Servus romana,,
sieht gut aus -der obere Fruchtkörper zeigt noch am Hut eine feine Körnekung und auch am Stiel sind noch Flocken vorhanden (sieht man, wenn man das Bild in Originalgröße anschaut).
Liebe Grüße,
Christoph
Servus romana,,
sieht gut aus -der obere Fruchtkörper zeigt noch am Hut eine feine Körnekung und auch am Stiel sind noch Flocken vorhanden (sieht man, wenn man das Bild in Originalgröße anschaut).
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Pablo,
ganz so merkmalsarm sind sie nicht, die Röhrlinge. Nur wird die Mikroskopie halt oft ein bisserl vernachlässigt. Mir fehlt ehrlich gesagt der Vergleich, da ich typische Imperator rhodopurpureus noch nicht in der Reißn hatte (hochdeutsch: in Händen hatte).
Ich hatte zwischendurch leider einen massiven Käferbefall in meinem Herbar, weshalb ich einige meiner alten Röhrlingsbelege verloren habe.
Hier konkret aber, zwischen diesen beiden nah verwandten Arten, habe ich aber keie anatomischen Trennmerkmale im Kopf.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Pablo,
die Mykorrhiza ist nicht der Pilz. Ektomykorrhizen sind relatuv kurzlebig, halten vielleicht ein oder zwei Monate. Es werden ständig neue Wurzelspitzen kolonisiert - und hat man einen Partner, sucht man ständig neue als Sicherheit. Ich habe mal unter Korkeiche Rhodoboletus rhodoxanthus beprobt und die Mykorrhizen ausgegraben, untersucht und publiziert - nur fand ich die an Zostrose. Die Zistrosen wuchsen halt um die Eichen herum - dass der Röhrling auch an der Eiche sitzt, ist, denke ich klar. Aber sitzt man erst da, schnappt man sich halt andere Partner als Rückversicherung.
Die Mykorrhizapilze selbst werden älter als die Bäume. Sie sorgen ja teils schon für die nächste Generation, wenn sie Jungbäume durchfüttern - stirbt der alte Baum, bekommen die Licht und wachsen plötzlich. Bis dahin werden sie vom Pilz alimentiert.
Das Myzel wird alt, aber trotzdem sind die Prozesse im Boden teils recht dynamisch. An den Wurzelspitzen herrscht ein Kommen und Gehen.
Dass Chondrostereum im Mikroskop deutlich anders als Stereum ist, ist klar - eben andere Verwandtschaft.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
unabhängig von den Myxos noch ein "Funfact" zur Gattungszuordnung...
Chondrostereum gehört zur Ordnung Agaricales, während Stereum zu den Russulales gehört. Die "normalen" Schichtpilze und der Violette sind daher nichtmal näher miteinander verwandt.
Der Violette "Schichtpilz" gehört in die Familie der Cyphellaceae, zu der natürlich auch der Tannenfingerhut (Cyphella digitalis), aber auch beispielsweise Cheimonophyllum candidissimum (ein kleiner, an Crepidotus erinnernder, aber völlig weißer Pilz) gehören.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Hagen und Rudi,
meint ihr Ektomykorrhiza im Speziellen oder diverse Mykorrhizen allgemein?
Ich selbst habe mit Ektomykorrhizen und mit Rhizomorphen gearbeitet und habe bei Prof. Agerer gelernt, der ein der Ektomykorrhiza-Spezialist ist bzw. war. Falls es um Einzelfragen geht, kann ich vielleicht direkt helfen.
Vorlesungsskripte müsste ich suchen, damals gab es sowas noch nicht als pdf. Ob ich das noch finde, weiß ich nicht. Was Literatur angeht, könnte ich versuchen, was rauszusuchen, aber dafür müsste ich wissen, was genau euch interessiert.
