Beiträge von Shroom!

    spare ich mir mittlerweile den Aufwand und warte lieber auf die qualitativ besseren Fichtensteinpilze

    Sommersteinpilze gibt es im Spätsommer oft auch ohne Maden. Dafür gute Stellen ausfindig zu machen lohnt sich IMHO schon. Die Sommersteinpilze schmecken vor allem beim Frischverzehr zumindest für mich etwas feiner und intensiver. Getrocknet ist der Unterschied weniger stark ausgeprägt. Aber da ist bestimmt auch jeder Gaumen anders.


    Hier mal ein paar Impressionen vom letzten September und Oktober wo Funde in toller Qualität möglich waren. Bei Bild drei sieht man auch mal wieder, dass das Meiden von Gras nicht unbedingt eine gute Idee ist. Da drin hatten sich noch einige von den Exemplaren versteckt.


    LG Christopher

    Rothütiger Steinpilz wäre der bessere Name da die Art durchaus auch in reinen Buchenwäldern gefunden werden kann.

    Jup, deshalb schrieb ich "eher". Habe die Art auch schon im Buchenwald gefunden, nur 10 Meter entfernt von einer meiner Sommersteinpilz-Stellen. Aber bisher erst ein einziges mal.

    Dass der Sommersteinpilz im alpinen Raum auch schon unter Fichte gefunden wurde, ist mir neu. Spannend, danke für die Info!

    Hallo Andre!


    Erstmal die gute Nachricht: Steinpilze sind weit verbreitet und nicht selten. Sie zu finden ist also nicht schwer. Schwerer ist eher, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Steinpilze - egal welche Art - erscheinen in Schüben, die idR. nur wenige Tage anhalten. Zwischen den Schüben ist dann wieder ein paar Wochen bis Monate (je nach Witterung) Pause. In schlechten Jahren kann es auch passieren, dass es nur einen Schub gibt. Hinzu kommt, dass nicht zwingend jede Stelle schieben muss, wenn gerade eine andere Stelle aktiv ist. Gerade zu Beginn erfordert das Sammeln von Steinpilzen deshalb Geduld und regelmäßige Waldbesuche. Man muss A) Stellen finden und B) den Rhythmus der Pilze kennenlernen, aber auch lernen, welche Wetterverhältnisse erfolgversprechend sind.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn's im ersten Jahr gar nicht oder nur mit wenigen Funden klappt, dann nicht aufgeben, sondern in den folgenden Jahren weitermachen und lernen.


    Wann und wo man suchen sollte, hängt davon ab, welche Art von Steinpilz du finden möchtest:

    • Kiefernsteinpilz (Boletus Pinophilus): Oft die erste Art im Jahr, in wärmeren Regionen und bei passender Witterung teils schon Ende März bis April zu finden. Generell eher selten zu finden, sollte deshalb geschont werden. Wie der Name sagt, eher an Kiefer gebunden.
    • Sommersteinpilz (Boletus Reticulatus): Ab Mai zu finden, eher zur Monatsmitte bis zum Ende des Monats. wärmeliebend und ausschließlich an Laubbäume gebunden: Eiche, Buche, Linde. Haselnuss ist auch möglich wenngleich selten.
    • Fichtensteinpilz (Boletus Edulis): Manchmal ab Mitte bis Ende Juni zu finden. Meist erst ab Ende Juli bis Mitte August. Kann mit so ziemlich allem Symbiose eingehen und ist daher sowohl im Nadel- als auch Laubwald zu finden.

    Für den Sommersteinpilz sind Mischwälder aus Buche und Eiche toll, die sowohl jungen als auch alten Baumbestand haben und die relativ licht sind, sodass viel Sonne und Regen zum Boden kommt. Gras ist kein Problem, anderes Unkraut sollte sich maximal vereinzelt zeigen. In einigen meiner besten Habitate für Sommersteinpilze ist reichlich Gras vorhanden (nicht flächendeckend, mehr so "Insel-artig") und sie wachsen auch durchaus im Gras. Auf freiem oder bemoosten Boden findet man sie natürlich leichter. Was für mich als Anzeiger für Sommersteinpilzstellen gut funktioniert sind Grüne Knollenblätterpilze. Die Giftzwerge kommen in ausnahmslos jedem meiner Sommersteinpilz-Habitate vor und haben mir auch schon mehrfach den Weg zu neuen Habitaten gezeigt.


