Beiträge von KaMaMa

    Hallo!


    Bernd/Andreas:

    Ich will's ja gerne glauben, dass es Ceriporiopsis gilvescens ist - ich habe überhaupt kein Problem damit!

    Mich hatte nur interessiert, wie Pablo sich so sicher sein kann, dass es wahrscheinlich nix anderes ist.

    Das ist halt wieder Erfahrungssache!


    Andreas:

    Der zweite, resupinate Fruchtkörper auf der anderen Seite (Bild 5, 11, 12) ist nur 1-2 mm dick. Deiner Antwort von vorhin entnehme ich, das wäre zu dick für Ceriporia.


    Bernd:

    Wahrscheinlich hast du Recht mit deinem Verdacht: Wenn man Bild 3 mit 4/5/11 vergleicht, fällt auf, dass die Poren in Bild 3 (Ischnoderma cf. resinosum) richtig gelblich wirken, während in Bild 4/5/11 (Ceriporiopsis gilvescens) die Poren eher weiß sind. Damit könnten in Bild 4 beide Pilze nebeneinander wachsen - das macht natürlich nicht einfacher mit der Erstbestimmung für einen Frischling wie mich!


    LG, Martin

    Hallo Johannes,


    ein sehr schönes Pilzchen!

    Interessant finde ich die feinen Wärzchen (?) auf der Oberfläche des Hymeniums, die man beim rechten Fruchtkörper durch den Lichteinfall erkennen kann.

    Sind das ev. Bereiche, in denen vermehrt Asci herausschieben?

    Hast du vielleicht noch eine etwas stärker vergrößernde Aufnahme hierzu?

    Das sieht spannend aus.


    LG, Martin

    Hallo Pablo,


    anhand der Sporen wird mir das klar.

    Makroskopisch kann ich keinen Unterschied erkennen: ein helles Hymenium, bräunliche Poren, wenn sie freiliegen, und selbst der obere Rand ist braun und schwarz wie bei den resupinaten Anteilen von Ischnoderma.


    Gibt es makroskopisch einen Unterschied, den ich nicht bemerke?

    Ceriporia-Arten sollen Cerioporiopsis zudem noch ähnlich sehen und die Sporengröße und Porengröße von C.viridans, C.excelsa und C.aurantiocarnescens würde auch nicht schlecht passen.


    Ich glaub', ich muss das Exsikkat noch mikroskopieren und kristallbelegte Hyphen und Schnallen suchen/finden!


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    Antrodia heteromorpha z.B. hätte eher 3x größere Sporen, etwa 12 x 6 µm².

    In Bild 4 z.B. sieht man am linken Rand des Pilzes kleine schwärzliche Hütchen, die sich vorsichtig vom Substrat lösen und abstehen.

    Das ist für mich schon der gleiche Pilz, der vermutlich solange das Substrat mit einem negativen Winkel ansteht sich nicht recht davon lösen will, um einen Hut zu bilden.

    Auch die Pilz auf der anderen Stammseite passen optisch sehr gut dazu.

    Aber 3,5-4 mm kommen mit nun doch sehr wenig vor, wenn ich lese, dass Ischnoderma bei 5µm Sporengröße beginnt.

    Wenn nun jemand sagt, 4µm sind auch noch in Ordnung, dann bin ich auch zufrieden...


    LG, Martin

    Hallo,


    jetzt habe ich vielleicht ein Problem nach dem Sporenabwurf der beiden Pilzproben von den beiden Seiten des Stammes, die ich für den gleichen Pilz gehalten hatte:

    Ok, die Probe von der einen Seite mit den Pilzen mit Hut (Bilder 1-4, 6-9) wirft passende, allanthoide Sporen mit 5,6-6,0-6,4 x 1,9-2,0-2,1 µm² (N=10) ab...

    Bild 10 Sporen in Wasser von Pilz aus Bild 7 (1000x)


    ... aber die Probe von der anderen Stammseite, wo der Pilz rein resupinat wächst, und den ich für den gleichen Pilz gehalten hatte (Bild 5), ...

