Beiträge von Mykollege_Günter

    Aber: C. patibilis müsste deutlich bräunen, während ich diese von Karl Soop entdeckte Formalin-Reaktion noch nicht persönlich geprüft habe. Das hätte mich jetzt brennend interessiert.

    Ansonsten passen die Sporen (aber auch auf andere Phlegmacioide), der Standort und die frühe Erscheinungszeit gut zu C. patibilis.

    Cave: der C. patibilis aus der Fotoflora stellt C. pseudonaevosus dar (DNA) !!

    LG Günter

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    Hallo Claudia,

    der gehört wohl in die Sektion Phlegmacioides (Variecolores).

    Falls Du Formalin oder Formaldehyd zur Hand hast, dann gib etwas auf die Lamellen und das Fleisch und schau, ob sich da was tut. Und bitte auch nochmal mit 30% KOH im Fleisch testen.

    Werden die Fruchtkörper braunfleckig bei Berührung?

    Ich bin gespannt auf die Sporennmaße

    Grüße

    Günter

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    Ich könnte noch eine Eigenschaft von St. insignitum ergänzen: Beim Eintrocknen bleiben die kräftigen Farben erhalten, während subtomentosum-Fruchtkörper stark ausblassen. So einmal sehr augenfällig erlebt, als ich zu Beginn einer Exkursion an einem Stück Buchenstamm (ca. 1m Länge) vorbeikam, an dessen beiden Enden je eine Gruppe fast gleich aussehender Fruchtkörper ansässig war. Auf dem Rückweg nach 2 Stunden und deutlich höheren Temperaturen sahen diejenigen an einer Seite noch gnauso aus, während die am anderen Ende stark ausgeblasst waren. Da ist mir erst der Groschen gerutscht, dass es sich hier um 2 Arten handelte, was sich bei der Nacharbeit dann auch bestätigt hat. Die Acanthos waren bei meinen Funden eigentlich immer irgendwo zu finden.

    In Südbaden finde ich allerdings subtomentosus auch oft an Fagus.

    Hi Pablo,

    ich denke, in der FN (2012) hat Dich die Sporenbreite an melitosarx vorbei zu armeniacus geführt?

    Der trockene Hang (Südlage?) führt bei den Firmiores gern mal zu solch einem radial austrocknendem Aspekt, schön im AdC bei C. privignus asp. privignus (PL.1032, sequenziert) eingefangen.

    Es gibt bei den Firmiores aber noch ein paar andere, uns noch weitgehend unbekannte Taxa, die sich in der Typusarbeit (2020) als gute Arten herausgestellt hatten, von daher bleiben natürlich kleine Restzweifel.

    Aber mit C. armeniacus kann man bei Deinem Fund gut leben.

    l.G: Günter

    Hallo Sebastian,

    meiner Meinung nach kommt hier am ehesten C. eliae infrage.

    Den nannte man auch mal lividoviolaceus, dessen Typus sich allerdings als ein banaler largus entpuppt hat. Largus scheidet aus, der kommt fast ausschließlich in Buchenwäldern auf Kalk vor. Der Laubwald-nemorensis heißt heute squamosocephalus, wächst büschelig (meist unter Eiche/Hainbuche auf Kalk) und hat einen starken Erdgeruch ähnlich variecolor.

    Leider fehlen in der FN (2012) die erst 2014 erschienenen Ergebnisse der Phlegmacien-Typusstudie. Diese zeigt, dass es in ME doch mehr Arten in der Sektion Phlegmacioides(Variecolores gibt als gedacht, nämlich 31! Diese lassen sich allerdings nach den Kriterien: Habitat, Bodenbeschaffenheit, Breitengrad, Geruch und auch Sporenmerkmale einigermaßen trennen. Allerdings sind einige Arten aus der Sektion noch sehr wenig bekannt und die Merkmalsvariabilität vieler Arten noch ungenügend ausgeleuchtet.

    Die KOH(>20%) Reaktion ist bei allen Arten recht deutlich, aber auch von verschiedenen Faktoren wie Alter der Fruchtkörper und deren Durchfeuchtung abhängig.

