Beiträge von Clavaria

    Hallo zusammen


    Ganz unspektakulär auf 750m. Diese Flecken hielt ich erst für eine Alterserscheinung, aber die Fruchtkörper waren noch frisch.

    Und ja, mit den dunklen Lamellen kommen gar nicht mehr viele Arten in Frage.


    Hallo Raphael,

    mit welchem Arbeitsnamen aus Cortinarius hat es denn (einigermaßen) gematcht?

    LG Günter

    In der Genbank kommen über 90% nur Kollektionen, die auf Gattungslevel bestimmt wurden:

    Die besten Treffer sind alles Direct Submissions ohne Publikation dahinter, helfen also nicht weiter.


    Bei UNITE sieht es ähnlich aus:

    Immerhin gibt es hier eine fast identische Sequenz, aber ohne Name. Mein Pilz wurde offenbar auch einmal in Tscheschien gefunden.

    Wenn man dieser obersten Kollektion etwas nachgeht, kommt man drauf dass diese ursprünglich als Hygrophorus subviscifer bestimmt wurde:

    MyCoPortal Detailed Collection Record Information

    Bei UNITE gibt es aber zwei andere, nicht identische Sequenzen von H. subviscifer. Offenbar also was anderes.


    Ich werde wohl mal Irja Saar kontaktieren...


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ich glaube das hier habe ich nie ins Forum gestellt. Inzwischen bin ich völlig ratlos, mal schauen was ich dazu denkt.



    Diese Pilze habe ich Ende Oktober 2022 bei Pinus und Picea auf Kalk gefunden, Betula gab es auch.

    Man sollte ja meinen es ist ein Schneckling.

    Geruch: Schwach aromatisch.

    Die Stielbasis verfärbt sich bei Berühungen aussen chromgelb.

    Das Fleisch zeigt keine Verfürbung.


    Die Sporen sind recht unauffällig.


    Basidien 4-sporig und schlank, wie es sich für die Gattung gehört.


    Die HDS ist eine Ixokutis, kaum was zu erkennen.


    Hier noch die Stieloberfläche.


    Ich dachte der muss doch bestimmbar sein, aber Fehlanzeige.

    Schlussendlich habe ich ihn sequenzieren lassen, die Gattung ist ja sogar recht gut molekular bearbeitet.

    Ich habe zwar eine gute Sequenz bekommen, aber es gibt keinen Treffer.

    In der Genbank ist der beste Treffer ein Cortinarius (?!?!) mit 99% und zwei Phaeocollybia (!?!?!) mit 98.8% Übereinstimmung.

    Danach kommt nur noch ganz viel Hygrophorus, das meiste ohne Artname.


    Hat jemand eine Idee was ich da habe?


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ohne viel Hoffnung, dass wir das hier abschliessend klären können:


    Nach zwei Wochen konnte ich einige reife Sporen aus einem Abwurf anschauen.



    Sie scheinen wirklich glatt zu sein, oder vielleicht feinst punktiert. Sowerbylla montana sollte zumindest ganz kleine Unebenheiten haben.

    Wenn niemand eine Erleuchtung hat, lege ich es mal als Sowerbylla cf. montana ab und schicke es zur Sequenzierung.


    Gruss Raphael

    Hmm langsam wird es dünn...


    Es gibt eine ziemlich dubiose Alnicola clavuligera, die Moreau zu Galerina verschoben hat.

    Die kommt irgendwie in die Nähe, ob es wirklich passt lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen.

    Karl W hat hier im Forum mal eine Kollektion gezeigt, die er mit cf. clavuligera angeschrieben hatte:

    ok, die sehen irgendwie anders aus...


    (öffentlich zugänglich hier: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5340684p)


    eine andere Idee habe ich auch nicht.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ja Flammulaster hat andere Sporen, glatt und gekrümmt. Auch das Habitat ist anders.


    Auf den Mikrobildern meine ich einige Schnallen zu sehen, oder?

    Dann wäre noch interessant zu wissen, ob die Sporen dextrinoid sind.


