Beiträge von Tricholomopsis

    Oh ja, die Makroaufnahmen sind genial!


    Vor Vertretern der Onygenales habe ich allerdings einen ziemlichen Respekt. Es gibt da so einige Vertreter, die schwere Nagelmykosen oder auch Hautmykosen auslösen, manche auch systemische Mykosen im ganzen Körper. Daher sollte man bei Gewöllen und Ähnlichem immer etwas vorsichtig sein.


    Onygena corvina scheint allerdings nicht pathogen zu sein, also nicht auf lebende Organismen schädigend zu wirken. Insofern ist dieser Pilz auch interessant, um in der Industrie Haarabfälle oder andere kertinhaltige Materialien abzubauen. Hier findet, wer sich für die Hintergründe interessiert, Infos: (PDF) Genome and secretome analyses provide insights into keratin decomposition by novel proteases from the non-pathogenic fungus Onygena corvina


    Pathogen sind vor allem Vertreter der Familie Ajellomycetaceae (Onygenales). Man findet einen open access Artikel über ein paar Vertreter der gefährlichen Gruppen hier: Phylogeny, ecology and taxonomy of systemic pathogens and their relatives in Ajellomycetaceae (Onygenales): Blastomyces, Emergomyces, Emmonsia, Emmonsiellopsis | SpringerLink


    Ich finde es spannend, dass sich eine ganze Ordnung auf Keratin als Nahrung spezialisert. Dass manche diese Nahrung auch lebenden Organismen wegnehmen wollen, ist zwar nicht nett, aber wir sind ja nicht besser. Trotzdem passe ich bei den Onygenales gerne etwas mehr auf als bei anderen Pilzen.


    Wie auch immer, Onygena corvina ist offensichtlich harmlos. Ob im selben Gewölle aber auch nicht harmlose Vertreter auf einen Wirt warten, weiß ich natürlich nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    wir haben sogar eine Metal-Szene *hihi.


    Freut mich, dass dir der Ausschnitt gefällt. Das Konzert war einfach megagenial. Gaahl hat am Ende alle, die vorne waren, mit Handschlag verabschiedet - fand ich auch sehr positiv. Und seine Stimme - obwohl er vorher neun Auftritt ein zehn Tagen absolviert hatte, war er stimmlich top drauf.


    Ich werde noch lange an das Konzert denken. Da wird man richtig sentimental. Das letzte Mal hatte ich Gaahl noch mit Gorgoroth gesehen (auch in München). Das waren noch Zeiten...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    vor kurzem habe ich (endlich wieder) Gaahl live erleben dürfen - sein aktuelles Projekt Gaahl's Wyrd spielte in München.


    Und genau von dem Konzert gibt es bereits einen Ausschnitt:


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    Vielleicht kommt die hypnotisierende Wirkung der Musik rüber. Ich bin auf dem Video - glaube ich - nicht zu sehen, war aber sehr nah auf der rechten Seite. Ich stand vermutlich zwei / drei Plätze rechts neben dem, der filmte.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Dieter,


    das Erythricium aurantiacum (=Marchandimyces aurantiacus) ist ja sehr üppig - tolles Foto! Man sieht schön, dass die Bulbillen aufsitzen und nicht eingesenkt sind, wie es bei Marchandiomyces corallinus (zumindest jung) der Fall wäre. Es lohnt sich übrigens, mal reinzumikroskopieren, da man bei Erythricium aurantiacum mit etwas Glück auch Basidien und Sporen findet (was bei M. corallinus m.W. noch nie gelungen ist).

    Kennst du diesen Artikel mit einem Schlüssel? - diederichlawreyburgoa.pdf

    (Die Nomenklatur ist nicht mehr aktuell, da hier noch viel unter Marchandiomyces fungiert).


    Schön, dass dieser leuchtend gefärbte Flechtenparasit hier gezeigt wird.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mario,


    die CoNE sind online zu finden und als pdfs runterladbar. Falls du sie nicht haben solltest, kann ich nachschauen, ob ich den Link noch irgendwo habe.

