Beiträge von Tricholomopsis


    Die Breite des Quantilsbereich sollte aber eigentlich nicht (bzw. allenfalls vernachlässig gering) stetig in Korrelation zum Umfang ansteigen, oder meinst du das gar nicht?


    Servus Craterelle,


    nein, ich meine nicht die Breite des Quantilsbereichs, sondern die reine Min-Max-Abschätzung, die ohne Statistik erfolgt. Die ist natürlich - und das ist auch der Hauptkritikpunkt an ihr - in einem gewissen Maße willkürlich, da man ja "nachGefühl" auswählt, wo man nun die Grenzen ungefähr hinlegt und welche Werte man dann in Klammern dazu angibt, anstatt das sauber auszurechnen. Dafür geht es eben ohne zu rechnen. Diese geschätzten Min-Max-Werte sind von der Stichprobengröße abhängig und werden erst bei einer recht großen Anzahl gemessener Sporen stabiler (wieder ein Nachteil dieser Methode).


    Zitat

    Genau aus diesem Grund halte ich die Extremwerte (Minimum und Maximum der Stichprobe, häufig in Klammern mit angegeben wie bei dir) übrigens für die am wenigsten aussagekräftigen aller Angaben, da diese am stärksten von Stichprobengröße und Zufall abhängen.


    Wie gesagt: nachvollziehbarerweise. Auch willkürlich gewählte Min-Max-Grenzen hängen eben von der Stichprobengröße ab. Man muss hier ausreichend Sporen vermessen, um reproduzierbare Einschätzungen zu erhalten. Die Reproduzierbarkeit ist hier allerdings nicht exakt, da man nicht auf die Kommastelle genau entsprechende sauber definierte Grenzen erhält. Ich frage mich aber, ob diese exakt berechneten Grenzen wirklich einen so großen Mehrwert an Information bieten, als dass man das Procedere durchführen müsste.


    Zitat

    Ich hoffe, wir reden jetzt nicht aneinander vorbei.


    Möglicherweise, was aber durch Nachfragen behoben werden kann (und jetzt vermutlich behoben ist)


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    Deine Zahlen verstehe ich noch nicht so richtig. Sind das 95%- oder 80%-Grenzen? Es scheint zu nichts so ganz zu passen.


    Eben, es sind weder 95%- noch 80%-Grenzen. Es sind einfach anhand des Datensatzes ohne jedwege Rechung frei Hand abgeschätzte "Circa-Grenzen" (das ist genau das, wogegen Jens so ankämpft). Ich runde die Messwerte (hier wurde ja auf 0,01 µm gemessen, obwohl die Auflösung des Lichtmikroskops bei 0,2 µm als absolutes Minimum liegt, d.h. der genaue Kurvenverlauf, den du abbildest, würde im Rauschen der Messungenauigkeit untergehen) und kappe an beiden Enden "nach Gefühl" ab. Ich könnte auch auszählen, damit 5% der Messwerte außerhalb liegen. Meist schaue ich, ab welchem Wert nur noch Einzelsporen selten ober- oder unterhalb liegen und nehme das dann eben als die (in der Tat unwichtigen) Extremwerte und nehme den Rest des Bereichs als Min-Max-Grenzen.
    Und da meine ich, dass diese Abschätzung gar nicht so weit weg ist von dem, was du statistisch herausbekommst. Und wenn meine Grenzen um beispielsweise 0,2 µm falsch liegen würden, fällt das in der Praxis nicht auf, da dies ja beim Messen schon kaum noch wahrgenommen wird. Angenommen, die Sporenlänge ginge bis 8,2 µm (als 95%-Grenze), dann würden diese Sporen ohnehin als 8 µm lang gemessen werden (oder manchmal als 8,5 µm, wenn man falsch geschätzt/abgelesen hat). In der Praxis ist es kaum oder nicht zu unterscheiden, ob 95% der Sporen bis 8,0 oder bis 8,2 µm lang wären. Das meine ich damit.


    Insofern frage ich mich einfach nur, ob man wirklich den Aufwand betreiben sollte und sich statistisch abgesegnete Intervalle berechnen sollte oder ob man, was die Beschreibung und Bestimmung von Pilzen angeht, auch mit geschätzten Werten hinreichend nahe da heran kommt, um sich den Aufwand zu ersparen.


    Das ist es, was ich prinzipiell meine - und da bin ich neugierig, ob die Berechnung nun ein wirklich nutzbare Mehr an Information bietet/liefert.


    LG
    Christoph

    Servus Craterelle,


    danke für die Zusammenstellung und Auswertung der Daten. Dass die Sporenlängen hier nicht nbormalverteilt sind, steht ja auch durch den Test, den Dieter schon gemacht hat, fest. Die Zwangsumformung zu einer Normalverteilung, also das Ignorieren der wahren Verteilung, erscheint mir daher ebenfalls willkürlich.


