Servus Jan-Arne,
auch von mir (unbekannterweise) alles Gute zum Geburtstag! Vielleicht lernen wir uns ja irgendwann auch mal im real life kennen ;-).
Feier schön - Geburtstag am Samstag heißt: krachen lassen! ![]()
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Liebe Grüße,
Christoph
Servus Jan-Arne,
auch von mir (unbekannterweise) alles Gute zum Geburtstag! Vielleicht lernen wir uns ja irgendwann auch mal im real life kennen ;-).
Feier schön - Geburtstag am Samstag heißt: krachen lassen! ![]()
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Liebe Grüße,
Christoph
Servus beinand,
man könnte meinen, es wäre der erste April, wenn ich schreibe, dass es mittlerweile einen Minisequenzierer gibt, mit dem man direkt vor Ort sequenzieren kann. Ganz so einfach, wie man es sich denkt, ist es zwar nicht (man braucht die richtigen Primer und man muss ein bisserl pipettieren - der Tricorder von Star Trek wurde noch nicht erschaffen), aber es geht offenbar.
Dieses paper zeigt, dass man im Regenwald direkt vor Ort Reptilien über Sequenzierung bestimmen kann:
Aaron Pomerantz, Nicolás Pen ̃afiel, Alejandro Arteaga, Lucas Bustamante, Frank Pichardo, Luis A. Coloma, César L. Barrio-Amorós, David Salazar-Valenzuela and Stefan Prost (2018): Real-time DNA barcoding in a rainforest using nanopore sequencing: opportunities for rapid biodiversity assessments and local capacity building. GigaScience 7: 1–14.
Das paper ist frei als pdf verfügbar:
Den Sequenzierer kann man auch kaufen - ich frage aber lieber nicht nach dem Preis - ich hab jetzt nachgelesen: kostet ca. 1.000 $, ist also sogar erschwinglich (ein Mikroskop kostet ja auch um den Dreh)...
MinION: a portable, real-time DNA/RNA sequencing device auf Vimeo
Irgendwann wird das aber zur Standardausrüstung eines Mykologen gehören. Die Zeiten ändern sich...
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Beli,
dein unbekanntes Ei ist die Dünenstinkmorchel, Phallus hadriani.
Liebe Grüße,
Christoph
Wäre Georg Friedrich Händel Mykologe gewesen und nicht Komponist, könnte man auch bei ihm nach der Lösung suchen ![]()
Servus Stefan,
nachdem wir ja kurz vor deinem Geburtstag geratscht haben, konnte ich da ja nicht gratulieren. Deshalb mache ich es einfach hier:
alles Gute zum Burtseltag! Feier schön und genieße diesen Ehrentag ;-).
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Pablo,
Pholiota spumosa kenne ich nicht mit dem Hutfarbton. Würde mich wundern. Ob Pholiota spumosa auch dickwandige Cystiden haben kann, weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf. Ich bin hier wirklich rein makroskopisch vorgegangen und weiß, dass die Cystiden passen können, da diese bei Ph. lenta und Ph. lubrica dickwandig sein können.
Ich sehe übrigens noch kleine, rein weiße Velumflocken - deshalb vermute ich, dass hier der Regen seinen Anteil hat.
Was aber eh klar ist - Bildbestimmungen haben immer eine gewisse Unsicherheit.
Claudia: wenn du Pholiota lenta mal genauer kennengelernt hast, wirst du die Art noch sehr oft finden - sie ist wirklich sehr häufig. ![]()
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Peter,
in unserem Buch ist Mycena galericulata nicht enthalten. Wenn du bei Mycena rosea nachschaust, dann bist du beim Rosa Rettichhelmling - das ist eine völlig andere Art als der Rosablättrige Helmling. Für letzteren sind die Anastomosen wirklich typisch.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Alexander,
deine Waldfreunde sehen m.E. sehr nach Gymnopus aquosus aus.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Claudia,
der blasse sieht aus wie Pholiota lenta, der rothütige wie Pholiota lubrica. Die können auch etwas dickwandige Cystiden haben.
Liebe Grüße,
Christoph
Liebe Kuschel,
danke dir! Zum Glück muss ich solche Texte nur sehr selten schreiben.
