Beiträge von Werner Edelmann

    Nr 4: entweder Fichten- oder Kiefernzapfenrübling - in unmittelbarer Nähe waren sowohl ein Kiefern-, als auch ein Fichtenzapfen vergraben. Gibt es da irgendwelche Unterscheidungsmerkmale, abgesehen vom Substrat? Bei einer Geschmacksprobe war jedenfalls nichts Bitteres festzustellen; sie waren eher wässrig und ansonsten geschmacklos.

    Ohne Zapfen eigentlich nur mikroskopisch an den verschiedenen Zystiden sicher zu bestimmen.

    Nr 3: ein Dufttrichterling?

    mehrere Exemplare in einigem Abstand zueinander zu finden, hauptsächlich Fichten- und Kiefernwald, sehr eigener, aber angenehmer Geruch- irgendwie frisch in Richtung Sellerie oder ähnliches, aber auch süßlich

    Clitocybe fragrans/suaveolens mit Zusatz s.l. für im weiteren Sinn. Das ist ein Aggregat mit noch mehreren mehr oder weniger nach Anis riechenden Arten.

    Moin zusammen! Habe mich in letzter Zeit ein wenig im Bestimmen versucht und hätte gern eure Einschätzung zu einigen Arten:


    Nr 1: Büscheliger Nitrathelmling? Chlorgeruch, auf Überresten einer toten Kiefer, weißes Sporenpulver am Stiel erkennbar

    GriasDi lubeca,

    Deine Bestimmungsversuche laufen nicht schlecht.

    Ich denke Du meinst beim Nitrathelmling Mycena stipata. Das ist sehr wahrscheinlich. Der schaut genau so aus, auch das Substrat passt. Es gibt aber noch andere nach Schwimmbad riechende büschelige Helmlinge, die sicher nur mikroskopisch abzugrenzen sind.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Dodo,

    das Blümchen mit den unscheinbaren Blüten ist ein Milzkraut. Da gibt's eines mit gegenständigen Blättern und eins mit wechselständigen. Ich hab bisher immer nur die mit den wechselständigen gesehen.

    Ich könnte bei der zweiten Tramete auch Lenzites betulinus, den Birkenblättling vorstellen. Hast Du auch unters Röckchen geschaut?

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    ich nochmal.

    Ich hab mir den Thread zum Anlass genommen die ja schon bald 10 Jahre zurückliegenden Funde mit dem Xerocomus /Xerocomellus-Schlüssel von Rödig nach dem Gattungskonzept von Sutara Roedig_Xerocomus_12_07.pdf zu vergleichen.

    Demnach würde mein vermeintlicher X.dryophilus-Fund schon wegen der Mykorrhiza mit Alnus/Salix sehr gut zu X.ripariellus passen, und die Fleischverfärbung des X.bubalinus-Fundes besser zu X.erubescens. Dazu passt dann aber die Populus-Mykorrhiza gar nicht.

    Die Belege müssen also nochmal einer genaueren Überprüfung unterzogen werden.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    tolle Bilder dieser sehr interessanten rothütigen Filzröhrlinge.

    ich könnte mir auch vorstellen, dass es sich bei den beiden Kollektionen verschiedene Arten handelt.

    Ich bleib jetzt der Einfachkeit halber bei der Gattung Xerocomus.

    Ich stelle bei Funden von X. communis / rubellus eigentlich immer die korattenfarbenen Flecken in der Stielbasis fest.

    Zumindest bei einzelnen nicht zu alten Fruchtkörpern einer Kollektion, die natürlich im unteren Stielbereich auch nicht madig sein dürfen. Ich denke deshalb, dass diese Flecken bei größeren Kollektionen schon ein gutes Merkmal sind.

    Neben X. ripariellus sollte man als Verwechslungsarten auch noch X. dryophilus, bzw. sein europäisches Pendent und auch X. bubalinus auf dem Schirm haben.

