Servus Björn,
mit den spitz endenden Pleurocystiden ist es völlig klar Strobilurus tenacellus, wie du ja selber sagst. Strobilurus esculentus hätte ja stumpf endende, lageniforme bnis etwas kopfig-lageniforme Pleurocystiden. Daher ist Pablos Unsicherheit unnötig... ja, wenn nicht... wenn es nicht zwei unterschiedliche Strobilurus-tenacellus-Arten in Europa gäbe. Es gibt eine zweite Art, die allerdings bislang nur aus Makedonien an Pinus peuce bekannt ist und noch nicht gültig beschrieben ist. Sie steht innerhalb der Gattung relativ weit weg von Strobilurus tenacellus und gehört in den Strobilurus-wyomingensis-Komplex. Man kann die beiden anhand der Sporenformen (Quotient der Sporen) neben dem Substrat auseinanderhalten (wobei nicht klar ist, ob nicht mehrere Kiefernarten genommen werden).
Ich habe übrigens aus der aktuellen Studie von Qin et al. (2018) den dort enthaltenen Weltschlüssel der Gattung Strobilurus ins Deutsche übertragen (nur marginal ergänzt) und im selben Posting auch einen Europaschlüssel (eigentlich unnötig bei vier Arten) erstellt. Der Weltschlüssel ist vielleicht nicht uninteressant, da es ja auch Arten an Douglasie gibt und die auch eingeschleppt werden können (oder unerkannt schon wurden?).
Die Studie von Qin et al. (2018) wurde erst vor wenigen Tagen online publiziert (Mycologia) und ist nicht frei zugänglich.
Liebe Grüße,
Christoph
