Beiträge von KaMaMa

    Hallo!


    Ich hab den Schlüssel runtergeladen und mit der Beschreibung in Wagner Paper über Flechten und Mikropilze bei Osnabrück (S.144) verglichen: Vouauxiella lichenicola scheint tatsächlich sehr gut zu dem Fund zu passen! Die türkisen Konidien mit den beiden Tröpfchen sind wohl charakteristisch.


    Damit wird zudem die Bestimmung der Flechtenart als Lecanora chlarotera weiter gestützt. Super! :gbravo:


    Grüßend und sich freuend, Martin

    Hallo Murph,


    danke für den tollen Bericht über deinen Schlei-Urlaub!

    Das ist immer eine Bereicherung, etwas über fremde Gegenden zu lesen und so schöne Fotos sehen zu dürfen.

    Leider haben wir unseren Jahresurlaub bereits im Juni hinter uns gebracht und nun wird es noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder verreisen - buhu!


    LG, Martin

    Hallo Anton,


    da wurden schon einigen Gründe genannt, weshalb sich diverse Insekten auf den Brombeeren tummeln.

    Ein weiterer Punkt, den ich für möglich halte, wurde noch nicht erwähnt.

    Reife Brombeeren sind schwarz und wärmen sich in der Sonne schön auf. Das mögen viele Insekten und sie halten sich vielleicht nur aus genau diesem Grund dort auf - nämlich, um Wärme zu tanken... :sun:


    LG, Martin

    Hallo!


    2. Nachtrag: Lichenicoler Pilz in Lecanora charlotera


    Im angefeuchteten Zustand sind die schwarzen Fruchtkörper des lichenicolen Pilzes, insbesondere in den transparenten Apothecien-Scheiben, gut erkennbar.

    Die kugelrunden bis elliptischen Fruchtkörper befinden sich aber auch im Thallus.

    Ihre Abmessungen liegen bei etwa 50µm bis einigen 100µm.

    Die Fruchtkörper setzten Konidien frei, Größen um 7-8 x 3,5-5 µm²

    Bei schwacher Vergrößerung (40x/100x) wirken die Konidien leicht bläulich/grau-grünlich.

    Die Form mit den zwei Tropfen an den Enden erinnert mich etwas an Fahrradketten. :gzwinkern:


    Handelt es sich ev. um eine Lichenoconium-Art?

    Licheniconium lecanorae sieht makroskopisch wohl ähnlich aus, aber die Konidien sind anders.

    Leider habe ich keine Literatur zu dieser Pilzgruppe.

    Hat jemand eine Idee, nach was ich suchen muss?

    Vielleicht: thorben96 ? Pilzler 13 ? Oder sonst jemand?


    Über einen Tipp würde ich mich sehr freuen!


    LG, Martin


    Bild L1 Apothecien mit eingebetteten, schwarzen Fruchtkörpern im Hymenium der Lecanora


    Bild L2 Schwarzer, ca. 50µm großer Fruchtkörper mit weißlich-hyalinen Hymeniumresten


    Bild L3 Gequetschter Fruchtkörper gibt Konidienfracht frei


    Bild L4 Konidien des lichenicolen Pilzes

    Nachtrag:


    So, war heute nochmal dort. Wie üblich lag ich völlig daneben, es ist offenbar viel einfacher als gehofft.

    Kein eindeutiges Ansprechen auf KOH vor Ort, deshalb habe ich mich entschlossen die Flechte mitzunehmen!


    Nach genauerer Untersuchtung und Durchschlüsseln lande ich - wer hätt's gedacht - bei der weit verbreiteten Lecanora chlarotera (K+ gelb)!


    Farbreaktionen: Thallus K+ leicht gelblich (?); P+ leicht gelblich (?) / Apothecienscheibe K-, C-, P-

    Thallus geschlossen, weiß, warzig, ohne Rand

    Sporen 1-zellig, spindelförmig mit 2 großen Tropfen / Abmessungen: 11-11,5 x 5-5,5 µm etwas klein, aber vermutlich nicht vollständig reife Sporen, da durch Quetschen aus Schläuchen befreit.

    Kugelige, dickwandige Grünalgen

    Apothecien bis 1mm, gestielt, Rand lecanorin, Scheibe hellbraun

    Große Kistallhaufen in Apothecien-Mark, beständig in KOH (Oxalat)

    Kleine Kristalle im Epihymenium, auflösend in KOH

    Epihymenium NICHT K+ violett (Pertusaria ist raus!), Epihymenium entfärbt sich in KOH!