    Den aktuellen Schlüssel von Riebesel & Langer ist in der Mycological Progress erschienen (Zeitschrift der DGfM). Die ist nicht frei lesbar oder downloadbar. Es gibt aber den Artikel als pdf...


    Ansonsten kannst du bei research gate auch bei den Autoren anfragen, ob sie ein pdf verschicken, wenn es dort nicht frei downloadbar ist. Und man findet immer wieder Fachartikel als open access-Versionen. Ansonsten, wenn du was spezielles brauchst, kannst du auch fragen - auch hier im Forum. Irgendwer wird schon ein pdf haben ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Safran,


    in Norditalien ist er ein Massenpilz. Er ist halt so wärmeliebend, dass er in den Alpen oder nördlich der Alpen eben sehr selten ist. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Art ausbreitet - Klimawandel! Insofern kann das ein Bioindikator für Klimawandel sein, was die aktuelle Verbreitung besonders wichtig macht. Nur dann kann man Arealzuwächse nachweisen.


    Natürlich ist das nicht die einzige Art, die den Klimawandel anzeigt.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    (und ja, ein sehr schönes Portrait, danke beli und Beteiligte)

    Servus Frank,


    ah, o.k., jetzt ist mir klar, was du meinst. Nein, ich werde keine Uploadfilter selber installieren und auch kein Geld für eine Datenbankanbindung ausgeben.

    Ich bin da ohnehin neugierig, wie das Gesetz durchgesetzt werden soll. Es gibt ja einen Richtsspruch des EuGH, demzufolge Uploadfilter einer allgemeinen Überwachungspflicht entsprechen, die in der EU verboten ist. Es wird sicherlich sofort gerichtliche Maßnahmen gegen des Gestez geben - hoffe ich jedenfalls.


    Warum ich jedenfalls nicht glaube, dass es kleine Pilzforen betrifft:

    Die wenigen, möglicherweise urheberrechtlich geschützten Inhalte, die hochgeladen werden könnten, sind m.E. meist von der Zitiermöglichkeit von wissenschaftlichen Texten abgedeckt. Fotos, die eingestellt werden, sind private Pilzfotos - und falls mit Personen darauf, so kann von außen kein Urheberrechtsverstoß erkannt werden, zumal es dann wiederum um Datenschutz und nicht das Urheberrecht geht.


    Insofern sehe ich keine Notwendigkeit, dass bei kleinen Pilzforen eine automatisierte Überwachung (die ohnehin nicht rechtskonform ist) erfolgen müsse. Da reicht das reine Drüberschauen, ob problematische Inhalte gepostet werden , die dann eben rausgenommen werden.


    Bei großen Plattformen mit sehr viel Traffic kann man es nicht mehr manuell machen. Da mag es sein, dass Art. 13 dazu führt, dass hier automatisierte Lösungen vorgeschrieben werden - insofern sie nicht wie gesagt vom EuGH geschluckt werden.


    Was man wohl in den Foren abschalten muss, sind Einbindungen von youtube-Videos oder anderen Multimedia-Inhalten, wobei das ja nicht weltbewegend wäre. Im off-topic-Bereich muss man wohl mit aus fb genommenen Karikaturen und anderen witzigen Bildern aufpassen. Aber die findet man eh nicht in Pilzforen.


    Die Entscheidung fällt bald - ich bin da ehrlich gesagt so fatalistisch, dass ich nicht glaube, noch was ändern zu können. Zumal es eine Entscheidung des EU-Parlaments ist.


    Drück also die Daumen, dass es wirklich so glimpflich wird, wie ich hoffe und dass kleine Foren (wozu ich auch Pilzforum.eu zähle - übersichtlicher Inhalt, kaum Gefahr von Urheberrechtsproblemen) auch rein manuell durch normales "Drüberschauen" die rechtliche Seite abfedern, sodass Haftungsfragen nicht mehr so relevant sind, weil man ja die Pflicht erfüllt, Verstöße zu vermeiden.