    Was ich mich aber generell immer noch frage... Ich würde die Sporen ohne Statistik wie folgt angeben:


    (n = 120) (5,5-)5,75-6,7-8,25(-8,5) x (3,0-)3,5-3,7-4,25(-4,75) µm


    Ich habe die Maße jeweils auf Viertelmikrometer gerundet, was der theoretischen Auflösung entspricht - es geht also nicht um drei gültige Ziffern bei der Längen-/Breitenangabe.


    Inwiefern ist es hilfreich, die Sporenmaße durch eine recht komplizierte Methode zu errechnen, wenn die Ergebnisse sehr sehr ähnlich sind. Meine Angabe entspricht doch recht gut den roten Quantilsgrenzen. Ich habe jetzt nur den Mittelwert und nicht den Median angegeben (die unterstrichenen Werte). Letzteres geht ja auch problemlos.


    Es wird ja immer wieder behauptet, die Min-Max-Methode sei gar nicht reproduzierbar. Ich meine aber zu erkennen, dass sie hier im Rahmen der Messgenauigkeit sehr ähnliche Resultate ergibt. Insofern ist sie m.E. durchaus anwendbar und vergleichbar. Man muss nur immer angeben, wie viele Sporen vermessen wurden, da davon ja abhängt, wie breit der Min-Max-Bereich ist.


    LG
    Christoph


    Meinst du mit Lichtempfindlichen Pigment die Orange Zone unter dem Sporenbehälter? Das klingt auf jedenfall Spannend und war mir so noch nicht bewusst!


    Servus Enno,


    exakt! Das Köpfchen dient als Linse, die das einfallende Licht auf den Bereich mit dem Sehpigment bündelt. Die Sporenkapsel wiederum schattet den lichtempfindlichen Bereich teils ab. Der Fruchtkörper richtet sich daher so aus, dass die Sporenkapsel in Richtung Licht weist, damit die Kapsel später schräg und nicht senkrecht abgeschossen wird (die Sonne steht nur in den Tropen mittags senkrecht).


    LG
    Christoph

    Servus Heidi,


    Bispora antennata ist extrem häufig und alles andere als selten.


    Die Grünen Spitzen sind kein Frühlingsbote, sondern ein Polytrichum (ein Moos).


    Der Rotrandige ist auche in Rotrandiger, die Datronia allerdings keine Datronia (aber ein Porlingsbaby, kann ich am Foto nicht bestimmen).


    LG
    Christoph

    Servus Andreas...



    Danke für die ausführliche Antwort Christoph.


    Gerne :)


    Zitat

    Was den Hinweis auf die KOH-Farbreaktion betrifft: Die Farbe beim abgebildeten Frk. aus Frankreich erachte ich als orange.


    Ich sehe da auch eher gelb - oben, wo die Lauge runtergalaufen ist, ist es ein klares Gelb, da wo der Tropfen noch dicker ist, ist es für mich ein sehr warmes Gelb, das allerdings, da gebe ich dir recht, schon in Richtung Orange geht.


    Zitat

    Hattest Du A. verna egtl. schon einmal live zu Gesicht bekommen?


    Nein, leider nicht - hätte ich sonst schon weiter oben im Thread angemerkt. Ich hatte mich vor mehreren Jahren aber mit Georg Müller (der "PilzePilze-Müller") bezüglich eines Fundes von ihm aus Baden-Würtemberg mit einem Fund auseinandergesetzt (hatte aber nicht das Material in der Hand - es ging über Fotos und Mailkontakt).


    Und ich beschäftige mich einfach so gerne mit der Gattung und lese daher viel Literatur über die Gattung (mehr mit Streiflingen, aber auch der Rest der Gattung ist interessant). Alles, was ich hier in diesem Thread schrieb, sind Zusammenfassungen aus der Literatur (italienische Artikel, französische, belgische und Tulloss natürlich).


    LG
    Christoph


    Das ist also genau der Knackpunkt: Entgegen Ludwigs Ausführungen reagiert A. verna mit KOH auf der Huthaut immer gelb und falls nicht, ist es A. phalloides var. alba?


    Servus Andreas,


    ersteres ja: Amanita verna reagiert mit KOH chrom- bis goldgelb (aber nicht orange). Die var. decipiens ist überflüssig, denn das ist eigentlich Amanita verna s.str. (Trimbach hatte, nachdem man Amanita verna als nicht reagierend interpretiert hatte, diese Varietät aufgestellt, um die mediterrane, mit KOH gilbende Sippe zu benamsen - da das aber A. verna s.str. ist, ist var. decipiens nur ein überflüssiger Name).
    Die zweite Aussage ist falsch - es gibt mehr tödlich giftige, weiße Amaniten.
    Lies mal die Zusammenfassung von Tuloss durch, die ich oben verlinkt habe... In Nordafrika (Marokko, Algerien) gibt es eine weiße Amanita, die nicht mit KOH reagiert, aber auch nicht Amanita phalloides var. alba ist: Amanita tarda (Amanita verna var. tarda). Sie kommt, glaube ich, auch in Sizilien vor und ist noch mediterraner als Amanita verna. - Tuloss hat sie nicht als Art benannt, sondern weist auf nicht reagierende Kollektionen aus Nordafrika hin.


