Beiträge von Shroom!

    Selbst jene Täublinge, die eigentlich kaum Geschmack haben.

    Oft ist's aber auch die Zubereitungsart die bei manchen Arten bei purer Zubereitung den "Aha Effekt" bringt. Jag mal Frauentäublinge grob gestückelt bei knackiger Hitze in Olivenöl durch die Pfanne bis sie braun sind. Zum Schluss noch etwas Knobi mit durch die Pfanne rutschen lassen, Salz drüber und genießen. Funktioniert auch mit vielen anderen Täublingen, aber der Frauentäubling liefert für meinen Gaumen die schönsten Aromen beim Rösten. Gute Alternativen sind der Speisetäubling oder der Grüngefelderte.


    Aus getrockneten Steinpilzen kann man auch mit hohen Temperaturen ein sensationelles Aroma entlocken. Mache ich als Hobby-Pizzabäcker immer auf einer Margherita (Neapolitanisch). Rehydrierte Steinpilze als zusätzliches Topping drauf, etwas Olivenöl drüber und dann in den Pizzaofen bei 450°C für 90 bis maximal 120 Sekunden. Dabei entsteht in den Pilzen eine wunderbare Süße gepaart mit Röstnoten und diesem unverwechselbaren Steinpilzaroma in einer absolut genialen Intensität. Zusammen mit den Aromen der Pizza Margherita und dem guten neapolitanischen Teig ein Hochgenuss.


    Auch Flavor Pairing finde ich bei vielen Arten spannend. Stockschwämmchen lieben neben kräftigem Käse auch Zitrusnoten - z.B. Zitronenrisotto mit gebratenen Stockschwämmchen als Topping. Hexenröhrlinge hingegen liefern ein tolles Gaumenfeuerwerk in Verbindung mit Salbei und Parmesan - z.B. Gnocchi in Salbeibutter mit gebratenen Hexen. Und auch mit weitläufig verschmähten Arten wie dem Grauen Wulstling gelingen solche Pairings - dieser mag die Kombination aus Süß und Herzhaft z.B. mit Ahornsirup und Speck.


    Kulinarisch sind Pilze schon ne tolle Spielwiese :)


    LG Christopher

    Letzte Nacht hat es hier auch etwas getröpfelt - mehr leider nicht. Heute wieder den ganzen Tag windig, wechselhaft bewölkt. Teilweise wurde es auch mal etwas dunkler. Regen kam aber wieder keiner. Muss aber sagen, dass es abseits der fehlenden Pilzvielfalt am Boden bisher keine gravierende Trockenheit gibt. Das Getreide auf den Felden gedeiht prächtig und auch im Garten oder im Wald sieht man keine Pflanzen die leiden. Ein bisschen Luft scheint also noch zu sein. Hoffe trotzdem, dass gegen Monatsende endlich mal Regen fällt, sonst dürfte es im Juni mit den Pilzen auch schlecht ausschauen.


    Ansonsten heute wieder das Beobachtungsobjekt besucht. Er wächst weiter und ist immer noch sehr weich. Darf weitermachen.


    Abstecher zum örtlichen Badesee hat dann noch was Erntereifes hervorgebracht.


    Dörrautomat wieder voll und für den Wok gab es auch noch etwas Überschuss.


    LG Christopher

    Nun, da hast du mich wohl falsch verstanden. Die Fliegenpilze sind in der Tat keine Steinpilzanzeiger, sondern nur ein nützlicher Indikator für die Bodenverhältnisse und ggf. auch ein Indikator für den Startschuss bei den Fichtensteinpilzen, denn häufig kommen diese bald nach den ersten Fliegenpilzen zum ersten mal im Jahr hoch.

    Meine Frage war allerdings, ob bei dir Pfefferröhrlinge auch nur oder zumindest stark gehäuft dort auftauchen, wo es Steinpilze gibt. An Stellen ohne Steinpilze habe ich nämlich noch nie Pfefferröhrlinge gefunden.

    Die Steinpilze sind dem Pfefferröhrling egal, der parasitiert am Fliegenpilz,

    matthias0 Danke für die Info. Trotzdem ist das auffallend. Ich kenne Waldstücke, wo es flächendeckend Fliegenpilze gibt. Trotzdem steht der Pfefferröhrling gehäuft dort, wo auch die Fichtensteinpilze kommen.