    Ich bin allerdings Mykologe / Biologe und kein Jurist. Vielleicht sehe ich es auch zu lässig. Dennoch bleibe ich erstmal so blauäugig und gehe nicht davon aus, das Forum aufgrund nicht leistbarer rechtlicher Rahmen eindampfen zu müssen.


    Schaun mer mal... vielleicht rettet und der EuGH vor den Entscheidungen der Politik, denn dafür ist er ja da.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bambam,


    herzlich willkommen hier im Forum!

    Der Pilz selbst ist ein interessantes und ueberwaeltigendes Geschöpf. Weder Lebewesen noch Pflanze. Es gibt keine anerkannte Entscheidung was es jetzt ist.


    Natürlich sind Pilze Lebewesen, wie auch Tiere, Pflanzen usw. Lebewesen sind. Und es ist schon immer klar, dass Pilze zu den Eukaryota gehören. Und hier sind sie näher mit uns als mit den Pflanzen verwandt. Dass Pilze ein eigenes Reich bilden, ist auch schon länger anerkannt. Wobei man da eigentlich sagen muss, dass sie gemeinsam mit den Tieren zu demÜberreich Ophistokonta gehören - du kannst die Position der Pilze im Stammbaum der Eukaryota hier ansehen: Eukaryotes


    Zweiter Hauptast des Stammbaums ("Unikonts"), dort weiter zu den "Ophistokonts" und hier findest du unter anderem die Pilze (Fungi) als auch die Tiere (animalia, dort als Animals) usw.


    Es gibt keine anerkannte Entscheidung stimmt so nicht :gcool:


    Psilocybe cubensis zu züchten oder gar zu gebrauchen ist nicht mein Metier, wobei ich bei der Pilzzucht ohnein wenig Erfahrungen habe. Ich habe bisher nur Shiitake selbst (im Garten, ist länger her) gezüchtet.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mario,


    ich arbeite immer noch viel lieber mit den Corticiaceae of Northern Europe und schlage dann bei Bernicchia & Gorjon nach, was sich mittlerweile dort getan hat. Vor allem bei Sistotrema oder Trechispora, um zwei Beispiele zu nennen, ist die nordische Flora nicht mehr aktuell. So herum komme ich zu besseren Ergebnissen, da die Zeichungen der nordischen Flora unerreicht sind und die Illustrationen hilfreich sind.


    Hyphodontia s.l. war für mich auch immer schwierig. Ich habe mit der Weltmonographie von Langer geabreitet, kam aber nie so wirklich mit den Schlüsseln zurecht. Ist vermutlich nur subjektiv - ich komme vielleicht auch deshalb mit dem neueren Schlüssel schlechter zurecht, während ich mit dem Yurchenko viel besser klar komme.


    Bei Xylodon bin ich mir aber auch immer wieder unsicher. Und nach Bildern ist es noch schwieriger - hat man den Pilz selber im Mikroskop, kann man die Merkmale besser rausarbeiten. Xylodon nespori finde ich aber sehr häufig und die dickwandigen Hyphenenden der Aculei und im Hmyenium (wenn man sie Cystiden nennen will), sind hier ein gutes Merkmal. Die Sporenmaße hingegen variieren hier doch recht deutlich. Immerhin wird die von mir oben erwähnte Odontia papillosa teils synonymisiert, was den Sporen in Maß und Form große Variationsbreite zuspräche.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.S.: womit bestimmst du Xylodon-Arten bzw. Hyphodontia s.l.?


    Ich empfehle den Schlüssel von Yurchenko & Wu (2016) - damit komme ich besser zurecht als mit dem von Riebesel & Langer (2017), wobei ich beide verwende (erst schlüssle ich mit Yurchenko & Wu, dann zur Kontrolle nochmal mit Riebesel & Langer).

    FE12 ist für Hyphodontia s.l. m.E. nur bedingt nutzbar, da die Zeichnungen mir zu ungenau sind (Dickwandigkeit wird nicht gezeichnet usw.).