Der Nationalpark Bayerischer Wald hat heute eine Pressemitteilung zu Heinz' Tod herausgegeben: Pressemitteilung Nationalpark Bayerischer Wald
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Rudi,
natürlich meine ich Rh. gemina - danke und sorry. Ich werde echt alt. Keine Ahung, warum ich den flaschen Namen schrieb. Die beiden Namen verwechsle ich immer wieder. Vielleicht, weil der Würzige Tellerling so gut mundet? (mundet - mundula - dabei ist es gemina...) ![]()
Ich hab nochmal nachgesehen, Rhodocybe gemina wurde nicht von Kluting et al. (2014) phyogenetisch analysiert. Rhodocybe s.l. ist ja ein Chaos. Vielleicht bleibt die Art auch bei Rjodocybe s.str.
Wie auch immer, ich meinte natürlich den Würzigen Tellerling.
Ich bessere es oben aus.
Liebe Grüße,
Christoph
Aber gerne doch ![]()
Oh sorry,
da hatte ich euch Schwestern kurz verwechselt ;-). Ich hätte nochmal hochscrollen sollen.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Wastl,
Rötlinge haben keinerlei Velum. Das Velum, das der junge Fruchtkörper zeigt, schließt schon allein die Gattung aus. Zudem ist der Riesenrötling ein Ektomykorrhizapilz der Eiche oder Buche und ist eine Herbstart.
Ich sehe ebenso wie beli einen Ackerling ;-).
Liebe Grüße,
Christoph
Tuppi, Stefan, Mausmann, Alis - danke euch! Tuppi, ich bin schon gespannt, wie du das Buch findest. Die Fotos entstanden zum größten Teil während unserer gemeisamen Forschungsprojekte.
Alis, die Fotos zeigen Heinz, wie er war - auf dem letzten Foto sieht man wieder seinen speziellen Augenausdruck...
Natürlich sind die Üppigen Träuschlinge - Stropharia hornemannii - auch eine Schau, die du hier zeigst. Im Nationalpark ist die Art weit verbreitet.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Dieter, servus beinand,
der Kaktus-Pilz ist doch so weich - die Stacheln so schön biegsam... dieser schöne Pilzparasit (oder baut er nur saprob die Reste ab?) ist gar nicht so selten, nur achtet man nicht so sehr auf ihn. Es ist die Nebenfruchtform von Pseudonectria tlichlidii. Ich weiß jetzt nicht, welche Gattung älter ist, aber ich vermute Pseudonectria (one fungus, one name und so).
Die Rhodocybe/Clitopilus etc. ist ja mittlerweile in der Gattung Clitocella gelandet. Ich sehe da durchaus Clitocella mundula, nur eben durchnässt. Clitopilus wurde ja mittlerweile wieder von den Tellerlingen bereinigt... Ich sehe da durchaus Rhodocybe gemina. Die Lamellen müssten ablösbar sein, nicht ganz so gut wie bei Lepista s.str. aber doch entfernbar.
Dass die Lamellen jung herablaufen, dann aber durch das Auswachsen des Hutes später immer breiter angewachsen sind, ist mir auch schon aufgefallen. Das ist bei Lepista s.str. ja andersrum.
Ich zeige mal ein Trockenfoto aus dem Trockenjahr 2018, da sieht man das ganz gut:
Hier sind sie halt hoffnungslos angetrocknet (ich finde sie jedes Jahr in der Waldparzelle).
Ich weiß nicht, was Pantone 46xyz ist, aber deutlich rosa mit ockerstich würde ja auch passen. Mikroskopie schadet aber eh nie. Für mich ist der Würzige Tellerling makroskopisch eine "Lepista" mit zu stark herablaufenden Lamellen (ich meine Lepista s.str. nicht Paralepista und Konsorten). Und der Geruch ist auch recht eindeutig - riecht halt wie der Würzige Tellerling.
Bestätigen kann ich die Bestimmung daher am Foto nicht, mich würde aber nicht wundern, wenn das, was Dieter zeigt, nicht eben doch Clitocella mundula Rhodocybe gemina wäre.