    Ich habe jetzt gerade auch nicht auswendig parat, ob Amanita porrinensis mit KOH reagiert, eine weitere weiße, tödlich giftige Amanita (hat z.B. rötendes Fleisch).


    Amanita phalloides var. alba ist eine weiße Form des Grünen Knollis. Sie hat bis auf die fehlende Farbe alle Merkmale mit Amanita phalloides gemein.
    Reagiert also eine weiße Amanita nicht mit KOH, kann es also Amanita phalloides var. alba sein, muss es aber nicht(!). Sie ist es nur dann, wenn der Stiel genattert ist, die Sporenmaße und - form passen, die Huthaut radialfaserig eingewachsen ist (usw.)...


    Wir haben hier, nördlich der Alpen, eine sehr beschränkte Sichtweise auf die Gattung Amanita, da die mediterranen Arten hier nur sehr selten und räumlich begrenzt auftreten. Daher hat es eine gewisse "Tradition", die hiesigen aberranten Kollektionen (wie weiße Grüne Knollis) mit Namen hier nicht heimischer Arten zu belegen, um dann im Umkehrschluss diese Arten als Synonyme der hieisgen Arten zu verwerfen. :/


    Das wird sich noch lange durch die deutschsprachigen Publikationen (in Allgemeinwerken) ziehen.


    Daher empfehle ich, Umkehrschlüsse wie (wenn weiß und nicht mit KOH reagierend, dann - immer - Amanita phalloides in weiß) zu vermeiden. Zumal sich mediterrane Arten dank des Klimawandels hier auch zeitnah etablieren könnten. Generells ind Farbmutanten einfach schwerer bestimmbar, weil ja wichtige Merkmale fehlen. Dabei ist Amanita verna normalerweise ja gar nicht mal weiß. Der Hutscheitel ist gerne creme bis cremeockerlich - bei Amanita phalloides var. alba eher mit Resten dieses "phalloides-grüngelb".


    LG
    Christoph

    Servus Thorben,


    ja, die "1" ist eine Phoma s.l. - hats du die Konidien mal in NH4OH mikroskopiert? Werden die da blau? (Die Reaktion mit Ammniumionen hilft bei der Bestimmung). Es könnte nämlich einfach nur Phoma herbarum sein - ein Kosmopolit an allen möglichen Substraten, auch an Monocots (viele kommen ja nur an Dicots vor - vielleicht ist Phoma herbarum auch eine Sammelart...).


    An Bambus sind auch Phoma glomerata und Phoma macrostoma bekannt, aber da passen weder die Kondiiengrößen noch die Pycnidienform. Phoma glomerata hat zudem sehr auffallende, braune, um Myzel gebildete Chlamydosporen (i.w.S., eigentlich Arthrokonidien).


    Phoma ist wirklich schwierig, aber es gibt zumindest substratbezogen oft gute Bestimmungsmöglichkeiten. Zuwerst würde ich da aber bei den Allerweltsarten, die an quasi alles gehen, nachschauen.


    LG
    Christoph


    Der springende Punkt scheint ja zu sein, ob man Jülich überhaupt folgen kann. Momentan scheint mir schwer zu beurteilen, ob seine Merkmale schlüssig sind, oder in eine Sackgasse führen.


    Servus Pablo,


    ich sag es mal so:
    Es hat sich ein bekannter, namhafter Mykologe damals jahrelang mit dieser vorher kaum beachteten Gattung befasst und daraufhin als Ergebnis ein recht dickes Buch (füe die "wenigen" athelioiden Pilze) veröffentlicht, in dem er versucht hat, zu erläutern, wie er auf sein Artkonzept kam. Dabei hat Jülich nicht einmal besonders auf die Ökologie geachtet, die hier auch sehr interessant ist (z. B. Algenfresser vs. saprobe Arten).


    Da wäre die Chance gewesen, das von Jülich vorgestellte Konzept anhand von weiteren Kollektionen zu prüfen, zu diskutieren, teils zu bestätigen oder auch teils zu verwerfen. Leider wurde zumindest bei uns das m.E. nicht getan, da sofort von Seiten der damals die Kartierung unterstützenden Mykologen wie G. Krieglsteiner die gesamte Arbeit verworfen wurde und die dort vorgestellten Arten nicht einmal kartierbar waren. Krieglsteiner hat ja sogar Athelia arachnoidea mit Athelia epiphylla zusammen geworfen. Er wusste wohl nicht einmal, dass die Athelien Nebenfruchtformen besitzen und die von A. arachnoidea sogar ein bekannter Schädling an Karotten ist.
    Kurz gesagt: Athelia war wieder stinklangweilig, weil ja quasi "alles" wieder A. epiphylla war, das nur im Subiculum Schnallen hatte.


    Jetzt, 2018, sind wir keinen Schritt weiter, da kaum jemand Athelien anschaut. Ich habe ab und an versucht, Athelien zu bestimmen, aber ich fand niemanden, der ebenfalls bereit war, im "A.-epiphylla-Formenkries" genauer hinzusehen. Es fehlte also an Diskussions- und Austauschmöglichkeiten.