    PS: Diese marmorierten Cheilozystiden hatte ich auch schon bei Mallocybe, das scheint kein konstantes Merkmal zu sein.


    Gruss Raphael

    Hallo Raphael

    Ich finde den Nabeling spannend, Lichenomphalia ericetorum

    Ist ja nicht mal gelistet bei WSL...... 😉

    BG Andy

    Hallo Andy


    Doch natürlich, dort heisst er Lichenomphalia umbellifera.

    Wenn man Voitk et al. 2023 glaubt, ist umbellifera aber ein völlig anderer Pilz für den eine neue Gattung Owingsia geschaffen wurde.

    Das, was überall Lichenomphalia umbellifera heisst, trägt nun den Namen Lichenomphalia ericetorum.


    https://www.researchgate.net/publication/373707756_Lichenomphalia_umbellifera_fungible_and_infungible_epithets_and_species_concepts


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Offenbar herrscht hier gerade Pilzflaute. Gestern habe ich eine Mittagsrunde im Fichtenwald auf ca. 1400m gemacht, und immerhin drei Sachen gefunden:


    Gyromitra ancilis ist keine Überraschung zu dieser Jahreszeit. Das Holz sollte vermutlich Fichte sein.


    Die Sporen sind so wie es sich gehört.



    Diese kleinen Nabelinge wuchsen eifrig am Wegrand. Nicht mehr ganz taufrisch, aber noch bestimmbar.


    Sporen zylindrisch, die helfen meistens nicht viel weiter bei Nabelingen.

    Aber die Basidien waren fast rein 2-sporig. Damit fliegen schon viele Arten raus.


    Der Stiel ist ganz fein flaumig, was man hier an diesen zystidenartigen Stielelementen sieht.


    Und dann das wichtigste: In der Stielbasis findet man eingebettete grüne Zellen.


    Damit lande ich bei Lichenomphalia ericetorum.




    Der dritte ist etwas schwieriger. Eine Telamonia, die durch den zweifarbigen Hut auffällt. Praktisch geruchlos.


    Am Stiel gibt es recht deutliche Velumreste, die bei zwei Fruchtkörpern einen schrägen, faserigen Ring bilden.


    Quick&dirty ein Foto von den Sporen, hatte keine Zeit für einen Sporenabwurf.

    Fein warzig, so dass man es im Umriss kaum sieht.


    Ja was es nun ist... so richtig schlau werde ich nicht draus.

    In der Funga Nordica laufe ich in Sackgassen.

    Mit dem AdC komme ich auf einen ominösen aber recht passenden Cortinarius armillariellus.

    Laut JEC-Webseite ist das ein Synonym von C. hydratelamonioides, der aber nicht so dunkel werden sollte.

    Vermutlich habe ich mich da irgendwo verrannt und es ist etwas völlig anderes.


    Vielleicht hat jemand einen plausiblen Vorschlag, sonst geht der in die Sequenzierung.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Danke euch - ja das könnte schon sein, vielleicht entwickelt sich das Sporenornament noch.

    Ich gebe ihnen noch ein paar Tage im Kühlschrank.


    So auf den ersten Blick könnte es dann auf die kürzlich beschriebene Sowerbylla montana rauslaufen.

    Aber warten wir mal ab.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Vielleicht können die Asco-Freaks unter euch hier weiterhelfen.

    Vor 10 Tagen habe ich im montanen Fichtenwald diese Becherchen gefunden.

    Ich stehe völlig auf dem Schlauch und bin mir nicht einmal mit der Gattung sicher.



    Sie wuchsen terrestrisch, mittem auf dem Wanderweg, in der Nadelstreu. Die grössten haben einen Durchmesser von 8 mm.

    Nach 10 Tagen im Kühlschrank sind sie fast reif.


    Es gibt noch wenige reife Sporen, ich lasse sie noch weiter reifen.

    Aber man sieht bereits dass die Sporen subzylindrisch und glatt sind.

    Asci, hier in Lugol, ohne Jodreaktion.


    Paraphysen schwach keulig verdickt


    Haare an der Aussenseite dünnwandig, bis etwa 250 µm lang, zugespitzt.


