Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Täublinge sind im Fleisch spröde, d.h. du kannst den Stiel durchbrechen wie eine Karotte ohne das sich faserige Fäden ziehen lassen. Außerdem sind sie ganz einfach aus Hut, Stiel und Lamellen aufgebaut. Es gibt keine Knolle, Ring, oder sonstige Velumreste auf dem Hut. Auch die Lamellen sind bei fast allen Täublingen spröde und splittern/brechen ab wenn man mit sie mit dem Finger biegt oder darüberstreicht. Ein weiteres Hilfsmerkmal: Bis auf die Schwärz- und Weistäublinge besitzten Täublinge keine regelmäßigen Zwischenlamellen/Lamelletten. Also nahezu alle Lamellen gehen von Stiel bis Hutrand durch ohne das sie ständig von halben Lamellen untermischt werden.

    Unter den Täublingen gibt es keine stark giftigen Arten. Noch dazu sind die Magen-Darm unverträglichen alle scharf im Geschmack. Daher ist hier eine Kostprobe auch zielführend, will man sie bestimmen oder als letzte Sicherheit für die Pfanne prüfen.

    Bei den anderen Pilzen mit Lamellen, den Faserblätterpilzen, sollte man Geschmacksproben nur machen, wenn alle gefährlichen Giftpilze aufgrund der eigenen Kentniss ausgeschlossen sind und die Probe auch zielführen ist.


    LG Thiemo

    Hallo,


    schön zu sehen, dass sich auch andere mit den neuen Verwandtschaftsverhältnissen der Gelbfüße befassen.
    Ich hatte mir das auch vorgenommen und seitdem keine Kollektionen mehr gefunden ...

    Dieses Jahr zumindest ein Einzelexemplar, welches ich aufgrund der inamyloiden Lamellentrama als Chroogomphus mediterranus benannt hätte. Leider sind die Bilder in der Dämmerung nicht gut geworden - ich hänge sie trotzdem mal an. Eher grauer Hut und gelblicher Stiel mit gelben Basismyzel (auf dem Bild erscheint das gelb wieder zu hell...).




    Lamelle in MELZER - ohne amyloide Elemente


    Hyphen vom Basismyzel in MELZER - mit amyloiden Inkrustationen




    Was meinst Climbingfreak mit Funderfahrung dazu?:)


    LG Thiemo

    Hallo,


    vielen Dank für den tollen Bericht! Dadurch kann ich mir hoffentlich ein besseres Bild von diesem Phantom machen. Was mir persönlich als Unterschied zum essbaren Wiesen-Champignon auffällt:

    - Der Ring ist zwar schmächtig aber nicht ganz so wie bei campestris
    -
    Die Stieloberfläche unterhalb des Ringes erscheint kahl und glatt, nicht wie bei campestris etwas gebändert faserig

    - Der Stiel hat zwar keine deutliche Knolle, aber ist auch nicht zugespitzt wie bei campestris

    - und natürlich das Verfärbungsverhalten sowie die Reaktion auf Lauge

    Wie seht ihr das?

    Auch ich kläre Ratsuchende über die Champignons-Problematik auf, allerdings würde ich mich dabei besser fühlen, wenn ich den Falschen Wiesenchampignon wenigstens mal in echt gesehen hätte und auf Unterschiedehinweisen könnte.


    LG Thiemo

    Hallo Oliver,


    Die Haare und Pileozystiden können bei R.ionochlora u. grisea gleichermaßen ausgeprägt sein und taugen leider nicht zur Trennung. Eher schon die Ornamentierung der Sporen, wenn auch nur sehr beschränkt. Klar isolierte Sporen hat nur R. ionochlora, sobald ein paar Verbindungen dabei sind sind wieder beide Arten möglich. Klar teilnetzige Sporen kann nur R.grisea von den beiden haben. Sporenpulverfarbe IIb ist auch für beide möglich.