    Mittlerweile "darf" man wieder - auch durch neuere genetische Erkenntnisse - versuchen, ein ökologisches Artkonzept zu führen bzw. ein engeres Artkonzept verteidigen. Früher hatte man sich "in der Szene" angreifbar gemacht.


    Bei Athelia muss man eigentlich wieder bei Jülich (1972) anfangen. 1972! Das sind bald 50 Jahre... Ob man Jülich folgen kann wurde nicht wirklich hinterfragt. Nein, eigentlich stimmt das so nicht, denn die Nordische Corti-Flora und auch Bernicchia haben ja vieles von Jülich anerkannt. Es ist mehr ein hiesiges Problem, dass man hier wohl oft eine leichte Bestimmbarkeit (und damit Aggregate) den Daten für Einzelarten vorzog. Man muss nur mal die Rotfußröhrlinge anschauen. Früher konnte/durfte man ja nicht einmal "Xerocomus" pruinatus kartieren.


    Mein Standpunkt ist da eher andersherum. Wenn ein namhafter, "guter" Mykologe eine Monographie veröffentlicht, er sich also explizit sehr intensiv mit diesen Arten beschäftigt hat, dann gehe ich erstmal davon aus, dass dieser Mykologe mehr Ahnung in dieser Artengruppe hat als ich. Insofern versuche ich wohlwollend die Artkonzepte aufzunehmen, anzuwenden und so zu überprüfen. Und da ich von Haus aus neugierig und auch kritisch bin, prüfe ich dann wirklich anhand meiner eigenen Kollektionen. Wenn ich dann anhand der eigenen Kollektionen zeigen kann, dass manche Trennmerkmale nicht geeignet sind, um sicher zu trennen, ist das ein Erkenntnisgewinn, der dann aber nicht alles, was das zu überprüfende Werk postuliert, widerlegt. Das Überprüfen ist immer leichter als das neu Erarbeiten.


    Dass Athelien bisher kaum sequenziert wurden, zeigt die ganze Misere - es traut sich im Moment kaum jemand heran. Hätte es in den letzten 40 Jahren wohlwollend kritische Publikationen gegeben, hätten wir mittlerweile ein gefestigteres Artkonzept und das wäre dann auch genetisch leichter prüfbar.


    Ich habe aber Athelien auch nur am Rande angeschaut, da ich Cortis erst nebenbei bearbeitet hatte. Als ich dann zwischendurch ganz in die Cortis einstieg, war dies in erster Linie für ökologsiche Aussagen - also für Aussagen zu Habitatqualität (etc.). Es ging also mehr um die reine Artenbestimmung und weniger um das Prüfen der Konzepte. Und da es sehr viele Cortis gibt - und ich im Akkord zig Proben durcharbeiten musste - war keine Zeit dafür da, als dass ich mehr mit Athelia machen könnte.


    Mittlerweile bin ich ja wieder reiner Amateur - und im Moment schaue ich mir diverse Pilze an und mache Cortis wieder nebenbei (und nicht schwerpunktmäßig). So wie eigentlich alles, ob Porlinge, ob Röhrlinge, Champignons, Flechtenparasiten, Wiesenpilze usw. Ich kann also leider selber nichts belastbares über Jülichs Artkonzept aussagen.


    Ich kann nur "behaupten", dass ich oft genug Athelia epiphylla s.str. gesehen habe - also in Jülichs Sinn - und hier die Sporenform auch sehr charakteristisch finde. Athelia salicum ist auch häufig, vielleicht sogar häufiger als A. epiphylla s.str. - und hier meine ich jedenfalls, ebenso wie Jülich diese als klar "nicht-epiphylla" zu erkennen.
    Für Athelia alnicola fehlt mir einfach die Erfahrung und es fehlen die Aufsammlungen. Ich wäre beruhigt, wenn ich wüsste, dass die Basidienbasisbreite nicht ausschlaggebend ist. Oder auch, wenn klar wäre, dass Atelia salicum und Athelia alnicola konspezifisch wären.


    So kann ich nur die Merkmale nachlesen und feststellen, dass Jülich Athelia salicum als eine Art mit schwach ausgeprägtem bis fast fehlenden Subiculum versteht, die weiß ist, wärend A. alnicola ockergelb wird, kräftige Fruchtkörper entwickelt, ein deutluches Subiculum besitzt und damit auch besser grob ablösbar sein sollte. Wenn dann auch die breiteren Subiculum-Hyphen damit korrespondieren und vielleicht sogar die Basidienbasen teils sehr breit werden können, sehe ich einige Merkmale, die die Art definieren. Und wenn die Basidienbasen auch da schmal sein können, bleiben immer noch weitere Merkmale übrig, die Athelia salicum abtrennen lassen.


