Servus beinand',
ich hab den Thread von "Pilze an Tannenästen" geändert auf allgemein an Tannenholz oder speziell bzw. vordergründig mit Tanne wachsende Pilze geändert.
Das Weiterführen des Threads durch noch nicht genannte Arten, wie es Felli schon gemacht hat, ist ausdrücklich erwünscht!
Ein weiterer häufig an Tannenästen zu findender Pilz ist Durandiella gallica, der Büschelige Tannenbecher.


Ein kleiner pleurotoider Pilz, der durch seine Farbe und dem Erscheinen fast ausschließlich an Tanne während des Winterhalbjahres gekennzeichnet ist, ist Panellus violaceofulvus, der Violettblättrige Zwergknäueling




Ein sehr seltener Porling, der sehr dickes Tannentotholz braucht, und deshalb nur noch in entsprechenden Naturwaldreservaten mit sehr altem Tannenbestand und entsprechendem Totholz vorkommt, ist Phellinus (Phellinidium) pouzarii, der Rosenduft-Feuerschwamm. Bei entsprechender Frische ist der Duft aus 2m Entfernung schon wahrzunehmen. Es war ein ehrfurchteinflößendes Erlebnis diesen eher unscheinbaren Pilz im Rahmen einer Exkursion der BMG-Tagung am einzigen Fundort Deutschlands, dem Nationalpark Bayrischer Wald, fotografieren und riechen zu dürfen.


Cystostereum murraii, der Wohlriechende Schichtpilz, ist ein weiterer seltener, durch seinen auffallenden Kokosgeruch leicht identifizierbarer Pilz an Tannenstämmen. Der Fund stammt von derselben Tagung. Leider konnte ich ihn nicht am Standort fotografieren.

Hydropus marginellus, der Braunschneidige (Tannen-) wasserfuß, ein weiterer Fund aus dem Nationalpark.
Der moosbedeckte Stamm hatte einen Durchmesser von mindestens 1m.

Der Bergporling, Bondarzewia mesenterica, wächst an Stümpfen, aber auch parasitisch an Wurzelausläufern vitaler Tannen, und ist in entsprechend tannenreichen Wäldern noch regelmäßig anzutreffen. Er sieht dem Riesenporling sehr ähnlich und ist neben dem Substratunterschied an den nicht schwärzenden Fruchtkörpern leicht auseinanderzuhalten.


Phellinus hartigii, der Tannenfeuerschwamm, ist nah mit dem sehr ähnlichen Eichenfeuerschwamm, P. robustus, verwandt, aber an Tanne gebunden. Sehr schön sind solche "Astläufer", wie auf dem ersten Bild zu sehen.
Die Unterseiten solcher seitlich abstehender Äste sind übrigens super um Amylostereum chailletii zu finden.


Hier an einer durch den Tannenkrebs geschwächten Stelle.

An Tannenstämmen wächst auch ein Stachelbart, der dem Ästigen Stachelbart, Hericium coralloides, der an alten Buchen vorkommt, sehr ähnlich sieht.
Hericium flagellum, der Tannenstachelbart.

Auffallend waren bei dieser Kollektion vom Sudelfeld bei Bayrischzell diese rötlichen Guttationstropfen.

Hier noch im Initialstadium

Die Tanne hat auch eine Reihe auf sie spezialisierte Mykorrhizapartner.
Ein paar hab ich herausgesucht.
Z.B. diese 2 Milchlinge hier.
Lactarius glutinopallens / albocarneus, der Graublasse Milchling, ist neben dem Wirt und den unauffälligen Farben durch seine extreme Schleimbildung gekennzeichnet.

Ein Tannenbegleiter, der leicht mit dem häufigen fichtenbegleitenden Lactarius scrobiculatus, dem Grubigen Milchling, verwechselt werden kann, ist Lactarius intermedius, der Grubige Weißtannenmilchling.
Er hat insgesamt einen helleren, gerade am Rand nicht so stark filzigen Hut, hellere, langezeit weiße Lamellen oft mit einem leichten Rosahauch und auch die Gruben am Stiel sind irgendwie anders.
Die Unterschiede werden besonders deutlich, wenn man beide Arten nebeneinander vergleichen kann.



Der häufigste und bekannteste tannenbegleitende Milchling ist wohl L. salmonicolor, der Lachsreizker.
Mir ist aber gerade aufgefallen, daß ich den noch nie fotografiert hab. 
Ein steter Tannenbegleiter ist auch Russula cavipes, der Hohlstieltäubling, ein sehr scharfer Vertreter der Violaceinae.
Neben dem Wirt ist er durch die Schärfe, dem hohlen gilbenden Stiel, den weißen Lamellen und den typisch verwaschen violettlichen Hutfarben gekennzeichnet.


Ein in den natürlichen Tannenareale weit verbreiteter Mykorrhizapilz ist auch der Orangeschneckling, auch an den unangenehmen Geruch angelehnt, Terpentinschneckling genannt. Hygrophorus pudorinus /abieticola.

Ich freu mich um Ergänzungen!
Ich wünsch Euch allen frohe Ostern,
bleibts gsund!
Werner