    Paraphysen manchmal verzweigend


    Beschreibung:

    L. chlarotera kommt bevorzugt an freistehenden Bäumen vor, oft auch an staubigen Straßen- und Feldbäumen, stickstofftolerant.

    Apothecienrand glatt/gekerbt bis warzig möglich; so breit wie dick; nie überstehend über Hymenium.

    Apothecien auf verengter Basis sitzend, Scheibe in allen möglichen Brauntönen, oft mißfarben durch Parasitenbefall (!), selten auch bereift.

    Thallus zusammenhängend, glatt bis warzig, oder areoliert; weißlich-hellgrau (selten gelbgrau)


    Die Untersuchungsergebnisse passen zur Beschreibung der Flechte.

    Diese Flechte ist sehr häufig, eine der häufigsten, wenn nicht die häufigste (braunfrüchtige) Lecanora auf Rinde - für mich damit absolut plausibel!


    Vielleicht bestätigt ja noch eine Analyse des Untermieters die vermutete Flechtenart?


    LG, Martin


    Noch ein Paar Bildlein:

    Bild N1 Probe


    Bild N2 teilweise fehlfarbiges Apothecium durch Befall


    Bild N3 Querschnitt durch Apothecium


    Bild N4 Massiv große Kristalle im Apothecien-Mark


    Bild N5 Sporen einzellig und spindelförmig mit 2 großen Tropfen


    Bild N6 Bräunliches Epihymenium im Wasser mit kleinen Kristallen besetzt


    Bild N7 Epihymenium in KOH entfärbt, Kristalle aufgelöst

    Hallo Brummel,


    ich hin mir nicht sicher, mach aber mal mit! Da ist wohl meine Theory of Mind zu schlecht.

    PN folgt.


    LG, Martin

    Hallo,


    ich wüsste nicht wie Schwefelporlinge auf KOH reagieren sollen (Bildung von K2S + H2O?).

    Die 1cm-dicken Scheiben helfen jedenfalls sicher nicht bei der Pilz-Bestimmung weiter.


    Das könnte schon gut ein junger Schwefelporling sein.


    ABER wenn man das nicht absolut sicher weiß, wie bei diesem sehr jungen Fruchtkörper, sollte NICHT auf die Idee kommen, den unbekannten Pilz testweise zu verspeisen!


    LG, Martin

    Hallo Freund der Flechten,


    eben entdecke ich beim Sichten meiner heutige aufgenommemen Fotos eine ungewöhnliche Krustenflechte.

    Am Stamm einer alten, sechstämmigen Linde sitzt eine kleine, grauweiße, isidiöse Krustenflechte mit (!) Apothecien.

    Leider habe ich nur ein Bild vor ihr gemacht.


    Jetzt stehe ich auf dem Schlauch - ist das was Triviales?

    Oder eventuell eine nicht sterile Pertusaria coccodes oder P. flavida?


    Vielleicht hat jemand eine Idee, um was es sich handeln könnte?


    Bild 1 Linde am Waldrand, direkt angrenzend Felder


    Bild 2 Lindenstämme


    Bild 3 Flechtenfund im Bildzentrum


    Wahrscheinlich lohnt sich ein zweiter, gezielter Besuch!

    Ich sollte dann KOH dabeihaben.


    LG, Martin

    Hallo,


    Frank elbeangler67 , wirklich tolle Funde! Da wird man ja ganz neidisch.


    Mal eine etwas eher unqualifizierte Zwischenfrage von mir zum interessanten Lamellenpilz auf Bild 5 - du weißt bestimmt, was das für einer ist, vielleicht möchtest du verraten, was das ist?


    Auf deiner "Pilz-Strecke" am Schluss fehlt er, wenn ich mich nicht verschaut habe.


    LG, Martin

    Hallo Patrick!


    nupharlutea


    Ich war heute nochmal unterwegs, in einem Waldstück etwas weiter entfernt, das ich seit einiger Zeit aufsuchen wollte, u.a. weil ich den Verdacht hatte, dass u.a. Bactrospora dort gefunden werden kann, lt. Wald-Naturschutz-Infosystem.

