Beiträge von Schrumz

    Hallo,

    hier südlich von Schwäbisch Gmünd hatten wir zwar teilweise absurde Regenmengen, das stimmt. Davon kam aber sehr viel an einzelnen Tagen runter, teilweise 80l plus, von denen natürlich viel abläuft. Zudem war das meiste davon im Mai, beziehungsweise Anfang Juni. Mitlerweile ist der Boden hier oberflächlich vor allem in den Kalkgebieten schon wieder fast trocken. Ich hoff hier jetzt ja langsam mal echt auf die sommerlichen Röhrlinge, die vermisse ich nämlich noch komplett. Pfifferlings- und Täublingstechnisch war das Jahr bis jetzt bei uns natürlich absolut genial.

    Viele Grüße

    Hallo,

    man darf da nicht vergessen, dass das Myzel ja auch noch ein paar Meter von der Wurzel des Mykorrhizapartners weiter in den Boden wachsen kann, ich schätze so kommt das zustande. Könnten bei mir auch nur 20m gewesen sein, genau gemessen habe ich nicht :D

    Viele Grüße

    Hallo und danke erstmal allen,

    mir fällt gerade erst auf, dass ich das ins Forum Bestimmungshilfe gepostet habe, ich wollte eigentlich eher berichten. Ich bin natürlich für jede Hilfe dankbar, bin mir aber bewusst, dass das vor allem bei den Becherlingen ohne weitere Angaben völlig unmöglich ist. Auch bei den Täublingen sind die Angaben ja sehr dürftig. All das außer dem vermuteten R. nauseosa ist aus dem Eichen/Buchen/Hainbuchen/Tannen Mischwald über neutralem bis leicht basischem Boden, die Täublinge waren alle mild, Birken gibts da nirgends. Danke Lütte für die Täublingseingrenzung und Wutzi für den Tipp mit dem Schildborstling. Ich würde mich da wirklich liebend gern weiter mit der Bestimmung beschäftigen, muss aber bei meiner aktuellen Woche froh sein, wenn ichs zeitlich überhaupt in den Wald schaffe.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    ich war am Wochenende eine Runde unterwegs und es gab tatsächlich etwas zu finden.

    Vor allem dem Täublingen scheint das feuchtwarme Wetter sehr zu gefallen.

    1. Russula vesca tritt wirklich häufigst auf, natürlich werden die sehr schnell Schneckenfutter, das Sammeln lohnt aufgrund der Mengen trotzdem.

    2. Auch Russula cyanoxantha glänzt mit einigen Fruchtkörpern

    3. Das ist, denke ich ein Dottertäubling? War mild, Sporenpulver dotterfarben

    4. Sollte der grüne Speisetäubling sein

    5. Und bei dem aus dem Nadelwald tendiere ich zum gerieften Weichtäubling, ebenfalls mild

    6. Außerdem gibts Perlpilze und mir ist da was aufgefallen. Ich finde zwei sehr unterschiedlich aussehnde Perlpilzformen. Die linke, klobige ist immer komplett madig. Die recht finde ich bei Tanne, die kommen gern sogar gänzlich madenfrei daher.

    7. Erfreulich waren viele frische blasse Pififferlinge im Laubwald, dagegen ist an meinen Nadelwaldstellen noch überhaupt nix los. Hier wars aber auch recht kalt.

    8. Ebenfalls noch nichts los ist an meinen Sommersteinpilzstellen (im Wald), und meinen Fichtensteinistellen im Nadelwald. Witzigerweise schiebt aber Boletus edulis bei Eiche

    9. Flockis gibts noch ein paar, leider jetzt teilweise madig

    10. Außerdem gibts schon Schleierlinge im Laubwald

    11. Sehr häufig, aber oft winzig ist Polyporus tuberaster an Ästen

    12. Sehr gefreut hab ich mich über den blauen Rindenpilz, wenn auch noch klein

    13. Und dann gabs noch ein paar Becherlinge und Korallen unter Eiche, bei denen bin ich überfragt.

    Der Boden ist immer noch sehr gut durchfeuchtet, nächste Woche solls gewittrig warm werden, da hoffe ich dann auf spannende Sommerpilze (vor allem den ein oder anderen seltenen Röhrling).

    Viele Grüße

    Hallo,

    das alte Sprichwort "deutsche Namen ändern sich von Ort zu Ort, wissenschaftliche von Tag zu Tag" gibt es nicht umsonst.