    Schnittbild 1...


    Schnittbild 2...


    Und Schnittbild 3


    Hat jemand eine Idee?


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ein Jahr später gibt es doch noch ein Update zu dem vermeintlichen Nelken-Schwindling (Nr. 7).


    Hier nochmal eine Nahaufnahme. Dort sieht man bei den beiden linken Fruchtkörpern, dass der Stielapex deutlich längsgefurcht ist.


    Hinzu kommen diese zystidenartigen Elemente an der Schneide, die man selbst mit gutem Willen kaum als Basidiolen oder herausragende Hyphen interpretieren kann.

    Das war für mich der Hauptgrund, Marasmius oreades anzuzweifeln.


    Aber es gibt tatsächlich eine Art, die sehr gut passt, und genau die kam bei der Sequenzierung raus:

    Marasmius fissipes (Maire) Singer ex Laskibar, Arrilaga & Bon 2003


    Eine gute Abbildung zum Vergleich gibt es in DocMyc 126:

    DM Tome XXXII – Fascicule 126 – SMNF

    (nachfolgende Bilder aus DocMyc):




    Es lohnt sich also, bei büschelig wachsenden, nelkenschwindlingsartigen Pilzen genauer hinzuschauen.

    Diese Stielfurchen scheinen ein konstantes Merkmal zu sein, an dem man die Art auch im Feld erkennen kann.

    Vermutlich ist die Art häufiger als angenommen, sie wird einfach meistens voreilig als Nelkenschwindling abgetan.


    LG Raphael

    Oh ja das würde mich auch interessieren, ich kenne zwar die Adresse von;

    Pablo Alvarado in Spanien

    Aber es ist extrem schwierig dort eine Antwort zu erhalten.

    BG Andy

    Hallo Andy


    Komisch, mir antwortet er eigentlich auch immer sofort. Ich würde einfach nochmal nachfragen, vielleicht ist ihm mal ein Mail untergegangen.


    Oder du schickst es mir. Wenn es nur wenige Proben sind, dann geht es kostenlos in unserem Sequenzierungs-Projekt.


    Gruss Raphael

    Hallo Bernd


    Zwei Fragen:


    a)

    Wie viele Sporen hast du gemessen? Mindestens 15-20 Stück sollten es schon sein.


    b)

    Misst du die Sporen richtig? Parasola hat oft abgeplattete Sporen.

    Du darfst nur die messen, wo du den leicht rautenförmigen Umriss klar siehst.

    Die anderen, elliptischen Sporen liegen "auf der Seite" und wirken dadurch schmaler.

    In vielen Beschreibungen werden deshalb bei Coprinus-Sporen drei Dimensionen und zwei Q-Werte angegeben.


    Bei P. megasperma müsstest du eigentlich Sporen bis deutlich über 15 µm Länge finden, mit einem Mittelwert über 14 µm.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Im "Gröger" gibt es nur ganz wenige Fehler:


    Band 1

    Hilfsschlüssel C, S. 75: Ziffer 5 doppelt. Aufpassen dass man bei der richtigen 5 weitermacht.

    Entoloma, Teilschlüssel s, S. 577: 3b müsste auf 4 statt 3 verweisen


    Band 2

    Lepiota, Teilschlüssel c, S. 168ff.: Ziffer 14 doppelt. Aufpassen dass man bei der richtigen 14 weitermacht.

    Russula, Teilschlüssel q, S. 600ff.: Ziffer 14 doppelt. Aufpassen dass man bei der richtigen 14 weitermacht.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Die nächste umfangreiche Überarbeitung steht bevor:


    Hu, JJ; Tuo, YL; Yue, L; Zhao, GP; He, XL; Song, LR; Pu, JB; Qi, ZX; Qin, WQ; Li, TH; Jiang, DH; Zhang, B; Li, Y; Li, X. 2024. New insights into Gymnopus s.l.: its systematic rearrangements and novel taxa. Mycosphere. 15(1):365-472


    In der Arbeit werden fünf neue Gattungen vorgeschlagen, die sich weitgehend an den bisherigen Gymnopus-Sektionen orientieren.