Von Prof. Oberwinkler gibt es ja Vorlesungen zur Mykologie als Videos. Die waren online oder müssten es vielleicht sogar noch sein. Da wurde sicher auch was über Mykorrhizen gesagt - die hat bestimmt irgendwer als Dateien auf der Festplatte, falls sie nach Oberwinklers Tod aus dem Netz genommen wurden.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Hassi,
klar kenn ich das Buch. ![]()
![]()
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
man sollte sicherlich bedenken, dass das Forum hier kein Naturfoto- sondern ein Pilzforum ist. Allerdings gibt es Überschneidungen, da manche ja z.B. in der fotocommunity aktiv sind und daher nicht nur dokumentative Fotos, sondern eben auch künstlerische Fotos produzieren. Ich war selber in der fc aktiv, habe aber aus Zeitgründen das erstmal nicht weiter verfolgt. Ich hatte allerdings primär Personenfotografie und Portraits gemacht, teils auch (aber nicht in der fc) Hundefotografie.
Pilze fotografiere ich selber zumeist zur reinen Dokumentation, weshalb mir Tiefenschärfe da wichtiger als Kunst ist.
Da ich selber aber eben vor ein paar Jahren etwas intensiver fotografiert hatte, habe ich mir auch preisgekrönte Naturfotografien angesehen - und habe da auch entsprechende Fotos mit teils sehr geringer Tiefenschärfe gefunden. Man darf da wirklich nicht mit der Doku-Brille draufsehen, sondern sollte das als ein "sich auf einen wesentlichen Aspekt konzentrieren" auffassen. Zusammen mit der Licht- und Farbstimmung entsteht so eben Kunst.
Wenn jetzt jemand an einem Wettbewerb teilnimmt, der zwar nicht ganz so ernst gemeint ist (wobei mir der teils harsche Umgangston das Gegenteil suggeriert - von allen Seiten), aber aus der künstlerischen Ecke kommt, dann kann ich nachvollziehen, dass man es als enttäuschend ansieht, wenn genau dieser künstlerische Aspekt das ist, was ein Foto für die Jury abwertet. Und wenn dann ein rein formaltechnisch betrachtet suboptimales Foto davor landet, dann muss das auch kein Geschmolle sein oder kein nicht verlieren Können, wenn man dann anfragt, wieso, weshalb, warum. Ich kann ricky deshalb gut verstehen. Es ist eher ein enttäuscht Sein aufgrund mangelnden Verständnisses bezüglich der Grundidee, die man mit einem Bild verfolgt. Jedenfalls verstehe ich das so.
Auf der anderen Seite sieht ricky ja selber, dass das hier eben kein Profi-Wettbewerb ist und er eigentlich gar nicht groß drauf reagieren müsste. Vielleicht kann man dieses Bild verwenden: man vergleicht Gemälde - ein Künstler hat ein abstraktes Gemälde eingereicht, weil er mit Abstraktion arbeitet, während die anderen Gemälde bildliche Darstellungen sind. Jetzt wertet die Jury das abstrakte Bild ab, weil es eben nicht realistisch darstellt und setzt es hinter ein realistisch darstellendes Bild, das aber technische Mängel aufweist. Das kommt dann beim Künstler eben komisch rüber, würde ich sagen (ist auch nur ein Bild - also jetzt wieder sprachlich gemeint).
Ich selber war primär abgeschreckt von dem großen Ernst, der hinter dem Wettbewerb zu stecken scheint. Und weil ich zwischendurch der Meinung war, ohne aufwändige Stacking-Technik eh nicht mitmachen zu müssen - das ergibt zwar tolle, extrem tiefenscharfe Fotos, aber eben nur das - das Spiel mit Vordergrund vs. Hintergrund fehlt dann gewöhnlich. Mehr Technikschlacht als alles andere. Und dann die Vehemenz, mit der teilweise diskutiert wurde... (nicht auf diesen Thread hier bezogen)
Und das kommt mir dann in sich verquer vor - einerseits ein Spaßwettbewerb mit einer nicht professionellen Jury, dann aber große Empfindlichkeit, wenn über die Bilder diskutiert wird. Für einen foreninternen Spaßwettbewerb ist mir der Ernst bei der Sache, den ich erkenne, viel zu groß. Und wäre es ein ernster Wettbewerb, dann würde - sage ich mal - anders beurteilt werden. So ist es für mich völlig unklar, wie das alles denn gemeint ist.
Jedenfalls kam ich so, wie ich es hier gelesen / erlebt habe, nie auch nur auf die Idee, mitmachen zu wollen.
