Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Lars,


    der zweite sieht m.M.n. ganz anders aus - er fängt als weißer, runder Fleck an, bildet dann sie Stacheln - typisch für Hyphoderma radula. Auch die Farbgebung in den Stacheln. Ich finde die Art meist an Weißtanne und an Kirsche bzw. Rosaceae.


    Dein erster Pilz ist wachsiger, bläulich schimmernd, wo das Wachsige zu sehen ist (die Schicht, aus der die Stacheln kommen) - das ist für mich typisch für Radulomyces - ich denke hier auch an Radulomyces molaris. Es gibt aber weitere Arten in der Gattung wie z. B. Radulomyces submolaris, daher wie Pablo schon schrienb mikroskopierpflichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Lars,


    danke für deinen Blickwinkel! Das Thema pro und kontra App ist ein ganz spezielles Thema, das wenn, dann eher einen eigenen Thread verdient... Die "Meine Pilze-App" kenne ich von Nutzern der App aus dem Münchner Verein. So eine Onlinebücherei ist aber wohl für die Einsteiger zu komplex - ich sehe die auch weniger als Bestimmungsapp. Es geht ja nicht darum, ob Apps an sich nicht praktisch sein können.


    Ich habe eine Astronomieapp, eine Vögel-App, Flora incognita...


    Bei Pilzen ist eine Bestimmungsapp aber in den falschen Händen gefährlich, da die Bestimmungssicherheit noch nicht gut genug ist, um den Pilzberater zu ersetzen. Und viele wollen ja so eine App als kulinarischen Führer, behaupte ich mal.


    Besonders kritisch beäugen die Experten natürlich die automatische Foto-Erkennungsfunktion vieler Apps (die man übrigens gar nicht braucht, weil Google Photos mit der Funktion Google Lens genau das Gleiche erledigt). Dabei ist die für blutige Anfänger gar nicht so schlecht, weil sie Arten vorschlägt, die man sich mal genauer in der Beschreibung anschauen sollte, um dann rückwärts zu prüfen, ob diese Art passen könnte und dann zu prüfen, ob es nicht doch eine andere ähnliche Art sein könnte (genau solche Vorschläge würde auch ein halbwegs pilzkundiger Begleiter oder auch viele Antwortschreiber hier im Forum machen). Und dabei ist es ein Qualitätsmerkmal, wenn eine App nicht nur mit einer Art als Ergebnis aufwartet, sondern mit mehreren (so wie im Eingangsbeispiel dieses Threads). So werden Anfänger nicht verleitet, die Bestimmung als gesichert anzusehen.

    Ich beziehe mich auf das Fettgedruckte - das wird in den seltensten Fällen passieren, behaupte ich mal.


    Ich bin da vielleicht sehr altmodisch. Ich bin aber ein Fan klassischer Bestimmungsschlüssel und der langsamen, entschleunigten Bestimmung, um zu lernen. Beim Schlüsseln werden die Hauptkriterien zu Beginn abgefragt. Schon nach ein paar Mal schlüsseln kennt man die Grundfragen und kann direkt die Pilze in mehrere große Gruppen einteilen. Ich selber merke mir auch vieles in solchen durch Differentialmerkmale abtrennbaren Gruppen.

    Auch weiter hinten im Schlüssel wird man explizit auf die wichtigen Merkmale stoßen - und man wird gefragt, wie sie denn aussehen. Man muss erst(!) hinsehen, dann selber(!) eine Entscheidung fällen - man hat sich dann schon explizit damit befasst. Hat man sich geirrt, die Strukur fehlinterpretiert und das wird irgendwo erklärt (hier im Forum, im Gelände vor Ort), merkt man sich das dann sofort. Man hat sich ja vorher beschäftigt, bewusst abgewägt, sich entschieden, dann im Nirvana gelandet - nach der Erklärung kommt dann eher ein "ach so sieht das aus, ja dann ist alles klar".


    Eine Fotoapp liefert mehrere Namen - o.k., aber wie kommt sie darauf? Welche Merkmale waren wichtig? Und selbst wenn die genannt werden, muss man sich die jetzt passiv merken. Man hat nicht vorher die Fragen selber beantworten müssen... es geht da rein und dort raus, man versucht lange, siche einzuarbeiten und kommt nur langsam voran.


    Und eine App die Merkmale abfragt... die gewichtet nicht. Man füllt ne Matrix aus und bekommt wieder Namen - ohne zu wissen, was denn hier definitiv wichtig ist.


    Beim klassischen Schlüsseln lernt man durch den Bestimmungsvorgang automatisch mit - wenn der Schlüssel gut ist. Und ist er es nicht, erkennt man selber die Schwäche des Schlüssels und lernt erneut dazu.