    Im Zweifelsfall ist natürlich die Sequenzierung zielführend.

    schöne Grüße

    Günter

    Hallöchen,

    im Gröger wird auch noch auf folgende Unterschiede hingewiesen: faseigeres Velum und schmalere Sporen (..x 4,5-5 anstatt ...x5,5-6µ), sowie ein deutlicher KP bei populnea und ein eine lediglich apikal verdünnte Sporenwand bei heteroclita. Und dann zeigen die Bilder im Pilzkompendium m.M.n. doch 2 deutlich verschiedene Arten.

    Was bedeutet FOTE ?

    Vielleicht noch eine kleine Ergänzung zu Uwe's Ausführungen:

    Die Calochroi-Sporen - und dazu gehören nach aktueller Sichtweise auch die Gruppe um C. humolens sowie einige aus den früheren (Moser, 1960) Sektionen Phlegmacium, Laeticolores und Fulvi - sind alle grobwartzig bis schollig warzig, besonders um die Sporenmitte herum. Bei vielen Telamonen sind die Warzen am abgerundeten Ende die Größten.

    Und: man sieht diese Ornamentation am Besten in verdünnter KOH (3-5%)!

    LG Günter

    Hallöchen,

    ich kann fototechnisch nur 2 kleine Beiträge leisten: einmal der Blick von der Saftlingswiese auf die beeindruckenden "12 Apostel" und den Blick auf einen selten gesehenen bitteren Stacheling: Sarcodon scabrosus, der an einem Standort in großer Zahl - leider meist schon sehr altersschwach -vorkam.

    herzliche Grüße in die Runde

    Günter

    Hallo in die Runde, liebe Maria,

    das sieht mir nach C. elegantissimus aus. Sicherheit geben die Sporen, wie Beorn bereits geschrieben hat.

    Nochmals für die Interessierten, weil es steht so auch schon in der Funga nordica seit 2012: Es gibt 3 gute Arten, die phylogenetisch auch gut als eigene Arten abgesichert sind: C. elegantissimus (auroturbinatus) bei Buche, C. bergeronii (cedretorum var suberetorum, caesiolatens, manchmal auch nur cedretorum) bei Buche und Eiche sowie der echte cedretorum unter Nadelbäumen (Tanne, Zeder, Fichte. Kiefer), alle auf Kalk.

    Makroskopisch sind die durchaus zu verwechseln, auch die Blau/violettöne variieren! Sicher zu unterscheiden sind sie aber über die Sporen: elegantissimus: 13-15x8-9,5 (breit zitriform/zitronig), bergeronii: 9-11,5x 5,5-7 (subzitriform), und cedretorum dazwischen: 12-14x7,5-8,5 (subzitriform). Diese 3 sind also auch im Mischbestand zu schlüsseln. C. aureofulvus hat mit bergeronii vergleichbare Sporen von 10-12 x 6-7 (zitriform)

    Noch ein Kommentar zum Pilzkompendium, Band 4: Erhard hat als cedretorum 136.19 A einen elegantissimus (siehe Text), B wahrscheinlich den echten cedretorum (beide Funde nicht sequenziert). Alle cedretorum var suberetorum-Kollektionen sind sequenziert worden und stellen C. bergeronii dar.

    Der Geruch von elegantissimus, hm... für mich ähnelt der dem Geruch von Dill.

    herzliche Grüße in die Runde

    Günter

    PS Noch eine Bemerkung zu .."direkt unter Fichte.." Man darf keine Baumart im Umkreis von mindestens 10 m als potenziellen Partner ausschließen.

    Hallo EmilS,

    unser "Caesar" hat sich dieses Jahr rar gemacht, aber im Rheintal und den Vorbergen haben wir eh wieder nur Steppe.

