Beiträge von Shroom!

    Du musst Areale finden, wo es viel Holunder hat (das ist bei mir bisher immer das Problem gewesen), idealerweise mit älterem Bestand. Wenn es dann noch ein etwas windgeschützter Standort ist, in dem sich die Feuchtigkeit fängt oder es häufiger neblig ist (Steinbrüche, Senken, Täler, an Flüssen) hast du praktisch eine Garantie dort welche zu finden.

    Üppiger Regen gefolgt von Frost ist bei der Suche auch hilfreich, dann trocknen die Fruchtkörper nicht so schnell aus und man hat mehr Zeit neue Habitate zu erschließen.


    Viel Glück!

    Ich suche jetzt seit bestimmt zwei Jahren nach üppigen Judasohr-Habitaten. Gefunden habe ich sie bisher spärlich idR. an Buchenholz und kaum an Holunder. Dass es jetzt mal mit zwei großartigen Habitaten an Holunder geklappt hat, ist den vielen Kilometern und der Hartnäckigkeit geschuldet. Und ich gehe ja wirklich viel in die Wälder. Zwei Touren sind bei mir pro Woche das Minimum.


    Also, nicht aufgeben, Kilometer machen, neue Gebiete erkunden und keine Angst vor Regen haben. ;)


    LG Christopher

    Farbe passt, Wuchsform passt, Lamellen laufen am Stiel herab - da spricht nichts gegen den Austernseitling. Typischer können junge Austern ja fast nicht aussehen.

    Natürlich keine Verzehrfreigabe. ;)


    LG Christopher

    Hallo in die Runde!


    Kleiner Anschlusspost aus dem Februar: noch geht's gut weiter.

    Habe einen alten Steinbruch entdeckt, der komplett mit alten, dicken Holunderbüschen zugewachsen ist. Da drin ist auch ein richtiges Paradies für die Judasohren.


    Das Habitat könnte durch die geschützte Lage auch ganzjährig eine gute Stelle sein. Da bin ich gespannt.


    LG Christopher

    Einen schönen Sonntag euch allen!


    Heute kann ich mal ein Update zu meinen Erfahrungen mit dem Gelbstieligen Muschelseitling von einem anderen Substrat liefern. Ich habe zuletzt welche an Birke gefunden.


    Zubereitet habe ich sie der Vergleichbarkeit halber identisch mit Teriyaki, Sweet Chili und Sesam. Resultat: Keine Spur von Herb / Bitter wahrnehmbar. Eventuell liegt das doch am Substrat. Geschmacklich richtig gut.

    Da ich gerade hier im Thema war aus aktuellem Anlass ein Update: Die Birke hat mittlerweile auch bitterliche Exemplare geliefert. Liegt also nicht am Substrat. Einfach eine Art der Varianz so scheint es mir. Denn das Alter der Fruchtkörper kann es auch nicht sein.


    Diesmal landeten sie als Topping auf gebratenen Nudeln mit Gemüse, Judasohren und Samtfüßen. Hat hervorragend gepasst.


    LG Christopher

    Spannender Fund. Ist halt eine extreme Wuchsanomalie. Kommt nicht so häufig vor, aber grundsätzlich kann sowas bei jeder Art mal passieren. 2023 habe ich mal einen Steinpilz gefunden, bei dem die Röhren oben mittig "ausgequollen" sind und die Unterseite fast vollständig mit der Huthaut bedeckt war. Die Ursachen für solche Phänomene können wohl vielfältig sein. Von externen Einflüssen über Gendefekte bis hin zu parasitierenden Pilzen ist da wohl alles möglich. Manche Arten wie z.B. Pfifferlinge und Täublinge sind anfälliger für Wuchsanomalien.


    LG Christopher

    Hallo zusammen!


    Bin heute zur Mittagspause in den Hauswald gelaufen - die letzte Pilzrunde im Januar. Der Drüslings-Wahnsinn der letzten Runde ist mittlerweile mangels Regen wieder abgeebbt. Hier und da findet man noch Fruchtkörper, sie trocknen aber schon deutlich an.