Vielleicht ist das Ganze hier, also dieser Thread, eine Möglichkeit, nochmal auf Start zu gehen. Es haben ja wohl eh kaum noch Leute mitgemacht. Vielleicht schafft es ja die Jury und schaffen es die Teilnehmer, eine lockerere Stimmung aufzubauen.
Und als letztes:
Ich wäre schon neugierig, was ausschlaggebend für die Bewertung war. Das ist eben ein Vorteil eines lockeren Wettbewerbs. Sowas mit anzugeben ist kein Rechtfertigungszwang und vor allem keine Rechtfertigung. Ich wäre einfach nur neugierig, was den Ausschlag gegeben hat. Ich bin aber auch nicht empfindlich, was Kritik an meinen Fotos angeht. Stelle ich ein Foto zur Beurteilung ein, dann kann es auch schlecht beurteilt werden. Wenn ich dann zudem wüsste, warum es schlecht beurteilt wurde, dann kann ich daraus vielleicht sogar etwas lernen. Denn auch bei einer nicht professionellen Jury, die aus PilzfreundInnen besteht, die sich logischerweise für Fotografie interessieren, kann man aus deren Beurteilung lernen.
Beispiel: man denkt nie daran, auf einen ruhigeren Hintergrund zu achten. Würde man nicht darauf hingewiesen werden, würde man auch zukünftig nicht darauf achten. So jedenfalls denke ich...
In diesem Sinne wünsche ich Ausgeglichenheit und etwas weniger tierischen Ernst bei einem eigentlich locleren Wettbewerb.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Frank,
Chondrostereum purpureum ist ein bekannter und von Gartenplanern gefürchteter Parasit in lebenden Bäumen, der später auch am Totholz noch lange zehren kann. Chondrostereum purpureum löst dabei die Bleiglanzkrankheit (Silver Leaf Desease) aus. Zu den Symptomen gehört auch Ausfluss am Stamm. Besonders stark ist die Gattung Prunus (Kirschen) betroffen. Meist ist die Krankheit aber relativ schwach im Verlauf, aber eben optisch ein Problem.
Hier ein Beispiel für die Krankheitssymptome: Bleiglanz auf Arbofux - Diagnose-Datenbank für Gehölze
Der typische Bleiglanz kann aber auch ausbleiben.
Liebe Grüße,
Christoph
So, jetzt habe ich ein bisserl mehr Zeit zum Schreiben...
Danke an Karl für die ergänzenden Bilder. Es ist schön zu sehen, dass es in der Vulkaneiffel mehr Fundstellen gibt. In Oberbayern kenne ich nur dieses einzige Myzel, von dem die Fruchtkörper stammen. In Franken gibt es ja einen weiteren nachweis, den Jürgen Schreiner - damals als Erstnachweis - publiziert hat.
Ich tue mich durchaus schwer, bei rosahütigen Formen den Unterschied zu Imperator rhodopurpureus sicher zu erkennen. Im Moment würde ich am ehesten auf das schon jung so freudig orange Stielnetz gehen. Gelber Hut mit Kupferstreife, woran man ihn am besten erkennen könnte (daher auch der Name) hat er eben nicht immer. Genau genommen sehe ich sie nur auf meinen Fotos - da hat er sie bilderbuchmäßig gezeigt. Das soll aber nicht die Bestimmung von Karl anzweifeln.
Imperator rhodopurpureus kenne ich zudem nur sehr pickelig, was die Hutoberfläche angeht. Allerdings kann ich die Variabilität von Imperator luteocupreus nicht abschätzen - eben mangels weiterer Myzelien. Vielleicht gibt es ihn auch mit Akne?! Bei Karls Bildern kann man eine leichte Akne erkennen, meine ich.
Der Ochsenröhrling in Pilze der Schweiz ist übrigens auch nichts anderes als Imperator luteocupreus.
Ich war lange nicht davon überzeugt, dass Imperator luteocupreus Artrang verdient. Mir wurde aber aus Wien erzählt, dass die Art genetisch abgrenzbar sei. Ob bzw. wo das jetzt veröffentlicht wurde, weiß ich aber gerade nicht. Müsste sich suchen.