    Wie ich geschrieben hatte sind auch ökologische Faktoren wichtig. Dein Pilz steht im Widertonmoos, einem Säurezeiger was nicht zu den molekular abgesichterten R.grisea's passt. Auch die Farbgebung mit grün und violett ohne trübe Grautöne ist, wenn auch nur als Hilfsmerkmal, eher pro ionochlora zu werten.

    Ich würde den Pilz als Papagei-Täubling Russula ionochlora ansehen.

    LG Thiemo

    Hallo Oliver,


    Griseinae sind schwierig,versuchen wir es daher mal mit dem Ausschlussprinzip:


    - Russula medullata, stenotricha/atroglauca, subterfurcata & parazurea sind Pappel-Begleiter und scheiden aus. Letzterer hätte zudem netzige Sporen.

    - Russula. galochroa (Fr.) und anatina sind an Eiche gebunden und können es daher auch nicht sein.

    - Für Russula sublevispora passt das Ornament nicht
    - Der Buchenbegleiter R. faustiana hätte typische tönnchenförmige Haarglieder


    Bleiben erst mal R. ionochlora, grisea, aeruginea im engeren Kreis. Ich muss gestehen R.aeruginea noch nie mikroskopiert zu haben, aber dabei sollten schmale Haare und längliche Sporen auffallen.

    R. ionochlora und grisea zu trennen ist schwierig, da beide sich stark in ihrer Variationsbreite überschneiden. Im typischsten Fall kann man den typischen R.grisea wohl als dunkel Creme sporenden, an wärmebegünstigten, kalkhaltigen Standorten unter Laubbäumen wachsenden Pilz, mit eher tristen Farben und teilnetzigen Sporen verstehen. Ist in Deutschland deutlich seltener und viele R.grisea Funde sind fehlbestimmte R.ionochlora.

    LG Thiemo

    Hallo Oliver,


    die Sporen von Russula carpini sind sehenswert. Ich drück' dir die Daumen für den Abwurf, ansonsten würde ich ein winziges Stück Lamelle quetschen und natürlich in Melzers-Reagenz mikroskopieren. Sie haben ziemlich lange (ca. 1-1,5 Mikrometer), isolierte, dünne Stacheln. Beim Quetschen können sie sogar abbrechen, daher wäre der Abwurf ideal und der Lamellenmethode vorzuziehen.


    Leider hab ich nur ein altes Bild (Handykamera):
    R.carpini x1000[Öl] MELZER


    LG Thiemo

    Danke Pablo,


    dann habe ich nun auch eine Vorstellung von C.melanotus. Stimmt, der sieht schon anders aus.

    Bei den Fotos hattest du scheinbar ähnliche Probleme und ich wollte schon meine Smartphone-Kamera verfluchen. Aber im Kustlicht/Studio sieht das Bild schon recht farbecht aus, finde ich.

    LG Thiemo

    Hallo Pablo,


    In FN ist die KOH Reaktion erwähnt. Mit diesem Werk hab ich auch geschlüsselt um zu C. venetus zu kommen. Der im Laubwald wachsende C. cotoneus hat wohl signifikant größere Sporen und der Braunnetzige Raukopf C. melanotus dunkle Schuppen und braunes Velum. Jedoch haben alle die selbe KOH Reaktion. Nur C. phyygianus hat wohl innerhalb der Sektion Veneti eine abweichende Laugenreaktion.

    LG Thiemo

    Hallo Lukas,


    R.mairei hat sich als rein amerikanische Art herausgestellt. Also muss man alle hiesigen Funde nach dem alten Namen R.fageticola benennen. Nobilis ist Synonym.

    Das Grün ist charakteristisch, wenn vorhanden. Wichtig ist die starke (+++) Guajak Reaktion und fehlendes Gilben was den Pilz von anderen Spei-Täublingen abgrenzt.


    LG Thiemo

    Hi,


    genau, anschnibbeln und KOH auf die austretende Milch. Bei L. pyrogalus wird sie übrigens gelb. :)


    Sporengröße ist auch eine Möglichkeit. Der Nordische Milchling steht in einer anderen Sektion als der Graugrüne und hat signifikant größere Sporen.