    Ein neues Habitat des Birkenporlings hat sich beim Streifzug durch ein bisher unbekanntes Areal entdecken lassen. Überraschenderweise scheinen sie dort frisch zu fruchten. Ich war bisher der Meinung, dass die Art nur im Herbst bis Spätherbst frische Fruchtkörper produziert. Diese hier müssen allerdings frisch sein - perfekter Zustand. Beim letzten Bild sieht man links einen Fruchtkörper aus dem Herbst. Dieser ist deutlich dunkler gefärbt und fleckig in der Porenschicht.


    Dann kam leider eine Durststrecke für den Rest des Streifzuges. Auf dem Heimweg hatte ich jedoch noch die Idee, mal durch die Schlehen-Hecke zu schlüpfen, welche den Weg zum Wald säumt. Schön dumm, dass ich das nicht längst mal gemacht habe. Dahinter versteckt sich tonnenweise Holunder. Und was findet man an Hollunder? Judasohren - in Massen!


    Und nicht nur das: An einem Holunder fanden sich sogar Austernseitlinge in gutem Zustand. Klein aber fein.


    Resultat: Eine Dose voll Judasohren (es blieb natürlich mehr als genug zurück) und ein kleiner Nachschub für die Austern im Froster.


    Nun bin ich mal echt gespannt, wie es hier im Februar weiter geht. Ist ja häufig der Pilz-ärmste Monat. Es soll allerdings erstmal feucht und kühl bleiben. Von daher bin ich optimistisch.


    Euch allen einen schönen restlichen Freitag und ein gutes (pilzreiches) Wochenende!

    Christopher

    Wäre toll, wenn du uns mit deinen Erfahrungen mit der Glucken-Zucht auf dem Laufenden halten könntest. Nach dem, was ich bisher gehört habe, soll die nicht ganz einfach sein in der Zucht. Außerdem soll sie gezüchtet anders schmecken als wild gewachsen.


    Stockschwämmchen und Austernseitling könntest du wahrscheinlich auch auf Nadelholzspänen züchten. Wild kommen sie dort ja auch gelegentlich vor.


    LG Christopher

    Natürlich erkennst du keine Ohrform bei seitlichem Ablichten eines aufgrund des Gewichtes flachgedrückten Fruchtkörpers. Wobei man beim ersten Bild die Ohrform eigentlich schon recht gut erahnen kann. Aber egal, ich habe sowohl Schmutzbecherling als auch Abgestutzten Drüsling schon gefunden, kann die Arten also durchaus auseinanderhalten.


    Und ich bleibe dabei, der Schmutzbecherling sieht völlig anders aus. Sowohl Form als auch Farbgebung und Textur der Unterseite (Abgestutzter Drüsling leicht glänzend-aderig, Schmutzbecherling eher matt mit rötlich-brauner Färbung im Alter), Anwuchsstelle (Abgestutzter Drüsling meist seitlich wie beim Judasohr, Schmutzbecherling meist zentriert) die von dir benannte Verfärbung und auch die bereits genannte Farbe der "Füllung". Schmutzbecherling ist auch meist eher rund und mit Vertiefung geformt, der Abgestutzte Drüsling tendiert meist zur Ohrform. Aber da gibt's tatsächlich viel Variabilität. Konsistenz ist finde ich beim Schmutzbecherling auch anders. Deutlich fester. Der Abgestutzte Drüsling ist weicher, gelee-artiger.


    Fast schon schade, dass der Schmutzbecherling bei mir relativ selten auftritt, sonst wäre ich mal extra losgezogen, um eine Fotoserie mit Gegenüberstellung zu machen. :)


    Edit: Uwe58 Ich kann keinerlei Ähnlichkeit zum Abgestutzten Drüsling erkennen. Anscheinend habe ich andere Augen oder ein anderes Hirn :D


    Schönen Abend dir

    Christopher

    Oehrling Wenn du die Großen mit der Hand als Größenvergleich meinst, dann liegst du da falsch. Das ist der Abgestutzte Drüsling. Ganz typische "stoppelige" Optik mit leicht adriger Unterseite ähnlich wie beim Judasohr. Der Schmutzbecherling sieht doch völlig anders aus und ist idR. auch nie so Ohr-artig geformt.

    Edit: Der Schmutzbecherling hätte auch ein bräunliches Inneres. Beim Abgestutzten Drüsling ist es eine eher farblose gallertartige Masse, was auch auf den Fund zutrifft.