    Siehe da, ein Volltreffer, an etlichen Eichen, unweit des Parkplatzes: Bactrospora! ==Gnolm8

    Das Probenstück kannst du gerne haben, ich habe sicher keine Chemikalien darauf angewendet.

    Du musst mir halt noch mitteilen, wohin du die Probe gesendet haben möchtest.


    Bild N1 Bactrospora in Rindenritze


    Bild N2 Probenstück


    Ich habe vorhin eine Probe untersucht, speziell wegen der KOH-Reaktion des Hymeniums: wieder negativ, nicht blau, nicht rot - meiner Meinung nach.

    Bild N3 Apothecium gequetscht in Wasser, erst + 3% KOH zugesetzt, später + 20% KOH zugesetzt

    (rotbraune Partikel vom Substrat)

    Hallo Patrick,


    ich bin lange zwischen beiden Arten hin- und hergeschwankt, zumal auch die Apotheciengröße für B. corticola sprechen könnte.

    Für die Bestimmung habe ich ausschließlich "Die Flechten Deutschlands" herangezogen.

    Im Schlüsseltext steht bei beiden Arten L+ (dryina blau, corticola rot), im einleitenden Text zu Gattungsmerkmalen und Schlüssel steht allerdings "Hymenium J- bis J+ blau (B. dryina)", was ich so interpretiere, dass bei dieser Art die Farbreaktion auch ausbleiben kann. Das sollte dann eigentlich auch im Schlüssel weiter unten stehen!

    Für B. dryina sprach für mich auch die Fundhäufigkeit und der Fundort (nicht zu ozeanisch); B. corticola gilt laut "Die Flechten Deutschlands" als verschollen.


    Eigentlich wollte ich ja die Probe zum "Transplantieren" verwenden und wollte das tun, als ich vorgestern wieder vor Ort war.

    Ich habe den Baum bisher nicht wiedergefunden, zumindest nicht an der Stelle, an der ich ihn vermutet hätte und bin mir deshalb nicht sicher, ob ich ihn ohne langes Suchen überhaupt wiederfinde!

    Aber: Ich hatte die Probe zuhause vergessen und liegen lassen - so ein Glück!


    Den Beleg (siehe Foto) als habe ich noch, er ist allerdings in vier Teile zerbrochen, da er mir für die Lupe zu dick war.

    An einigen Stellen habe ich Färbereaktionen durchgeführt (K,KC; P; ev. L?) und wie ich mich erinnere, anschließend unter laufendem Wasser abgewaschen.

    Die kleinen, dünnen Teile sollten keinen Kontakt zu Färbereagenzien gehabt haben, da ich immer erst unter der Lupe kontrolliere und Fotos zur Dokumentation mache.

    Falls du Interesse an diesen Probenstücke haben solltest, würde ich sie dir gerne zukommen lassen - melde dich dann nochmals!


    Ansonsten würde ich natürlich die Augen offen halten, ob ich den Baum und die Flechte nicht doch wieder entdecke, ich habe zumindest eine Streckenaufzeichnung und weiß wo ich war...


    LG, Martin


    Zustand heute morgen:

    Hallo Patrick,


    ja erstmal recht herzlich vielen Dank für deine sehr inspirierenden Vorschläge!


    Von den Flechten 1, 3 und 6 habe ich nur Fotos mitgebracht, da kommt man nicht wirklich näher, als du vorschlägst.

    Von den anderen dreien habe ich (oder dachte ich, ich hätte) Proben mitgebracht.


    Mit der Lepraria (4) hast du sicher Recht.

    Ich kam aber mit der Bestimmung nicht recht voran. Die Flechte hat eventuell oberflächlich einen Schaden - ich glaube nicht mehr, dass die schwarzen Stellen originär zur Flechte gehören.


    Zu (2) habe ich einen Beleg erwähnt, der durch die schöne Violettfärbung bei der KC+Reaktion auf den Soralen recht eindeutig als P. amara identifiziert ist. Nur sicher, ob dieser Beleg wirklich genau (!) zu diesen Aufnahmen gehört, bin ich mir heute nicht mehr.


    Total blöd ist der Fall 5, hier habe ich eine Probe entnommen, finde aber keine Apothecien darauf. Die Bestimmung habe ich abgeschrieben. Ich werde zumindest die Aufnahmen und die Fundumstände mit T. geanulosa vergleichen!


    Schade, das. man von steinsbewohnenden Flechten so schlecht Belege nehmen kann.