Für Speisepilzsammler ist die Gattung Imperator durchaus interessant - als etwas, das man nicht(!) essen sollte. Einerseits natürlich wegen der extremen Seltenheit. Andererseits aber auch, weil in der Gattung Coprin nachgewiesen wurde. Damit ist das Wissen im diese Röhrlinge auch für Pilzberater relevant.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Chris,
das glaube ich dir auf's Wort. Nur kenne ich da keine passende Kombi - besser: zur Kombi keine passende Art.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Chris,
ich wäre da bei Agrocybe s.l., aber mit Anisgeruch?! Die Kombi kenne ich nicht.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
Agaricus bresadolanus hätte zumindest eine auffallend dicke Rhizomorphe an der Stielbasis - auf den ersten Fotos sieht man die Stielbasis (leider unscharf), aber da sehe ich mehrere feine Rhizomorphen und keine einzelne, dicke. Vom Hut her könnte das passen, aber eben nicht von der Stielbasis her.
Und ja, mit dem Hut der neuen Aufnahme ist Agaricus bitorquis raus.
Insofenr bleibe ich bei Agaricus spec. - die Art ist für mich so nicht bestimmbar.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Karl,
die Häufigkeit ist wohl wirklich regional unterschiedlich. Agrocybe dura s.str. ist hier im Süden im Offenland nicht selten. Es ist mehr ein Wiesenbewohner, während ich Agrocybe praecox s.l. im Wald finde (abgesehen von den ruderalen Rindenmulchfunden).
Hier ein Beispiel für einen "typischen" Agrocybe praecox - hier aus dem Naturwaldreservat Schönwald nördlich vom Ammersee.
Die Rissigkeit des Hutes sagt wirklich nichts aus...
Ach ja, wer den Artikel über die vier Arten sucht - der ist schon aus dem Jahr 1990 - hier das Zitat:
Flynn T. & Miller O.K. Jr. (1990): Biosystematics of Agrocybe molesta and sibling species allied to Agvocybe praecox in North America and Europe. Mycol. Res. 94(8): 1103-1110.
Flynn & Miller sprechen nur von "species I, species II, species III und species IV". Jetzt, fast 30 Jahre später, ist man keinen Schritt weiter, weil sich wohl niemand mehr des Themas angenommen hat.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Oehrling,
völlig klar - mit dem deutschen Namen ist das ganze Aggregat gemeint. Mir ging es mehr um den Punkt Mehlgeruch ja oder nein, denn da wird immer wieder diskutiert - und da habe ich eben Verwechslungen mit Agrocybe dura im Verdacht, der für mich auch auf deutsch kein Voreilender Ackerling ist. Deshalb meinte ich, dass das, was eben nicht nach Mehl riecht, mikroskopiert werden sollte.
Ganz allgemein kurz zu dem anderen Forum:
Eine Verwechslung mit dem Maipilz ist für mich dermaßen abwegig... schon allein das vorhandene, häutige Velum ist ein komplettes Ausschlusskriterium, auch ohne Sporenpulver. Und den Maipilz nur wegen des Geruchs anzusprechen... und dann wegen eines Geruchswechsels erst stuzig zu werden...
Die extrem schmalen, dicht stehenden Lamellen bei dickem Hutfleisch sind sowas von deutlich als Merkmal. Daher konnte ich auch nie nachvollziehen, wie man Ziegelrote Risspilze als Maipilze einsammeln kann. Dabei passiert das selbst heutzutage noch - grob fahrlässig... Dass in dem verlinkten Forum der Maipilz als Möglichkeit angesehen wurde (mit Velum...) zeigt diese mangelnde Bereitschaft, auf Details bei der Pilzbestimmung zu achten. Das ist weit verbreitet und ebnet dann leider manchmal auch den Weg ins Krankenhaus, wenn das dann am Ende gegessen würde (was hier ja nicht der Fall ist).
Zurück zum Thema: Übrigens, der robuste Voreilende Ackerling auf Rindenmulch ist nicht Agrocybe praecox s.str., nur scheint der Rindenmulchackerling auch aus zwei Arten zu bestehen, weshalb da noch nichts neu beschrieben wurde.
