Ja, das stimmt in der Tat und hat wohl mit der Feuchtigkeit zu tun und wie lange diese einwirkt. Luftgetrocknet oder im Backofen brauchen sie länger zum Durchtrocknen und entwickeln dabei ein intensiveres Aroma. Im Dörrautomaten sind sie deutlich schneller trocken und sind dann erstmal weniger aromatisch. Das lässt sich aber nach meiner Erfahrung ein Stück weit ausgleichen, wenn man sie dann beim Gebrauch länger (kalt!) wässert.
Ich bin mittlerweile beim Dörrautomaten dazu übergegangen, Steinpilze nicht bis zum Knacken zu trocknen, sondern nur so, dass sie zwar rascheln, aber noch ganz minimal flexibel sind. Die gekaufte Ware ist ja meist auch nicht bis zum Knacken getrocknet. Dann werden sie nach dem Abkühlen vakuumiert und mindestens einen Monat vor Gebrauch gelagert. Danach haben sie dann das Aroma, was man von langsamer Trocknung an Luft, im Backofen oder auch der gekauften Ware kennt. Die Haltbarkeit schränkt es sicherlich ein, aber länger als 6 bis 7 Monate lagere ich sowas eh nicht. Bisher ist auch kein Beutel verdorben gewesen. Habe erst neulich einen 4 Monate alten Beutel geöffnet.
Bei Herbsttrompeten macht die Trocknungsgeschwindigkeit und Restfeuchte auch einen aromatischen Unterschied. Die können bei langsamem Trocknen und Lagern mit geringer Restfeuchte fast schon leicht pfeffrige Noten hervorbringen. Also gut möglich, dass es beim Trompetenpfifferling dann ähnlich ist. Die Art habe ich bisher allerdings nur relativ schnell getrocknet (5h auf 50°C). Sollte ich dieses Jahr nochmal welche finden, werde ich sie interessehalber mal langsamer auf 30C° trocknen lassen.
Wo ich hingegen bislang keine Unterschiede in der Aromatik je nach Trocknung feststellen kann, sind Hexenröhrlinge. Egal ob schnell oder langsam getrocknet - schmecken tun sie immer gleich und der Geruch nach etwas Lagerzeit erinnert immer an Fischmehl.
Das Trocknen von Pilzen ist auf jeden Fall eine Wissenschaft für sich und bietet reichlich Spielraum für Experimente.
LG Christopher