    LG Christopher

    Ach, von einem Fehler deinerseits bin ich gar nicht ausgegangen. Hätte ja sein können, dass es bei dir so ist. Aber wenn es um den Pfefferröhrling geht, dann kann ich das bestätigen. Fliegenpilz weißt den Weg zum richtigen Boden, Pfefferröhrling und Mehlräsling weißen den Weg zu konkreten Stellen die von Interesse sind. Wobei ich die Pfefferröhrlinge meistens näher am Steinpilzmyzel finde als die Mehlräslinge. Die stehen oft direkt zwischen den Steinpilzen. Habe auch noch nie (zumindest nicht bewusst) Pfefferröhrlinge an Stellen gesehen, wo es keine Steinpilze gibt. Ist das bei dir auch so?


    LG Christopher

    spare ich mir mittlerweile den Aufwand und warte lieber auf die qualitativ besseren Fichtensteinpilze

    Sommersteinpilze gibt es im Spätsommer oft auch ohne Maden. Dafür gute Stellen ausfindig zu machen lohnt sich IMHO schon. Die Sommersteinpilze schmecken vor allem beim Frischverzehr zumindest für mich etwas feiner und intensiver. Getrocknet ist der Unterschied weniger stark ausgeprägt. Aber da ist bestimmt auch jeder Gaumen anders.


    Hier mal ein paar Impressionen vom letzten September und Oktober wo Funde in toller Qualität möglich waren. Bei Bild drei sieht man auch mal wieder, dass das Meiden von Gras nicht unbedingt eine gute Idee ist. Da drin hatten sich noch einige von den Exemplaren versteckt.


    LG Christopher

    Rothütiger Steinpilz wäre der bessere Name da die Art durchaus auch in reinen Buchenwäldern gefunden werden kann.

    Jup, deshalb schrieb ich "eher". Habe die Art auch schon im Buchenwald gefunden, nur 10 Meter entfernt von einer meiner Sommersteinpilz-Stellen. Aber bisher erst ein einziges mal.

    Dass der Sommersteinpilz im alpinen Raum auch schon unter Fichte gefunden wurde, ist mir neu. Spannend, danke für die Info!

    Hallo Andre!


    Erstmal die gute Nachricht: Steinpilze sind weit verbreitet und nicht selten. Sie zu finden ist also nicht schwer. Schwerer ist eher, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Steinpilze - egal welche Art - erscheinen in Schüben, die idR. nur wenige Tage anhalten. Zwischen den Schüben ist dann wieder ein paar Wochen bis Monate (je nach Witterung) Pause. In schlechten Jahren kann es auch passieren, dass es nur einen Schub gibt. Hinzu kommt, dass nicht zwingend jede Stelle schieben muss, wenn gerade eine andere Stelle aktiv ist. Gerade zu Beginn erfordert das Sammeln von Steinpilzen deshalb Geduld und regelmäßige Waldbesuche. Man muss A) Stellen finden und B) den Rhythmus der Pilze kennenlernen, aber auch lernen, welche Wetterverhältnisse erfolgversprechend sind.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn's im ersten Jahr gar nicht oder nur mit wenigen Funden klappt, dann nicht aufgeben, sondern in den folgenden Jahren weitermachen und lernen.


    Wann und wo man suchen sollte, hängt davon ab, welche Art von Steinpilz du finden möchtest:

    • Kiefernsteinpilz (Boletus Pinophilus): Oft die erste Art im Jahr, in wärmeren Regionen und bei passender Witterung teils schon Ende März bis April zu finden. Generell eher selten zu finden, sollte deshalb geschont werden. Wie der Name sagt, eher an Kiefer gebunden.
    • Sommersteinpilz (Boletus Reticulatus): Ab Mai zu finden, eher zur Monatsmitte bis zum Ende des Monats. wärmeliebend und ausschließlich an Laubbäume gebunden: Eiche, Buche, Linde. Haselnuss ist auch möglich wenngleich selten.
    • Fichtensteinpilz (Boletus Edulis): Manchmal ab Mitte bis Ende Juni zu finden. Meist erst ab Ende Juli bis Mitte August. Kann mit so ziemlich allem Symbiose eingehen und ist daher sowohl im Nadel- als auch Laubwald zu finden.

    Für den Sommersteinpilz sind Mischwälder aus Buche und Eiche toll, die sowohl jungen als auch alten Baumbestand haben und die relativ licht sind, sodass viel Sonne und Regen zum Boden kommt. Gras ist kein Problem, anderes Unkraut sollte sich maximal vereinzelt zeigen. In einigen meiner besten Habitate für Sommersteinpilze ist reichlich Gras vorhanden (nicht flächendeckend, mehr so "Insel-artig") und sie wachsen auch durchaus im Gras. Auf freiem oder bemoosten Boden findet man sie natürlich leichter. Was für mich als Anzeiger für Sommersteinpilzstellen gut funktioniert sind Grüne Knollenblätterpilze. Die Giftzwerge kommen in ausnahmslos jedem meiner Sommersteinpilz-Habitate vor und haben mir auch schon mehrfach den Weg zu neuen Habitaten gezeigt.