Dass es vier Arten in dem Komplex sind, kam über Kreuzungstests raus. Die Autoren wollten ihn nicht unbestimmbar machen, sondern wollten prüfen, ob die großen robusten auch mit den schmächtigen kreuzbar sind - und kamen dann eben auf vier. Der Versuch, dann Merkmale zu korrelieren scheiterte großteils.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
wie gesagt: "der" Voreilende ist ein Artenaggregat. Die Gattung ist eh schwierig. Was nicht nach Mehl riecht, muss m.E. mikroskopiert werden (Sporengröße), denn Agrocybe dura ist recht häufig und oft nicht erkannt. Die Art kann man (nach aktuellem Stand) auf die Art bestimmen. Agrocybe praecox ist im Moment unbestimmbar (vier Arten). Falls dann mal was mit Gerüchen gehen sollte, wäre das allerings spannend.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
alles über die Unbestimmbarkeit eines Egerlings nach Bild allei unterstreiche ich. Hier jedoch gehe ich konform mit Mausmanns Idee des Stadtchampigons. Der Ring sieht aus, als wäre er nach unten abziehbar (die Abziehrichtung des Rings ist ein wichtiges Merkmal, das bei Fotoanfragen meist ausgelassen wird, dabei gibt es eh so wenige Makromerkmale in der Gattung). An der Stielbasis meine ich zudem eine Volva bzw. die reste einer dicklichen Volva zu sehen (das nacggereichte Bild auf der vom Betrachter aus gesehenen linken Seite der Stielbasis).
Ausschließen kann man m.E. Schafegerling und Konsorten (Hutoberflöäche passt da nicht) und Träuschling fällt sowieso aus wegen ist nicht... wurde ja schon erwähnt.
Es ist aber nur Herumgerate. Pro Agaricus bitorquis kann man jedenfalls Argumente finden - ohne dass es der wirklich sein muss. Agaricus spec. ist die beste Bestimmung.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
Protostropharia semiglobata fällt wegen vieler Punkte weg - Hut müsste schleimig sein, wächst an Dung (und frisst da wohl Nematoden), Velum wäre etwas schleimig (aber zumindest durchaus gelblich...), Ring wäre häutig...
Agrocybe praecox s.l. glaube ich auch nicht. Im Moment sind das vier Arten, die sich nicht miteinander kreuzen lassen, aber klassisch (noch) nicht sauber bestimmen lassen. Ich kenne aber kein gelbes Velum universale in dem Aggregat.
Die Fruchtkörper sind ja auch noch jung, da fällt Bldbestimmung eh schwer in dieser komplizierten Gattung (Agrocybe). Agrocybe dura wäre aber eine gute Idee, wie ich finde. Dazu passt der Ring, der sich jetzt schon auflöst - und man findet im Netz auch Kollektionen mit gelblichem Velum universale (wenn die Bilder richtig bestimmt sind).
Mehr als ein "cf." wird man aber eh nicht sagen können, fürchte ich. Oder ganz einfach: Agrocybe spec.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Norbert,
vergleiche mal mit Arrhenia acerosa. Die Gattung Arrhenia müsste aber auf alle Fälle passen.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Felli,
stimmt, ich hatte dich halb missverstanden - ich hätte nochmal bei Chester & Bell nachlesen sollen. Sie meinen in der Tat was ganz anderes - Thyridaria macrostomoides wäre da durchaus möglich. Wobei es ja relativ egal ist, was Chester & Bell damals unter L. macrostomum verstanden - das war ja vor der Lectotypisierung.
Das Buch von Björn habe ich nicht - kann daher dort nicht nachsehen. Er interpretiert aber auch nur die Quellen, die ich als Artikel habe. Deshalb schaue ich lieber direkt in die Fachartikel, dann arbeite ich mit den Primärquellen - natürlich wäre es gut, dann die eigene Interpretation mit der Interpretation anderer zu vergleichen - was aber die Primärbestimmung angeht, sind mir die Beschreibungen der Typuskollektionen natürlich wichtier. Buche als Substrat ist eben nur ein Beispiel für viele Substrate, von denen L. macrostomum bekannt ist. Der Epitypus(!) ist von Vitis, es gibt Kollektionen an Kräuterstängeln, es gibt sie von dirversen Holzsubstraten... Die Sporenmaße variieren etwas von Quelle zu Quelle, passen aber insgesamt gut zu Danielas Fund.
