Beiträge von Sebastian_RLP

    Hallo Christian,


    leider leider komme ich erst heute zum antworten. Ich danke dir sehr für den Hinweis auf P. panaeoloides. Von der Ökologie und Makroskopie kann das in der Tat sehr gut hinkommen. Die Sporen verunsichern etwas. Ludwig beschreibt die etwas weniger schlank (wobei in der Fußnote auch schlankere Formen erwähnt werden). Nach Ludwig sollen die Sporen aber auffallend variabel in der Form daherkommen ("kennzeichnend für die Art"), von ellipsoid, ovoid bis hin zu einige subglobos (das sehe ich eher nicht), typisch mit abgestutzter Basis - subtriangulär. Das wiederrum könnte schon passen. Die zellige HDS passt auch.


    Insgesamt ist das also schon irgendwie der beste Kanditat bisher. Frage mich, ob ich den so zur Kartierung geben könnte? Der ist nämlich bei pilze-deutschland.de auch noch nicht für Rheinland-Pfalz kartiert. Was meint ihr dazu??


    LG Sebastian

    Wenn die Pilze einfach die Bücher nicht lesen, dann erscheint auf einmal Pluteus romellii, der gelbstielige Dachpilz mit großen, prächtigsten Fruchtkörpern mitten im März und dann auch noch auf dem Boden:





    und noch ein Küken:


    Sporen:


    Cheilos:


    HDS



    Beschäftigt hat mich allerdings eher eine Psathyrella - der habe ich jetzt mal den Arbeitstitel P. salina gegeben, aber mit einem ganz dicken CF.

    Vielleicht wisst ihr etwas, hier die Details


    Am Rande des Kies-Sees, im Sand bei Pappel und Weide folgende Fruchtkörper:


    Hüte ein blasses braun, stark hygrophan, der große Fruchtkörper knappe 3cm.

    Lamellen ohne farbige Schneide.

    Stiele erwartungsgemäß stark brüchig.


    SPP im Abwurf schwarz, auf Objektträger im Gegenlicht dunkel tabakbraun.


    Mikroskopisch:

    Sporen (in KOH3%) ellipsoid bis angedeutet apfelkernförmig: 7,5-8,8 µm (av. 8,2 µm, SD 0,3 µm) x 4,6-5,4 µm (av. 4,9 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,5-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 25)

    Prominenter Keimporus mit ca. 2µm



    Cheilozystiden und Parzystiden:


    Ansonsten zahlreiche Cheilos auch Doppelköpfig





    Pleurozystiden vorhanden, lageniform, apikal oft abgeflacht:


    Huddeckschicht aus meiner Sicht rein zellig:


    Tja, im Ludwig habe ich die "Sandarten" abgegrast, in der Hoffnung so vielleicht schon schnell zu einem Ergebnis zu kommen.


    Psathyrella ammophilia passt aber nicht, da die Sporen bei dieser Art größer (deswegen scheidet auch halophila und flexispora aus)

    Psathyrella dunensis hat wohl Sporen mit kleinerem Keimporus

    P. dunarum könnte vielleicht noch passen, zu diesem habe ich ein Portrait von Melzer verglichen, da im Ludwig nicht abgebildet:

    https://www.zobodat.at/pdf/OestZPilz_19_0013-0017.pdf

    Aber diese doppelköpfigen Zystiden habe ich in dem Portrait auch nicht gefunden.


    P. seymourensis hätte wohl als Sandart kräftiges Velum. Das war hier nicht der Fall. Eher spärlich, auch bei dem ganz jungen Exemplar.


    Mit dem Schlüssel von Melzer lande ich am ehesten noch bei Salina (allerdings zeigt mein Fund keine Auflagerungen auf den Zystiden, was dann wieder sehr verunsichert, Ökologie könnte passen)


    Diese doppelköpfigen Zystiden habe ich in den Abbildungen bei Ludwig (Strohhalm :) nur bei suavissima gefunden. Das passt aber die Ökologie nicht. Sowie bei niveobadia, dass passt auch überhaupt nicht, schon von den Sporen passt dies nicht.


    Nun ja, alles sehr unzufriedenstellend mit diesen Faserlingen, vielleicht habt ihr noch eine Idee?


    Ansonsten gabs noch viel Gewöhnliches, aber schönes nach langer Flaute:

    03 Pholiotina aporos - der Frühlingsglockenschüppling zeigt sich endlich:


    04 Tubaria furfuracea


    05 Judasohren in rauhen Mengen:


    Schleimpilze, leider aus Zeitgründen nicht weiter untersucht, aber hübsch:


    Noch etwas Kleines, bei dem ich noch keine Chance hatte ... an Laubholz:


    Und Kiefernzapfenrüblinge:



    So genug vom Spaziergang, freue mich, dass es nun wohl wieder losgeht!!!