    Bibliothek im Gelände dabei? Das will ich gar nicht. Ich komme nichtmal in Versuchung, Meine-Pilze zu nutzen, denn ich will nicht vor ort nachschlagen. Ich "will" mich lieber zwei Stunden ärgern, dass mir nicht mehr einfällt, welches Merkmale jetzt wichtig war - entweder es fällt mir dann wieder ein und ich vergesse es nicht mehr so schnell oder ich muss warten, bis ich daheim bin, lese dann in aller Ruhe nach und werde es auch nicht mehr so schnell vergessen, da ich mich ja jetzt lange damit beschäftigt habe.

    Wenn ich kurz mal nebenbei nachschlage, vergesse ich das schnell wieder und ich muss beim nächsten mal wieder nachschlagen (usw.).


    Manchmal fällt einem nur der Name eines Pilzes nicht ein - da schaue ich dann wiederum schonmal schnell ins Internet (geht ohne Pilzapp) und google mal schnell. Aber der Name ist nicht so wichtig - das Gefühl für die Merkmale ist viel wichtiger.


    Das ist grob gesehen mein Ansatz. Für Anfänger sind Bestimmungsapps potentiell gefährlich, Fortgeschrittene brauchen sie m.E. nicht - sie machen es einem zu schnell zu einfach, dann wird das Gehirn zu wenig gefordert und man merkt sich zu wenig. So jedenfalls denke ich da ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Lars,


    Amanita friabilis hat ein sehr brüchiges Velum universale, das beim Aufschirmen in sehr viele kleine Tupferl zerreißt - da sollte es niemals einen so großflächign Volvarest auf dem Hut ergeben. Zudem sollte es schon klare Grautöne zeigen, der Stiel mehr Braun - so wie hier: Amanita friabilis = Amanita alnicola

    Dass an der Stielbasis wenig Volva zu sehen ist, wäre für Amanita friabilis typisch, hier liegt es aber wohl eher daran, dass das Velum universale am Hut festgeklebt war (trocken, Wind - so kann das passieren).


    Man müsste das Velum mikroskopieren (Innenschicht und Außenschicht) und den Aufbau analysieren. Zumindest die Konsistenz prüfen, wenn du an dem Velumlappen zupfst... Dann die K-K-Reaktion prüfen, die Sporen anschauen, Marginalzellen, Hutdeckschichtaufbau (mit Hypoderm oder ohne)...


    Nur makroskopisch ist das ziemliches Rumgerate. Müsste ich raten, würde ich an Amanita betulae tippen, auch wenn das Abreißen an der Stielbasis da untypisch wäre. Hutfarbe würde passen, Habitat auch... aber so nur geraten. Der Stiel ist auch da flockig (gerne auch mit Natterung). Aber wie gesagt: nur geraten...


    Amanita betulae wäre K-K-positiv (amyloide Reaktion an den Fleischzellen im Übergang Hut zu Stiel - am besten erstmal zum Kennenlernen an einer bekannt positiven Art testen wie dem Fliegenpilz). Am Trockenbeleg ist das oft schwierig, da die Reaktion meist Plasmabereiche betrifft und das fällt am Trockenbeleg schwer - er muss dann schonend getrocknet sein.


    Da die Art hierzulande kaum bekannt ist - sie ist genetisch bestätigt und bildet einen eigenen Subclade, ebenso wie Amanita coryli, die mit hochalpinen Streiflingen zusammenfällt - es gibt einen aktuellen Artikel im Bull. Soc. mycol. Fr., der grauhütige Scheidenstreiflinge betrifft und da sind entsprechende Stammbäume...


    So einen Einzelfruchtkörper durch die Mangel zu nehmen, ist recht aufwändig. Ich würde mir die Stelle merken und im nächsten Jahr eine Kollektion abwarten/erhoffen, wo die Volva dann vielleicht normal abreißt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    noch gut meinte ich natürlich (i und o liegen blöderweise nebeneineander auf der Tastatur...). Ja, die besten Bücher sind die, die vergriffen sind... ^^

    Ich selber bin immer lieber zurückhaltend mit Eigenwerbung. Es freut mich, dass es nicht als Schleichwerbung rüberkommt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Liebe Claudia


    Dennoch bleibt die Frage, zu welcher Literatur du lese- und lernwilligen Pilzfreunden raten willst, auch wenn sie die nicht mit in den Wald nehmen, sondern besser zu Hause lesen sollten.

    ich bin da bewusst ausgewichen... Denn ich bin ja befangen, da ich ja selber auch ein Buch mitgeschrieben habe, das eben neu aufgelegt wurde. So kann ich aber schlecht aus... ;-). Nun, ich kann natürlich bestens mein eigenes Buch empfehlen:


    Guthmann J. & Hahn C. - Die Pilze Deutschlands. Beschreibung, Vorkommen und Verwendung der wichtigsten Arten.