    Südwald Der Abgestutzte Drüsling kommt auch hauptsächlich auf Eiche vor.


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Nachdem es zwei Tage durchgeregnet hat (knapp 50 Liter) habe ich mich direkt nachdem es heute Nachmittag aufgehört hat auf den Weg in den Hauswald gemacht.


    Zuerst ging es in ein Areal mit vielen Eichen, Buchen und einigen Birken wo auch einiges an Totholz herumliegt. Dort hat mich ein wahres Feuerwerk an Abgestutzten Drüslingen erwartet. Unfassbare Mengen haben dort einige Stämme geziert und zuweilen waren auch richtige Monster-Exemplare dabei.


    Ich habe die Gelegenheit genutzt und gleich mal den Vorrat mit den schönsten Exemplaren aufgestockt. Da die Judasohren hier aktuell nicht wollen, ein willkommener Fund. Solch große Exemplare stehen dem Judasohr für Speisezwecke zumindest nach meinem Empfinden in nichts nach. Ich verarbeite die Art meist in Miso Ramen.


    An den Birken hat sich zuweilen allerdings auch Interessantes finden lassen. Zum einen ein richtig großer Birkenporling mit interessanter Wuchsform. Nichts mehr für die Hausapotheke, aber ein willkommenes Fotomotiv. In der Größe finde ich sie nicht alle Tage.


    Zum anderen gab es an einer liegenden Birke noch diese Gelbstieligen Muschelseitlinge zu finden. Ebenfalls ein willkommener Fund, denn so kann ich nach meiner letzten Verkostung mal einen Vergleich mit einem anderen Substrat machen. Zudem zeigt sich hier mal schön, wie variabel die Hutfarbe dieser Art sein kann. Von grünlich über braun-lila bis silbrig-bläulich ist da alles dabei. Richtig hübsch.


    Als Nächstes konnte ich dann noch nahe eines Weges diesen interessanten Baumstumpf bestaunen. Das Habitat teilt sich die Schmetterlingstramete mit der Striegeligen Tramete und dem Austernseitling. Faszinierend, wie auf derart kleinem Raum so viele Arten erscheinen können. Zumal der Austernseitling ja doch eher dominant sein soll. Auch die Größe der Fruchtkörper ist angesichts der geringen Substratmenge beachtlich.


    Unweit von dieser Stelle entfernt klappte mir dann die Kinnlade runter. Solche Mengen der Schmetterlingstramete habe ich bisher noch nicht bestaunen dürfen. Das Habitat ist ja die reinste Zucht.


    Später gab es dann nochmal zwei interessante Funde. Bild 2 zeigt den Warzigen Drüsling. Bei mir deutlich seltener als der Abgestutzt.

    Beim ersten Bild weiß ich nicht genau, wo ich das einordnen soll. Tipps sind willkommen! ;)


    Den Abschluss hat dann noch dieses hübsche Grüppchen vom Rotrandigen Baumschwamm an Birke gemacht.


    Richtiger Pilzwahnsinn im Januar - so kann's weitergehen!


    LG Christopher

    Danke dir! Der Österreichische Prachtbecherling könnte es natürlich auch sein. Der hätte im Optimalfall, wenn ich richtig informiert bin, eine ausgeprägtere Kelchform - muss aber nicht. Von daher ist das mit der makroskopischen Bestimmung so eine Sache...

    Viel Glück bei deiner Tour!


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Heute Nachmittag war ich wieder in den Donau-Auen in meinem Lieblingshabitat für Samtfußrüblinge unterwegs. Da es nun seit drei Tagen Plusgrade hat, konnte ich dort meine Vorräte wieder auffüllen. Es geht dort nach wie vor richtig die Post ab und der kleine Korb wurde voll. Viel junges Wachstum lässt sich auch erspähen. Das Feuerwerk, welches dort schon seit September anhält, dürfte also noch ein Weilchen weitergehen.


    Zwischendrin habe ich noch meinen bisher größten Rotrandigen Baumschwamm gefunden. Das Monstrum dürfte etwa 25cm in der Breite haben und ist richtig schön dick.