Thambugala et al. (2015) schreiben L. semilibera Sporen mit nur 3-4,2 µm breiten Sporen zu!
Mich freut es, dass sich noch mehr mit solchen "Nerd-Pilzen" beschäftigen (bei dir weiß ich es ja eh - du machst das eh länger als ich, um das Geschläuche habe ich ja lange einen großen Bogen gemacht).
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Felli,
nein, Lophiostoma macrostomoides ähnelt mehr Lophiostoma caulium agg. und hat siebenfach septierte Sporen. Das Epitheton bezieht sich m.W. auf die makroskopische Ähnlichkeit mit L. macrostoma. Ich vermute eher, dass Chester & Bell Lophiostoma arundinis meinten. Die beiden wurden auch mal zusammengeschmissen. L. arundinis hat früh braune Sporen...
Zurück zu L. semiliberum - die Art wächst (nach der Literatur) hauptsächlich an Phragmites, seltener an
Brachypodium, Deschampsia, Elymus, Elytrigia, Festuca, Glyceria, Melica, Nardus und Secale - aber eben offenbar nur an Gräsern. Daher wäre ich bei Funden an anderen Substraten skeptisch.
Lophiostoma macrostoma hingegen ist plurivor, wächst an Holz und an Krautigem...
Jetzt habe ich mal nachgeschaut - es gibt auch Lophiostoma macrostoma var. exappendiculatum - es wurde von Lonicera beschrieben.
Du erwähnst ja bei deinem Fund zumindest kleine Verlängerungen an den Spitzen der Sporen. Das wäre ja wiederum o.k. für L. macrostoma.
Daniela hat ja jetzt das Wichtigste an Literatur - bin mal gespannt, was das Ergebnis sein wird. Es gibt ja noch mehr Merkmale als nur die Sporen. Der Aufbau der Perithecienwand ist auch wichtig, dann die Makroskopie der Mündung usw.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Pablo,
jetzt habe ich deinen Trompetenschnitzling mal genauer angeschaut.
Ich habe beim größten Fruchtkörper die Sporen gemessenund kam - nur die freien, nicht an den Basidien sitzende Sporenbeachtend - auf größere Maße:
6,5-8,0-10,0 x 4,25-5,0-5,75 µm; Q = 1,4-1,6-1,8
Das passt sehr gut zu dem, was ich als Tubaria hiemalis kenne.
Die Cystiden - ich finde sehr viele kopfige Cystiden. Messe ich bei denen den Kopfdurchmesser, komme ich auf 6,75-8,0-10,0 µm, was auch sehr gut passt.
Ich habe mla wahllos an der Schneide entöang fotografiert, damit man sieht, wie viele kopfig sind - natürlich nicht alle, aber doch auffallend viele (teils habe ich das gleiche Motiv doppelt fotografiert - wegen der Schärfebene):
So wird vielleicht klar, was ich meine - nicht alle, aber viele sind kopfig. Manche isnd auch interkalar verdickt,viele gekniet. Die Zystiden sind einfach sehr variabel, aber eben doch sehr viele kopfig...
Die Lamellentrama hattest du ja schon untersucht - ich komme auf bis zu 20 µm breite Tramahyphen, aber es ist ja auch Herbarmaterial. Wenn ich ein bisserl gesucht hätte, hätte ich vielleicht auch breitere Elemente gefunden.
Ergo:
Sporengröße passt, Cystidenform passt, Trama-Elemente breit passt, Makroskopie (wenig Velum universale) passt, Erscheinungszeit passt... für mich typische Tubaria hiemalis. Jedenfalls entspricht das dem, was ich als Tubaria hiemalis anspreche.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Dieter und Stefan,
jetzt sind Ritterlinge nicht mein Spezialgebiet, aber ich sehe makroskopisch auch Tricholoma fulvum in den Fotos. "Mein" Tricholoma pseudonictitans wächst auch ohne Birke im reinen Fichtenwald und hat einen auffallend schlanken, langen Stiel ohne basale Verdickung. Eine Pseudoringzone kenne ich da auch nicht - der Stiel wird oben zwar jung blass, aber nicht so abrupt - wobei ich da eh vorsichtig wäre, wenn es keine große Kollektion ist. Das Velum universale ist halt sehr stark reduziert - bildet es noch eine Farbkante als letzten Existenznachweis, so ist das kein großer Schritt zu "keine Farbkante" mehr.