    Gruß Sebastian

    Hallo Norbert,


    bipellis hatte ich auch schon im Winter (Januar), allerdings habe ich meine Kollektion schmächtiger in Erinnerung. Schau mal hier:


    Wirklich schöne Fruchtkörper hast du da zum Vorzeigen.



    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    so langsam regt sich schöneres Wetter. Und trotz der kalten letzten Tage ließen wir es uns nicht nehmen, uns bei schönstem Sonnenschein in herrlicher Natur zum allmonatlichen APV-Treffen auf Pirsch zu begeben. Ohne viel zu erwarten hatte Klaus doch einige Highlights für uns in Petto. Vielen Dank für die Orga dieses wunderschönen Tages an dich lieber Klaus!


    Einige Orte gab es zu besuchen. Hier mal ein kleiner Eindruck vom Weinfelder Maar:



    Aber nun zu den Pilzen:


    Auf der ersten Runde machte 01 Auricularia mesenterica - der gezonte Ohrlappenpilz den Aufschlag.



    Zudem für mich ein Erstfund, kleinste Becherchen an stark verrottendem (vermutlich Buchen-)Stamm. Wie sich herausstellen sollte sehr wahrscheinlich

    02 Orbilia xanthostigma cf. - das gelbe Madensporknopfbecherchen (zum Namen gleich mehr!)



    Im folgenden Bild achte man rings um den FK auf die schwarzen Erhebungen. Diese waren extrem winzig aber regelmäßig zu sehen unter Auflicht. Konnte nicht genau eruieren, worum es sich dabei handelt. Die Art komme wohl auch z.B. mit Mollisiaarten in Gesellschaft vor. Nun ja, da fehlen mir die Kenntnisse.


    Das Kerlchen heißt madensporig weil wohl die Sporen so halbkringelförmig bzw. allantoid daherkommen ("C-shaped"). Sie waren sehr klein und ziemlich schwer aufzutun, erst unter Kongorot (SDS) und 1000-fach hatte ich überhaupt eine Chance:


    Ansonsten die wohl für die Orbiliaarten typischen Asci: basal bifurkat ohne Croziers auszubilden:


    Weiter desöfteren apikal abgeplattete Asci, wie wohl auch für die Art typisch. Zudem im nächsten Bild auch bereits die Paraphysen mit kugelförmig erweiterten Enden:


    Hier noch weitere Paraphysenbilder/Eindrücke:


    Weiter gehts mit Besonderem andernorts:

    03 Hypocreopsis lichenoides - die Trollhand bzw. der Weidenscheinflechtenpilz


    Klaus führte uns an eine bekannte Stelle. Glücklicherweise konnten wir, nachdem die Fruchtkörperbildung wohl auch des Öfteren mal ausbleibt zumindest einen wunderschönen Fruchtkörper dieser interessanten Art auf Weide finden. Für mich die erste Begegnung mit dem Pilz. hatte zuvor nur davon gehört:


    Hier ein Bild von Klaus:

    zu sehen auch ein bräunlicher Schichtpilz. Habe nach Hinweisen nun im Nachgang nochmal nachgelesen. Die Trollhand kommt wohl gerne an solchen z.B. Weidengehölzen vor, die auch von solchen braunen Schichtpilzen wie der Tabakbraunen Borstenscheibe besiedelt sind. Leider bin ich dem Schichtpilz nicht weiter nachgegangen vor Ort.


    Aber kann man mir verdenken, dass ich nur Augen für den Star hatte :) ... hier noch ein Stack von mir:


    Etwas erstaunt war ich, dass die Art für Rheinland-Pfalz noch nicht kartiert ist. Hier im Forum wurden ja glaube ich schon Funde aus RLP gezeigt. Hole ich ggf. einmal nach.


    Auch Prachtbecherlinge (nicht mehr ganz taufrisch) waren aufzutun, hier vermutlich

    04 Sarcocypha coccinea - der scharlachrote Prachtbecherling

    Ein so herrliches Feuerwerk, wie hier durch andere bereits gezeigt kann ich allerdings nicht bieten, nur etwas angegriffene FK:


    Habe einen FK mitgenommen, die genaue Abgrenzung zu austriaca steht aus, lasse die Sporen gerade keimen, das dauert etwas. Dennoch eher abgerundete und nicht sattelförmige Sporenenden sowie gerade Haare (hier quick an dirty):


    Auch gab es dort Ciboria amantacea, da aber jetzt mal keine Bilder.