    Noch größer war die Freue aber über diesen Fund: der Scharlachrote Kelchbecherling. Nach der Art suche ich jetzt schon ewig und endlich hat es mal geklappt. So hübsch anzusehen. Leider war es nur ein einziger Fruchtkörper.


    LG Christopher

    Sie sind glubschig, wenn sie nicht ausreichend gebraten werden. Also entweder sehr lange braten oder eben wie ich einen Topf draufstellen. Dann ist die Konsistenz sehr angenehm. Wie gesagt haben die viel Wasser und das muss raus.


    Beim herben Aroma habe ich eher den Verdacht, dass dieses immer vorhanden ist und sich intensiviert, wenn das Wasser verschwindet. Das könnte der Grund sein, warum sie bei rohen Geschmacksproben mal bitter sind und mal nicht. Am Substrat hat das bisher ja niemand festmachen können - da gibt's ja schon einige Themen hier im Forum.

    Nachprüfen könnte man das mal mit einem Fruchtkörper ohne bittere Geschmacksprobe, den man dann einmal durch den Dörrautomaten schickt und anschließend nochmal probiert.


    Bittere Steinpilze beim scharfen Anbraten ist mir neu. Ich brate die bei frischer Zubereitung immer recht scharf an, allerdings sehr grob gestückelt oder in dicken Scheiben. Bitter waren die nie.


    LG Christopher

    Die Auster hat sich heute in eine schöne und sehr leckere neapolitanische Pizza verwandelt. Und es ist sogar noch etwas vom Pilz übrig.

    Pizza Marinara mit Austernseitling drauf ist sehr zu empfehlen!



    LG und schönen Abend

    Christopher

    Na klar doch. Pilz grob Würfeln, 15 Minuten abkochen, Wasser verwerfen. Abkochen nochmal wiederholen. Wenn sich das Wasser noch immer sehr stark verfärbt, noch ein drittes Mal wiederholen. Wenn nur noch eine leichte Färbung zu sehen ist, ist er fertig.


    Dann Zubereitung nach Wunsch. Der Klassiker ist der vegane oder vegetarische Wustsalat. Schmeckt nicht schlecht und hat einen schönen Biss ähnlich wie Fleischwurst, nur etwas fester. Geschmack des Pilzes relativ neutral bis leicht nussig. Bei ausreichendem Abkochen nie bitter.


    Ich bevorzuge ihn als Einlegepilz mit mediterraner Würzung. Rotwein- oder Weißweinessig, Olivenöl, Knobi, Kräuter, Chili... was man halt so mag. Er nimmt die Aromen gut an und die nussige Note bleibt erhalten. Schmeckt gut zur Brotzeit oder auch auf Pizza und in Nudelgerichten.


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Einige, die meine Beiträge lesen, dürften ja mittlerweile wissen, dass ich eine Vorliebe fürs Verkosten von Pilzarten habe, die einen umstrittenen Speisewert haben oder auch als ungenießbar betitelt werden - zumindest so weit keine unschönen Stoffe enthalten sind.


    Eine Art, die ich bisher ausgenommen hatte, war der Gelbstielige Muschelseitling. Bisher war ich der Meinung, die Art sei krebserregend und hätte Giftstoffe, die sich im Fettgewebe anreichern können. Jüngst wurde ich allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass diese Informationen mittlerweile überholt sind. Und da mir die Art gerade immer wieder über den Weg läuft, habe ich es heute mal gewagt ein paar Exemplare zur Kostprobe zu entführen.



    Vorab hatte ich in den letzten Tagen die Weiten des Internets nach Meinungen und Zubereitungsarten durchforstet. Dabei lag der Fokus vor allem auf den englischsprachigen und asiatischen Bereichen des Netzes. International ist die Kreativität und Experimentierfreudigkeit in der Pilzküche m.E. deutlich ausgeprägter als bei uns in Deutschland. So findet man dort häufig interessante Ideen - auch zu Arten mit umstrittenem Speisewert.