    Fichtensteinpilze kommen gerne im selben Habitat wie die Sommersteinpilze vor, wobei sie durchaus auch mal in unmittelbarer Nähe auftauchen können. Mengenmäßig treten sie aber im Nadelholz häufiger auf - den Sommersteinpilz wirst du dort hingegen nie finden. Vor allem in mittelalten Fichtenschonungen sind nach meiner Erfahrung im Spätsommer bis Herbst extrem ergiebige Funde in toller Qualität möglich. Achte dabei auf Stellen ohne Unkraut (nur Moos oder blanke Nadelstreu). Halte am besten nach Fliegenpilzen Ausschau. Diese zeigen nicht nur passende Bodenverhältnisse an, sondern geben oft auch das Signal, dass die Fichtensteinpilze bald auftauchen könnten. Anzeiger für Fichtensteinpilzstellen sind Pfefferröhrling und Mehlräsling. Wenn diese Arten vorhanden sind, gibt es an der Stelle fast immer auch Steinpilzvorkommen - nur eben nicht zwingend zur gleichen Zeit. Kiefernwälder sind wie schon erwähnt wurde auch gute Habitate.


    Vielleicht helfen dir ja meine Erfahrungswerte etwas weiter.


    Viel Erfolg und Liebe Grüße

    Christopher

    Vielleicht kommt ja mal ein unangekündigtes Gewitter mit ein paar Litern. Sowas bringt dann auch gerne mal ein bisschen Leben in den Wald.


    Habe heute wieder mein Beobachtungsobjekt besucht. Der lässt sich Zeit, beginnt sich aber endlich mal zu strecken. Bin schon gespannt, wie groß ich ihn werden lassen kann, bevor er trocken wird bei der aktuellen Witterung (warm, staubtrockene Luft, starker Wind).
    Die Gelbbindigen Schwarzkäfer knabbern auch schon fleißig dran rum. Falls sich jemand über kleine Löcher in seinem Schwefelporling wundert: das sind meist die Übeltäter.
    Wenn die Käfer anwesend sind, bitte nicht alles abernten. Die Tiere können nur Pilze fressen, keine andere Nahrung.


    LG Christopher

    Update zum Beobachtungsobjekt vom letzten Mittwoch.


    Nebenan produziert das Myzel fleißig weiter Bauschaum.


    Außerdem ein interessanter Fund. Die meisten SchwePo Stellen haben sich dieses Jahr im Erscheinen verschoben wegen des Wetters. Folgende Stelle allerdings nicht. Am 10. Mai 2024 hatte ich dort ein großes Cluster gefunden und heute am 11. Mai 2025 wieder.


    1/4 abgezwackt, Dörrautomat voll :S


    LG Christopher

    Austern an Nadelholz sind wohl nicht ganz so selten. Hatte im Winter gezielt danach gesucht und wurde dann immer wieder fündig. Sowohl an Fichte als auch Tanne und Kiefer. Vor denen bleibt wohl kein Holz verschohnt.


    LG Christopher

    Danke für die Info. Muss aber tatsächlich auch kein Ausschlusskriterium sein. Der Mertinger Forst bei mir um die Ecke ist beispielsweise auch von saurem Boden dominiert mit vielen Kiefern. Auch dort gibt es Maipilz-Stellen. Die sind dann allerdings eher in der Nähe vom Weg, wo es durch den Schotter weniger sauer ist.


    LG Christopher

    Auch bei dir fühlen sich die Schuppigen Porlinge also wohl. Wieder ein Indiz dafür, dass es die Art eher trocken mag. Bei mir dieses Jahr auch sehr häufig zu finden. 2024 hingegen war es sehr nass, da habe ich keinen einzigen Fund gehabt. Ist schon interessant, wie unterschiedlich die Ansprüche an die Feuchtigkeit bei den verschiedenen Pilzarten so ist.


    Die Käppchenmorcheln sehen ja angesichts der Trockenheit ganz anständig aus. Da gab es bei mir in diesem Jahr leider nur einen einzigen Fruchtkörper zu finden.


    Für Mairitterlinge empfehle ich mal - sofern bei dir vorhanden - den Blick in basische Fichtenwälder und Schonungen. Bei Trockenheit vor allem Stellen mit Dauerbeschattung oder Hanglage nach Norden. Das hat bei mir volle Körbe gebracht. Kann aber sein, dass es dafür mittlerweile schon zu spät ist. Bei mir sind die Stellen mittlerweile durch und es stehen nur noch die Habitate mit Spätzündern aus.