    Der Titel stammt vom Verlag, der Nachsatz kommt von uns, damit der Titel nicht glauben macht, da seien alle Arten drin (Pilze Deutschlands). Genau genommen sind da nur 150 Arten drin und da geht es vor allem auch um Hintergrundwissen um Inhaltsstoffe etc. Aber - und deshalb empfehle ich es auch für Einsteiger - ich habe sehr ausführlich die wichtigsten Bestimmungsmerkmale erläutert, vor allem auch Kompliziertes wie Velumstrukturen (z. B. Hallimaschring, sehr spannend), was ist welches Velum, wie erkennt man es (usw.) und zudem einen makroskopischen Bestimmungsschlüssel auf Gattungsebene für Röhren- und Lamellenpilze, ab dem man dann - falls die Gattung stimmt - mit Bilderbüchern und / oder Forum weitermachen kann.


    Ansonsten finde ich für Einsteiger alle Bücher gut, die Merkmale zeigen und erklären - zum Beispiel die tollen Bücher von Lassoe (vor den Fungi of Temperate Europe) wie das hier: Handbuch Pilze: Ein profunder, reich bebilderter Führer zu über 500 Pilzarten von Thomas Laessoe


    Oder allgemein alle Bücher, die nicht zu viele Arten enthalten (weil zu erschlagend), sondern dafür Gattungsmerkmale klar aufzeigen. Und dazu dann als Zweitbuch sowas dickes mit vielen Arten. Und da gefällt mir der Parey immer nich gut.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Frank,


    du musst die Sandröhrlinge trocknen und dann erst eine Sauce aus ihnen erzeugen - für mich sind sie da 1. Liga, frisch in der Pfanne aber unterklassig.


    Suillus-Arten haben hochdifferenzierte Rhizomorphen und auch gerne an der Basis ein dickes Rhizomorphennetzwerk. Hier vermute ich, dass zudem einfach das Basalmyzel sekundär ausgewachsen ist, also flaumig wurde - nach Frost und dann weiterwachsend möglicherweise.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ogni volta,


    es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Hydnum-Arten. Ich habe da mal einen Schlüssel gebastelt: Schlüssel der Gattung Hydnum in Europa


    Hydnum ellipsosporum ist nur eine von mehreren aus dem Aggregat. Der sieht auch nicht aus wie ein normaler Semmelstoppelpilz, sondern wie Hydnum rufescens i.w.S. - die Stacheln sind bei ihm gerne abgeplattet, aber ich würde erstmal die Sporen anschauen. Im Bayerischen Wald ist H. ellipsosporum nicht selten, nur mikroskopiert kaum jemand Hydnum-Arten.


    Hydnum-Bestimmung ist eine recht harte Nuss und im Zweifel muss man im Moment noch sequenzieren. Der Schlüssel kann ein bisserl helfen...


    Zum Weißabgleich - völlig richtig, und bei gelbgrünen Tönen haben viele Kameras Probleme. Auch Schwefelköpfe können eine Herausforderung sein. Danke für's Zeigen!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ich habe noch einmal nachgeschaut, es ist wohl eine Birken-Rotkappe.

    Servus Doris,


    wie entscheidest du, dass es eine Rotkappe ist, wenn du den Fruchtkörper nichtmal durchschneidest und die Fleischverfärbung prüfst? So am Foto ist, denke ich, die Artbestimmung schlicht nicht möglich. Es gibt ein paar Arten mit schwarzen Schuppen am Stiel.


    Einige Pilze sind so sicher auch nicht klar bestimmbar. Du lieferst auch nicht gerade viele Informationen - eigentlich gar keine... :(


    Nr. 1 bis 5: ein Egerling


    Nr. 6 ist ein Paxillus aus dem Aggregat rund um den Kahlen Krempling


    Nr. 7 sieht nach Mehlräsling aus, das ist aber nur geraten, denn anhand des Fotos allein... sorry, Bestimmung ist da nicht einfach und macht auch nicht soooo viel Spaß


    Nr. 8 und 9: Leccinum spec.


    Nr. 10 und 11: Xerocomus spec. (Ziegenlippe i.w.S. - ohne Fleischfärbung, Basalmyzelfarbe... sorry, geht nicht; müsste ich raten, dann X. ferrugineus)


    Nr. 12: Geflecktblättriger Flämmling


    Nr. 13: Großer Bluthelmling (der austretende rote Milchsaft ist doch so deutlich, die Art findet ihr in fast jedem dickeren Pilzbuch)


    Nr. 14: ein Röhrling? Oder doch Lamellen? Sorry, aber wie soll man sowas nach Foto bestimmen. Sieht aus wie ein Filzröhrling, wenn ich das Bisserl Stiel anschaue, das man erahnen kann... vielleicht schimelig?


    Nr. 15: eine Leiche nach Foto? Wirklich? Agaricales indet.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thiemo,


    ich wäre hier auch bei Macrolepiota rhodosperma.


    Begründung: Der Ring ist klar doppelt - und zwar dick doppelt. Das bedeutet, das Velum universale ist hier sehr deutlich, nur ist die Abrisskante zu stielnah. Macrolepiota rhodosperma ist hier ein bisserl variabel und zeigt daher nicht immer so klar die Laufrille. Bei Macrolepiota konradii wäre das Velum universale dagegen zudem sehr dünn, zwar erkennbar, aber zu dünn.


