Ich frage mal so: Stellt ihr Christoph Hahn und Jürgen Guthmann auch in die Ecke von esoterischen Spinnern?
In "Die Pilze Deutschlands" widmen die Autoren den vorgestellten Arten jeweils einen Abschnitt, in dem auch auf die Inhaltsstoffe und deren Wirkungen, soweit bekannt, eingegangen wird.
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Ich zitiere mal aus den Bemerkungen zum Birkenporling: "Der Pilz wird offenbar schon seit Urzeiten wegen seiner medizinischen Wirkungen verwendet. ... Er wirkt antibiotisch, entzündungshemmend und vermutlich auch gegen Darmparasiten und Würmer. ... Der Sud leistet gute Dienste bei Magenbeschwerden verschiedenster Ursache. ...Der Pilz enthält ein ganzes Arsenal interessanter Inhaltsstoffe, beispielsweise das antibiotisch wirksame Piptamin."
Diese Eigenschaften beschreiben die Autoren also als belegt.
Anschließend zählen sie weitere Inhaltsstoffe, ihre Wirkungen und mögliche Potenziale auf. Hier verwenden sie den Konjunktiv..
Hallo Claudia,
ich finde es gut, dass du die Texte der Heilpilzautoren genauer liest, um daraus das für dich wichtige abzuleiten. Das mache ich genauso.
Ich zitiere aus dem Buch von Guthmann, Jürgen (2017): Heilende Pilze.
Wichtiger Hinweis auf Seite 9: „Pilze, daraus hergestelltes Pulver oder Extrakte sind keine Heilmittel gegen Krebserkrankungen!“
Dem folgen dann solche Aussagen:
Spaltblättling Schizophyllum commune (S. 148) „Sein Haupteinsatzgebiet ist die begleitende Behandlung von Krebserkrankungen.“
Krokodilsritterling Tricholoma matsutake (S. 117): „Der Pilz weist krebshemmende Eigenschaften auf. …hemmt das Krebswachstum… Er unterdrückt die Metastasenbildung bei Carcinomazellen…“
Shiitake Lentinula edodes (S. 127): „Antitumorwirkung“
Diese Liste lässt sich mit beliebig vielen Beispielen aus dem Buch fortsetzen. "Heilpilzfans" werden das Buch anders lesen als ich. Sie werden sich kaum an solchen Widersprüchen stören.
Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er zu "Heilpilzen" steht. Wir leben in einer toleranten Welt, in der jeder seine eigenen Erfahrungen machen darf und auch soll. Und wenn jemand berichtet, wie gut es ihm geht, seit er jeden Tag Birkenporlingstee trinkt oder Shiitakekapseln einnimmt, so geht das voll in Ordnung.
In meinem Bekanntenkreis gibt es Personen, die auf Heilsteine schwören, die bei Krankheiten zum Schamanen gehen, die Psilos (Heilpilze?) zur inneren Reinigung einnehmen und sogar welche, die Urin als Heilmittel nutzen.
Solange diese Personen nicht missionarisch unterwegs sind, ist mir das - wie bei den "Heilpilzbefürwortern" - völlig egal.
Gruß
Peter