    Ansonsten an einem weiteren Standort noch 05 Encoelia furfuracea - der Haselkleiebecherling

    an alten, dicken und sehr angegriffenen Haselsträuchern zu finden. Insgesamt sehr klein (gezeigt Fruchtkörper etwa um einen cm herum, nur der aufgegangene etwas größer). Die können wohl auch größer, hier seid Wochen aber in dieser Größe verharrend:


    Ansonsten gab es an Holz natürlich vieles mehr: Bucketrameten, Schichtpilze uvam mehr. Manches auch noch nicht bearbeitet auf die Schnelle. Folgt vielleicht noch, wenn meine Zeit es zulässt.


    So, ich hoffe es geht nun bald richtig los mit der Natur, das war schonmal ein seehr schöner Tag. Freue mich auch schon auf die Morchelsaison.


    LG Sebastian

    Bin mir da seeehr unsicher. Könnte vielleicht der milchweisse Eggenpilz auch so daherkommen?? Oder etwas in diese Richtung?



    Bin gespannt, ob sich noch jemand mit mehr Erfahrung in dem Bereich zu Wort meldet.


    LG Sebastian

    Hallo Ingo,


    Super, danke für die umfassende Darstellung. Das werde ich mir in einer ruhigen Minute nochmals intensiv zu Gemüte führen und unbedingt ausprobieren. Mal sehen, ob dann von Erfolg gekrönt...


    Ich werde berichten.


    LG Sebastian

    Hallo Ingo,


    eine ganz tolle Dokumentation. Der Nachweis der Infektion ist mir noch nicht gelungen, da muss ich bei dir nochmal in die Lehre gehen. Irgendwie habe ich mir das mit dem Vorwaschen auch schon immer so vorgestellt, aber ich bekomme es einfach nicht hin, dann die Ansatzstelle zu finden oder diese gar noch anzufärben. Muss mir da nochmal schwer Gedanken machen, wie genau ich da vorgehen kann, dass es klappt. Vielleicht hast du noch ein paar Tipps für mich.


    LG Sebastian

    Hallo Felli, ok, da hätte ich jetzt keinen Haken erkannt. Auch waren die sonstigen zahlreich geprüften Ansatzstellen einfach.


    L. brevipilosum hat nach Asco Sonneberg keine Haken.


    Vielen Dank für den Hinweis zum Schlüssel, schaue ich mir an :daumen:


    LG Sebastian

    Hi Felli,


    danke für deine Einschätzung, toll, Mollisia sollte passen. Mit der Gattung habe ich mich noch gar nie befasst. Habe aber auf ASCO Sonneberg einen Schlüssel entdeckt. Probiere ich mal aus die Tage. Nur ob ich den geforderten Sporenabwurf hinbekomme (vital, direkt nach "Abschuss") weiß ich nicht.


    Zur Lachnum:

    Haken konnte ich nicht finden. auch keine Hakenfüße an vollständig freien Asci:


    Mit den Öltropfen/Guttulen tue ich mich schwer. Mitunter scheinen die Paraphysen glatt, schmal lanzettlich


    ...dann auch wieder breiter, teils septiert und auch mit Inhalt:


    Sporen habe ich nochmal nachgemessen:

    7,6-11,0 µm (av. 8,9 µm, SD 1,2 µm) x 2,0-2,8 µm (av. 2,4 µm, SD 0,2 µm); Q = 3,1-5,4 (av. 3,7, SD 0,7)(n = 11)


    Bei den Paraphysen bin ich mir unsicher nach dem was ich für L. pudibundum auf Asco Sonneberg sehe. Auch weil die bei meinem Fund oft sehr schmal daherkommen. Dann könnte doch L.brevipilosum besser passen.


    Hier noch zwei Aufnahmen der Haare:


    LG Sebastian

    Wolfgang P.


    Habe mir das empfohlene Werk einmal zugelegt. Dort lande ich schnell und zuverlässig bei H. graminea. H. similis ist zu dieser Art in dem Werk synonymisiert (siehe Hinweis unten). Die Beschreibung passt sehr gut, auch der Standort in Moos ist für graminea beschrieben.


    Meine Sporenmaße sind etwas größer, aber immer noch passend, zumal nicht aus Abwurf gemessen. Außerdem noch folgender interessanter Hinweis im Werk:

    "A variant with somewhat larger (8,7-9,7 x 5,5-6 µm) and more ellipsoid spores was described by Kühner (1972) as Galerina similis. In our numerous collections we observed all kinds of combinations of these characters, convincing us that these represent only variants of a single, variable species."


    In Index fungorum werden die beiden Arten getrennt geführt.