    In der Gattung Chlorophyllum wäre das für mich klar ein Ring, der Chl. rhacodes und Chl. olivieri auschließen würde. Und bei Macrolepiota würde ich hier M. procera sofort ausschließen. Macrolepiota rhodosperma hängt da aber ein bisserl zwischen den Stühlen. Ich denke, dass deshalb der Name M. konradii so unterschiedlich interpretiert wurde - weil der Ring von M. rhodosperma variabler als bei anderen ist.


    Das Sporenpulver passt auch sehr gut zu M. rhodosperma, ebenso die Hutform - zwar mit Buckel, aber nicht zitzenartig mit Warzenhof...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.S.: bitte nicht missverstehen - ich habe absolut nichts dagegen, wenn jemand bei einem Pilz, der neugierig macht, einen Namen haben will und deshalb nachfragt. Dafür sind Foren ja auch da. Das ist auch dann natürlich völlig legitim, auch wenn man die Art nicht kennenlernen / wiedererkennen können will / "muss".

    Wenn ich eine auffällige, schöne Flechte sehe, interessiert mich auch der Name, ohne dass ich mich tief in Flechtenkunde versteigen kann (Zeit... das Wollen ist es nicht). Ich weiß da aber, dass ich eben nicht so einfach eine völlig unbekannte Flechte bestimmen kann ^^.

    Hallo Christoph, in fast allem gebe ich dir recht. Aber deinem Anspruch wollen oder können vermutlich die wenigsten Menschen gerecht werden: "Bestimmungsversuche sollte man erst nur bei Kollektionen von jung bis alt und mit Sporenabwurf (Farbe!) machen - und sich da zuahuse mal mehrere Stunden Zeit nehmen, die Kollektion beschreiben, alle Merkmale sichten, dann erstmal versuchen, eine Habitusgruppe zu finden, in die der Pilz passen könnte, dann eine Gattung... und vielleicht(!) sogar die Art." Das ist der wissenschaftliche Anspruch und dürfte leider den meisten, die hier ihre Anfragen stellen, die Lust auf Pilze verhageln.

    Liebe Claudia,


    ich hätte vielleicht etwas weiter ausholen sollen. Nein, mir geht es nicht um Wissenschaftlichkeit. Ich versuche es mal so zusammenzufassen:


    Zwei Wege der Pilzbestimmung / des Erlernens von Pilzarten


    Weg 1 (der häufigste): man bekommt vom Großvater / der Großmutter, Freunden, Pilzexperten (etc.) wenige, leicht kenntliche und sehr sicher sammelbare Speisepilze gezeigt. Zum Beispiel "den Steinpilz" oder "den Parasol". Man lernt diese Arten(aggregate) kennen und kann sie nun sammeln und in die Pfanne hauen.


    So haben wohl die meisten - auch ich natürlich - angefangen. Dabei geht es aber nicht darum, unbekannte Pilze zu bestimmen. Man muss sich nichtmal sonderlich für Pilze interessieren, wenn es nur um die Pfanne geht. Meist entwickelt sich dann aber ein Interesse, zum Beispiel weil man mehr Arten essen will (um nicht so oft leer auszugehen beim Suchen). Hier sucht man aber eben gezielt bestimmte, wenige Arten und will keine unbekannten Pilze plötzlich bestimmen.


    Weg 2: man möchte gerne in der Lage sein, zumindest ab und zu unbekannte Pilze zu bestimmen. Dem steht die unglaubliche Artenvielfalt entgegen, der Einstieg ist schwierig.


    Und jetzt kommt das, was ich eigentlich meinte: Wenn ein Einstieger z. B. autodidaktisch unbekannte Pilze bestimmen will, soll er dann am besten die Stielbasis vorher abschneiden und wegwerfen, dann kuiz von oben und unten schnell die Farben anschauen, um dann im Buch zu blättern? dabei natürlich junge Fruchtkörper nicht anschauen, sondern nur einen alten nehmen?


    Du würdest natürlich sagen, dass das so nicht geht... Gerade als Anfänger sollte man doch alle Merkmale, die erkennbar sind, nutzen, um so eine Art zu bestimmen. Es ist doch "schlimm genug", dass es sehr merkmalsarme Pilze gibt - zum Beispiel weiße Trichterlinge. Soll man sich, um es "leichter zu haben", auch bei merkmalsreichen Pilzen die meisten Merkmale nicht anschauen? Kann man machen, aber wird man dann Bestimmungserfolg haben?


    Mir ist es immer wieder ein Rätsel, warum so wenige Sporenpulverfarben anschauen. Versuch mal einen Täubling ohne bestimmen zu wollen. Und dann noch als Anfänger... Mit der Sporenpulverfarbe kann man direkt viele der Gattung ausschließen - und das ist das richtige Vorgehen bei der Bestimmung. Differentialmerkmale kennenzulernen, zu prüfen und anzuwenden.


