Hallo Wutzi,
die Geschichte mit der Bodenverdichtung und den Pferden dürfte einem Denkfehler gechuldet sein. Wenn man nämlich nur Physik 6. Klasse kennt (Druck = Kraft durch Fläche) und mit Kenntnis der Huffläche und Masse (Kraft = Masse * Gravitation) den Bodendruck abschätzt und mit dem einer Raupe vergleicht (abgeschätzt nach selbiger Formel). Nur ist es jetzt so, dass für die Bodenverdichtung, in sagen wir einer Tiefe von 1 Meter, dieser Bodendruck allein noch nicht ausreicht. Während das Pferd den Boden nur punktuell (nicht im mathematischen Sinne) belastet, bringt die Raupe die Last linear ein. Die Druckausbreitung des Bodendrucks erfolgt nun nicht in senkrechter Flächenprojektion, sondern mehr oder weniger allseitig - je nach Bodenkonsistenz und in 1 m Tiefe kommt davon nicht mehr viel an. Zudem erfolgt die Verdichtung nicht gleichmäßig und es bleiben auch in den oberen Schichten ungequetschte Bereiche, wo nicht aufgetreten wurde, wo also Bodenlebewesen der oberen Schichten gar nicht beeinträchtigt werden. Etwas anders sieht die Sache mit einer Raupe oder jedem anderen Fahrzeug aus, wo über eine ununterbrochene Linie Druck ausgeübt wird und dieser sich entlang der Fahrspur in die Tiefe auch in der Summe nicht so stark reduziert.
Andernfalls müsste man ja argumentieren, dass dort wo frau mal mit Stöckelschuhen langgegangen ist (da ist der Bodendruck um ein Vielfaches höher als beim beschlagenen Pferd) gar nichts mehr wachsen kann ![]()
Glücklicherweise führt der enorm hohe Bodendruck dazu, dass frau mit Stöckelschuhe im Wald einsinken würde und deswegen der Waldboden von diesem Schicksal verschont bleibt.
Also nein, die Geschichte mit Pferden, die den Boden stärker verdichten als Raupen ist Humbug.
LG, Bernd