    Kurz: Deutsche Pilznamen gibt es keine offiziellen, das ist schon regional total unterschiedlich.

    Wissenschaftliche Pilznamen werden ständig geändert, da dauernd neue phylogenische Untersuchungen stattfinden und publiziert werden. Im Prinzip kannst du auch eine neue Arbeit veröffentlichen und den Pilz umbenennen. Dann werden diese Namen halt von Mykologen akzeptiert oder auch nicht, manchmal werden auch unterschiedliche Auffassungen vertreten. Ein Beispiel: vor ein paar Jahren hat jemand einfach alle rotporigen Röhrlinge wieder unter Suillellus vereint. Das war damals schon wissenschaftlich zumindest kritisch, wurde aber von einigen akzeptiert. Bei 123 steht heute noch Suillellus rubrosanguineus, was meiner Meinung nach totaler Quatsch ist, der könnte kaum mehr Rubroboletus sein. Es gibt ein paar Seiten, die mehr oder weniger sofort neu publizierte Namen übernehmen, andere sehen das kritischer und dann landet man im Nomenklatur-Durcheinander.

    Viele Grüße

    Hallo,

    ich halte das durch die Bank für Safranschirmlinge, auf dem Schnittbild ist doch eine deutliche rotbraune Verfärbung zu sehen.

    Viele Grüße

    Hallo,

    ich habe diese Stelle in den letzten 3 Jahren bestimmt 15 Mal besucht und sie dort nie gefunden. Auch von anderen Pilzfreunden in der Umgebung höre ich, dass sie diesen Pilz an immer neuen Stellen finden. Kartiert ist er hier überhaupt nicht. Er scheint sich hier in der Gegend tatsächlich deutlich auszubreiten.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen, nachdem der ja neulich ausgiebig diskutiert wurde, habe ich heute auch mal eine meiner Fundstellen von Butyriboletus subappendiculatus aufgesucht. Dort war zwar noch nichts zu finden, 500m an einer mir sehr gut bekannten Stelle, an der ich ihn aber noch nie gesehen habe dann doch. Ich dachte mir ich nutze diesen Fund mal für eine Dokumentation. Fundort war im Schwäbischen Wald zwischen Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall auf ca 500m Höhe. Dominanter Baum ist hier die Weißtanne, aber auch Fichten gibts immer Mal wieder. Buchen eigentlich nur kleine, gerade erst wachsende. In der Nähe heute Kronenbecherlinge, Narzissgelbe Wulstlinge und Flockis im Herbst kommen an dieser Stelle Trompetenpfifferlinge, Steinpilze und auch abgestutzte Keulen. Damit kann ich auf den Boden schließen, dass ich nicht auf den Boden schließen kann. Dort gibts definitiv Kalk, oberflächlich angesäuert ists an einigen Stellen aber sicherlich.

    Habitat:

    Sie wuchsen hier direkt am Rande des ersten Weges, der links vom Hauptweg weggeht. Dort ist der Wald recht licht.

    Kronenbecherling im Habitat:

    Standortbilder:

    Typischer Steinpilzhabitus.

    Hutaufnahme:

    Warm brauner Hut, trocken.

    Stielaufnahme:

    Feines gelbliches bis bräunliches Netz am Stiel

    Frisches Schnittbild:

    Tatsächlich schon links eine ganz leichte Verfärbung zu sehen. Nach etwa 5 Minuten verfärbten sich dann Druckstellen am Stiel und eine Druckstelle an den Röhren leicht bläulich. Im Fleisch dunkelten Druckstellen auch etwas, mit gaaaaaanz leichtem Blauschimmer:

    Nach noch einmal 5 Minuten waren sämtliche Verfärbungen wieder weg. Der Pilz riecht firsch unheimlich angenehm, leicht nach Steinpilz aber definitiv auch mit fruchtig, leicht citrusartiger Komponente. Mein Vergleich nach Geruch ist tatsächlich Lepiota brunneoincarnata, die rochen letztes Jahr sehr ähnlich. Ich hätte den als recht typischen Butyriboletus subappendiculatus abgestempelt. Interessant finde ich, dass dieser in den meisten Quellen die ich Finde als Partner der Fichte beschrieben wird. Bei meinen Funden war stets Tanne in der Nähe und meiner Meinung nach der wahrscheinlichere Partner. Ich kann mir vorstellen dass er unter anderem deshalb nach Norden hin seltener wird.