    Fichtensteinpilze kommen gerne im selben Habitat wie die Sommersteinpilze vor, wobei sie durchaus auch mal in unmittelbarer Nähe auftauchen können. Mengenmäßig treten sie aber im Nadelholz häufiger auf - den Sommersteinpilz wirst du dort hingegen nie finden. Vor allem in mittelalten Fichtenschonungen sind nach meiner Erfahrung im Spätsommer bis Herbst extrem ergiebige Funde in toller Qualität möglich. Achte dabei auf Stellen ohne Unkraut (nur Moos oder blanke Nadelstreu). Halte am besten nach Fliegenpilzen Ausschau. Diese zeigen nicht nur passende Bodenverhältnisse an, sondern geben oft auch das Signal, dass die Fichtensteinpilze bald auftauchen könnten. Anzeiger für Fichtensteinpilzstellen sind Pfefferröhrling und Mehlräsling. Wenn diese Arten vorhanden sind, gibt es an der Stelle fast immer auch Steinpilzvorkommen - nur eben nicht zwingend zur gleichen Zeit. Kiefernwälder sind wie schon erwähnt wurde auch gute Habitate.


    Vielleicht helfen dir ja meine Erfahrungswerte etwas weiter.


    Viel Erfolg und Liebe Grüße

    Christopher

    Vielleicht kommt ja mal ein unangekündigtes Gewitter mit ein paar Litern. Sowas bringt dann auch gerne mal ein bisschen Leben in den Wald.


    Habe heute wieder mein Beobachtungsobjekt besucht. Der lässt sich Zeit, beginnt sich aber endlich mal zu strecken. Bin schon gespannt, wie groß ich ihn werden lassen kann, bevor er trocken wird bei der aktuellen Witterung (warm, staubtrockene Luft, starker Wind).
    Die Gelbbindigen Schwarzkäfer knabbern auch schon fleißig dran rum. Falls sich jemand über kleine Löcher in seinem Schwefelporling wundert: das sind meist die Übeltäter.
    Wenn die Käfer anwesend sind, bitte nicht alles abernten. Die Tiere können nur Pilze fressen, keine andere Nahrung.


    LG Christopher

    Update zum Beobachtungsobjekt vom letzten Mittwoch.


    Nebenan produziert das Myzel fleißig weiter Bauschaum.


    Außerdem ein interessanter Fund. Die meisten SchwePo Stellen haben sich dieses Jahr im Erscheinen verschoben wegen des Wetters. Folgende Stelle allerdings nicht. Am 10. Mai 2024 hatte ich dort ein großes Cluster gefunden und heute am 11. Mai 2025 wieder.


    1/4 abgezwackt, Dörrautomat voll :S


    LG Christopher

    Austern an Nadelholz sind wohl nicht ganz so selten. Hatte im Winter gezielt danach gesucht und wurde dann immer wieder fündig. Sowohl an Fichte als auch Tanne und Kiefer. Vor denen bleibt wohl kein Holz verschohnt.


    LG Christopher

    Danke für die Info. Muss aber tatsächlich auch kein Ausschlusskriterium sein. Der Mertinger Forst bei mir um die Ecke ist beispielsweise auch von saurem Boden dominiert mit vielen Kiefern. Auch dort gibt es Maipilz-Stellen. Die sind dann allerdings eher in der Nähe vom Weg, wo es durch den Schotter weniger sauer ist.


    LG Christopher

    Auch bei dir fühlen sich die Schuppigen Porlinge also wohl. Wieder ein Indiz dafür, dass es die Art eher trocken mag. Bei mir dieses Jahr auch sehr häufig zu finden. 2024 hingegen war es sehr nass, da habe ich keinen einzigen Fund gehabt. Ist schon interessant, wie unterschiedlich die Ansprüche an die Feuchtigkeit bei den verschiedenen Pilzarten so ist.


    Die Käppchenmorcheln sehen ja angesichts der Trockenheit ganz anständig aus. Da gab es bei mir in diesem Jahr leider nur einen einzigen Fruchtkörper zu finden.