    Danke und LG Sebastian

    Hallo Bernd,


    also eine Art "synoptischer Schlüssel". Ich finde dein Projekt sehr interessant, grundsätzlich müsste man im Feld mal damit arbeiten, um die Brauchbarkeit bzw. etwaige Schwachpunkte herauszuarbeiten. Und zudem müsste man mikroskopisch prüfen, ob die Ergebnisse zu denen man gelangt alternativlos sind. Vermutlich hilft es aber ähnlich wie der Schlüssel von Winkler bei einer Annäherung und beim Training der Merkmalsbeschreibung, ohne (verständlicherweise) jemals Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können.


    Ich habe mich z.B. noch gefragt, ob Russula decolorans auch in diese Tabelle hier gehört?


    Was ist mit Russula decipiens, Russula mesospora usw usw ...


    Nur eine Handvoll sehr großer (scharfer) Arten, die mir gerade noch einfallen und die ich hier vermisse?


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    eine kleine Runde durch den Stadtpark in Neuwied brachte doch einiges zum Vorschein.


    Auf einem verrotteten Laubbaumstumpf eine 01 Lachnum spec.

    Bekomme die Arten nicht recht auseinandergehalten. Zu L.nudipes passen die Mikromerkmale, aber wenn ich es recht erfasst habe kommt dieser nicht an Holz vor (?). Lachnum impudicum hat kleinere Sporen. Vielleicht Lachnum pudibundum. Da lande ich am ehesten beim Schlüsseln.




    Sporen fusoid (lang, schmal):


    Asci mit amyloider Reaktion am inoperculatem Apikalapparat. Paraphysen lanzettlich, überstehend.


    Haare leicht kopfig und mit "Noppen" besetzt:


    Wie ihr auf dem ersten Bild schon sehen konntet, gab es dort auf dem selben Stumpf noch andere Ascos, die ich aber bisher aus Zeitmangel nicht bestimmen konnte.Vielleicht hat jemand eine Idee: 02 Asco spec:


    Sporen eher ellipsoid:


    Asci und Paraphysen, quick and dirty:


    Auch gab es eine Ciboria, im Moos an Stamm interessanterweise. Dort ist wohl ein Erlenkätzchen gelandet, Teile waren noch zu erkennen. 03 Ciboria amentacea


    Sporen typisch, mit Verlust der Hülle


    Auch gabs an den Mauern wieder zahlreiche Lamprosporas, am Ende wohl wieder alles

    04 L. tortula-ruralis


    Spannend fand ich die aufrechtstehenden Asci unter Auflicht, hatte ich so noch nie gesehen. Konnte das leider schlecht festhalten, ging übers komplette Hymenium:


    Typische genetzte Sporen in BWB:


    Ansonsten gabs nicht viel. Mit Hut und Stiel fanden sich Trompetenschnitzlinge, ein paar verirrte Stockschwämmchen und, die zeige ich noch, weil hübsch 05 Flammulina velutipes


    Vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps, insbesondere zu Nr2, LG Sebastian

    Hi,


    habe unter dem Mikroskop dann noch die Strukturen des jungen Mooses bewundert:


    ....und dabei bin ich dann auf weitere Ascos (a) gestoßen, die etwa 0,1mm groß sind und die ich mit bloßem Auge nicht im Blick haben konnte:


    schwer zu präparieren, hier eine Ahnung von den dichtgepackten septierten Sporen im Asco:


    Und die Zellen des FK:


    von Oben


    Keine Ahnung, ob dazu irgendwer etwas sagen kann: boccaccio vielleicht ????


    Weiter dann dieser Winzling (b), ähnlich groß:


    Vielleicht ein Schleimpilz?


    jedenfalls mit teils verzweigten Hyphen und unzähligen perlschnurartigen Elementen (Sporen????):


    Es gab noch einen weiteren Fruchtkörper, ähnlich groß, einzeln, den ich leider nicht gut eingefangen habe, eher schmutziggelb und vom Habitus am ehesten wie der der mittlere gelbe Teil eines Gänseblümchens aussehend (ebend ohne die weißen Blüten). Sporen:


    Nun sagt mal was zu den Winzlingen. LG Sebastian

    Hi, habe nochmal mit Kongorot/NH3 mikroskopiert.


    Sehe oft glatte Ansatzstellen, manchmal eine etwas wulstige Ansatzstelle, die ich aber nicht als Schnalle erkennen würde. Nur einmal eine Stelle, wo man eine Schnalle vermuten könnte? Das kann aber auch ein Artefakt sein. An vielen, vielen, vielen auch visuell geprüften Ansatzstellen ist schlicht nichts.


    Aber schaut gerne nochmal selbst:


    HIer so etwas wulstig ... aber eine Schnalle ist das doch nicht???





    HIer wieder etwas wulstiges an der oberen Ansatzstelle



    Hier vielleicht eine kleine Schnalle???



    Ich schlüssel heute abend nochmal in die Richtung "mit Schnallen" ...


    LG Sebastian