So kenne ich ihn typischerweise: Čirůvka lesklá - Tricholoma pseudonictitans Bon 1983 | Atlas hub - Houbaření
"Mein" Tr. pseudonicitans ist meist ungerippt am Hutrand (hier schon am jungen FK eine Rippung zu erkennen), alt kann sie mal auftreten, ist aber die Ausnahme und wenn, dann nur sehr kurz am Hutrand. Leider sieht man auf Dieters Fotos das Fleisch nicht... auch da meine ich , Unterschiede zwischen beiden erkennen zu können.
Es kann gut sein, Stefan, dass du deshalb Abgrenzungsprobleme hast, weil du bisher nur Tricholoma fulvum hattest (wenn immer ne Birke in der Nähe war). Oder es ist doch nur eine Art (die ITS ist ja zumindest gleich) - dann würde ich aber locker zwei Varietäten draus machen und nicht gleich komplett zamwerfen.
Es kann aber auch gut sein, dass ich zu sehr morphologische Kleinigkeiten gewichte und die beiden wirklich identisch sind. ![]()
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Craterelle,
falls er drin bleibt und die Skala nicht bei 0 anfangen darf, dann muss ich meine Bewertungen insgesamt nochmal ändern, was ich aber gerne machen kann. Falls der eine "1" ist, dann muss ich, um irgendwie linear zu bleiben, meinen anderen Einsern locker eine zwei oder drei (bis vier?) geben.
Ob die DGfM ihn als uneineheitlich bewertet führt, ist mir ehrlich gesagt völlig egal. Es geht nur darum, dass wir die Skala irgendwie "kalibireren". (zur Erklärung: ich bin - jeder ist da eben subjektiv anders - recht bitterempfindlich; manche können Gallenröhrlinge essen, ich hingegen bekomme keinen Bissen runter. Pilze, bei denen ich mich schüttle oder die fast Brechkrampf auslösen (Nebelkappe) würde ich subjektiv als für mich(!) völlig ungenießbar einstufen. Das wäre für mich unterhalb der Skala für Speisepilze ;-).
Ich warte noch auf andere Meinungen - oder passe wie gesagt meine Noten an ![]()
Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
meine bescheidene Meinung ist, dass ein Rauswurf aus einem Forum nur dann berechtigt ist, wenn es mehrfach wirklich grobe Verstöße gab. Wenn jemand, der vorher hier aktiv war, plötzlich gesperrt ist, dann finde ich das nicht wirklich prickelnd (Beispiel abeja). Ich habe nur mitbekommen, dass da Kritik hinsichtlich des Fotowettbewerbs geäußert wurde. Was hinter den Kulissen los war, weiß ich nicht. Ich sehe hier aber einige Sperrungen im Lauf der Zeit, was mich immer verunsichert - ich bevorzuge das Moderieren anstelle des Sperrens. Und wenn es gar nicht anders geht, kann man auch temporär sperren.
Ich finde die allgemeine Höflichkeit, die hier (meist) herrscht, auch sehr angenehm. Man kann diese aber auch ohne Sperrungen hinbekommen. Kritik kann halt auch mal emotional sein, man kann aber auch wieder zurückrudern. Und meist klappt das ja. Ich habe aber selber schon mitbekommen, dass es sehr schnell und prophylaktisch zur "Drohung" kommen kann, z.B. Threads zu sperren. Da denke ich vermutlich zu freiheitlich. Ebenso bei Fällen wie abeja. Ich bin ja recht aktiv hier und mir ist abeja nie negativ aufgefallen. Und wenn sie Kritik an der Jury oder dem Wettbewerb äußert - so what? Da kann man drüber stehen. Argumente sind besser als Sperrungen. Aber Hintergründe kenne ich wie gesagt nicht. Ich schreibe das aber nur hier - da ja eigentlich off topic - da einerseits Nobi das Thema anriss und ich andererseits eine Parallele zu Takumi sehe.