    Bild 11 (vgl. Bild 5) nach Probenentnahme

    Bild 12 Probe mit etwa 3 Poren/mm, nur etwa 1-2mm dick


    ...liefert viel kurzere, elliptische Sporen mit 3,8-4,0-4,2 x 1,9-2,0-2,1 µm² (N=10) und riecht zudem nur nach Champignon!!

    Bild 13 Trockengefallene Sporen noch vor Einweichen in Wasser von Pilz aus Bild 5 (400x).

    Ein Bild in Wasser habe ich vergessen aufzunehmen.


    Die Sporenlänge des Pilzes aus Bild 5 stimmt damit nicht mit den typischen Sporenabmessungen von Ischnoderma überein, sie sind deutlich kürzer.

    Kommt eventuell noch etwas anderes als Ischnoderma für den Pilz in Bild 5, 11 & 12 in Betracht?

    Es hatte mich gleich stutzig gemacht, dass auf der anderen Seite des Stammes der Pilz vollständig resupinat wuchs.


    LG, Martin

    Hallo Murph,


    wo bist du denn auf dem Bild???


    Ich sehe 8 Einzelmorcheln und ein Nest aus etwa 4-6 ==morchel.

    Beim ersten Durchlauf hatte ich noch eine weitere irgendwo gesehen, die jetzt aber verschwunden ist.

    Die ==morchel hat bestrimmt der Murph geschnappt!


    Ah, wenn ich das Bild nicht zu sehr vergrößere, erkenne ich sie wieder:

    Ich sage 9 ==morchel + 6 ==morchel = 15 ==morchel


    LG, Martin

    Hallo Andreas,


    vielen Dank für deine Korrektur!

    Da habe ich ja voll daneben gegriffen, messe noch die Porengröße und merke nicht, dass sie nicht passt - o-oh!

    Ich habe mich zu sehr von der grünen Oberfläche verleiten lassen, unf habe das naheliegenste nicht erkannt


    Das Herzchen nicht zu bildlich nehmen, das war früher mit :daumen: besser gelöst...


    Danke nochmal,

    Martin

    Hallo zusammen,


    folgenden Porling kann ich leider nicht zuordnen.

    Gefunden habe ich ihn an einem völlig übermoosten morschen Baumstumpf im Mischwald (Bild 1-3).

    Der Pilz besitzt eine Porendichte von etwa 4-5/mm, die Poren sind cremeweiß (Bild 6)

    Der Hut ist von einem weiß-bräunlichen Tomentum (Bild 3 insitu, Bild 5) bedeckt.

    Under dem Filz liegt eine knallrote Hutoberfläche (Bild 7), die in Aufsicht stellenweise frei liegt, aber nass sehr eindrucksvoll ist (Bild 4).


    Auffällige Mikromerkmale waren nicht zu finden (Zystiden etc.); Sporen konnte ich bisher keine finden.


    Was ist das wohl für eine Pilz?


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4 gewaschen => kräftig rote Färbunf


    Wieder trocken:

    Bild 5


    Bild 6


    Bild 7

    Hallo nochmal!


    gleich neben dem Stubben mit meinem (vermeintlichen) Neoantrodia-Fund lag auf der Bodenstreu ein (Laubbaum-)Ast mit kleinen resupinaten Porlingen.

    An Bäumen fielne mir neben Eiche, Douglasie, Lärche auch Kirsche im Waldstück dicht am Waldrand auf.

    An den weichen Fruchtkörpern fiel mit das feine, grüne Tomentum und der sehr dünne Kontext auf, der bereits mehrfach eingerissen war.

    Die Poren sind weiß bis hellbeige gefärbt.

    Die Porendichte liegt bei 3-5/mm.

    Für den Querschnitt (Bild 7) ist der dünne Pilz erstaunlich schwer zu schneiden, eigentlich reißt er mehr entzwei, als dass er sich schneiden lässt!

    Oberhalb der Poren meine ich ein gelartige Schicht zu erkennen.

    Sporen sind leider nicht auszumachen, auch mikroskopisch nicht.