    Ich freue mich auf Einwände/Ergänzungen

    Viele Grüße

    Hallo Paulis,

    ja dein Fruchtkörper ist definitiv jünger. Ich kenne es aber oft so, dass Röhrlinge im jungen Zustand eher ihre typischen Verfärbungen zeigen. Kurzum: keine Ahnung ob das Blauen eine Laune der Natur, eine Alterserscheinung oder eine andere Art ist. Auf jeden Fall: halte in dem Habitat deine Augen offen! Bei mir kommen in der Nähe von B. subappendiculatus tolle Pilze wie Hygrophorus capreolarius, Lactarius intermedius, Lactarius albocarneus und Leucocortinarius bulbiger. (Manchen mag aufgefallen sein, dass das alles kalk- und tannenliebende Pilze sind. Weiß nicht ob das Zufall ist, da ja B. subappendiculatus auch oft auf saurem Boden gefunden wird)

    Viele Grüße

    Wahnsinn was es bei euch schon so alles gibt. Mich macht das nicht neidisch sondern vorfreudig auf mein Wochenende im Wald daher gern mehr davon :D

    Viele Grüße

    Ich habe in meinem Leben exakt einen gelbporigen Raufuß rausgedreht als ich keine Ahnung hatte was das war und ihn dann hier im Forum gepostet. Danach hab ich die Röhren an einer anderen Stelle unter alten Eichen verteilt. Dennoch - ich finde man hat da als Pilzsammler schon einen gewissen Ermessensspielraum. Ich bin oft im Wald, ich sehe welche Pilzart wie oft und in welchen Mengen vorkommt, und dann kann ich für mich entscheiden (selbstverständlich im Einklang mit dem Gesetz), wieviel ich von welcher Art sammeln kann. Für mich persönlich ist das tatsächlich völlig irrelevant - mein Jahrespilzbedarf ist mit den Steinpilzen, Flockis, Maronen und Pfifferlingen, die ich hier haufenweise finde völlig gedeckt, ich brauche überhaupt nix weiter. Aber um hier jetzt mal ein Beispiel zu nennen: An den Südhängen der schwäbischen Alb sind einige Kalk-Kiefernwälder zu finden. Dort finde ich immer mal wieder Hygrophorus latitabundus in größeren Beständen mit teilweise 10+ Fruchtkörpern. Dieser Pilz gilt teilweise als sehr selten - das liegt aber am Habitat, das eben in einigen Teilen Deutschlands völlig fehlt. Dagegen hab ich in meiner ganzen Pilzsuchlaufbahn erst ein einziges Mal Schwarzfaserige Ritterlinge gesehen. Nun würde nach meinem Empfinden der eine oder andere Kiefernschneckling aus größeren Vorkommen und im richtigen Habitat dessen Bestand hier überhaupt nix ausmachen, da wären aber wahrscheinlich wieder einige empört. Andererseits würde es wahrscheinlich keinen interessieren, wenn ich hier Schwarzfaserige Ritterlinge zum Essen sammeln würde - obwohl die hier viel seltener sind. Und sorry aber hier werden ständig RL Arten mit Sammelbildern gepostet und da sagt keiner was. Beispiele: Schwarzfaseriger Ritterling RL3

    Pappelraufuß RL3

    Heideschleimfuß RL3

    Kiefernsteinpilz RL3

    Gelber Graustieltäubling RL3

    Sowie viele weitere gängige Speisepilze mit örtlich starker Rückgangstendenz wie Birkenrotkappe, Totentrompete, Morchelbecherling und so weiter und so weiter. Ich glaube wir sind uns einig, dass das nicht alles über einen Kamm geschoren werden kann, eben weil viele dieser Rückgänge mit Habitatszerstörung einhergehen und ganz sicher nicht zum Großteil durch Sammler verursacht werden. Im Gegenteil glaube ich, dass sich einige Pilzsammler, die verantwortungsbewusst sammeln, positiv auf den Bestand auswirken, da sie sich durch Kartieren und Informieren gegen Habitatszerstörung einsetzen. Das mal meine 2ct dazu.