    LG Christopher

    Falls ich dort bei Weiden auch Schwefelporlinge finden sollte, ab welchem Stadium ernte ich sie am besten? Und woran machst du das fest?

    Da sind die Geschmäcker verschieden. Viele ernten nur den "Bauschaum", also ganz junge Fruchtkörper die sich noch nicht gestreckt haben. Damit kann ich nichts anfangen, denn in dem Stadium sind sie weich und schwabbelig.


    Wenn sie sich schon etwas gestreckt haben, aber noch durchgängig weich sind und an der Außenkante noch einen dicken Wulst haben, sind sie schon etwas bissfester, mir aber immer noch zu weich.


    Ich habe sie am liebsten ausgewachsen, also komplett aufgefächert bevor sie wieder anfangen auszubleichen. Dann kommt die Konsistenz der von Huhn am nächsten.
    Man kann da auch durchaus die etwas festeren Teile noch gut verwenden. Nur ganz harte und kaum noch zu schneidende Bereiche des Fruchtkörpers sollten weg. Wenn du einen ausgewachsenen Fruchtkörper vom Baum abbrichst, dann bricht er in der Regel genau an der Stelle an der er zu zäh zum Essen wird.


    Ich kann da nur empfehlen zu experimentieren, welches Stadium du lieber magst. Zum Haltbarmachen trockne ich sie in Stücken. Das verbessert die Hühnchenkonsistenz nochmals und wenn man fleißig sammelt ist immer Material für Nuggets und Grillspieße im Haus. Oft reicht ja schon ein Fund um gleich mehrere Kilo einsacken zu können.

    Schmecken die von der Weide nicht deutlich säuerlich-kantig-bitter ?

    Leicht säuerlich ist Schwefelporling immer, da er diverse Säuren enthält, vor allem Oxalsäure in etwa derselben Konzentration wie Rhabarber. Wenn man den Geschmack nicht mag hilft auskochen oder wie ich trocknen. Beim Rehydrieren verliert sich das dann auch. Von Weide gilt er neben Obstholz am besten. Buche und Eiche soll bitter sein, was ich aber bisher nicht bestätigen kann. Beide habe ich bisher einmal verkostet und beide waren geschmacklich unauffällig - auch bei frischer Zubereitung. Schwefelporling von Eiche wirkt bei mir allerdings in größerer Menge abführend. Bei Weide tritt das nicht auf.


    LG Christopher

    Leider ist es jetzt wieder trocken und windig geworden. Das gefällt dem Schwefelporling am Ortsrand, den ich zuvor schon mal gepostet habe, nicht so wirklich. Wächst langsam und trocknet weitgehend schon an bevor er sich streckt. Könnte man in der Größe sicherlich ernten, aber mir sind sie da noch zu weich.


    Habe heute auch mal wieder im örtlichen Donau-Auwald nach den Schwefelporlingen geschaut. Interessanterweise ist dort nichts zu sehen. Mittlerweile sind sie dort einen Monat überfällig.


    Anschließend ging es noch weiter in die Wiesenlandschaften in der Nähe. Da stehen auch sehr viele Weiden herum. Habe dort einen interessanten Fund machen können. Eine Weide mit Schwefelporling, die zweimal im Jahr Fruchtkörper produziert. Dort hingen große Cluster aus dem Vorjahr (Herbst), aber auch frische Fruchtkörper an denen ich mich (mit einer waghalsigen Kletteraktion :D ) bedienen konnte.
    Sowas kommt wohl recht selten vor, denn ich kenne mittlerweile grob geschätzt um die 50 Habitate und das ist bisher das Einzige, wo zweimal gefruchtet wird. Die anderen nur einmal im Jahr und dann idR. auch +-14 Tage zum selben Zeitpunkt, wenn die Bedingungen passen.


    Etwas weiter gab es dann auch noch ganz frisches Wachstum. Der Fruchtkörper ist gut beschattet, von daher könnte der richtig groß werden. Den werde ich mal beobachten.


    LG Christopher

    Mich verunsichern die Rottöne und die wurzelnde Stielbasis etwas. Wären die Merkmale nicht, würde ich von der Hutschuppung und Intensität des Gilbens in Richtung A. Augustus / Riesenchampignon tippen.


    Vielleicht hat Claudia ja mal Glück und findet frische Fruchtkörper der Art. Das würde dann sicherlich etwas mehr Licht ins Dunkle bringen.


    LG Christopher