    Natürlich geht es einfacher - man macht ein paar Fotos und stellt sie hier ein. Dann wird ein Experte sich schon erbarmen und mit etwas Glück hat man einen Namen. Nur was macht man mit dem Namen? Nur, wenn man sich dann die Mühe macht, mit dem Namen im Gepäck wiederum möglichst alle Merkmale zu prüfen, im Buch gegenzulesen, kritisch rückzufragen, der wird sich merken können, wie man den zum Namen gehörigen Pilz erkennen kann.


    Richtig ist dabei vor allem, erstmal Formgruppen und/oder Gattungen zu erlernen - es sei denn, man will eigentlich nicht bestimmen, sondern lieber bestimmen lassen...


    Ich frage mich oft, wie es sein kann, dass ein Schleierling (wie heute im Forum geschehen) vollreif mit Cortina und massenweise rostfarbenem Sporenpulver ins Forum eingestellt werden kann mit der Frage, ob es Rötelritterlinge sind. Das bedeutet ja eigentlich nur, dass der Threadersteller kein Pilzbuch hat, mal kurz im Netz gegooglet hat und Farbvergleich mit Pilzfotos im Netz gemacht hat und dan liest "essbar". Mit dem Erlernenwollen von Pilzen hat das aber wenig bis nichts zu tun.


    Wer aber wirklich lernen möchte, Pilze zu bestimmen, dem kann ich nur abraten, mit dem Buch in den Wald zu gehen. Ich kann dann nur dazu raten, wenige Kollektionen mitzunehmen, dafür aber von jung bis alt (oder soll wie gesagt gerade der Anfänger mit dem Schwierigsten anfangen? Pilzbestimmung anhand eines untypischen Einzelfruchtkörpers?).


    Wer die Gattung der Knollis kennenlernen willl, sollte mal Fliegenpilze (weil die ja jeder kennt) als Kollektion mitnehmen, dann die Merkmale beschreiben und dann mit Büchern abgleichen. Das dauert, aber danach weiß man, was mit Gesamthülle gemeint ist und dass die beim Fliegenpilz sowohl am Hut als auch an der Stielbasis zu finden sind. Und man wird dann nach Regenwetter automatisch an der Stielbasis suchen und die nicht wegschneiden, bevor man bestimmen will.


    Wir reden von der Hoffnung, unbekannte Pilze unter über 10.000 Arten zuhause bestimmen zu wollen. Mit dem Buch im Wald geht das nicht oder nur sehr selten - bei Arten für Weg 1. Aber da will man keine Unbekannten bestimmen, sondern nur ausgewählte Arten kennenlernen.

    Die Apps suggerieren, dass es eben möglich ist, unbekannte Pilze leicht zu bestimmen. Das macht sie so gefährlich in der Hand von Anfängern.


    Wer aber nicht wirklich unbekannte Pilze eingrenzen will, selber die Gattung herausbekommen will, der muss halt damit leben, sehr vieles nicht bestimmen zu können. Wer aber echtes Interesse hat und sich reinknien will, der muss eben Mühe und Zeit investieren, unter den Tausenden von Pilzen einen Überblick zu erhalten. Und da zählt jedes Merkmal.


    Wenn ich dann als scherzhafte Bemerkung lese, dass außer mir wohl keiner Sporenpulverfarbe von Macrolepioten prüft, dann schmunzle ich, hoffe, dass dem nicht so ist... aber ich sehe auch, dass viele, die hier Macrolepioten einstellen und dann Namen nennen, gar kein echtes Interesse daran haben, wirklich sauber die Art zu bestimmen. Wenn der Sporenabwurf zu viel ist, dann muss man andere Gattungen wählen. Bei Täublingen ist es selbstverständlich, anderswo soll man aber keine weiteren Merkmale nutzen?


    Nur geht es hier darum, bereits die Gattung zu kennen - und dann, ob man sich Mühe geben will oder nicht.


    Wozu nutzt man das Mikroskop? Um weitere Merkmale zu finden, die das Bestimmen absichern. Da hat man dann richtig viel Aufwand, um noch mehr Ausschlussmerkmale zu finden oder Positivmerkmale. Es ist immer das selbe Prinzip. Wer z. B. Fälblinge bestimmen will, aber nur die Sporen anschauen will und nicht zig Cystiden vermessen und Quotienten berechnen, der wird halt nicht bestimmen können. Oder die Namen sind geraten.


    Und wer die Chance nicht nutzen will, möglichst viele Makromerkmale zu nutzen, wird die Chance verspielen, Pilze makroskopisch bestimmen oder nur eingrenzen zu können. Und dazu gehört das Kennenlernen von Merkmalen. Und dazu gehört auch das eigene Beschreiben von Pilzen.