Ich bin ganz gewiss kein Fan von Franks Aktivitäten - das weiß er auch. Und trotzdem können Frank und ich uns austauschen und kommunizieren - ich sage das nur, damit klar ist, dass ich das, was ich über seinen Rausschmiss äußere, nicht schreibe, weil ich Fan von ihm bin oder irgendwie begeistert davon bin, was er alles macht - nein, ich bin eher skeptisch. Und trotzdem fand ich es falsch, ihn komplett rauszuwerfen. Jedenfalls ohne Begründung.
Die Begründung, dass er den Betreiber ausgesperrt hat, verstehe ich - da würde ich ihm auch sofort die Adminrecht nehmen wollen, wäre ich Betreiber. Er wäre dann aber noch als Nutzer hier dabei. Dass er auch als Nutzer rausgeworfen wurde, sehe ich wiederum kritisch - es sei denn, es schwingt noch viel mehr mit. In dem Fall hätte ich mir das Statement, das dann doch kam, sofort erwünscht. Man kann sowas auch ohne den direkten Inhalt zu nennen, machen - was man an Pilzmännchens Statement ja gesehen hat.
Komplettrauswürfe finde ich halt sehr extrem. Bei internem Vertrauensbruch kann ich es natürlich nachvollziehen. Bei Usern hingegen, die aufgrund ihrer Äußerungen rausfliegen, muss schon sehr viel vorliegen, damit ich persönlich das o.k. finde. Damit müssen weder die hiesigen Supermods mitgehen noch die Administration. Ist halt meine Meinung, die keiner teilen muss. Vertrauen in die User gehört für mich auch zum Wohlfühlfaktor dazu. Dazu gehört auch Vertrauen in den Moderatorenkreis. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob ich jetzt selbst abgemahnt werde (vom Moderatorenteam), weil ich den Fall abeja aufgreife, um meine Meinung zu äußern. Und allein das heißt für mich, dass ich eben manche Rausschmisse nicht nachvollziehen kann und daher nicht wirklich weiß, ob man hier auch Kritik äußern kann. Ich selber habe jahrelang das DGfM-Forum geleitet (und hatte es aufgebaut). Ich leite auch das BMG-Forum und bin (gut, das Forum ist sehr jung) beim FungaAustria Co-Admin. Ich habe aber, bis auf Spambots noch keinen User gesperrt. War nie nötig. Jetzt ist das Forum hier aktuell sehr groß, aber das Prinzip bleibt ja das Gleiche. Im Fall abeja kann ich's halt gar nicht nachvollziehen. Und da geht es mir wohl so, wie es Ralf im Fall Takumi ging - die mangeldne Kommunikation ist es eben. Natürlich soll nach dem Rauswurf keine schmutzige Wäsche gewaschen werden, aber man kann zumindest wertneutral auf die Postings verweisen, die das ausgelöst haben. Wenn da dann wirklich so grobe Dinge standen... nun gut... falls so ein Thread mit so einem Link kam, habe ich ihn übersehen, dann nehme ich das zurück. Ich hatte selber nur nach abejas letzten Postings gesucht und fand nichts, was für mich einen Rauswurf rechtfertigt.
Um es abzuschließen: es muss und soll sich niemand rechtfertigen (Fall abeja). Ich will das weder aufrollen noch sonst thematisieren. Mir geht es eher um die Zukunft - ich würde mich logischerweise gerne hier wohlfühlen. Daher würde ich mich freuen, wenn in Zukunft transparenter entschieden würde und Rauswürfe klar nachvollziehbar und (wie hasse ich das Wort) alternativlos sind. Falls ich jetzt sekber gekickt werde (Kritik an Entscheidungen des Moderatorenteams), dann sage ich ein Servus und Habedieehre in die Runde, man trifft sich ja auch anderswo sicher mal... und falls ich bleiben darf - dann mache ich es wie immer:
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Stefan,
ich würde ihn rausnehmen, da er allgemein bekannt zu bitter ist und zudem schon gastrointestinale Probleme bereitet hat. Ihm noch einen Punkt zu geben, fände ich zu gut bewertet. Die Skala 1-10 würde ich auf das anwenden, was man noch irgendwie runterbekommt. Ich persönlich bekomme den Gallenröhrling nicht runter, würde daher ein Null geben (wobei die beim Durchschnitt nicht stört, auch Null kann man addieren).
Liebe Grüße,
Christoph