    Die violetten Farbpartikel im Gel ließen mich kurz in Richtung Trichaptum denken, jedoch finde ich keine kristalltragenden Zystiden.

    Deshalb würde ich hier Skeletocutis cf. carneogrisea vermuten.


    Was meint ihr dazu?


    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4 Probe


    Bild 5


    Bild 6


    Bild 7 Querschnitt


    Bild 8 Quetschpräparat


    Bild 9 violette Partikel/Tröpfchen

    Hallo,


    zwischen Lärchen, Fichten und Eichen, an einem Nadelbaumstubben, wachsen schneeweiße Porlinge mit einem gelblich-beigen Tomentum.

    Der Kontext ist wie die Poren schneeweiß.

    Die Porendichte liegt etwa bei 3-4/mm.


    Die Probe konnte zu einem Sporenabwurf motiviert werden.

    Die Sporen (Bild 6) sind spindelförmig inamyloid und messen

    6,3-7,0-7,7 x 2,3-2,5-2,7 (N=16, Q=2,9)


    Für mich spricht das für Neoantrodia serialis - liege ich damit richtig?


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild 1 Stubben mit Porlingen


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4 Probe von oben


    Bild 5 Probe von unten


    Bild 6 Sporen nach Abwurf in Lugol

    Hallo,


    gestern bin ich in ein Waldgebiet mit größeren Anteilen Nadelbäume.

    Am Rande eines solchen Waldstückes lag ein Laubbaumstamm, der einen intensiven Duft verströmte.

    Beim Näherkommen zeigten sich auf der einen Seite eine große Anzahl von Porlingen, von denen der Geruch (Ouzo / Anis) ausging.

    Deshalb denke ich, hier eine größere Menge an Ischnoderma gefunden zu haben.

    Könnte diese Zuordnung stimmen?


    Bild 1 Baumstamm


    Der Baumstamm war der Länge nach horizontal gespalten und eine große Menge Wasser hatte sich darinnen gesammelt.

    Beim Nähertreten war der Geruch sehr intensiv und betörend.

    Die Oberseiten der Porlinge sind teilweise noch von einem braunem Filz bedeckt, die schwärzliche Oberseite liegt großflächig frei.

    Bild 1 Porling von oben


    Die Porenseite ist weißlich. Jetzt zuhause ist die Unterseite eher beige / hellbraun verfärbt, was auf den Transport in der Jackentasche zurückgehen muss (Druck?).


    Bild 3 Blick von unten


    Unterhalb der Stammmitte ist die Wuchsform des Pilzes übewiegend resupinat.

    An den gestuften Abschnitten blickt man auf die Poreninnenflächen, die etwas dunkler gefärbt sind.

    Bild 4


    Besonders gut erkennbar ist das auf der anderen Stammseite, wo mMn der gleiche Pilz fruktifiziert.

    Bild 5 von der andere Baumstamm-Seite


    Der Pilzkörper ist weich und lässt sich leicht scheiden.

    Er enthält große Mengen Wassers - da versteht man, weshalb Pilze auch Schwämme genannt werden!

    Wenn das Wasser ausgepress ist, ist die Farbe des Kontextes hellbraun.

    Bild 6 Weicher, wasserhaltiger Fruchtkörper


    Bild 6 Porendichte 4-5/mm


    Bild 7 Probe von oben


    Bild 8 Probe von unten


    Bild 9 Schnitt durch Probe

    Hallo Murph


    ich habe 2 Screenshots fürdich gemacht:

    1) ganz oben auf Höhe des Titels das rechte Menu öffnen und erweitert wählen:

    2) Thema bearbeiten wählen und neuen Titel eingeben


    Voilà!


    LG, Martin


    Das weiß ich nur zu gut, weil ich oft meine falsch zugeordenten Pilze umbenennen muss, wenn ich sie von netten Menschen hier korrigiert bekam. :gzwinkern:

    Hallo Pablo,


    danke für deine ausführliche Antwort!