    Über den Gelbstieligen Muschelseitling lässt sich so einiges in Erfahrung bringen.
    Die Japaner kennen offenbar neben der eng verwandten als Mukitake (Sarcomyxa Edulis) bezeichneten Art auch den bei uns vorkommenden Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomysa Serotina / Panellus Serotinus). Allgemein als Speisepilz geschätzt wird dort nur der Mukitake, allerdings wird von einigen Wildpilz-Sammlern durchaus auch der Gelbstielige Muschelseitling gesammelt und gegessen.
    In den USA hat der Gelbstielige Muschelseitling ebenfalls einen strittigen Speisewert, scheint dort allerdings trotzdem recht häufig gesammelt und von vielen auch sehr gemocht zu werden. Fun Fact: Die aus Deutschland stammende Info, der Pilz sei giftig, hat auch dort in diversen Foren für hitzige Diskussionen gesorgt.

    Einig ist man sich bei den Essern der Art in beiden Nationen an einem Punkt: Der Pilz will geröstet werden. Gerne auch mit Druck von oben. Asiatische Würzung passt zu der Art am besten. Einige rösten ihn sogar auf Holzfeuer - die Raucharomen sollen gut passen.


    Na, mit den Infos kann man doch was anfangen oder? Los geht's!


    Ich habe die Pilzhüte abgebürstet und eine Pfanne mit etwas Sesamöl angesetzt. Die Pilzhüte wurden zunächst mit den Lamellen nach unten gebraten und dabei mit einem Topf angedrückt. Ziel: Guter Pfannenkontakt und schnelleres Austreiben des recht hohen Wassergehalts der Art. Nach 7 Minuten braten von einer Seite wurden die Pilze gewendet und nochmals (wieder angedrückt) auf der Hutseite 7 Minuten gebraten. Das Ergebnis ist dann eine schöne goldbraune Farbe.


    Sieht doch recht appetitlich aus. Und der Geruch war auch nicht schlecht. Erinnert irgendwie entfernt an den Geruch beim Anbraten von Putenfleisch.


    Zeit für einen ersten Geschmackstest ohne Würzung! Ergebnis: Deutliche, angenehme Röstaromen. Sehr angenehme und feste Konsistenz. Durch das Ausbraten des Wassers nicht glubschig wie oft beschrieben. Erinnert ein wenig an die Konsistenz des Samtfußkremplings, welchen ich aufgrund dieser festen, fleischigen und recht einzigartigen Konsistenz als Speisepilz sehr schätze.
    Der Geschmack ist so pur aber durchaus problematisch. Neben den angenehmen Röstaromen gibt es nämlich ein deutlich herbes Aroma, das vor allem im Abgang zu spüren ist. Die Intensität lässt sich in etwa mit der von Jever Pilsener vergleichen. Sie vergeht allerdings nicht so schnell und ist noch eine ganze Weile im Abgang zu spüren. Wer Herb bzw. leichte Bitterkeit nicht mag, wird dann an der Stelle auch raus sein.


    Doch ich bin an der Stelle noch nicht fertig. Nur weil ein Pilz sich nicht für puristische Zubereitung eignet, ist er für mich noch nicht ungenießbar. Also ran an den Tipp mit der asiatischen Würzung. Etwas Teriyaki Sauce, etwas Sweet-Chili Sauce und ein paar Sesamkörner kamen zu den Pilzen in die Pfanne. Darin wurden sie dann kurz bei hoher Hitze glasiert, bis sie mit der Sauce ummantelt waren. Das Ergebnis sah dann so aus:


    Und was soll ich sagen? Tatsächlich schmeckt mir der Gelbstielige Muschelseitling so richtig gut. Die Teriyaki Sauce harmoniert wunderbar mit den Röstaromen des Pilzes und hebt diese sogar nochmal hervor. Gleichzeitig puffert die Sweet Chili Sauce das Herbe etwas ab. Dabei bleibt das Herbe aber durchaus noch wahrnehmbar und liefert einen interessanten Kontrast zu der Süße der Sauce und auch eine Ergänzung zu den Röstaromen. Insgesamt ein rundes Geschmackserlebnis und tatsächlich auch einzigartig. Habe bisher noch nichts gegessen, das so geschmeckt hat.


    Mein Fazit zum Gelbstieligen Muschelseitling: Für den Durchschnitts-Deutschen, der seine Pilze puristisch zubereitet (maximal mit Speck und Ei), ist die Art m.E. tatsächlich ungenießbar. Abgesehen von wirklich schönen Röstaromen kein besonderer Eigengeschmack und eine deutliche herbe Note.