    Viele Grüße

    Wow echt? Gibts da noch keine Sequenzen zu denen? Nach allem was ich (auch auf Bildern) gesehen habe, scheinen die Extreme schon sehr unterschiedlich. Da B. appendiculatus aber wohl auch mit Nadelbäumen wachsen kann, scheint es bei manchen Kollektionen im Nadelwald Probleme zu geben. Noch verwirrender wirds wenn die Ökologie ein Bisschen zu beiden passt. Folgende Funde sind aus dem moosreichen Fichten/Tannenwald. In der Nähe Schönfußröhrlinge, Flockis, Maronen - aber auch Lactarius intermedius, Mönchsköpfe und andere Kalkzeiger. Zudem war da auch noch Buche eingestreut. Und zu allem Überfluss blaute der Kollege noch im Hutfleisch. Bei dem war ich dann echt überfragt.

    Ich werde meine Stellen in denen ich Butyriboleten im Nadelwald gefunden habe dieses Jahr nochmal aufsuchen und mir die genauer anschauen, gerade solche Kollektionen wären vielleicht auch mal eine Sequenzierung wert.

    Viele Grüße

    Witzig, ich hatte subappendiculatus (sehr wahrscheinlich) jetzt an 3 Stellen im oberflächlich angesauerten Tannen/Fichtenwald über Kalk und die waren alle 3 weder schimmlig noch madig. Zwei davon haben außen auf Druck, einer sogar im Hutfleisch über den Röhren geblaut. Ich hoffe ich kann mir die dieses Jahr mal nochmal anschaun.

    Viele Grüße

    Es schüttet und schüttet, kein Ende in Sicht. Die Rems ist schon lange über die Ufer, viele Keller sind voll, gestern ist bei einem Erdrutsch ein ICE entgleist. Wir hatten im Mai jetzt stolze 273 l/m2, womit er mit fast 75l Abstand der regenreichste Monat in den letzten 10 Jahren ist, und da sind der 01.06 und der 02.06. noch gar nicht mit drin. Insgesamt gehen wir dieses Wochenende wieder steil auf 150 l/m2 zu. Auch nächste Woche soll es weiterregnen, wenn auch nicht so viel. Kann gut sein, dass mich dieses Jammern in zwei Monaten verfolgt wenns wieder Dürre gibt, aber langsam wäre echt mal ein Bisschen Wärme und Sonnenschein angebracht.

    Nasse Grüße

    Hi,

    also für mich riechen die schon recht pfifferlingsähnlich. Ja der Hut ist erst in meiner hand so gelb geworden, der war vorher so weiß wie die anderen. Der knallgelbe wuchs keinen Meter weg von den anderen, würde mich schon wundern, wenn das eine andere Art wäre. Und ja meine haben auch gegilbt - bräunlich bis fast rötlich (siehe erstes Bild). Ich kenne mich ja mit den verschiedenen Pfifferlingsarten nicht so sehr aus, mir hat jemand hier mal eine Schlüssel geschickt, mit dem ich am ehesten zu C. pallens komme, es soll ja aber auch noch C. ferruginascens und sogar C. alborufescens geben. Die sind auf den Bildern finde ich jetzt auch nicht so weit weg, gerade mit dem Gilben, sollen aber wohl mediterraner verbreitet sein. Naja schmecken werden sie trotzdem.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    ich war heute im Laubwald auf Kalk unterwegs, um mal an meine Pfifferlingsstelle zu schaun. Und tatsächlich zeigen sich die ersten kleinen. In den letzten Jahren war ich immer da, als sie schon ausgewachsen waren, da sahen sie so aus:


    heute kann ich sie auch mal jung sehen. Sie sehen schon recht weiß bereift aus:

    ein etwas älteres Exemplar allerdings vollständig gelb:

    Ich hab alle, außer dem kleinen, den ich aus Versehen umgestoßen habe weiterwachsen lassen, der kleine sah nach 5 Minuten in meiner Hand so aus:

    Im Kalkbuchenwald sollte das C. pallens sein oder? Dann gab es noch 2 Täublinge, wahrscheinlich vesca und cyanoxantha.

    Viele Grüße

    Meine Theorie ist, dass zu dieser Jahreszeit die gesunden Myzelien maximal so 1-2 Fruchtkörper bilden. Das ist absolutes Flocki Traumhabitat da, im Herbst wachsen die buchstäblich überall. Die Menge kam nur durch die vielen Myzelien zustande, hier ist der große Schub auch im Herbst.

    Viele Grüße