    Das hatte ich mir schon so gedacht, dass ein fehlender Fruchtkörper nicht gegen die Anwesenheit eines Pilzes im Holz sprechen muss. Aber seine Anwesenheit hätte doch helfen können, wenn man als Anfänger nach Antworten sucht.


    Zum Sporenabwurf: da muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass der Pilz frisch geerntet war und noch feucht und vermutlich auch quicklebendig. Der Sporenabwurf hätte aber vielleicht lange dauern können, weswegen ich dachte, ein bissle Wasser gegen zu schnelles Eintrocknen wäre kein Fehler. Und da die Poren vielleicht auch anfänglich nass waren, dachte ich mir nix, dass nur am Rand des Pilzes Sporen abgeworfen waren.

    Naja, war wohl falsch, ich muss wohl auch bei größeren Pilzen wie diesem eher mit Wasserdampf (nasses Tuch) gegen Eintrocknung vorgehen.


    PS: Ich nehme an, der Hut passt ins Bild? Sonst hättest du gewiss Einspruch erhoben.


    Ich lege den Fund also unter Antridiella serpula ab!


    Danke auch euch, Ingo & Andreas!


    LG, Martin

    Nachtrag:


    Was ich bisher zu Antrodiella serpula (hohenelii) lese, könnte vielleicht ganz gut zum Fund passen!


    Den Pilz hatte ich tatsächlich mal im Auge, aber ich dachte, er wächst eher konsolenförmig wie Trameten und der Hut wäre komplett gelb.

    Zudem soll er an anderen Porlingen parasitieren und wird deshalb auch gerne direkt neben alten Porlingen fotografiert.

    So steht es in meinem Buch "always found on or near old fruitbodies of Mensularia" (F. of Temperate Europe)

    An Fruchtkörpern am gleichen Holz konnte jedenfalls keine gößeren Porlinge wie Inonotus finden, nur Pryrenomyceten (Kohlenbeeren, Krustenpilze, ...), kleinere, stiellose Lamellenpilze (kenne ich nicht, daran muss ich mich noch versuchen) und weiße Gallertpilze (ev. Myxarium).

    Ich habe zwar nicht 100% des Stammes abgesucht, aber unter oder neben dem Pilz waren keine anderen Porlinge/Porlingsleichen erkennbar.


    Gilt das Rätsel jetzt mit A. serpula trotzdem als gelöst?


    Ferner habe ich noch inkrustierte Hyphen entdeckt:


    LG, Martin

    Hallo,


    da bin ich wieder!


    Also, vielleicht erstmal was zum Sporenabwurf von gestern:

    Die Probe, die ich mitgenommen hatte war gut 3 cm breit.

    Ich hatte den Pilz vorher nochmal etwas eingeweicht und "kopfüber" auf einen Objektträger platziert.

    Nach etwa einer Stunde konnte ich einen Schatten am Rand (und nur dort) unter der Probe feststellen, der sich unter dem Mikroskop wie erhofft als Sporenfleck erwiese.

    Tröpfchen Lugol aufs Deckglas und auf den Sporenfleck gelegt (Wasser wäre wohl besser gewesen).

    Das Ergebnis ist bekannt und steht im Widerspruch zu den Maßen der Sporen, die im Wasser neben dem Quetschpräparat schwammen (eher grob 4x2).


    Ich habe deshalb eben nochmal Dünnschnitte versucht und unterm Glas nach den Sporen an den Basidien gesucht.

    Die Schnitte sind diesmal deutlich dünner, das Deckglas wippt nicht mehr und ich habe nicht gequetscht.

    Sporen an Basidien habe ich sofort finden können und Sporenlängen um 4 -5 µm gemessen.

    Vermutlich sind die langen Sporen, die abgeworfen wurden, von einem Fremdpilz, der den Rand meiner Probe kontaminiert.

    Dann wäre das korrekte Sporenmaß von 15 freischwimmenden Sporen (Bild 12) und 5 Sporen an Basidien (Bild 13), deren Abmessungen und Q-Wert sich decken:


    (4,0)4,3 - 4,8 - 5,2(5,5) x (1,5)1,7 - 1,9 - 2,0(2,1)

    Q = 2,5

    N = 20


    In puncto Schnallenfindung ist mein Auge bei diesem Hyphengewurstel leider überfordert, ich finde ehrlich gesagt noch nicht einmal die Septen!