    Man weiss übrigens schon eine Zeit lang, dass die europäischen "X. dryophilus"-Funde mit dem aus Amerika beschriebenen X. dryophilus nicht identisch sind, und deshalb einen neuen Namen brauchen. Es wurde mal X. guidonis vorgeschlagen, weiss aber nicht, ob sich da schon was getan hat.

    Hier die Bilder eines Fundes, den ich, wegen der direkten Ufernähe an einem Baggersees auf der Münchner Schotterebene als X. cf ripariellus abgelegt hatte, und von meinem Vereinsfreund Robert Tardino als X. dryophilus bestimmt wurde.

    Auffällig ist das rot durchgefärbte Stielfleisch im unteren Bereich und das schmächtige Wachstum bis 4,5cm Hutdurchmesser.

    Aussergewöhnlich war mit Grauerle auch der röhrlingsuntypische Mykorrhizapartner. Evtl infrage käme auch eine etwas entfernte Salweide.



    Hier noch die Bilder eines X. bubalinus-Fundes von Robert Tardino aus der Münchner Innenstadt, auf einem Grünstreifen zwischen Straße und Gehweg,der seit Jahren üppig fruktifiziert. Als Mykorrhizapartner kommt passenderweise nur Schwarz- bzw. Hybridpappel infrage.

    Typisch ist das rosarötlich verfärbende Fleisch im Hut.

    Die Lindenfrüchte stören etwas. Die Fotos wurden aber nicht am Standort gemacht.




    Spannend diese Rothüter !


    An liabn Gruaß,

    Werner

    Hallo zusammen,


    die Nr.5 ist doch nicht Diatrypella verruciformis, sondern hat sich mit Blick durchs Mikroskop und Björn Wergens Pyrenomyceten-Kenntnissen als Sillia ferruginea entpuppt:


    Björn

    GriasDi Björn,

    das ist interessant.

    Den hätt ich einfach als D. verruciformis abgetan. Wenn ma ned alles mikroskopiert...

    Wenn man aber die Stromata vergrößert, sieht man doch noch die Reste der geschnäbelten Peritezien.

    Da muss ich mal drauf aufpassen!

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Wutzi,

    der schöne Porling an dem morschen Fichtenstamm schaut von der Weite aus wie eine typische Antrodia serialis, Reihige Tramete. Beim Gezähnten Rindenpilz kommt Radulomyces molare, Gezähnter Reibeisenpilz und Hyphoderma radula, Kreisförmiger Reibeisenpilz infrage. R. molare wächst hauptsächlich an Eiche und wird rel. schnell braun. H. radula kommt hauptsächlich an Kirsche vor und die Farbe Deines Fundes wär recht typisch dafür.

    Ich tippe deshalb auf H. radula.

    Sollte aber mikroskopiert werden.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Genau Wastl,

    der ist halt noch recht jung. An den Velumspuren ist das Spp aber trotzdem schon zu erkennen. Der Grünblättrige hätte schon ganz andere Farben, vor allem auch an der Stielspitze.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Wastl,

    der Fizarü schaut gut aus, der Helmling auch. Der muss halt auf dem Zapfen wachsen und nach Schwimmbad riechen.

    Dein "Flämmling" scheint nach der Verfärbung an der Ringzone ein Schwarzsporer zu sein. Ich würde deshalb den Rauchblättrigen Schwefelkopf favorisieren.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    ich würd wegen den extrem weiten Poren auch am ehesten eine Antrodia vermuten.

    Z.B. A. albida.

    Aber...bestimme keine Kinder und auch keine Leichen...

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Björn,

    toll was an Esche alles so zu finden ist.

    Fehlt nur noch Hypoxylon cercidicola und H. intermedium.

    Die Scleroencoelia hab ich im November an Esche auch gefunden und nach B&K als Encoelia fascicularis bestimmt ghabt.

    Jetzt seh ich, dass da 2016, abgesehen von der Gattungsänderung, an Esche diese neue Art beschrieben wurde. Kann S. fascicularis und S. fraxinicola per Substrat sicher getrennt werden?

    Die H. fuscum an Hasel is ganz typisch und H. cohaerens an Buche passt wohl auch.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Stefan,

    da hast Du vollkommen recht.