    Die Flechte (6) hätte mich interessiert, da sie spannend wirkt.


    Herzlichen Dank für deine Antworten!


    LG, Martin

    Hallo Patrick,


    die K+ Reaktion war wirklich sehr beeindruckend!

    Diese Flechte ist tatsächlich auch hier im Wald häufig, wenn auch durch ihren bräunlichen Thallus recht unscheinbar.

    Besonders die Hainbuchen schmücken sich gerne damit.


    LG, Martin

    Hallo nochmal!


    Gestern hatte ich eine Chaenotheca chrysocephala unter meinen Flechtenproben entdeckt.

    Heute finde ich auf einer anderen Borkenprobe eine weitere Stecknadelflechte.

    Die Probe habe ich an der gleichen Eiche, wenige Dezimeter tiefer am Stamm, entnommen.

    Bild 1 Das Substrat, eine Eiche mit rissiger Borke


    Bild 2 Interessante Stelle am Baum


    Bild 3 Da muss leider ein Stückchen Borke mit!


    Die unscheinbaren grünlich-gelben Stellen entpuppen sich unter der Lupe zuhause als die Lager einer weiteren Stecknadel-Flechtenart.

    Bild 4 Fruchtkörper und gelbgrünes, körniges Lager



    Beschreibung:

    Das Lager ist gelb-grün und feinkörnig.

    Farbreaktionen am Thallus: K- / P-.

    Die Stiele braun, nach oben dunkler werdend (makroskopisch schwarz, mikroskopisch im Durchlicht dunkel braun); im oberen Abschnitt angedeudet hell bereift (Bild 6).

    Das auf dem unberandeten Apothecium aufgelagerte Mazaedium ist braun und halbkugelförmig, enthält viele Sporen (Bild 7)

    Die meisten Sporen sind einzellig, kugelig-rund, dickwandig, glatt, braun mit einem Durchmesser von 3,1-3,5-3,9 µm (N = 11).

    Es finden sich allerdings auch wenige elliptische und unförmige Formen unter den Sporen (Bild 8).

    Der Algenpartner besteht aus coccoiden Grünalgen mit dicken Hüllen.


    Beim Schlüsseln lande ich letztlich bei Chaenotheca trichialis, nicht zuletzt wegen der coccoiden Grünalgen, den nicht vollständig bereiften Stielen, den nicht kugeligen Mazaedium, der Sporenform und -größe.

    (Die Apothecienhöhe habe ich nicht gemessen.)


    Bei Lichens marins werden aber längliche Algenzellen als Phytobiont von C. trichialis gezeigt.


    C. trichalis lebt auf saurer Rinde, an regengeschützen Orten, in niederen Lagen bevorzugt auf Laubbäumen in feuchten Wäldern. Meidet trocken-warme und fortlich gestörte Wälder, belastete Gegenden.

    Kann Chaenotheca trichalis also übrhaupt stimmen? Was könnte es sonst sein?

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!


    LG, Martin



    Weitere Bilder:

    Bild 5 Fruchtkörper mit schwacher Bereifung unterseits des Apotheciums


    Die Bereifung wird erst unter dem Mikroskop deutlicher:

    Bild 6 Stiel-Bereifung


    Bild 7 Gequetschtes Apothecium mit Massen brauner, runder Sporen


    Bild 8 Sporen im gequetschen Mazaedium in Wasser


    Bild 9 Algenzellen der Flechte

    Hallo Matthias,


    vielen Dank für deine informative Darstellung mit den sehr gelungenen Aufnahmen. Toll!

    So schöne Makro- und Mikroaufnahmen schaffe ich mit meinem Hobel nicht.

    Ja, die Sporen auf Lichens marins sehen genau so aus, diese Flechte hatte ich bisher dort noch gar nicht gesucht.

    Da muss ich wohl künftig wieder öfter reinschauen! g:-)


    LG, Martin

    Oh je, Sandra!


    Ich war zwar heute wieder vor Ort, habe aber vergessen die Flechte mitzunehmen. :gkopfwand:

    Ich muss das dieser Tage nachholen.


    Ob ich den Erfolg beobachten werde können, ist fraglich, denn im zweiten Link, in dem dieser Versuch beschrieben wird, heißt es, dass es etwa 20 Jahre dauern wird, bis die Flechte erfolgreich umgezogen sein wird.


    Aber schaden wird das nicht ..


    LG, Martin