    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn Mario (ich meinte Mario, hatte aber irgendwie an Björn gedacht - natürlich grüße ich auch unsere Björns, wenn sie hier mitlesen),


    die Gattung Xylodon ist keine meiner Lieblinge... ich sehe hier aber auch klar Xylodon nespori aufgrund der dickwandigen Zystiden. Und ich sehe keine spitz endenden Elemente in den Aculei, was dagegen sprchen würde, sondern nur stumpf abgerundete oder (kleine) kopfige Enden.


    Die Sporenmaße passen auch gut, finde ich. Das ist doch im Rahmen. Solltest du mal längere Sporen bei einem "X. nespori" finden, dann achte drauf - es gibt da noch "Odontia" papillosa ss. Nikolajeva mit Sporenmaßen von 5-8 x 2-3,5 µm. Sowas müsste man mal finden...


    Xylodon ist schwierig, aber gerade X. nespori kann man, finde ich, ganz gut ansprechen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Seass Peter,


    ich hatte den Artikel von Rubio-Casas et al. noch im Kopf, als mir dieser Sarcodon gezeigt wurde. Dort hieß es, Sarcodon amygdaliolens, den sie neu beschrieben, sei einzigartig durch seinen Geruch, während Sarcodon fennicus nichtg riechen solle. Daher hatte ich sofort den Arbeitsnamen Sarcodon amygdaliolens verwendet. Es war aber gut, dass sofort zeit war, ihn schon direkt in Knappenberg zu mikroskopieren - und die Sporenmaße passten nicht ganz. Die Mikros passten eben besser auf Sarcodon fennicus. Ich hatte mich ohnehin schon mit der Gruppe der in der Stielbasis grünenden Sarcodon-Arten etwas beschäftigt.

    Da Irmgard sofort zugesagt hat, den Fund zu sequenzieren, war dann schon klar, dass es - egal was rauskommt - intgeressant wird. Wäre es wirklich S. amygdaliolens gewesen, wäre es der Erstfund außerhalb des Mittelmeerraums gewesen. Und so, wie es jetzt rauskam, konnte anhand eines rezenten Fundes (bzw. anhand derer zwei) geklärt werden, dass Rubio-Casas et al. mit ihrer These nicht recht hatten. Auch die Reaktion auf KOH war so nicht aus der Literatur bekannt.

    Das Problem ist halt, dass so seltene Arten nicht oft genug gefunden und dokumentiert werden. Und gerade Frischmerkmale fallen oft unter den Tisch.


    Das Elektronenmikroskop steht in Graz, nicht bei mir ^^. Ich habe im Moment leider keinen Zugang mehr zu einem Rasterelektronenmikroskop (hatte das früher, als ich noch an der Uni war).Es wäre aber auch ohne gegangen, da man die Art der Sporenornamente auch im Lichtmikroskop gut sehen kann - dass sie knubbelig sind, aber teils auch als Doppelknuddel auftreten (also bifurcat), sieht man auch lichtoptisch gut - und das mit meinem alten CH2... Ich finde es aber super, dass Gernot Rasterbilder organisiert hat. Sehr hilfreich, wenn man die Sporen genauer umschreiben / zeigen will.


    Sarcodon lundellii ist auch alles andere als häufig, aber wie es im Moment aussieht, ist Sarcodon fennicus eher ein Sorgenkind. Der scheint europaweit stark zurückzugehen / auszusterben. Aber man weiß nie, wie oft sowas übersehen / verkannt wird. Riecht er aber immer so starl nach Marzipan wie bei unserem Fund, dann sollte man ihn doch als etwas Besonderes erkennen können.


    Sarcodon fuligineoviolascens - also den echten - würde ich auch gerne mal sehen. Der scheint auch fast weg zu sein. Die Gattung ist eh so ein Sorgenkind, was das immer seltener Werden angeht. Bis auf den Habicht (den Kiefernhabicht habe ich nicht bei mir, ich meine den echten Habicht unter Fichte) sind sie irgendwie alle selten. Nur Sarcodon glaucopus war in letzter Zeit in meiner Gegend etwas häufiger als normal. Selbst Sarcodon scabrosus habe ich lange nicht mehr gesehen - das letzte Mal in Griechenland am Olymp.