    Wie bei allen Hobbys: man muss nur entscheiden, wie viel man investiert (an Zeit und Geld). Nur muss man, wenn man sich nicht einkniet, eben abschminken, in dem Hobby gut zu sein. Ob das Sport ist (da muss man trainieren), Ornithologie (da muss man teils auch auf sehr viele kleine Details achten, da man nicht immer alle Merkmale beim fliegenden Vogel sehen kann) oder Pilzkunde... oder was auch immer - bei den Pilzen treffe ich nur sehr oft sehr hohen Anspruch ("den Namen will ich wissen, ich bestimm den jetzt"), aber oft wenig Lust, dafür auch viel Zeit zu investieren. Nicht nur im Netz, auch bei Pilzvereinen... ist ja alles nicht schlimm, nur muss man dann ehrlich sein und eben vom Bestimmen absehen und eher wieder Weg 1 gehen. Oder einen Mittelweg - ein paar Gattungen erklärt bekommen und da dann, wenn nicht zu groß und die Gattung leicht kenntlich, mit wenig Zeiteinsatz rangehen.


    Oder man bewundert Pilze ob ihrer Schönheit auch ohne Namen vergeben zu wollen/können.


    Das ist alles nicht böse gemeint - ich fände es nur unlogisch, von vornherein abzuraten, sich intensiv mit einem Thema zu beschäftige, wenn man sich wirklich dafür interessiert. Wissenschaft ist dann ein Schritt weiter - nicht nur Bestimmung, sondern neues Wissen zu schaffen. Aber das ist ein anderes Thema ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ich glaube, dass ich mit der Kartierung der von mir als Grubenlorchel bestimmten Funde gar nicht erst anzufangen brauch.. Ich hätte den Pilz auch sicher als Grubenlorchel bestimmt. Schon, weil mir gar nicht bekannt war, dass da weitere ähnliche Arten infrage kommen.

    Servus Claudia,


    leider werden solche Informationen, wie beispielsweise dass die schwarzen Lorcheln mit grubigem Stiel eine kleine Gruppe aus mehreren Arten sind, die nicht leicht zu bestimmen sind, m.E. zu wenig an die aktiven Kartiererherangetragen. So werden weiterhin viele Funde kartiert, die man später eigentlich alle rauslöschen muss, da nicht sicher bestimmt.


    Das Hauptproblem - dadurch verwischen die Funddaten von echten Grunbenlorcheln (hier in dem Fall). Gerade dann, wenn früher makroskopisch erkennbare Arten nicht mehr makroskopisch gehen oder das nur erschwert geht, dann wäre eine Info an Kartierer hilfreich. Da könnten Spezialisten mithelfen. Man muss nur schauen, dass man nicht zu viele aktive Kartierer abschreckt. Aber das verhindert man, indem man über solche Sachen und die Konsequenzen für die kartierung allgemein auch offen redet. So wird nicht abgeschreckt, dafür sind viele Stunden Kartierungsarbeit mehr oder weniger für die Tonne.


    Damit aber eine Art Infonetzwerk entsteht, was solche Neuerungen betrifft, müssten aber alle an einem Strang ziehen, was in der Mykologie offenbar schwierig ist, vor allem in Deutschland. Die Expertenstimmen müssten im Vordergrund stehen und die Funktionäre lieber versuchen, Experten für sowas (oder auch Nachbestimmungen kritischer Funde) zu gewinnen, als selber immer im Vordergrund zu stehen. Ich hatte vor vielen Jahren schon gehofft, es würde möglich werden, Expertengruppen zu aktivieren, die über Kartierungsfunde schauen. Statt aber Spezialisten ins Boot zu holen, läuft alles über wenige Einzelpersonen. Geplant war viel - Fachgruppen für Gattungen, Ansprechpartner usw. Leider alles im Sand verlaufen. Ist natürlich auch schwierig, da jeder nur begrenzte zeitliche Ressourcen hat. Aber gerade dann sollte man gemeinsam rangehen.


    Wenn ich nur an Kartierungsdaten von Riesenschirmlingen anschaue - wie viele Macrolepiota konradii-Funde sind M. rhodosperma und wie viele sind wirklich M. konradii. Oder hier die Grubenlorcheln. Es gibt sehr viele Beispiele.


    Vielleicht geht es über Foren - man kann sich ja auch so kurzschließen und hier wird ja gegenseitig geholfen und es werden Belege zugeschickt und nachbestimmt. Wichtig ist, dass Informationen fließen. So, wie gerade hier ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Gerne Claudia,


    du bist da sicher nicht allein (siehe oben Chorknabe und viele viele andere, da sie gerne als Rote Luftalgen bezeichnet werden und man dann eben durch das Rot fälschlicherweise an Rotalgen denkt).

