Hallo zusammen,
auf dem Bild oben ist der grundsätzliche Aufbau des Stativkopfes zu sehen, den ich hier kurz beschreiben werde.
Das ganze Konstrukt sitzt auf einem alten Gitzo 1226 Mk. 2 Alustativ, bei dem ich die Mittelsäule entfernt und durch eine Markins Tripod Base (Markins TB-20) ersetzt habe, um die Beine des Stativs - wenn benötigt - bis zu 90 Grad abspreizen und die Kamera so nah wie möglich in Bodennähe positionieren zu können, ohne dass die Mittelsäule im Weg ist.
Folgt mir bitte auf dem Bild einfach von oben nach unten:
Auf der Tripod Base sitzt ein alter 2D-Stativneiger, der baugleich von unterschiedlichen (längst untergegangenen) Firmen wie Plaubel oder Foba für Großformatkameras (Großformatkamera – Wikipedia) angeboten wurde, richtige Kameras halt, nicht so Spiegelreflex- oder andere Digital-Miniaturkameras. Der Neiger bringt schon allein mehr als ein Kilo auf die Waage, die ursprünglichen Drehknöpfe habe ich durch Flügelschrauben ersetzt, die ich durch Sicherungsmuttern "unverlierbar" gemacht habe. Weshalb das? Ich bin schon einmal im Frankfurter Stadtwald unterwegs gewesen, finde nach einer halben Stunde einen schönen Pilz, will das Stativ aufbauen, und stelle fest, dass ich einen der Feststellknöpfe für den Stativneiger im Wald verloren habe. Deshalb!
Danach kommt eine Novoflex-Panoramaplatte, mit der ich den Neigungswinkel des Aufbaus variieren kann.
Darauf folgt das Kernstück, ein Manfrotto 454 Makro-Einstellschlitten. Einige Leute im Internet vertreten die Ansicht, dass dieser Einstellschlitten für das Focus Stacking völlig ungeeignet ist, weil er zu sehr wackelt. Ja, dieser Einstellschlitten wackelt wie ein Rattenschwanz! Das Problem habe ich behoben, indem ich ein 0,2 mm dickes Messingblech mit grober Gewalt an geeigneter Stelle eingeschlagen habe. Jetzt wackelt nichts mehr. Das Blech kann man unter dem "Backen" (mir fällt kein besseres Wort dafür ein) sehen, auf dem "Manfrotto 454" geschrieben steht. Dieser Einstellschlitten wird über eine M8-Gewindestange mit einer Steigung von 1,25 mm angetrieben, d.h. eine volle Umdrehung der geriffelten Drehknöpfe bedeuten 1,25 mm Vortrieb.
Auf dem Einstellschlitten sitzt eine Kombination von Schnellkupplungsschienen, mit der ohne Änderung des Neigungswinkels die Kamera nach oben oder unten bzw. vom Motiv weg oder zum Motiv hin bewegt werden kann.
Daran wird letztendlich über die Stativschelle die Kamera an dem Aufbau befestigt. Die Kamera kann, wenn die Feststellschraube der Stativschelle gelockert wird, in der optischen Achse gedreht werden (quasi um den "Horizont" zu begradigen).
Soweit zum Aufbau. Ziel ist größtmögliche Flexibilität bei akzeptabler Stabilität. Ja, das Teil ist schwer, aber es sind die Teile, die ich herumliegen hatte.
LG, Olaf
P.S.: Vielen Dank an alle, die es bis hier hin durchgehalten haben! 