messgerät stand die ganze Nacht unterhalb der Seitlinge, es lag also auch nicht daran, dass ich den Deckel kurz aufgemacht habe.


    Es scheint also offenbar an mangelndem Fanning zu liegen. Ich habe mir einen kleinen 5V-Lüfter besorgt, den ich per Zeitschaltuhr einmal pro Stunde oder so kurz laufen lasse. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bin ich noch unsicher, ob der Lüfter in der Box sein kann, oder besser außen angebracht wird und reinpustet, was eine deutlich größere Öffnung und dadurch potentielles Einfallstor für Trauermücken bedeuten würde. Ich tüftle weiter.

    Hallo Auster!

    Zitat

    Das wird nicht funktionieren. Wenn sich Gase so verhalten würden, wie du es beschreibst, wäre Leben auf der Erde nicht möglich, da wir alle in fast purem CO2 stehen würden.

    Auf der Erdoberfläche haben wir wetterbedingt durch Druckunterschiede und dadurch erzeugten Wind eine gute Durchmischung der Luftschichten.


    In geschlossenen Systemen sieht es aber anders aus. Wenn Luft wenig bewegt wird, können sich die Schichten trennen wie Essig und Öl. Im Bergbau kennt man das Phänomen als Böse Wetter, wenn sich CO2 bei schlechter Belüftung des Schachts an der tiefsten Stelle absetzt. Auch in der Landwirtschaft bei Silos oder Sickergruben kann sowas vorkommen. Das so etwas auch in einer Pilzbox bei schlechter Durchmischung der Luft vorkommen kann, finde ich jetzt nicht so wahnsinnig abwegig, aber man müsste das mal vernünftig in einer Versuchsreihe ermitteln :).


    Die Box steht mittlerweile und läuft mit einer gebrauchten Aquarienpumpe von eBay. Drin sind aktuell ein Beutel mit Pioppino und (testweise) ein Austernseitling.

    Obwohl ich sehr viele Luftlöcher angebracht und mit Micropore abgeklebt habe, ist die Luftfeuchtigkeit problemlos bei 99%.


    Morgen folgen noch zwei Beutel Shiitake.


    Das Prinzip ist jedenfalls genial. Selbst wenn der Seitling nichts wird, bin ich auch mit Shiitake sehr zufrieden.


    Lg Suillus


    Ja, Hirschlausfliegen waren dieses Jahr sehr lästig. Es scheint aber tatsächlich zu helfen, wenn man helle Kleidung trägt und Leder vermeidet.


    Gebissen haben sie mich noch nicht, aber einmal ist mir eine fast ins Ohr gekrabbelt 😱.


    LG Suillus

    Leider muss ich meinen Post in dieser Diskussion ein Stück weit revidieren. Hatte ich in der ersten Jahreshälfte mit den Zecken noch Glück (es hat sicher auch geholfen, dass ich immer konsequent Repellent eingesetzt habe), hatte ich dafür in der zweiten Jahreshälfte umso mehr Bisse. Insbesondere in den letzten Wochen war es mit den winzigen Nymphen schlimm, die in Heerscharen im Buchenlaub zu sitzen scheinen.

    Trotz der Kälte hatte ich mehrere Bisse, ein Biest saß sogar zwischen den Zehen. Keine Ahnung, wie die da hingekommen ist. Da wir jede Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt haben, ging ich auch nicht davon aus, dass der Einsatz von Repellent noch notwendig ist. Offenbar ein Irrtum.


    Seid als weiter auf der Hut!


    LG Suillus

    Von meiner Front gab es in letzter Zeit nicht viel zu berichten. Ich habe es diese Woche sogar 3 mal kurz in den Wald geschafft, aber nichts erwähnenswertes gefunden. Immerhin kenne ich jetzt einen tollen neuen potentiellen Platz für Sommersteinpilze in einem zauberhaften Wald mit vielen alten Rotbuchen.


    Dafür entwickeln sich die Taubenblauen Austern (Pleurotus ostreatus var. columbinus) ganz prächtig. Sie stehen auf dem Balkon und haben es schön kühl. Dadurch wachsen sie langsam, aber haben eine echt tolle Farbe.



    LG Suillus

    Huhu,


    die Pilzzucht macht Fortschritte, auf dem Balkon fruchten mittlerweile fleißig Taubenblaue Austern. Ich habe aber auch Pioppino und Shiitake in der Vorbereitung, weshalb ich das Thema nochmal aufgreifen möchte.


    Die Befeuchtung durch die Aquarienpumpe scheint ja gelöst zu sein, nur die CO2-Werte sind ja offenbar noch ein Problem. Darf ich fragen, wo du die Luftlöcher angebracht hast? CO2 ist ja bekanntermaßen schwerer als die normale Atemluft und sinkt daher nach unten, wenn keine Luftbewegung herrscht.


    Wenn man also ein hohes Wassergefäß benutzt für den Luftaustritt benutzt, und die Entlüftungslöcher alle im unteren Drittel der Box anbringt, sollte das von den Pilzen ausgeatmete CO2 doch eigentlich schön ausströmen können.


    CO2-Messgeräte sind leider ziemlich teuer, aber ich bin zuversichtlich, dass man das Problem auch ohne zusätzliche Lüfter ausschließlich mit der Luftpumpe in den Griff kriegen kann.

    Ich nehme das Projekt jetzt in Angriff und werde berichten.


    LG Suillus