    Ich muss bei Gelegenheit weiter versuchen noch dünner zu schneiden. Lokal 2-3 Hyphenlagen oder so wären sicher ideal - da bin ich noch weit entfernt.


    Ein Makrofoto der jetzt trockenen Hutoberseite hänge ich auch an (Bild 13) und Händifotos des Exsikkats von eben in Kunstlicht aus einigen Blickwinkeln (Bilder 14abc)

    Die Oberseite ist gelbstichig weißlich, die Vorderkante ist trocken knall-orange, im feuchten Zustand eher gelb (vgl. Bild 2,3 und 15).

    Ich hoffe man erkennt was und die Vergrößerung passt...


    LG, Martin


    Bild 12 Sporen in Wasser 1000x => Q = 2,5 ist korrekt


    Bild 12 Gleiche Sporen an Basidien mit Q = 2,5


    Bild 13


    Bild 14a Exsikkat


    Bild 14b


    Bild 14c


    Ergänzend der Hut im nassen Zustand und die Unterkante des Pilzes mit ähnlich transluzendem Rand:

    Bild 15 Hut von vorne, nass


    Bild 16 Unterkante des Pilzes im nassen Zustand

    Hallo Pablo und Ingo,


    Ingo trifft mit seiner ggf gezielten Frage wahrscheinlich den wunden Punkt bei der Sache!

    Es hat mich von Anfang an gewundert, zwei Sporentypen zu finden.

    Wie leicht oder schwer lösen sich unreife Sporen von den Basidien? Ich weiß es nicht, stelle aber immer wieder fest, dass bei Quetschpräparaten auch viele unreife Sporen im Wasser schwimmen können.

    Ich werde heute abend nochmal versuchen, einen wirklich dünnen Schnitt hinzubekommen, um das zu prüfen, auch um besser Schnallen erkennen zu können.

    Vielleicht stammen die langen Sporen tatsächlich von einer Kontamination; die kleineren Sporen würden beim Schlüsseln zu allem möglichen passen, aber die großen halt nicht!


    Wenn Pablo mit seiner großen Erfahrung sich an Trametopsis cervina erinnert fühlt, sollte ich vielleicht auch nochmals die Hyphenstruktur prüfen. Die Trameten besitzen doch dreierlei Hyphentypen im Fruchtkörper, habe ich schon alle entdeckt? Mal gucken...


    Ich bleibe gespannt, Martin


    PS: Die Hutoberseite kann ich natürlich nachliefern.

    Hallo zusammen,


    ich ärgere mich gerade mit einem Porling herum, den ich leider nicht richtig einkreisen kann.


    Erstmals habe ich ihn am 3.1. am Waldrand (Buche, Ahorn, Hasel, ...), neben einen pittoresk verwahrlosten Apfelgärtchen, gesichtet.

    Der Porling wächst etwa 1m über dem Boden seitlich auf der Rinde eines (vermutlich) Rotbuchen-Stämmchen (Bild 1).

    Heute habe ich einen Fruchtkörper zur Analyse geerntet.


    Der weiße Pilz besitzt ein irregulär-labyrinthisches Porenmuster und für mich auffällig orange, gallertig wirkende Hut-Vorderkanten.

    Poren und Hutoberseite sind weiß, der Hut mit sehr kurzem Filz bedeckt. (Bild 2)

    Der Pilz lässt sich leicht als ganzes vom Substrat abziehen, er wirkt dabei elastisch-gummiartig.

    Er riecht würzig-pilzig.

    An Poren zähle ich etwa etwa 3-6 / mm (Bild 4).

    Im Querschnitt ist der Pilz an der dicksten Stelle etwa 2-3 mm dick, der Hut steht bis zu 6 mm vom Substrat ab..

    Substratseitig exisitert eventuell eine dunklere, schwach bräunliche Schicht (Bild 3).