    Ich führe hier nur die europäischen Arten auf (hoffe es ist vollständig), für weitere Umkombinierungen siehe pdf.


    Impudipilus

    bisher Gymnopus sect. ImpudicaeArten: alpicola, brassicolens, impudicus, trabzonensis


    Levipedipilus

    bisher Gymnopus sect. LevipedesArten: alpinus, aquosus, catalonicus, dryophilus, erythropus, fagiphilus, fuscopurpureus, hybridus, inexpectatus, junquilleus, lanipes, loiseleurietorum, ocior, terginus


    Vestipedipilus
    bisher Gymnopus sect. Vestipedes

    Arten: confluens, eneficola, hariolorum, obscuroides


    Ligymnopus

    Bisher Teil der Gattung Collybiopsis

    einzige europäische Art: L. luxurians


    Neomarasmius

    Für einige Arten aus der Gattung Collybiopsis: istanbulensis, peronatus


    Gymnopus s.str.

    Hier bleiben nur wenige Arten: androsaceus, fusipes

    (Und diverse Arten, die von der Publikation nicht berücksichtigt wurden X/ :cursing: )


    Gemäss Mycobank sind die neu publizierten Arten nach nomenklatorischen Regeln allesamt ungültig, somit sollten sie im Moment auch noch nicht verwendet werden.

    Das ist aber nur ein Formfehler und dieser wird von den Autoren sicherlich bald in einer Zusatzpublikation korrigiert.

    Wir dürfen uns also darauf einstellen, dass der Waldfreund-Rübling bald Levipedipilus dryophilus heissen wird.


    Was nun wieder ärgerlich ist:

    • Einige Arten werden zum wiederholten Male umkombiniert. Der Knopfstielige Rübling ist das Paradebeispiel:
      1871-1997: Collybia confluens
      1997: Gymnopus confluens
      2019: Marasmiellus confluens
      2021: Collybiopsis confluens
      2024: Vestipedipilus confluens
      :haue: :haue: :haue:
    • Es wurden nicht alle Arten der bisherigen Gattung Gymnopus in der Arbeit berücksichtigt.
      Vermutlich nur solche, wo ohne viel Aufwand eine Sequenz in den öffentlichen Datenbanken verfügbar waren.
      Somit verbleiben im Moment in der Gattung Gymnopus nebst denen, die in der Arbeit dort vorgesehen sind, auch viele Arten als "Überbleibsel".

    Fazit: Für mich eine weitere überstürzte Publikation. Die Gattung Gymnopus wurde nicht vollständig überarbeitet, sie steht im Widerspruch zu anderen kürzlichen Publikationen, und offenbar wurden nicht einmal die taxonomischen Grundsätze korrekt berücksichtigt.

    Ich hege den Verdacht, dass es hier primär darum ging, möglichst schnell seinen Namen hinter möglichst viele neue Kombinationen zu schreiben.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Letzten Sommer gab es in meiner Gegend einen Waldbrand.

    Es wirkte zeitweise recht bedrohlich, aber zum Glück kam niemand zu Schaden.


    Mehrere Ortschaften wurden zur Sicherheit evakuiert. (17. Juli 2023)


    Zwangsläufig war für das Frühjahr eine Tour dorthin vorprogrammiert. Obendrein ein bisher guter Pilzfrühling, also los.


    Das Gebiet ist riesig (100 Hektar) und teilweise sehr schwer begehbar. Aber es gibt mehr als genug erreichbare Flächen. Heute sieht es etwa so aus:

    Es gibt Gebiete die wesentlich schlimmer aussehen, aber die sind schwer erreichbar.


    Die Pilzwert war wenig überraschend, halt das was man erwartet. Immer wieder die gleichen paar Arten, aber dafür in unglaublicher Menge.


    Geopyxis carbonaria wuchs wie ein Teppich in Abermillionen von Exemplaren.


    Ebenfalls häufig anzutreffen: Geoscypha tenacella.


    Sporen mit sehr feinen, isolierten Warzen, und zwei Tropfen.