    Für Mairitterlinge empfehle ich mal - sofern bei dir vorhanden - den Blick in basische Fichtenwälder und Schonungen. Bei Trockenheit vor allem Stellen mit Dauerbeschattung oder Hanglage nach Norden. Das hat bei mir volle Körbe gebracht. Kann aber sein, dass es dafür mittlerweile schon zu spät ist. Bei mir sind die Stellen mittlerweile durch und es stehen nur noch die Habitate mit Spätzündern aus.


    LG Christopher

    Falls ich dort bei Weiden auch Schwefelporlinge finden sollte, ab welchem Stadium ernte ich sie am besten? Und woran machst du das fest?

    Da sind die Geschmäcker verschieden. Viele ernten nur den "Bauschaum", also ganz junge Fruchtkörper die sich noch nicht gestreckt haben. Damit kann ich nichts anfangen, denn in dem Stadium sind sie weich und schwabbelig.


    Wenn sie sich schon etwas gestreckt haben, aber noch durchgängig weich sind und an der Außenkante noch einen dicken Wulst haben, sind sie schon etwas bissfester, mir aber immer noch zu weich.


    Ich habe sie am liebsten ausgewachsen, also komplett aufgefächert bevor sie wieder anfangen auszubleichen. Dann kommt die Konsistenz der von Huhn am nächsten.
    Man kann da auch durchaus die etwas festeren Teile noch gut verwenden. Nur ganz harte und kaum noch zu schneidende Bereiche des Fruchtkörpers sollten weg. Wenn du einen ausgewachsenen Fruchtkörper vom Baum abbrichst, dann bricht er in der Regel genau an der Stelle an der er zu zäh zum Essen wird.


    Ich kann da nur empfehlen zu experimentieren, welches Stadium du lieber magst. Zum Haltbarmachen trockne ich sie in Stücken. Das verbessert die Hühnchenkonsistenz nochmals und wenn man fleißig sammelt ist immer Material für Nuggets und Grillspieße im Haus. Oft reicht ja schon ein Fund um gleich mehrere Kilo einsacken zu können.

    Schmecken die von der Weide nicht deutlich säuerlich-kantig-bitter ?

    Leicht säuerlich ist Schwefelporling immer, da er diverse Säuren enthält, vor allem Oxalsäure in etwa derselben Konzentration wie Rhabarber. Wenn man den Geschmack nicht mag hilft auskochen oder wie ich trocknen. Beim Rehydrieren verliert sich das dann auch. Von Weide gilt er neben Obstholz am besten. Buche und Eiche soll bitter sein, was ich aber bisher nicht bestätigen kann. Beide habe ich bisher einmal verkostet und beide waren geschmacklich unauffällig - auch bei frischer Zubereitung. Schwefelporling von Eiche wirkt bei mir allerdings in größerer Menge abführend. Bei Weide tritt das nicht auf.


    LG Christopher

    Leider ist es jetzt wieder trocken und windig geworden. Das gefällt dem Schwefelporling am Ortsrand, den ich zuvor schon mal gepostet habe, nicht so wirklich. Wächst langsam und trocknet weitgehend schon an bevor er sich streckt. Könnte man in der Größe sicherlich ernten, aber mir sind sie da noch zu weich.


    Habe heute auch mal wieder im örtlichen Donau-Auwald nach den Schwefelporlingen geschaut. Interessanterweise ist dort nichts zu sehen. Mittlerweile sind sie dort einen Monat überfällig.


    Anschließend ging es noch weiter in die Wiesenlandschaften in der Nähe. Da stehen auch sehr viele Weiden herum. Habe dort einen interessanten Fund machen können. Eine Weide mit Schwefelporling, die zweimal im Jahr Fruchtkörper produziert. Dort hingen große Cluster aus dem Vorjahr (Herbst), aber auch frische Fruchtkörper an denen ich mich (mit einer waghalsigen Kletteraktion :D ) bedienen konnte.
    Sowas kommt wohl recht selten vor, denn ich kenne mittlerweile grob geschätzt um die 50 Habitate und das ist bisher das Einzige, wo zweimal gefruchtet wird. Die anderen nur einmal im Jahr und dann idR. auch +-14 Tage zum selben Zeitpunkt, wenn die Bedingungen passen.


    Etwas weiter gab es dann auch noch ganz frisches Wachstum. Der Fruchtkörper ist gut beschattet, von daher könnte der richtig groß werden. Den werde ich mal beobachten.