    Friedhof klingt eher untypisch für den Nordischen, da zu wenig sauer(?). Also wohl doch eher der Graugrüne. Die Ökologie zählt bei diesen Milchlingen sehr.

    LG Thiemo

    Hallo Wolfgang,


    wie gesagt die Kamera konnte die gelben Farben nicht einfangen. Der Stiel ist zwar nicht quitschgelb wie beim Schwefel-Ritterling, aber keinesfalls weiß.

    Die Sporen sind deutlich warzig ornamentiert. Davon habe ich aber leider kein Bild gemacht, da ich nicht wusste, dass das bei den Schleierlinge wichtig werden kann.

    Edit: Ich habe die blutrote KOH Reaktion im Startpost ergänzt

    LG Thiemo

    Hallo,


    Ein paar Funde dieser Woche:


    Erst mal Parkanlage/Friedhof

    #1 Wurzelnder Bitterröhrling Caloboletus radicans




    #2 Eichen-Filzröhrling Hortiboletus engelii




    #3 Verblassender Täubling Russula exalbicans



    Jetzt gehts im Wald weiter, wo sich die Schmierröhrlinge breit machen

    #4 Sandröhrling Suillus variegatus




    #5 Kuhröhrling Suillus bovinus




    #6 Hohlfußröhrling Suillus cavipes




    #7 Porphybrauner Wulstling Amanita porphyria




    #8 Weinroter Graustieltäubling Russula vinosa




    #9 Ziegelroter Täubling Russula velenovskyi




    #10 Mit zahleichen Tränen, Zitronenblättriger Täubling Russula sardonia




    #11 Brauner Filzröhrling Xerocomus ferrugineus




    #12 Kampfer-Milchling Lactarius camphoratus




    #13 Buchen Spei-Täubling Russula fageticola

    Schön mit Grün in den Lamellen :)



    LG Thiemo

    Hallo Schupfi,


    #1 Sehe ich wie du


    #2 Kann deine Einschätzung auch stimmen. Die Sporen wären netzig ganz im Gegensatz zu den anderen Griseinae.

    #3 Diese "Grauen-Schleimmilchlinge" finde ich ja grausig zu bestimmen. Den Graugrünen finde ich fast nur im Buchenlaub. So auf sauren Boden unter Nadelbäumen drängt sich mir hier der Verdacht auf den Nordischen Milchling L.trivialis auf. Prüf' doch mal die Milch KOH, ob sie orangegelb wird.


    #4 Wenn der sehr scharf schmeckt klingt Camenbert-Täubling gut.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Bei den Schleierlingen kratze ich erst an der Oberfläche, daher die Bitte an euch hier kurz drüber zu schauen.


    Fund direkt unter Fichten, Lärche gewachsen, in der Nähe auch Buche, Eiche. Saurer Boden bei Heidelbeeren.
    Geruch: Schwach, verletzt etwas rettichartig
    Hut: Trocken, fein schuppig
    Lamellen: selbst bei den jüngsten Exemplaren in trüben gelbolivbraun
    Stiel: Trocken, mit sehr schwachen gelbrünen Velumbändern, nur wenige Exemplare mit deutlich braun bestaubter Cortina, Bases etwas keulig verdickt
    Sporen: fast kugelig 5,5-5,75 x 6,5
    KOH Reaktion auf Hut: Dunkel Blutrot

    Leider ist das Bild nicht farbecht, der subtile gelbgrüne Ton an Hut und Stiel wird von der Kamera geschluckt (wie man das vom Grünblättrigen Schwefelkopf kennt)




    Daher noch mal mit Blitz:



    Sporen x1000[Öl] in Leitungswasser




    Gibt es noch weitere Arten die man differenzialdiagnostisch abklären müsste oder ist die Bestimmung sicher? :)


    LG Thiemo