    Bei Wollweber/Stadler ist das alles schön dargestellt.

    Un da passt halt makroskopisch eigentlich alles für D. concentrica.

    Esche als Substrat, das flache halbkugelige Aufsitzen, auch die nur im äußeren Bereich hellen Zonen.

    Dazu kommt, dass D. concentrica die einzige Art ist, deren Entwicklungszyklus vom Herbst über den Winter bis ins Frühjahr zur Reife geht. Bei den anderen Arten entwickeln sich die Stromata im (Früh-)Sommer und kommen im Herbst zur Reife, sodass im Frühjahr nur noch Leichen zu finden sind.

    Die hier schaun sehr frisch aus.

    Aber Mikroskopieren und KOH- Extraktion schadet ja nicht.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Steffen,

    besten Dank für Deine Antwort.

    Bei AscoFrance hab ich's noch nicht versucht, weil ich erst noch versuchen will reifere Sporen zu finden. Immerhin war ja doch die ein oder andere dabei, die 9mü breit war, wie z.B. die oberste im mittleren Ascus auf dem ersten Mikrobild.

    N. magnusiana glaub ich auch deshalb nicht, weil nach Nectria 1959 Booth.pdf die zugehörige Anamorphe nur Mikrokonidien, und keine Macrokonidien bilden soll.

    Auch die Varianz der Macrokonidien mit deren Septierung möchte ich mir noch genauer anschaun bevor ich's im AscoFrance einstelle.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Murph,

    da solltest Du mit Deiner Vorstellung recht haben. Es gibt noch andere Daldiniaarten, das Wachstum an Esche und das halbkugelige flächig Aufsitzen auf dem Substrat sprechen aber für D. concentrica s.str..

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Sandra,

    einen Tipp zu Nr.10 hab ich. Ich würd am ehesten Skeletocutis nivea vermuten. Der bildet zwar normalerweise nicht so große Hüte aus und wächst eher resupinat bis effusreflex mit Hutkanten, wenn er aber an der Substratoberseite kommt...

    Die Art muss neuerdings übrigens wohl S. nemoralis s.l. heißen, da S. nivea aus Indonesien beschrieben wurde und mit den europäischen Funden scheinbar nicht identisch ist.


    Skeletocutis nivea - unbestimmbar und nicht in Europa existent!


    Nr.11 ist ein Rotrandporling, Fomitopsis pinicola, a bissl alt halt, ohne frischer Zuwachskante.


    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Kogge,

    der schwarze gelatinöse Belag ist Exidia pithya, der Teerfleckendrüsling. Ganz typisch mit den radialen Runzeln. Das Substrat ist demnach Nadelholz, wahrscheinlich Fichte.

    Beim braunen Teil sollte es sich demnach um einen Vertreter des Phaeotremella-foliacea-Aggregates handeln, auf Nadelholz wohl P. foliacea s. str.

    Exidia saccharina wächst auch an Nadelholz und schaut ähnlich aus.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    Ogni...Du hast den Porling Nr.2 doch in der Hand gehabt. War der denn "trametenzäh" oder eher "saftporlingsweich"?😀

    Ich kann mich mit der Bestimmung als Oligoporus/Tyromyces auch gar ned anfreunden. Ich finde die Poren viel zu weit und das braun passt halt auch gar ned.

    Aber so ist das bei Bildbestimmungen. Wenn man die Teile in der Hand hat, ist das halt schon ganz was anderes.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Hallo,


    ich glaube nicht dass #2 eine Anis-Tramete ist. Ich halte das für einen Saftporling, würde stark auf Tyromyces/Spongiporus tephroleucus tippen.

    GriasDi Andreas,

    dafür sind die Poren m.E. deutlich zu weit und auch die Bräunung der Poren hab ich bei T. tephroleucus noch nie so gesehen. Zu T. suaveolens würde es aber gut passen.

    An Buche hab ich sie aber auch noch nicht gehabt, denk ich.

    Ist Weide in dem Fall echt auszuschließen?

    An liabn Gruaß,

    Werner