    Der Kontext (Hutfleisch) am Querschnitt reagiert auf KOH schwach bräunlich, auf Lugol eher gar nicht.


    Mikroskopische Merkmale:

    Lange Zystiden (Bild 6)

    Hyphen:

    dünnwandig +

    dickwandig + (Durchmesser um 3µm)

    sehr dickwandig + (fast ohne Lumen) (Bilder 6-8)

    Inkrustierungen -

    Schnallen -

    Kristalle -

    Basidien 4-sporig (Bild 10/11)

    neben Basidien keine Zystiden


    Sporen sind allanthoid (wurst- bis bananenförmig), hyalin und inamyloid.

    Sporen nach Probenquetschen im Wasser schwimmend gefunden mit etwa 4,0-5,5 x 1,5-2,0 µm² (Min-Max, N = 16) und plötzlich eine Spore 8,0 x 2,0 µm² !

    Diese große Spore hat mich stutzig gemacht, weswegen ich einen Sporenabwurf gemacht habe:

    Ergebnis des Sporenabwurfes:

    6,4 - 7,3 - 8,1 x 1,4 - 1,6 - 1,9 µm² / Q = 4,5 / N = 22 (der Vollständigkeit halber noch Min-Max: 5 - 9 x 1,5 - 2,2)

    In Lugol zeigen die Sporen eine fein-warzige Oberfläche (?) in Bild 9


    Leider komme ich mit meinem Bestimmungsversuchen nicht weiter.

    Ich vermute am ehesten vielleicht eine Antrodia, aber die Sporen sind mit weniger als 2 µm dafür wohl zu dünn.

    Hat bitte jemand eventuell einen Tipp für mich?


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild 1 Fundort


    Bild 2 Das Objekt


    Die orangene, gellertig wirkende Stelle ist auch im Querschnitt erkennbar.

    Im Querschnitt erkennt man eine bräunliche Schicht auf der Rückseite zum Substrat hin.

    Bild 3 Querschnitt (Makro 2x; Weißabgleich passt nicht, Bild ist gelbstichig)


    Bild 4b orangene Hutkante oben unscharf im Bild


    Bild 4b Poren


    Bild 5 (40x) Übersicht, Querschnitt durch Poren


    Bild 6 (1000x) Zystiden (nicht in den Poren gefunden)


    Bild 7 (1000x) dickwandige Hyphen


    Bild 8 (1000x) sehr dickwandige Hyphe


    Bild 9 Sporen in verdünntem Lugol 1000x


    Bild 10 Bilck in Pore: Basidien mit Sporen 1000x in Kongo


    Bild 11 Schräger Blick in Pore: viersporige Basidien in Aufsicht

    Hallo Ingo W ,


    nach eineger Recherche glaube ich herausgefunden zu haben, OCI steht für "oil content index".

    OCI = 0 heißt dann bestimmt keine Öltröpfchen.

    Wofür steht OCI = 2?

    Wird hierfür das Flächenverhältnis in Aufsicht abgeschätzt, oder wie stelle ich mir das ganau vor?


    LG, Martin

    Hallo,


    ja Flora incognita kann ich auch empfehlen.

    Sie"funktioniert" übrigens auch ohne Internet, wenn man die entsprechenden Fotos später einliest und dann bestimmen lässt. Insofern braucht man für die Bestimmung irgendwann Internetanschluss, aber nicht zwingend im Gelände.

    Macht echt Spaß damit zu arbeiten. Ich bin bestimmt monatelang im letzten Jahr damit durch die Gegend, alle möglichen Pflanzen bestimmend. Hat meist verblüffend gut funktioniert. Manchmal reicht schon ein Blatt - da lernt man selber genauer hinschauen....

    Leider entscheidet die App selbst, wann sie genug Daten glaubt zu haben und legt los mit Bestimmen.

    Natürlich ist die Bestimmung immer nur so gut, wie die Fotos die man an sie weiterreicht.


    Ich würde sie unbedingt empfehlen!


    LG Martin