    Also: auf geht's - man suche nach Sarcodon mit grünender Stielbasis und starkem Marzipangeruch - wenn alle suchen, dann kann man klären, wie selten die Art wirklich ist. Und da es eine nordische Art ist, muss man an kalten Ecken und in höheren Lagen suchen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Hagebutte,


    wie Stefan schon schrieb: durch die Möglichkeit, günstig zu sequenzieren, ist die gesamte Systematik der Pilze im Umbruch. Da es sich zudem um ein ganzes Reich handelt, wirst du auch nirgends eine in allen Punkten aktuelle Einteilung finden. Auch mykobank und index fungorum helfen da nicht, da sie, was die Systematik angeht, logischerweise auch deutlich hinterherhinken.


    Was also hilft?


    Entweder nur auf hlöherer Ebene anzufangen - da gibt es Fachartikel (natürlich auf englisch) - oder du schaust in den Tree of life - Fungi - da hast du den Grundstammbaum der Pilze und kannst dich durchklicken. Z.B. Basidiomycota - Basidiomycota


    Du wirst oft solche Gießkannenstammbäume finden - es ist schwierig, die Verwandtschaftsverhältnisse untereinander aufzudröseln.


    Der Tree of Life geht bis zu den Ordnungen, aber nicht weiter. Und da wird es auch schwierig.


    Nehmen wir die Russulales - in den Bilderbüchern und anderer Populärliteratur (wie Lüder & Co.) findet man da meist nur Täublinge und Milchlinge, es gehören aber auch Gattungen wie Stereum, Peniophora, Gloeocystidiellum, Auriscalpium, Lentinellus, Hericium, Heterobasidion, Bodarzewia, um nur ein paar zu nennen, auch dazu. Oder man definiert die Rangstufe anders und würde Peniophora und weitere als Peniophorales ansehen und in eine Überordnung der Russulomycetidae zusammenfassen (oder so ähnlich).


    Konkret ist das in der Phallales/Geastrales/Gomphales-Verwandtschaft so - macht man eine Ordnung draus oder doch drei getrennte, die in eine Überordnung oder Unterabteilung gehören (usw.)?


    Und hat man die Ordnung definiert, ist in vielen Bereichen die Familienaufteilung ein Chaos.


    Nehmen wir die Agaricales...

    Das, was früher eine Gattung war (z.B. Omphalina) ist jetzt auf mehrere Ordnungen(!) verteilt - in diversen Gattungen und in diversen Familien. Und manche Einteilung wird kritisch diskutiert - drei Mykologen, fünf Meinungen oder so.


    Im Moment muss sich der Pulverdampf erstmal wieder lichten, damit man die molekularen Daten mit ökologisch-evolutionsbiologischen Daten verschneiden kann. Mal schauen, was alles stabil bleibt.

    Die aktuelle Familieneinteilung z.B. innerhalb der Agaricales ergibt schon Sinn, wenn man etwas tiefer geht und auch Stoffwechselwege mit einbezieht - oder die Anatomie, die Lebensweise usw. Das wiederum erfordert aber ein sehrt tiefes Verständnis und sehr viel Wissen, um da etwas durchzusteigen.


    Das Hauptproblem sind die fehlenden Merkmale - man kann bei Pilzen kaum etwas homologisieren, da Pilze primitivst aufgebaut sind und nicht einmal Gewebe ausbilden. Bei Pflanzen ist es leichter, mit Ordnungs- oder Familienmerkmalen zu arbeiten, wobei sich aber auch da vieles getan hat, seit man sequenziert. Schau mal die Monocots an - da wurde einiges umgestürtzt.


    Ach ja, bei den Ascomyzeten ist es übrigens noch extremer, was die Neuerungen angeht.