    Krieglsteiner hatte damals weder Sklerotienbildung, Ernährungsweise, Makroskopie noch manche Mikromerkmale beachtet oder auch nur diskutiert, geschweige denn Nebenfruchtformen. Er hat einfach nur zuzsammengeworfen. Das ist natürlich legitim, da jede Publikation letzten Endes nur eine These ist, sie man aufstellt. Leider wurde dem aber m.E. zu blind gefolgt.


    Daher wäre es schön, wenn sich mehr Leute wieder mit Athelien beschäftigen, damit die Wissenslücken geschlossen werden können. Und Sequenzierungen sind ja mittlerweile greifbar. Und vielleicht wird Athelia ja mal wieder an einer Uni revidiert. Auch da hilft es, wenn man Kollektionen hätte... Ich traue mich ja fast nicht zu fragen, ob du einen Beleg hast, denn wenn dem so wäre, hättest du vermutlich nachmikroskopiert... Falls du die gelbe Athelia herbarisiert hast, kann ich gerne mal reinmikroskopieren.


    Zitat

    Im Zweifel ist es natürlich schon geschickter, die Funde wenigstens nach Jülich zu taxieren, als alles zusammenzuschmeißen.


    Mir fällt ehrlich gesagt kein einziges Argument ein, einer Monographie ohne sachlich-kritische Gegenpublikation nicht zu folgen. Man sollte also unbedingt nach Jülich die Funde taxieren und das dann mit den Aussagen von Hjortstam, Bernicchia etc. vergleichen.


    Zitat

    Die Datenlage in der Gruppe ist - vor allem genetisch - sowas von dünn.


    Ja, und die Belege sind keine Typen. Die Bestimmung ist daher nicht einmal gesichert. Genetisch geht daher (noch) nichts.


    LG
    Christoph

    Wow, tolle Fotos! Ja, Pilobolus ist eine faszinierende Gattung - Pilze, die sehen können bzw. etwasneutraler ausgedrückt, Licht wahrnehmen. Man sieht das lichtempfindliche Pigment auf der Übersichtsaufnahme und noch besser im von Nobi verlinkten Thread.


    Ich schaue mir zu selten Dung an (man kann irgendwie nicht alles machen) und habe selber bisher nur Pilobolus kleinii (ist ja leicht bestimmbar) und Pilobolus crystallinus gefunfen. Pilobolus umbonatus ist mir noch nicht vor die Lupe oder unters Mikroskop gekommen. Soweit meine mangelndes Dungpilzwissen das erlaubt, kann ich mich Nobi nur anschließen, dass hier zwei Pilobolus-Arten nebeneinander wachsen.


    Schön, dass auch Pilze jenseits der Basidio- und Ascomyzeten (hier mal Zygomyzeten) gefeatured werden.


    LG
    Christoph

    Servus Benedikt,


    ich kann auch nur die Bestimmungen (zumeist) bestätigen:


    1. Stropharia aeruginosa


    2. ohne Blick auf die Lamellen einer der vielen braunen Pilze an Holz, unbestimmbar. Ob es überhaupt eine Galerina ist, ist so fraglich, kann aber gut sein.


    3. Cortinarius hercynicus (falls noch ne Buche in der Nähe war, muss man halt mikroskopieren... aber das Habitat spricht auch wenn eine Buche greifbar wäre für C. hercynicus)


    4. Geastrum triplex


    5. Hygrocybe conica agg. (genauer geht es am Foto nicht - ist eine komplizierte Gruppe)


    6. ist spannend - ich meine, ein Teilvelum (Ring) zu erkennen. Man bräuchte mehr Details - Lamellenanwuchsweise usw. So leider für mich nicht bestimmbar.


    LG
    Christoph

    Servus "HexeDee",


    es ist sicher eine Leiche, wie ja schon angemerkt wurde. Pleurotus (ostreatus fm.) salignus kann man m.E. aber komplett ausschließen. Dazu passt die Hutoberfläche überhaupt nicht. Da "PSV(DGfM)" nicht heißen muss, dass man mikroskopieren kann, ist unklar, wie die Bestimmung erfolgte.
    Lentinellus passt mir auch nicht, da ich dann auch bei einer Leiche deutlich gesägte Lamellenschneiden erwarten würde.


    Leider bietest du uns keine Beschreibung - wie war dass Fleisch? War es sehr zäh/ledrig oder war es eher fleischig und leicht einreißbar (usw.).


    Wenn ich raten müsste, würde ich wohl auch bei einer Leiche von Lentinus (Panus) strigosus landen - meist ist der zwar deutlich gestielt, es gibt aber auch seitlich und kurz gestielte Kollektionen. Leider beschreibst du uns nicht einmal das: gab es einen Stiel, hast du den Hut vom Stiel abgetrennt und fotografiert? Oder saß der Pilz völlig stiellos am Substrat.


    Je besser deine Beschreibung des Pilzes ist, umso eher kann man versuchen, Bestimmungstipps abzugeben ;)


    LG
    Christoph

    Servus Pablo...



    Untersucht habe ich ein Exsikat, das riecht ganz unspezifisch. Wobei: Wenn es nach was röche, ich würd's im Moment wohl nicht merken. Weil ich riech' derzeit nix.