Liebe Grüße,
Christoph
P.S.: dass die Phylogenie die Gattung Clitopilus wieder auf die klassischen mit längsgerippten bis netzigen Sporen eingeengt hat, gefällt mir gut - jetzt ist mein Gattungskonzept von Clitopilus wieder stimmig. ![]()
P.S.: falls ihr mal anfangen wollt, neben Flechten auch Pilze an Flechten zu dokumentieren... (was ich cool fände)... Xanthoria parietina agg. ist hier ein tolles Objekt - selber so schön gelb / farbig, und zudem Wirt diversester Parasiten auf ihr. Bei der Bestimmung kann ich gerne anbieten zu helfen (falls nötig) - ich habe auch einen Schlüssel aller Arten an Xanthoria kompiliert / übersetzt / ergänzt: Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel
Ein paar Arten habe ich hier vorgestellt (aber mit nicht vergleichbaren Fotos - ich habe keine entsprechende Ausrüstung): Pilze an Xanthoria - Sammelthread zum Vorstellen der Arten
(vielleicht kann ich dich / euch ja anfixen)
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Dieter,
ganz großes Kino - mir fehlen mal wieder die Worte (habe gleich alle 11 Teile durchgeklickt). Besonders genial fand ich die Cheilozystiden und Hutaufsichten der Tintlinge im Auflicht sowie die "coiled aquatic spores". Unglaubliche Aufnahmen. Danke für's Zeigen!
Ich habe heuer auch noch keine reifen schwaruen Muschelchen (Lophium mytilinum) gefunden - bislang völlig unreif (sie sind an Kiefernzapfen und -ästen sehr häufig).
Noch eine Anmerkung zur Xeromphalina: man kann Xer. campanella leider nicht von Xer. enigmatica trennen (außer per Sequenzierung). Xer. kauffmannii sieht ebenfalls identisch aus (ist aber bislang nur aus Nordamerika bekannt). Möglicherweise geht was zwischen Xer. campanella s.str. und Xer. enigmatica am Frischmaterial (Pigmentierung von Cystiden), am Beleg geht aber offenbar nichts mehr nach heutigem Stand.
Langer Rede kurzer Sinn: man sollte bei jeder Xeromphalina campanella ein agg. oder s.l. dahinter schreiben (das nur als Zusatzinfo).
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Wastl,
Schwefelgeruch? Wer hat den Pilz mit Schwefel präpariert? Der Geruch ist doch nur etwas säuerlich - der Pilz heißt wegen der Farbe Schwefelporling...
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Grüni/Kagi,
der Krebs ist einfach tückisch - wenn er kommt, bemerkt man ihn nicht. Und wenn es zu spät ist, wird man ihn nicht mehr los.
Danke dir für dein Beileid. Ich habe mit Heinz so viel erlebt... und daran werde ich mich immer erinnern. Und ich werde mich immer an das verschmitzte Blitzen in seinen Augen erinnern... Es fällt schwer, es auszudrücken, daher lasse ich es.
Ein kurzer Nachruf findet sich hier (mit einem Foto, das ihn so zeigt, wie er war): Aktuelles
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Nobi,
wow, tolle Fotos! Vielen Dank für's Mitnehnen.
Ich war selber erst einmal für einen kurzen Ausflug auf Helgoland - eine dieser Touren von Hamburg aus, bei der man einen halben Tag auf Helgoland verbringen kann. Pilze gab es da auch (fast) keine - es war Hochsommer und entsprechend trocken. Es war aber schön, durch deine beiden Threads virtuell nochmal dorthin zu kommen.
Liebe Grüße,
Christoph
Liebe romana,
nein, nicht nur an Bucheckern, sondern auch an Buchenzweigen und Ästchen. Hier bei mir ist er weit verbreitet und wohl die mit Abstand häufigste Flammulaster-Art.
Liebe Grüße,
Christoph
Gestern, am 10. Mai 2019, hat Heinrich "Heinz" Holzer den langjährigen Kampf gegen seine Krankheit verloren.
Den norddeutschen Foristen ist Heinz vielleicht nicht unbedingt bekannt. In Bayern hingegen ist und war Heinz eine Persönlichkeit aus dem Bereich der Pilzkunde. Heinz hat z.B. das einzigartige Buch "Fadenwesen" geschrieben, in dem er seiner Liebe zu den Pilzen Ausdruck gegeben hat. Heinz war Gründungsmitglied der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft, als Beauftragter für Naturschutzfragen und Jugendarbeit aktiv im allerersten Präsidium und war bis zu seinem Tod als Beirat für den Bayerischen Wald tätig. Heinz hatte sich für den aktiven Naturschutz eingesetzt und hatte mit dem Bayerischen Wald seine Wahlheimat gefunden. Er setzte sich im Nationalpark Bayerischer Wald zumeist ehrenamtlich für die Pilzforschung ein, stellte seine Zeit und sein Wissen zur Verfügung, half bei der Jugendarbeit im Wildniscamp des Nationalparks mit, hielt Vorträge, führte Wanderungen und war ein Multiplikator in Sachen Mykologie für die Öffentlichkeit.
