Hallo,
wenn man Vor- oder Nachteile einer Beleuchtungsart zeigen möchte, wären Vergleichsbilder von "Hellfeld" (das, was der Pilzler normalerweise zur Verfügung hat) und der anderen Beleuchtungsart sinnvoll.
Hier mal als Beispiel ein paar ältere unbearbeitete Bilder der Sporen von der Wintertrüffel Tuber brumale in zwei unterschiedlichen Beleuchtungsverfahren:

Bild 1 Hellfeld: Form und Farbe der Sporen sind zu erkennen, ebenso die langen, spitzen Stacheln auf den Sporen. Schläuche mit Mühe sichtbar (wären bei mehr geschlossener Blende besser zu sehen).

Bild 2 Phasenkontrast: Äußere Form der Sporen sichtbar, Farbe nicht korrekt. Wenige einzelne Stacheln auf den Sporen scharf abgebildet. Tiefenschärfe gering. Schläuche deutlich sichtbar.
Der Phasenkontrast hat bei sehr dünnen Präparaten/Strukturen einen Vorteil. Hier bei den Asci (Schläuche). Würde man im Hellfeldbild die Blende etwas weiter zuziehen, wären die Asci genausogut zu erkennen.
Die dünnen Stacheln sind teils gut sichtbar, weil sie so dünn sind. Wenn sie dicker werden, geht das schon nicht mehr mit Phasenkontrast.
Bei der ganzen Pilzmikroskopie kenne ich nur ganz wenige Ausnahmen, bei denen der Phasenkontrast einen Vorteil bieten kann. So sind z. B. bei den Gallertpilzen (Exidia, Tremella) die Basidien im Phasenkontrast beim ungefärbten Präparat sofort sichtbar. Im Hellfeld findet man sie kaum. Aber dieser "Vorteil" ist sofort verspielt, wenn man ein Tröpfchen Kongorot dazugibt.
Und solange es bei den wenigen Ausnahmen die Möglichkeiten einer Färbung gibt, wird Phasenkontrast für Pilzmikroskopie nicht gebraucht.
Gruß
Peter
PS: Die Anwendung von Phasenkontrast ist keineswegs schwierig. Im Normalfall wird die Blende vor dem ersten Gebrauch zentriert (oder sie ist bereits zentriert ausgeliefert worden) und das bleibt dann immer so.
Für das "Umschalten" von Hellfeld zu Phasenkontrast gibt es entweder einen einfachen Schieber oder eine Drehung am Kondensor. Das ist alles.