    Die Idee, vom Groben ind Detail zu gehen ist aber genau richtig! Lass dich nicht entmutigen... ich würde nur empfehlen, kleiner anzufangen. Nimm beispielsweise eine der Familieni in den Agaricales (z.B. die Wachblättler) und schau dir da die aktuellen Stammbäume an und die enthaltenen Gattungen - du wirst da viele Gemeinsamkeiten finden und ein Gefühl für die Familioe aufbauen können - obwohl sie genetisch sehr schwach definiert ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Frank,


    da hast du mich missverstanden. Ich werde doch keinen Uploadfilter selber programmieren und in einer eigenen Datenbank urheberrechtlich relevante Inhalte katalogisieren. Es geht doch, wenn ich es richtig verstanden habe, darum, dass die Provider Inhalte blocken sollen, die möglicherweise Urheberrecht verletzen. Und das können die Filter ja nur erkennen, wenn sie eine Datenbank im Rücken haben.


    Ich werde einen Teufel tun und irgendwelche Datenbanken selbst aufbauen. ;)


    Was Verein vs. Firma angeht - es ist schon ein Unterschied, denn bei Verstößen gegen Datenschutzauflagen werden Firmen einem anderen Strafenkatalog ausgesetzt. Das war aber auch nur ein Beispiel - hier geht es ja jetzt um Urheberrechte. Und lädt man beispielsweise eine Abbildung aus einem Fachartikel hoch (unter Quellenangabe), so ist das rechtlich gedeckt, wenn dies aus rein wissenschaftlichen Gründen passiert. Das kann aber so ein Filter nicht unterscheiden, denke ich jedenfalls. Deshalb glaube ich nicht, dass das dauerhaft so gehen wird, denn es wird dann sicher Klagen gegen die Praxis der Filter geben, da sie geltendes Recht verhindern (eben das recht auf Zitate).

    Ich kann es mir also technisch nicht so ganz vorstellen, wie das gehen soll. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass kleinen - insbesondere privaten oder von Vereinen geleiteten Foren etwas drohen sollte. Falls doch, dann wäre es das Ende der kleinen Foren - und das glaube ich auch nicht, denn das würde die Wählerschaft verärgern.


    Schaung mer mal, dann seng mer scho.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    hm, ein schwieriges Thema. Ich leite ja selbst ein mykologisches Forum und bin bei einem zweiten Co-Admin. Copyright ist ein Problem und man kommt manuell nicht mehr hinterher. Insofern ist es fast logisch, dass versucht wird, durch Filterprogramme gegenzusteuern.

    Es ist eben das immer wiederkehrende Problem, dass maximale Freiheit und maximale Sicherheit nicht zusammenpassen. Man muss immer Kompromisse eingehen, die mal mehr zulasten der Freiheit, mal zulasten der Sicherheit gehen. Mit Sicherheit ist hier eben der Schutz vor dem Diebstahl geistigen Eigentums.


    Meist wird das alles weniger heiß gegessen als es gekocht wird. Beispiel Datenschutzverordnung. Ja, es war lästig, intern definieren zu müssen, wo welche Daten genau gespeichert sind und Transparenz zu erzeugen. Mehr war aber nicht. In dem Pilzforum, das ich leite, sind immer noch externe Bilder zugelassen (etc.). Wir sind aber auch ein Verein als Träger und kein kommerzieller Betrieb, was uns das einfacher macht als beispielsweise hier (Träger: kommerzieller Betrieb, zudem Einnahmen über Werbeeinblendungen). Uns drohen keine Strafen, sondern im Falle von Verstößen Ermahungen. Und bisher gab es keinen Verstoß bzw. es gab keine Ermahnung.


    Die Uplaodfilter sind mir auch mehr als suspekt, da man diese ja auch als Zensurprogramme einsetzen könnte. Wenn sie aber am Ende "nur" gegen Inhalte einer Datenbank mit urheberrechtlich geschützten Inhalten abgleichen, dann dürfte die Suppe aber auch kühler gegessen werden, als sie gekocht wird. Ich vermute ohnehin, dass dann noch nachgebessert wird. So ist es ja legal, Auszüge aus urheberrechtlichen Schriften zu verwenden - beispielsweise in der Wissenschaft, man darf zitieren, auch wortwörtlich, aber eben nur bis zu einer festgelegten Grenze. Würden da die Filter komplett sperren, müsste man dagegen ja klagen können. Man kan ja auch auf einer Website oder in einem Forum wissenschaftlich publizieren.