    Dachte ich mir schon (das mit dem Beleg, nicht mit deiner Nase) - am Trockenmaterial wirst du den Geruch nicht mehr feststellen.


    Zitat

    Was die Antrodiella betrifft: Ich hatte sie bisher noch nicht in der Hand, auch wenn sie im Schwarzwald ja durchaus auch vorkommt.


    Durchaus auch vorkommt ist eine Kollektion? Oder gibt es weitere Nachweise?
    Ich hatte sie schon sehr oft in der Hand bzw. sehr oft nachgewiesen. Im BayerWald ist die Art dann ja quasi im Auftreten explodiert.


    Zitat

    bei Joes erster Kollektion ist die stark pileate ausprägung mit den großen und kräftigen Hütchen wirklich bemerkenswert.


    Stimmt - ich habe wirklich viele Kollektionen in der Hand gehabt - so extrem habe ich das noch nicht gesehen, weshalb mich die Mikromerkmale interessiert haben. Bei reinen Makrobestimmungen untypischer Kollektionen bin ich seeehr vorsichtig.


    Zitat

    Aber man findet ja schon auch einige belastbare Bilder im Netz, die diese Art mit Hütchen zeigen.


    Oh, mit Hüten findet man sie sehr oft. Ich würde die Art als effuso-reflex bezeichnen, die auch mal ohne Hutkanten wachsen kann (je nach Orientierung am Substrat).


    Zitat

    Ein Problem kann entstehen, wenn man in den gängigen Porlingswerken (Ryvardens "Poroid Fungi of Europe", Bernicchias Polypores) schlüsselt: Da wird in beiden Fällen Antrodiella citrinella zu den resupinaten bzw. resupinat bis effus-reflex wachsenden Arten gestellt.


    Effuso-reflex stimmt ja - völlig rein pileat, also ganz ohne am Substrat herablaufenden Teil, ist die absolute Ausnahme - und bei Joes Fund ist zumindest beides zu sehen. Ich würde bei der reinen Wuchsweise aber immer beide Wege gehen, da piletae Arten ja auch resupinat wachsen können. Ist ein ungünstiger Schlüsselpunkt.


    Zitat

    Auch in der Originalbeschreibung ist das als ein Pilz mit bestenfalls wenige Millimeter abstehenden, dünnen Hutkanten dargestellt.


    Man findet sie halt oft so - manchmal richtig große Überzüge bildend - und wenn der Typus so aussah, wird die Art auch so beschrieben, logischerweise.


    Wenn die Mikrofotos von Joes Kollektion stammen - so lese ich jedenfalls dein Posting - ist es ganz klar Antrodiella citrinella. Die Sporen sind völlig typisch - auch mit dem großen Öltropfen... passt wunderbar.


    Vielleicht äußert sich Joe noch zum Habitat.


    LG
    Christoph


    Das dürfte eben das Problem sein, die Bedeutung und Zuverlässigkeit der einzelnen Merkmale abzuschätzen. Um eine einigermaßen sichere, morphologische Abgrenzungsmöglichkeit zu schaffen, müsste man vermutlich mal ein paar Dutzend Kollektionen sequenzieren.


    Servus Pablo,


    stimmt - ich hoffe, dass sich mal ein Spezialist dem A.-epiphylla-Formenkreis auch mal genetisch widmet. Genug gut bestimmte Belege sind ja vorhanden - auch durch die Monographie von Jülich (inkl. Typen).


    Ohne Genetik kann man nur weiter klassisch die Merkmale dokumentieren und deren Variabilität abschätzen. Leider wurden zumindest bei uns diese Athelien alle über einen Kamm geschert und als Athelia epiphylla s.l. angesprochen. Dadurch ist viel an Information ignoriert worden. In den Pilzen Baden-Württembergs wird ja sogar Athelia arachnoidea, die sowohl mikroskopisch als auch ökologisch völlig eigenständig ist und eigentlich überall als Art anerkannt wird, auf Varietätsebene zu Athelia epiphylla gestellt. Die Kartierer wurden früher auch nicht gerade ermuntert, hier zumindest zu versuchen, Jülich zu folgen. Heutzutage hat man da weniger Scheuklappen - was ich gut finde.


    Zitat

    Ich hänge mal noch die Doku zu einer anderen "epiphylla s.l." an, die ebenfalls in den Bereich (salicis / alnicola) gehört und sich insbesondere durch andere makroskopisch Eigenschaften unterscheidet.


    Ja, das sieht makroskopisch dann schon sehr nach einer ausgewachsenen Athelia alnicola aus. Die doch ziemlich breiten Basalhyphen sprechen auch dafür, ebenso die großen Basidien und auch die Sporenlängen. Was fehlt und an den Fotos nicht erkennbar ist: wie breit sind die Basidienbasen bzw. dort die subbasidialen Hyphen?


    Zitat

    die subhymenialen Hyphen auch nicht wirklich "dick aufgeblasen".


    Hast du die Trama in der Nähe des Hymeniums angesehen oder auch wirklich die Basidienbasen?