    Vermutlich der zweithäufigste: Peziza lobulata (P. violacea ss. auct.)


    Sporen absolut glatt und ohne Tropfen.


    Das hier habe ich als Plicaria endocarpoides bestimmt, gab es auch immer wieder.


    Reife Sporen gab es nur sehr wenige, aber man sieht bereits dass sie rund ohne glatt sind.


    Auch bei den Basidiomyceten gab es wenig Überraschungen:

    Myxomphalia maura war stellenweise häufig.


    Nur vereinzelt gab es Tephrocybe atrata.


    Sporen elliptisch und meist 6-8 µm lang.


    Basidien deutlich siderophil.


    Ich wusste oft nicht wo ich hintreten kann...


    Soweit für heute, ich mache sicherlich noch einige Ausflüge dorthin und hoffe auf weitere Funde.


    Viele Grüsse

    Raphael

    Auch wenn ich Nobi nicht persönlich kannte, macht mich diese Nachricht ernorm traurig.

    Nobi war eine Kapazität in diesem Forum, immer da, immer hilfsbereit, mit einem enormen Fachwissen.

    Ich werde ihn vermissen - und wünsche der Familie viel Kraft in dieser Zeit!


    Raphael

    Hallo Schupfi


    Oh die HDS ist eine Überraschung, ich hätte da was trichodermales erwartet.

    Hast du auch die Hutmitte untersucht? Oft sieht man dort dort einen angedeuteten Trichoderm.

    Das würde irgendwie so aussehen (E. plebejum):


    Wenn es bei einer Kutis bleibt (auch in der Hutmitte), ist die Gruppe resutum/plebejum/plebejoides ist raus.

    Mit diesen leicht knotigen Sporen und einer reinen Kutis könnte auch E. triste ein Kandidat sein.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Die sind noch so jung... aber haben sicher schon reife Sporen.

    Ich würde sie halt doch kurz unters Mikroskop werfen und auch die Zystiden anschauen.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Ein schöner Fund...


    Der HDS-Schnitt ist eigentlich recht einfach und bei Rötlingen auch nicht so schwierig.

    Einfach mit einer Rasierklinge ein dünnes Stück senkrecht abschneiden, und leicht quetschen. Gelingt natürlich nicht immer im ersten Versuch.

    Die wichtigste Frage (hymeniform/trichodermal/Kutis) sieht man dann sehr gut in KOH, ebenso das Pigment.


    Cheilos: Ganz sicher bin ich mir nicht dass deine Bilder Cheilos sind. Ich würde noch 2-3 Lamellenpräparate machen.

    Bei Rötlingen gibt es oft so vereinzelte Haare an der Schneide, die keine Relevanz haben.

    Und dann noch Schnallen suchen, das macht immer ganz besonders Spass.


    LG Raphael

    Hallo zusammen


    Pithya vulgaris ist an geeigneten Standorten eigentlich nicht selten. Es muss halt genug Reisig liegen bleiben, sauber aufgeräumte Wälder sind weniger geeignet.


    Und vermutlich wird sie oft nicht beachtet, weil kleine gelbe Becherchen an Holz meist als makroskopisch unbestimmbar gelten. Diese Art hier ist eine der wenigen Ausnahmen.


    So oder so ein schöner Fund, zu dieser Jahreszeit freut man sich über jede schöne Kollektion.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Auch wenn jetzt nichts Weltbewegendes dabei ist, zeige ich euch hier mal drei Funde der letzten Tage und Wochen.

    Bisher läuft das Pilzjahr gut an. Wenig Frost, viel Regen.


    1: Phyllotopsis nidulans

    Das war noch im Februar. Immer schön anzuschauen, viel zu sagen gibt es nicht dazu.



    2: Resupinatus trichotis


    Sporen kugelig.


    Die Zystiden sind sehr klein und echt schwer zu finden.



    3: Botryobasidium medium

    Diese weisse Schicht hätte ich früher links liegen gelassen. Aber inzwischen machen die mir Spass.


    Die Sporen sind irgendwie spindelig-schiffchenförmig.