    Ich bin zwar kein ausgewiesener Röhrlings-Spezialist, bin aber in meinem Sprengel auch immer auf der Suche nach seltenen Großröhrlingen. Deinen Röhrling hätte ich als normalen "Flocki" abgelegt. Auch nach Vergleich mit der Originaldiagnose (2015) und der FAN 7 komme ich nicht zu der Überzeugung, in Deinem Fund einen xanthopus zu sehen. Wer sind denn die "Kenner der internationalen Facebook-Gruppe", die den Fund als N. xanthopus bestätigt haben?

    schöne Grüße ins Hessische

    Günter

    Das mit C. suberythrinus ist eine gute Idee, lieber Christoph, aber nur, wenn der Typus gefunden worden ist und eine brauchbare Sequenz ergeben hat. Ansonsten wird der Name ignoriert, weil dieser suberythrinus-Fund dann keiner real existierenden Art zugeordnet werden kann und damit, auch wenn er unserem vernus gleicht, leider auch etwas ganz anderes sein kann.

    Nevadavernus scheint nach der spanischen Arbeit eine gute Art (es wird wohl keine Varietäten geben), allerdings wurden schon aus Fachkreisen Bedenken zu dem paper geäußert.

    Ich werde jetzt auf die Arbeit der Finnen warten und mich daran orientieren. Da wird es viel Neues zu verdauen geben.

    l.G: Günter

    Hallo in die Runde der Telamonien-Liebhaber.

    Wartet doch noch ein wenig, ich rechne in überschaubarer Zeit mit dem Erscheinen der Typus-Arbeit über Telamonia in Europa und NA. Bis dahin bleibt vieles in dieser "Untergattung" Kaffeesatzleserei.

    Ich habe selbst einige Kollektionen aus der Gruppe vernus/decipiens noch in der Sequenzierung und warte gespannt auf die Ergebnisse. Bis dahin bezeichne ich solche Frühjahrskollektionen mit rosabraunem Stielbasisfleisch und den stark warzigen breit ellipsoiden Sporen als C. vernus, wohl wissend, dass es vieeeel mehr Telamonen gibt als bislang angenommen. Vielleicht haben unsere französischen Mykollegen bei Telamonia doch den besseren Riecher?

    seid herzlich gegrüßt

    Günter

    Hi Andreas,,

    man muß vorsichtig sein, mit welchen Funden in der Datenbank verglichen wird! Da stecken leider sehr viele Falschbestimmungen im System. Vielleicht kann man auch die französischen Autoren um einen Abgleich bitten? Bislang ist leider nur mein cuprinus sequenziert.

    Ich glaube, mit dem lilabraunen Sporenpulver bei kompakten Fruchtkörpern an warmen Standorten liegt man bei P. obscurisporus wohl sicher, der andere "Riese" mit braunem Sporenpulver ist m.E. P. validus (nach Christoph und nach der Literatur eher nicht identisch damit!) P. cuprinus und P. involutus sind eher schmächtiger und mit mehr herablaufenden Lamellen. Und ich hoffe, dass die KOH-Reaktionen in der 5er-Gruppe wohl auch hilfreich sind.

    l.G. Günter

    Hallo in die Runde der Paxillus-Freunde,

    auch ich habe mich letztes Jahr aufgrund üppiger Paxillus-Funde in verschiedensten Habitaten etwas eingehender mit dem involutus-Kreis beschäftigt.

    Als Cortinarien-Fan bin ich den Umgang mit KOH 40% gewohnt und liebe ihn sogar. Also habe ich auch die großen Paxilli intensiv durchgetüpfelt und siehe da, es scheint hier doch Unterschiede zu geben: So färbt P. cuprinus - wie in der Arbeit von Jargeat angegeben, auf dem Hut purpurn und P. validus deutlich rot! die beiden anderen irgendwie braun(schwarz). Makroskopisch waren die Fruchtkörper von P. obscurisporus (unter Tilia am Straßenrand) und validus (unter Populus tremula in einem Park auf Löß) fast ununterscheidbar, P. cuprinus (unter Birke, Weide, Erle auf Löß) etwas schmächtiger und P. involutus (unter Birke auf saurem Boden) fiel durch deutlich herablaufende Lamellen auf.

    Natürlich müssen diese Befunde kritisch gesehen werden, aber speziell die KOH-Reaktion auf dem Hut kann ja leicht geprüft werden.