Als Heinz die Diagnose seiner Erkrankung erhielt, war es buchstäblich so, wie man es manchmal hört - man geht gesund mit nur einem Wehwehchen zum Arzt und erfährt dann, dass man todkrank ist. Heinz kämpfte mehrere Jahre gegen die Krankheit - neben der Schulmedizin versuchte er auch, mit heilenden Pilzen zuzuarbeiten - es half nichts. Langsam aber stetig zehrte ihn die Krankheit auf.
Noch im letzten Sommer hatte er eine Pilzausstellung auf dem Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald organsisiert, die er dann aber nicht mehr leiten konnte - zu sehr war er bereits geschwächt. Zusammen mit Grünerts (aus München) und noch von Heinz organisierten Helfern habe ich dann diese Ausstellung übernommen. Heinz kam zu Besuch, war noch auf den Beinen, aber schon sehr gezeichnet.
Ich hatte sehr gehofft, dass er heuer noch eine Pilzsaison packen wird und noch einmal seinen geliebten Woid (=Bayerischer Wald) erleben darf. Leider kam es nicht mehr dazu. Gekämpft hat er aber bis zuletzt. Selbst Tage vor seinem Tod hatte er gehofft, noch einmal auf die Beine zu kommen und noch einmal die Natur erleben zu dürfen. Leider kam es auch dazu nicht mehr.
Ich selber verliere mit Heinz einen engen Freund, mit dem ich buchstäblich Jahre gemeinsam bei jedem Wetter im Wald verbracht habe (Heinz half mir ehrenamtlich bei meinen Forschungsprojekten im Nationalpark).
Heinz, ruhe in Frieden!
Dein Christoph
Servus Pablo,
ich meine die einzelne Wurzelspitze, die vom Pilz umhüllt ist, nicht die generelle Symbiose an sich. Wie ich schon schrieb werden Mykorrhizapilze potentiell älter als ihre Wirtsbäume. Sonst ergäbe es wenig Sinn, dass sie z.B. Jungbäumeim Unterstand durchfüttern. Sie sind die Partner von morgen.
Nur an denWurzelspitzeh selbst herrscht ein Besiedeln, Absterben, neu Besiedeln usw.
Wie alt die Mykorrhizapilze werden, kann man ja nur mutmaßen, da es keine Jahresringe im Myzel gibt. Geh aber durchaus von einem Alter aus, das durchaus im Bereich von Tausend und mehr Jahren liegen kann - je nachdem, wie stabil die Umweltbedingungen sind. Kippt man aber Nitrat in den Wald oder rodet man den Wald, bleibt von der potentiellen Unsterblichkeit nicht viel übrig. Pilze sind aber eben potentiell sehr langlebig. Natürlich gibt es Ausnahmen. Bei Laccaria, einer Gattung, die eh etwas schräg ist (Ammonia-Pilze und zudem Ektomykorrhiza...), kann es sein, dass die Individuen nur recht kurze Zeit leben. Zudem scheinen die Myzelien sehr klein zu sein - großflächige Laccaria-Vorkommen scheinen aus zig Myzelien zu bestehen. Sieht nach saisonalem Vorkommen und ständiger Neubesiedlung über Sporen aus.
Es gibt bei Pilzen (fast) nicht, was es nicht gibt.
Liebe Grüße,
Christoph
Servus Hagen,
die Mykorrhiza der Orchideen ist etwas Spezielles. Sie locken Pilze an, damit diese in ihre Wurzelzelklen eindringen, um dann die Pilzhyphen abzukappen und die Pilze in den Wurzelzellen zu verdauen. Manche Orchideen locken Ektomykorrhizapilze a wie beispielsweise die Nestwurz (Neottia) - sie futtert gerne Sebacina incrustans (bildet an Buche Ektomykorrhiza und die Nestwurz legt sie rein und holt sich so den Zucker der Buche indirekt über den Pilz).
Andere Orchideen locken saprobe Arten wie Marasmius und Konsorten an. Daher sind Orchideen nicht nur mit Symbionten, sondern auch mit saproben Arten "im Kontakt".
Der Strassburger ist ein Botanik-Lehrbuch. Da findet man entsprechend wenig über Pilze.
Was Bücher angeht - gib mal in google die Wörter "mycorrhiza book" ein - da findest du sofort aktuelle Lehrbücher...
Liebe Grüße,
Christoph