    Typisch für die Gattung: Achtsporige Basidien. Wobei es schwierig ist, alle acht Sterigmen auf ein gutes Foto zu bringen.



    4: Dacryobolus sudans

    Noch so eine weisse Schicht. Aber unter dem Mikroskop völlig anders.


    Die Sporen sind dünn und etwas würstchenförmig.


    Zystiden gibt es auch, man muss aber erstmal drauf kommen dass diese fadenförmigen Zellen Zystiden sind.


    Typisch sind diese unförmigen Ausscheidungen, die sofort auffallen.



    5: Meottomyces dissimulans

    Typischer Winter- und Frühlingspilz, aber wohl nicht allzu häufig. Ich hatte den noch nie und es gibt auch keine anderen Fundmeldungen dazu in meiner Gegend.


    Sporen recht blass, ansonsten unspektakulär.


    Zystiden schlank, keulig oder mit etwas variablem Apex.



    6: Mycena plumipes

    Den hatten wohl die meisten schon in der Hand, deshalb nur das Makrofoto.



    7: Entoloma hirtipes

    Auch typisch für die Jahreszeit, und am tranigen Geruch leicht zu erkennen.


    Sporen gross und heterodiametrisch.


    Lamellenschneide mehr oder weniger steril mit zahlreichen zylindrisch-kopfigen Zystiden.


    HDS zumindest stellenweise inkrustiert.



    Das war's für heute. Korrekturen sind natürlich willkommen.


    Viele Grüsse

    Raphael

    Hallo zusammen


    Das war zu erwarten, nachdem die letzten Ausgaben im Abstand von mehreren Jahren erschienen. Das ist ein Teufelskreis für eine Zeitschrift. Wenn sie nicht mehr regelmässig erscheint, zögern Autoren etwas einzureichen, weil sie nicht wissen wann es erscheint. Das führt wiederum dazu, dass Artikel fehlen, was den Termin weiter verzögert.


    Ich werde die DocMyc jedenfalls auch vermissen.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Rolf Singer hat im Jahr 1970 die Gattung Lulesia für zwei südamerikanische Spezies gegründet.


    Molekulare Untersuchungen haben ergeben, dass diese beiden Spezies zur gleichen Gattung gehören wie die Arten, die wir seit einigen Jahren in der Gattung Clitocella kennen.

    Dadurch erlangt die Gattung Lulesia nach nomenklatorischen Regeln Priorität vor Clitocella, und diverse Arten mussten umkombiniert werden:


    Europäische Arten, der Übersicht halber verzichte ich hier auf Autorenbezeichnungen:


    Lulesia blancii (= Clitocella blancii, Clitopilus ochraceopallidus
    etc.)
    Lulesia colorata (= Clitocella colorata)

    Lulesia fallax (= Rhodocybe fallax, Clitopilus fallax etc.)

    Lulesia mundula (= Rhodocybe mundula, Clitopilus mundulus etc.)
    Lulesia nigrescens (= Rhodocybe nigrescens, Rhodocybe malenconii, Clitopilus ammophilus, Rhodocybe cupressicola, Rhodocybe horakii
    usw.)

    Lulesia obscura (= Rhodocybe obscura, Clitopilus obscurus etc.)
    Lulesia popinalis (= Rhodocybe popinalis, Clitopilus popinalis
    etc.)
    Lulesia solaris (= Clitocella solaris)


    Literatur:

    • Vizzini, A; Alvarado, P; Consiglio, G; Angelini, C; Marchetti, M. 2023. Lulesia Singer (1970), an older name for Clitocella Kluting, T.J. Baroni & Bergemann (2014, Entolomataceae). Bollettino dell'Associazione Micologica ed Ecologica Romana. 39(3):3-23
    • Baroni, TJ; Lechner, BE; Niveiro, N. 2023. Nomenclatural novelties. Index Fungorum. 566:1-1
    • Vizzini, A; Consiglio, G; Marchetti, M. 2023. Overview of the European species of the genus Clitocella (Entolomataceae, Agaricales) with notes on extralimital taxa. Persoonia. 50:123-157


    Gruss Raphael