    Dass diese Alge überhaupt in so einer trockenen und extremen Umgebung wie Baumrinde wachsen kann, ist für sich schon genial. Und genau dafür braucht sie das Schutzpigment. Ich finde diese Luftalgen biologisch gesehen sehr spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus kso,


    das Exemplar, das auf dem Weg nach Bayern ist, wird vermutlich ein Beleg werden. Darunter versteht man eine getrocknete Probe der Art (z. B. ein oder mehrere Fruchtkörper, länge aufgeschnitten und schonend auf einem Dörrex getrocknet), damit man nachträglich sowohl die Anatomie als auch die DNA auch jahre später nachuntersuchen kann. Im Idealfall kommt sowas später in eine öffentliche Sammlung, damit Wissenschaftler freien Zugriff auf die Probe haben. Bei sehr seltenen Arten dient das dem Nachweis, dass die Bestimmung richtig war. Nur so kann man dann z. B. die Myzelien auch schützen, da man ja belegen kann, welche Seltenheit man da gefunden hat (z. B. wenn es um Bauprojekte, Abholzung des Bestands usw. geht).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    (und falls du noch Kontakt zu den Unterfranken hast, auch liebe Grüße - ich vermute, ich kenne die beiden)

    Danke welches Buch würdest Du dem dummen Jungen empfehlen?
    Wenn es bitte geht ein Taschenbuch welches der dumme im Wald schnell nutzen kann

    Servus dummer-Junge,


    im zweiten Satz liegt bereits der Fehler - schnell im Wald nutzen geht nicht, wenn es um Pilzbestimmung geht. Es gibt bei uns über 10.000 Arten an Pilzen mit Fruchtkörpern, auch bei den normalen "Schwammerl" liegen wir deutlich in den Tausendern, was die Artenzahl angeht. Allein bei den Röhrlingen, und darum geht es hier ja, obwohl die App sogar Lamellenpilze als Ergebnis anbietet, über 100.

    Kurz gesagt: mit einem Buch in der Hand geht es auch nicht besser als mit deiner App - die meisten würden schnell mal blättern und Bilder vergleichen. Deshalb finde ich Werke wie Laux oder Gerhardt nicht Anfängergeeignet (zu viele Bilder, zu wenig Text). Es gab mal vom Gerhardt einen zweibändigen Intensivführer, der war gut.


    Aber unabhängig vom Buch - es gibt viele gute Pilzbücher, auch für Einsteiger - man braucht Demut vor der Arten- und Formenvielfalt und viel Geduld. Bestimmungsversuche sollte man erst nur bei Kollektionen von jung bis alt und mit Sporenabwurf (Farbe!) machen - und sich da zuahuse mal mehrere Stunden Zeit nehmen, die Kollektion beschreiben, alle Merkmale sichten, dann erstmal versuchen, eine Habitusgruppe zu finden, in die der Pilz passen könnte, dann eine Gattung... und vielleicht(!) sogar die Art.


    Selbststudium mit Buch ist möglich, aber schwierig. Nicht von ungefähr werden viele Pilzkurse angeboten. Und auch da reicht nicht ein Kurs. Mit dem Buch in der Hand im Wald geht aber leider praktisch nichts. Der Unterschied zur App: man bekommt so gar nichts sicheres heraus, die App nennt wenigstens (meist falsche) Namen. Da ist das Buch also doch besser. ;)


    Das ganze ist nicht bös gemeint, sondern nur sehr ehrlich. Pilzbestimmung ist sehr schwierig und erfordert sehr viel Erfahrung.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: dein Pilz ist, wie schon gesagt, ein Rotfußröhrling (Gattung Xerocomellus). Was die Art angeht, habe ich einen Verdacht, aber man bräuchte hier in diesem Fall aber zumindest einen Längsschnitt durch den Fruchtkörper, um die Fleischfarbe zu sehen.

    Servus beinand,


    Rotalgen sind marine Lebewesen, das hier sind Grünalgen, die aber ein rotbraunes Pigment ausbilden. Sie sind mit den Rotalgen nicht verwandt, sondern mit den normalen Pflanzen. Die roten Grünalgen auf Baumrinde gehören der Gattung Trentepohlia an. Meines Wissens sind das aber mehrere Arten und so nicht per Foto bestimmbar.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus kso,


    das ist ja eine schwere Kameraausrüstung, die da mitgebracht wurde ^^


    Wirklich wunderschöne Fotos - bei Leccinum percandidum ist die Huthaut sehr empfindlich und schwärzt bald, wie man hier gut sehen kann, wenn man sie berührt (vorher schmutzig rotbraun, dann schwarz). Bei den ausgewachsenen Fruchtkörpern ist die Huthaut ziemlich glatt und recht einheitlich weiß, ohne rote Flecken... Passt alles sehr gut. Auch der kräftige Habitus (wobei das ja klar ist, ist ja eine Rotkappe).


    Habt ihr einen Beleg gemacht (damit das Vorkommen belegt ist und kartiert werden kann)?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus dummer-Junge,


    auf dem Bild oben recht sim Eingangsposting kann man gut sehen, dass der Ring völlig glatt ist bzw. ungerieft. Das Problem der Apps ist, dass sie nicht auf solche Details achten, wenn es Foto-Apps sind (lebensgefährlich) und Anfänger oft nicht recht wissen, was sie in die Merkmalsmaske eingeben sollen, wenn die App sowas anbietet.