    LG
    Christoph

    Servus Pablo,


    sehr gut makroskopisch erkannt - Respekt! Ich habe bisher "nur" Aporpium macroporum gefunden, was man hier auch ohne Sporenmaße ausschließen kann. Die eine Spore ist auch zu schlank für Aporpium macroporum (und die Poren sind natürlich deutlich zu klein).


    Joe: hast du einen besonderen Geruch festgestellt? Oder @Pablo: war der Geruch noch wahrnehmbar? Ich vermute ja eher nicht, da du ja wohl ein getrocknetes Exemplar erhalten hast.


    Hier übrigens mein Schlüssel zur Gattung Aporpium (aus Görke & Hahn 2016: Ein bayerischer Nachweis von Aporpium macroporum, einem Porling mit Phragmobasidien. Mycologia Bavarica 17: 35-45) - bei nur drei Arten nicht schwierig, aber er ist vielleicht hilfreich.


    Schlüssel der Gattung Aporpium
    1 Poren sehr eng, 4-8 Poren pro mm; mittlere Sporenbreite < 2,8 μm, Sporen nicht
    über 3,0 μm breit werdend .......................................................................... 2
    1* Poren breiter, (1) 2-3 (4) Poren pro mm; mittlere Sporenbreite > 3,0 μm, Sporen
    breiter als 3,0 μm werdend (bis 3,5 oder sogar bis 4,0 μm breit) ........................ Aporpium macroporum


    2 Europäische Art; Sporen bis 7 (-7,5) μm lang, Q > 2,0; bis zu 6 Poren pro mm .... Aporpium canescens
    2* Nordamerkianische Art; Sporen kürzer, nur bis 6 (-6,5) μm lang, Q < 1,9; bis zu
    8 Poren pro mm ............................................................................................ Aporpium caryae


    Zur Antrodiella (ich hatte den Thread erst nicht entdeckt) - ja, ich habe schon einige A. citrinella in der Hand gehabt. Ich hatte die Art im Nationalpark Bayerischer Wald wiederentdeckt und dann zigmal nachweisen können, als sie sich ausgebreitet hatte. Nebenbei bemerkt auch an Buche und an Birke - jeweils mit dem Wirt Fomitopsis pinicola. Ich habe aber nie so dicke, kräftige Fruchtkörper gehabt, sondern immer sehr dünne, weiche Fruchtkörper, gerne deutlich weiß berandet. Ausschließen will ich es nicht, zumal Ryvarden & Melot recht ähnliche Fruchtkörper abbilden. Antrodiella citrinella hat recht breite, kurze Sporen und daher gut im Mikroskop erkennbar. Falls gewünscht, kann ich gerne den Beleg nachbestimmen.


    Das Habitat dürfte was besonderes sein. Aporpium canescens gilt als Naturnähezeiger und Antrodiella citrinella ebenfalls.


    LG
    Christoph


    Normalerweise koste ich beide Arten nicht; nur im Zweifel. :) und erst recht nicht R. sardonia. Danach schmecke ich 30 min gar nix mehr.


    Servus Stefan *hihi*,


    ich finde Russula sardonia angenehm scharf (leider schlägt die Schärfe später in eine Bitterkomponente um). :evil: Ich habe aber auch kein Problem, in einen Zedernholztäubling zu beißen :D
    Es stimmt aber natürlich, Russula sardonia ist gut erkennbar scharf. Man muss aber ja nicht reinbeißen, um die Art zu erkennen, stimmt - es ist aber doch toll, eine Art mit allen Sinnen wahrzunehmen.


    LG
    Christoph

    Servus Thorben,


    ich dachte erst an eine Coleophoma (du meinst die kleinen, schwarzen Flecken, die teils unter der Epidermis sind?!). Aber da sind die Sporen zu breit.
    Mein letzter Stand dazu ist aber von 1996: Wu et al. (1996): Coleophoma fusiformis sp. nov. from leaves of Rhododendron, with otes on the genus Coleophoma. Mycol. Res. 100(8): 943-947.
    Vielleicht wurde mittlerweile was breitersporiges beschrieben?! Ist aber nur ein vage Idee.


    Eine klassische Phoma ist, soweit ich das überblicke, bei den großen Sporen mit sp viel Öltröpfchen ja außen vor.


    LG
    Christoph


    P.S.: ich befürchte, dass es sich um eine Phomopsis handeln dürfte (Nebenfruchtform von Diaporthe) - schwierig...


    eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in der nächsten Saison die Täublinge hier in der Gegend unter die Lupe zu nehmen. Aber nach Deinem Beitrag bin ich nicht mehr so ganz sicher, ob ich das noch will.


    Servus Claudia,


    warum denn? Das macht es doch spannend. Immerhin erkennt man die ganze Gruppe ja gut am Geruch und den oft verwaschen trüben Farben. Und bist du im Kiefernwald und die Lamellen sind deutlich zitronen-getönt, der Stiel knackt laut beim Durchbrechen, dann ist die Hutfarbe doch egal...