    Ich denke, dass da so manche Klage eingereicht wird. Und noch sind wir ja in einem Rechtsstaat.


    Auf der anderen Seite muss man auch z.B. an Journalisten denken. Früher gab es immerhin die Einnahmen durch den Verkauf von Zeitschriften/Zeitungen. Heute liest man Nachrichten meist im Internet - naja, ich mache es so. Ich habe nicht die Zeit, in der Früh die Süddeutsche zu lesen. Und denke ich an die Unmengen an Papier, die täglich durch die Tageszeitungen verbraucht werden, bekomme ich als Pilzfreund einen Stich ins Herz.

    Die Alternative? Onlineangebote der Zeitungsredaktionen. Und werden die jetzt geklaut, dann ist es aus mit Einnahmen, dann ist es aus mit Geld für Journalisten (die oft genug eh nach Zeilengeld für einen Hungerlohn schreiben).


    Jede Medaille hat zwei Seiten. Ich selbst bin gegen die Uplaodfilter, da ich hier ein Missbrauchspotential sehe, das ir nicht gefällt. Ich kann aber nachvollziehen, warum über solche Lösungen nachgedacht wird. Ich habe nur keine Angst vor Horrorszenarien, denn die will sicher niemand - auch nicht die Politiker, die die Filter wollen. Denn zumindest wollen die wieder gewählt werden.


    Ich bin daher recht entspannt und schaue mal, was da so kommt. Ändern kann man aktuell eh nichts. Ich habe die Petition unterschrieben, aber mehr kann ich nicht machen. Ich denke nicht, dass der Sonntag ohne Uploads irgendwas ändert. Und jetzt ist das ja eh rum ums Eck. Schaun mer mal, was sich ergibt...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    noch als kleines Update... Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass Consiglio & Setti (2018) neben Hohenbuehelia auch Resupinatus überarbeitet haben. Demnach ist die Artenzahl der lamelligen bei uns größer - und demnach scheinen Resupinatus trichotis und R. applicatus für meinen Fund rauszufallen.

    Das einzige Problem: ich habe das Buch nicht. Falls jemand hier das Werk besitzen sollte und mal anhand meiner Angaben versuchen könnte, einen Bestimmungsversuch zu landen, wäre das natürlich cool. Sonst schlummert der Beleg eben etwas vor sich hin, bis ich Zugang zu dem Buch habe. Würde natürlich auch nicht schaden, denn es läuft ja nix davon. Gut, dass man Pilze trocknen kann ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Hallo zusammen,


    ich habe zusammen mit Prof. Dr. Irmgard Krisai-Greilhuber und Gernot Friebes einen Artikel über Sarcodon fennicus geschrieben, der als open access-Artikel in der Österr. Z. Pilzk. erschienen ist. Er ist frei über Researchgate zu haben: (PDF) Sarcodon fennicus, a boreo-montane stipitate hydnoid fungus with a remarkable smell


    Man kann ihn auch über die Seite der Österr. Mykol. Gesellschaft downloaden: hahn_fennicus_ozp27.pdf


    Viel Spaß beim lesen - wer sich für Sarcodon interessiert ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan, servus alle,


    ich habe mich an einen Schlüssel gewagt, der die fünf europäischen Arten mit Lamellen aufdröselt. Ist natürlich nur provisorisch, da Resupinatus applicatus noch eine Sammelart ist. Wer will, kann sich den Schlüssel hier runterladen: Schlüssel der (aktuell 5) europäischen Resupinatus-Arten mit Lamellen

    (ist ein Word-Dokument - oder man kopiert den Text aus dem Thread selbst).