    LG Christopher

    Mich verunsichern die Rottöne und die wurzelnde Stielbasis etwas. Wären die Merkmale nicht, würde ich von der Hutschuppung und Intensität des Gilbens in Richtung A. Augustus / Riesenchampignon tippen.


    Vielleicht hat Claudia ja mal Glück und findet frische Fruchtkörper der Art. Das würde dann sicherlich etwas mehr Licht ins Dunkle bringen.


    LG Christopher

    Hier bringt der Regen bereits Ergebnisse:

    • Der zuletzt gezeigte SchwePo beginnt sich zu strecken
    • Anis Champignons im Nadelwald sind da
    • Maipilze explodieren, bereits aktive Habitate mit sehr großen Fruchtkörpern, Spätzünder kommen jetzt + zwei neue Nadelwald Habitate entdeckt

    Frühe Hexen und Sommersteinpilz Stellen sind noch leer. Stockschwämmchen weiterhin keine.


    LG Christopher

    aber an meiner Hauptstelle kamen die im letzten Sommer selbst nach wochenlanger Gluthitze aus dem staubtrockenen Boden

    Das ist im Sommer typisch für die Flockis. Wenn es ergiebig geregnet hat und dann wieder 10 bis 14 Tage trocken und knackig heiß war, kommen sie in der Regel in bester Qualität raus. Ich habe eine Stelle, wo Eichenflockis und Sommersteinpilze zusammen wachsen. Da ist es dann immer so, dass wenn die Stelle nach dem Regen mit Sommersteinpilzen zündet, die Hexen dann kommen, wenn es den Sommersteinpilzen wieder zu trocken wird und sie stark rissige Hüte haben oder schon vergehen. Bei den Flockis dauert es auch deutlich länger, bis sie Trockenschäden haben im Vergleich zu Steinpilzen.


    LG Christopher

    Glückwunsch! Und dann noch so ein hübsches Exemplar.

    Ja, nach dem Regen kann es ganz schnell gehen. Besonders bei so mosigen Stellen, wo die Fruchtkörper schon unsichtbar lauern und dann bei der erstbesten Gelegenheit hochschießen. Werde morgen auch mal meine frühen Hexen- und Sommersteinpilz-Stellen prüfen. Wobei letztere hier meist noch vor den Hexen kommen.


    LG Christopher

    wenn die Teile nicht so extrem stinken würden hätte ich sie auch schon einmal probiert

    Wieso stinken? Für mich riechen die nach Salatgurke. Finde ich ganz angenehm - zumindest wenn ich an einem Fruchtkörper rieche. Geschnitten wird es mir dann auch zu intensiv.


    In Sachen Regen gab es bei mir übrigens eine schöne Überraschung: Entgegen der Ankündigung hat es um 23 Uhr wieder angefangen zu regnen und die komplette Nacht durchgeregnet. Auch am Morgen ging es weiter und jetzt regnet es immer noch. 15 Liter sind es mittlerweile, also mit dem Gewitter von gestern Abend insgesamt 29 Liter. Ein Ende noch nicht in Sicht.


    Das kam jetzt gerade rechtzeitig um die Maipilz-Stellen zu retten, die schon am Aufgeben waren. Mal sehen, was da noch kommt. Schwefelporlinge dürften jetzt auch anziehen. Eventuell könnte es sich in den nächsten 14 Tagen auch lohnen die frühen Stellen für Sommersteinpilze und Flockenhexen zu checken. Stockschwämmchen sollten jetzt aber auf jeden Fall auch kommen. Endlich wird's wieder spannend!


    Ich hoffe, bei dem einen oder anderen von euch regnet es auch so üppig?


    LG & schönen Sonntag

    Christopher

    Ich habe Pilzbutter auch schon mit etwas eingekochten frischen Pilzen (Herbsttrompeten und Pfifferlinge) gemacht und selbst das hat sich problemlos zwei Wochen im Kühlschrank gehalten.

    Für längere Lagerung im Kühlschrank würde ich die Pilzbutter mit 100°C in sterilisierte Gläser abfüllen damit ein Vakuum entsteht. Dann sollte es sich auch mindestens einen Monat problemlos halten. Größere Mengen im Zweifelsfall portionieren und in den Froster packen.


    LG Christopher