    Der Pantherpilz ist eine sehr variable Art, von sehr hellhütig bis sehr dunkel, von zierlich und zerbrechlich bis hin zu dickfleischig und bis zu 20 cm Hutdurchmesser (habe ich selber schon so gefunden). Der Ring ist meist glatt, kann aber verzwickterweise bei den kräftigen Panthern schwach gerieft sein. Der Hutrand ist normalerweise gerieft, das fällt aber bei kräftigen, dickfleischigen Exemplaren gerne weg.


    "Der" Graue Wulstling ist ein kleines Aggregat aus drei Formen, Varietäten oder Arten (da ist man sich noch nicht einig), also auch hochvariabel. Es gibt Graue Wulstlinge i.w.S. mit ungerieftem Ring, manche haben einen nur schwach gerieften Ring, es gibt sie von hellhptig bis fast schwarhütig, von hellstielig bis sehr dunkelstielig.


    Du hast schon zwei Pantherpilze gesehen - und dann kannst du an der Hutfarbe (?) beurteilen, ob es ein Panther ist? Puh, wie hier schon kommentiert, sehr mutig und selbstbewusst. Dann hoffe ich sehr, dass du keine Grauen Wulstlinge essen willst (schmekcne eh grausig), denn dann ist die einzige Frage, wie häufig bei dir der Panther ist, ob es dich mal mit ihm erwischen wird.


    In diesem Fall hier würde ich einen Sporenabwurf machen und dann mit einem Jod-Reagenz testen - passiert nichts damit, ist's ein Panther, reagieren die Sporen aber schwarzblau, ist es ein Grauer Wulstling (geht auch per Mikroskop). Bei jungen Fruchtkörpern kann man die K-K-Reaktion prüfen - beim Panther positiv, beim Grauen Wulstling negativ. Habe ich schon machen müssen, um einen glattringingen Grauen Wulstling als solchen zu bestätigen.


    Was mich hier aber hinsichtlich des Grauen am meisten stört: die Velumreste auf dem Hut sehen rein weiß aus und sind klein und konzertrisch. Das Foto im Eröffnungsbeitrag oben links ist da für miche in ganz typischer Pantherpilz. Der gerade und dicklich abgerissene Ring passt auch, die Hutfarbe passt wunderbar auf den Panther, denn der kann so dunkel sein (was meinst du, welche Farbe ein Panther hat und woher der Pilz wohl seinen Namen hat?!), die Bergsteogersocke passt auch.


    Dass die App bei solchen Merkmalen den Grauen raushaut, ist gruselig. Lösch sie am besten sofort. Und Pilzberater triffst du nicht nur auf Wanderungen, man kann bei vielen einen Termin für eine Beratung privat ausmachen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thorben,


    als Mittelwert sehe ich nicht 2, sondern 1,3 bei dir. Das passt sehr gut auf Tricholomopsis rutilans s. str. Damit sind wir im engen "Kern" des Aggregats. Die deutlich gelb gefärbten Lamellen deuten hier auf Tr. rutilans im allerengsten Sinn hin, auch wenn die Pigmentierung des Fruchtkörpers selber nicht sehr intensiv ist. Für eine exakte Absicherung müsste man sequenzieren, bis sich sichere Trennmerkmale haben finden lassen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus kso,


    jetzt sieht man schön, dass die Hüte nach Berühren schwärzen (sieht man an mehreren Stellen). Daher wäre das, was du da zeigst, für mich ein wunderschöner Leccinum percandidum. Ich kenne die Art aus Zentralsibirien, sie kommt aber bis nach Mitteleuropa vor und wurde schließlich aus Frankreich offiziell beschrieben.


    Wäre ein absolut toller Fund.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thorben,


    danke für das schöne Portrait! Wichtig wäre der Sporenquotient (mit Durchschnittswert) und Prüfen, ob in der HDS Inkrustationen vorkommen (kann man auf den Bildern schlecht sehen). Tricholomopsis rutilans ist Teil eines noch nicht ganz aufgedröselten Aggregats. Mit Tricholomopsis alborufescens wurde heuer eine weitere Art des Komplexes beschrieben, die aber makroskopisch (und anhand der Sporenmaße) hier nicht zutreffen kann. Das daher nur allgemein zur Information. Zwei Spezies aus dem Aggregat (aus Europa) sind noch unbeschrieben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    hier ein Tricholoma scalpturatum (Sporenform und -maße passen) aus meinem Garten bei Buche - mit Cortina und mit grauem Stiel.





    Ist der dritte Schub heuer - die alten, vergammelnden sind deutlich gelb, der Geruch rein nach Mehl und die Sporen passen wie gesagt zu Tr. scalpturatum und die dunklen, fast schwarzen Hutschuppen auch.


    Liebe Grüße,

    Christoph