    Da mein kleiner schwarzer hier (siehe oben) ein bisserl verhaut ist (praktisch nackt am Hut), komme ich erstmal trotzdem nicht weiter...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Noch kurz als Nachtrag:


    In diesem Artikel - (PDF) New and Interesting Fungi. 1 - auf den Seiten 192-193 wird die Art schön abgebildet und auch diskutiert. Sie parasitiert demnach an Neonectria, Chaetomella, Cladosporium, Graphium, Melogramma, Tritirachium und Verticillium und gehört selbst zu den Sordariomycetes, hier zu den Hypocreomycetidae und wohl in die Melanosporales - es konnte von den Autoren aber nur die ITS verwertet werden, da sie sonst keine DNA sequenzieren konnten (es hat nicht geklappt).

    Es handelt sich um einen obligaten Pilzparasiten, der das Holz nicht angreift. Mir war das vorher nicht klar - daher unabhängig von den schönen Fotos des Einstiegsbeitrags danke für den Thread. Es war eine schöne Gelegenheit, ein bisserl was über diese auffällige Art nachzulesen und deren Lebensweise mal genauer zu betrachten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Helmut,


    Nematogonum ferrugineum ist ein Ascomyzet (also dessen Nebenfruchtform) und kein Zygomyzet. Er erinnert nur ein bisserl an einen Zygomyzet, wobei... eigentlich auch nicht, da ja kein Joch zu sehen ist. Es geht da nur um die spärliche Septierung, die bei Zygomycota. bei Glomeromycota usw. vorkommt (oft: gar keine Septen, siphonales Myzel bzw. siphonocladiales Myzel).

    Das hier ist aber ein "ganz normaler", recht häufiger imperfekter Pilz, der aber eben ein Ascomyzet ist. Er scheint auf Nectria-sensu-lato-Arten zu parasitieren - siehe z.B.: 21_houston_wo37.pdf


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl-Heinz,


    ich gehe davon aus, dass die mobile Pilzschule diejenige ist, die Dieter Honstraß leitet. Die nennt sich Mobile Pilzschule. Ich habe keinen der Kurse besucht, kann mir daher keine Eigenmeinung bilden. Wenn ich aber auf der Homepage lese, dass man bei ihm lernen kann, wie man Steinpilze züchtet, erscheint mir das nicht wirklich seriös zu sein. Die vielen Gerüchte, die bekannt sind, muss ich vermutlich eh nicht wiederholen. Ich kenne aber Leute, die aus diesem Umfeld kommen und bin daher wohl befangen, denn ich kenne nur deren Seite der Darstellung, was da wie abläuft.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: noch zu den GPBW... ich finde die Ökoangaben auch sehr wertvoll und wichtig. Nur wurde leider durch ein viel zu breites Artkonzept dann wiederum oft die Ökologie der Arten verwischt. Was bringt es mir, nachzulesen, dass die Sammelart überall vorkommt, wenn die einzelnen Arten in Wirklichkeit eng eingenischt sind (als Beispiel). Die Bücher sind eben Kinder ihrer Zeit - daher auch (und wegen des Einflusses von Krieglsteiner) das teils extrem zusammenschmeißende Artkonzept.

    Als Bestimmungsbuch taugt es nur bedingt, da die meisten Gattungen für Deutschland unvollständig sind. Es wurden nur Arten geschlüsselt, die in BW sicher nachgewiesen sind und nicht auch die weiteren Arten, die im Gebiet vorkommen können, geschlüsselt. Man weiß also nie, ob es nicht doch mehr gibt...


    nomenklatorisch, ohne Mykobank oder den Index Fungorum zu bemühen wird's bei beiden happig.

    Servus Peter, Mykobank und Index Fungorum sind auch nicht die richtigen Adressen, um die aktuelle Synonymisierung nachzuschlagen. Geht es nur um die pure Nomenklatur, also darum, welcher Typusbeleg welchen Namen erhält, ohne dass man heterotypische Synonyme mit einbezieht, gebe ich dir recht. Aber verlass dich bitte nie auf den "current name" der beiden Datenbanken. Dafür sind sie nicht da und auch nicht gedacht. ;)