    Zitat

    bis jetzt hatte ich auf der Agenda: Stachelbeertäubling und Zitronenblättriger Täubling sind rotviolett, der Stiel mehr oder weniger auch und sehr scharf. Nun gibts die Säfernase auch in allen möglichen anderen Farben. Wo soll frau da anfangen 8|


    Oh, da gibt es noch viel mehr...
    Russula queletii - klar, mit Weinrot und eingemischten Grüntönen
    Russula fuscorubroides - ohne Grüntöne und mit klarem dunkelrot
    Russula torulosa - ähnlich wie R. fuscorubroides, aber mehr ins violettrötliche gehend (so wie ich sie kenne) und Geschmack ziemlich mild, nur wenig scharf bis ganz mild!
    Russula torulosa var. fuscorubra - sieht aus wie R. fuscorubrioides, aber andere Mikroskopie...
    Russula sardonia (wie oben)


    Es sind ja nur fünf Taxa, mit der gelbgrünen R. sardonia sechs. Das ist doch sehr übersichtlich - man braucht halt ein Mikroskop, um bei manchen Taxa wirklich sicher zu gehen. Russula queletii mit deutlichem, verwaschenem Grün, Russula sardonia über die Lamellen und Russula torulosa über den Geschmack sind die einzigen, die ich mir makroskopisch zutraue. Und gerade Russula sardonia ist da ziemlich leicht kenntlich, finde ich ;)


    LG
    Christoph


    Leider habe ich R. sardonia bisher nur als typisch gefärbt und als Einzelgänger angetroffen


    Servus Claus,


    dann musst du in der Saison "nur mal" in den Dürnbucher Forst gehen (Abendsberger Inlandsanddünen) und dort in die Umgebung der Sandgrube am Fuchsberg. Von dort hat Einhellinger die gelbgrünen Säufernasen beschrieben. Man findet dort immer wieder beide Aussprägungen.


    LG
    Christoph

    Servus Pablo,


    einzelne Sporen scheinen ja recht groß zu werden. Auf den ersten Blick sieht das für mich wieder sehr nach Athelia salicum aus. Athelia epiphylla s.str. ist es sicherlich nicht - die Sporenform passt da gar nicht.
    Die mangelnde Abziehbarkeit wundert mich aber ein bisserl. Bei A. salicum ist das Subiculum allerdngs oft recht schwach ausgeprägt, sodass der Fruchtkörper recht eng am Substrat anliegt, aber am Rand müsste der Fruchtkörper zumindest gut ablösbar/abziehbar sein.
    Athelia alnicola müsste in dem Alter bereits einen Cremestich aufweisen. Zudem sehen die Basidienbasen für mich nicht breit genug / massiv genug aus.
    Ezhov et al. (2012) stellen einen aktuellen Fund aus Nordwestrussland vor: https://www.researchgate.net/p…Arkhangelsk_Region_Russia
    Leider diskutieren sie die Abgrenzung zu A. salicum nicht wirklich und die Mikrozeichnungen sind minin,aistisch, aber man erkennt darauf ebenfalls die sehr massive Ausprägung der subbasidialen Hyphen (und der Fruchtkörper ist zwar unscharf, aber mit Ockerton).
    Wie gesagt - ich finde meist nur Atleia salicum. Athelia alnicola kenne ich aus dem Bayerischen Wald, aber eben nur am Trockenmaterial, weshalb ich mich hier hinsichtlich der Makroskopie auf die Literatur beziehe.


    Die ellipsoide Sporenform ist für beide typisch - und die Makroskopie und die schlanken Basidienbasen für A. salicum passend.


    LG
    Christoph

    Servus deinereiner,


    es kommen einige Porlinge in Frage. An verbautem Holz / in Häusern findet man beispielsweise regelmäßig Antrodia-Arten, insbesondere weiße Antrodien. Das kann in einem Wohnwagen genauso der Fall sein.
    Donkiopora expansa ist auch regelmäßig in Innenräumen zu finden (aber kaum in freier Natur). Für diesen sind mir die Poren aber zu groß und der schon recht große Fruchtkörper zu weiß.


    Sollte es eine Antrodia sein, wäre das befallene Holz braunfaul - es zerfällt in Würfel. Nur makroskopisch am Foto ist es aber alles ein wenig geraten.


    LG
    Christoph


    Eine offene Frage habe ich noch: Ich weiss zwar was eine Membrane ist, aber was genau ist mit "membranär" gemeint?


    Servus Claus,


    membranär ist in diesem Zusammenhang ein veralteter Ausdruck für parietal und meint, dass das Pigment nicht innerhalb der Zelle, sondern in/an/auf der Zellwand sitzt. Hier geht es um Inkrustationen mit diesem Pigment.


    Veraltet ist der Begriff deshalb, weil die Zellmembran etwas anderes als die Zellwand ist und man letztere nicht als Membran bezeichnen sollte. Es hält sich aber als feststehender Ausdruck, da der Begriff "membranäres" Pigment früher oft gebraucht wurde.


    LG
    Christoph