    In die asiatische Richtung aber tatsächlich geschmacklich ganz spannend, sofern man sich an einem herben Geschmacksprofil nicht stört. Wichtig sind dabei ausreichend Röstaromen und langes Braten, um das Wasser zu entfernen, sowie eine Würzung mit deutlich süßer Komponente als Gegenspieler zur herben Note.


    Hin und wieder wird die Art wahrscheinlich wieder in meinem Korb landen. Als Topping für Asia-Gerichte wie gebratenen Nudeln, Miso Suppe / Ramen oder auch direkt als Komponente darin kann ich mir das gut vorstellen. Auch das mit dem Rösten auf Holzfeuer muss ich unbedingt mal probieren. Zur Verträglichkeit werde ich noch Rückmeldung liefern. Bisher zwei Stunden nach Verzehr jedoch keine Auffälligkeiten. Nachtrag: Auch am nächsten Tag keine Beschwerden zu beklagen - für mich also gut verträglich.


    Nachtrag: Hier noch eine Geschmacksprobe von einem anderen Substrat (Birke). Nicht bitter!


    LG Christopher

    Heute endlich mal wieder sonniges Wetter am Nachmittag. Habe die Chance genutzt und mich nach dem zufälligen Austern-Fund vom Dienstag nochmal auf die Suche nach selbigen gemacht.


    Ich hatte tatsächlich Erfolg, wenngleich nur einmal im genießbaren Zustand. Unterwegs war ich im Hauswald und habe ziemlich kurz nach Waldanfang einen Stumpf gefunden, wo zwei überständige Austern hingen. Komisch, da komme ich fast immer vorbei und mir sind sie bisher nicht aufgefallen. Fotografiert habe ich sie nicht, da sie schon in der Zersetzung waren.


    Weiter ging es dann in ein Totholz-Gebiet in dem ich noch nie war. Schon nach etwa 50 Metern fand ich dann eine Birke wo in etwa 5 Metern Höhe ein paar Austern hingen. Auch diese allerdings schon überständig und somit kein Foto mehr wert.


    Ein Stück weiter fand ich dann eine umgefallene Kirsche. An dieser gab es ein paar kleine Baby Austern. Da sie schon etwas angeknabbert wurden, habe ich sie mitgenommen. Gute Ergänzung zur Auwald-Auster vom Wochenende.


    Zwischendrin gab es dann auch mal Abwechslung mit hübschen Rotrandigen Baumschwämmen.


    An einem Hang fand ich dann den nächsten Baum mit Austern - abermals eine Birke. Diese allerdings in unerreichbarer Höhe (Foto mit 4x Tele) und sehr wahrscheinlich ebenfalls überständig.


    Gegen Ende der Tour folgte dann die dritte Birke mit Austern. Hier hing auch mal etwas mehr dran - leider wieder überständig.


    Zum Schluss gab es dann noch den Zweitfund von Nadelholz-Austern. Hier dürfte es sich mal um eine Kiefer gehandelt haben. Das Exemplar hat leider ein paar mal zu viel Frost abbekommen. Weich und labberig, obwohl noch gar nicht so alt.


    Das Totholz-Gebiet muss ich mir auf jeden Fall merken. Die Austern-Dichte ist dort um ein Vielfaches höher als an anderen Stellen, die ich bisher entdeckt habe.


    Am Heimweg habe ich mich dann noch an einem kürzlich entdeckten Stamm mit Gelbstieligen Muschelseitlingen bedient. Da will ich jetzt endlich mal einen Kostversuch unternehmen. Mehr dazu mal in einem anderen Thema. Geschmacksprobe nicht bitter.


    LG Christopher

    Ja wegen des Platzproblems bin ich auch von Gläsern aufs Vakuumieren umgestiegen. Nachteil: Die Folien werden vereinzelt mal undicht, weil sich die Spitzen der Pilze durchbohren. Da werde ich in diesem Jahr doppelt für Schutz sorgen. Die Pilze erst in eine Papiertüte und dann in den Vakuumierbeutel. Dann hat sich das Problem hoffentlich auch erledigt.


    LG Christopher

    PS: Bei solchen Pilzjahren wie 2024 geht einem aber auch mit Vakuumieren der Platz aus :S