Beiträge von Laufpilz

    Hallo Forum


    Da hab ich mir ja wieder zwei schöne Knacknüsse aufgelesen. Tagelang (und auch noch nächtens) zerbrach ich mir den Kopf darüber, wie ich sie nun nennen soll. Als es mir zu bunt wurde nannte ich sie einfach mal Stictis radiata und Orbilia curvatispora. Bei Letzterem kam mir aber immer wieder O. auricolor in die Quere, das allerdings bei der Endauslosung den Kürzeren zog.


    Ich rechne schwer damit, dass der Eine oder Andere von Euch eine bessere Idee hat. Nur zu.


    Gewachsen sind sie auf einem abgestorbenen Jung-Ahorn der ca. 120cm hoch und 1.5cm dick war.


    Hier ein paar Bilder. Falls noch weitere Daten beansprucht werden, bitte melden.


    Stictis radiata


    Direkt aus der Konditorei


    Fäden soweit das Auge reicht


    Asci und Paraphysen


    Paraphysen gegabelt


    Sporen septiert


    Orbilia curvatispora (oder auricolor?)
    Hier in trockenem Zustand


    Und rehydriert


    Paraphysen


    Sporen


    Asci


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Nachdem Nobi in meinem letzten Beitrag die Sporormiella-Sporen erspäht hatte, habe ich mich nun ehrgeizig an eine Bestimmung gewagt. Mal sehen, ob Ihr mit mir einig seid.


    Die technischen Daten:
    Substrat: Reh
    FK: 260 x 140 µ
    Asci: 117-128 x 17-19 µ
    kurzstielig
    Sporen: 42-43 x 6.7-7.5 µ
    Keimspalten: schräg


    Meine Idee: Sporormiella australis


    Interessant war der Sporenausstoss eines Ascus unter dem Mikro. Der Ascus stiess einen kompletten inneren Ascus mit Sporeninhalt aus sich raus, der erst ausserhalb zerbrach, und zwar nicht an der Spitze, um dann die Sporen frei zu geben. Machen die das immer so?








    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Nobi


    Die Sporormiella sind leider noch nicht untersucht. Ich komme auch kaum dazu bei der derzeitigen Pilzschwemme (wenn man mit wenig zufrieden ist).


    Bezüglich der Krankheitserreger machte ich mir eigentlich keine grossen Sorgen. Ich denke, dass die Pilzsammler eh über gute Abwehrkräfte verfügen, da sie ja ständig im Dreck wühlen. Ganz abgesehen von den Geschmacksproben ungewaschener Pilze.


    Gruss und Dank
    Marco

    Hallo miteinander


    Das ging ja prompt. Besten Dank.


    Also der Myxo ist dann mal weg.


    Konidienträger oder sonstige Zellen waren keine ersichtlich. Nur diese Pünktchen.


    Die Spur mit den Myxobakterien von Dir, Thorben, scheint mir am Vielversprechendsten. Unsere Kügelchen unterscheiden sich eigentlich nur farblich. Auch das Substrat würde passen. Interessant finde ich auch, dass sie nur auf 1 von 35 Kötteln sitzen.


    Ich werde weiter beobachten.


    Apropos Bakterien, gibt's da welche, vor denen man sich schützen sollte? Wurde schon mal jemand krank von seinen Kulturen? Oder ist mindestens von den Herbivoren nichts zu befürchten?


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Auf meiner Rehdung-Kultur zeigten sich diese schönen, schleimigen Kügelchen. Ca. 0.2-0.3 mm.





    Gequetscht sah das dann so aus. Die rundlichen Zellen massen ca. 1 µ.



    Könnte es sein, dass das ein Myxo ist? Wenn ja, wie kann ich ihn zum Fruktifizieren bewegen? Braucht er noch einige Zeit Wasser, soll ich ihn trocken legen? Fragen über Fragen. Bin für jegliche Anregungen dankbar.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Ulla


    Besten Dank für Deine interessante Antwort. Ich bin ja schon gespannt auf den nächsten schleimigen Fund. Spannendes Gebiet. Jedenfalls ist die Lupe stets griffbereit.


    Und die Monster können mich mal.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Vor ein paar Tagen auf Morcheljagd entdeckte ich in einem Spechtloch eines bereits gestürzten Baumes diesen rot leuchtenden Schleimerling. Beim Rausoperieren und Transportieren stellte ich mich dann etwas ungeschickt an, sodass zu Hause dann nur noch wenig Brauchbares ankam. Die Bestimmungsversuche führten mich dann zu Metatrichia vesparium. Bei den Mikromerkmalen waren aber noch ein paar Details, die ich in der Literatur nirgends erwähnt sah. Ich bin sicher, Ihr wisst das besser und könnt noch was dazu sagen.


    Fruchtkörper und Capillitium



    Viele freie Enden


    Handförmiges Gebilde


    Übergrosse Stacheln (bis 16 µ)


    Sporen (10-15 µ)


    Einzelne Verwicklungen





    Und zum Schluss noch dies:
    Es existiert also doch. Das sagenumwobene, berühmtberüchtigte Fliegende Spaghetti-Monster. Ich hab es selbst gesehen und hatte auch noch das Glück, einen Schnappschuss von ihm machen zu können.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Maria


    Unbedingt probieren. Kulinarisch bestimmt kein Highlight, aber zu dieser Jahreszeit einen frisch gesammelten Pilz in die Pfanne zu schlagen, macht ihn schon fast zu einer Delikatesse. Eines solltest Du unbedingt beachten: Deine körperliche Konstitution sollte 1a sein. Besonders die des Rückens. Denn Du brauchst pro Person mindestens 100 (hundert) Exemplare, um Dir überhaupt ein Urteil zu verschaffen. Wie Du sie schliesslich zubereitest spielt keine Rolle. Aber probieren musst Du sie unbedingt. Nur so kannst Du immer wieder auf einen persönlichen Favoriten stossen, auch wenn andere darüber die Nase rümpfen. Ich selbst denke gerne an meinen Versuch zurück, wenn ich sie sehe, lasse sie aber da stehen wo es ihnen bestimmt besser gefällt.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo


    Danke für die Reaktionen.


    Das mit den Namensänderungen ist ja eine Sache für sich. Den Pilz wird's wohl kaum interessieren. Der bleibt wie er ist.


    Leider komme ich über den Link zur Studie von Jaklitsch & Voglmayr nicht weiter, Nobi. Braucht's da eine Berechtigung?


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Auf der Suche nach dem Hasel-Becherling stiess ich per Zufall auf diesen wenig wahrgenommenen Ascomyceten.


    Der Hasel-Pustelpilz (Nectria coryli) hat eine ganz spezielle Eigenschaft. Wie in PdS beschrieben, werden vor der Reife der Schläuche, von den Sporen so viele Konidien produziert, bis die Asci prall gefüllt mit Konidien und die echten Sporen aufgebraucht sind.






    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Es wächst und spriesst auf meiner Pferdeausscheidung. Ich versuche so gut wie möglich zu bestimmen. Aber hier bin ich wieder am Anschlag.


    Der Sporen-Büschel misst ca. 300 µ. An der Basis entspringen ein paar ins Leere ragende Hyphen. Die Sporen messen ca. 15.8-23.3 µ.


    Erinnert mich etwas an einen Schleimer, es waren aber nur zwei solche Gebilde vorhanden.


    Bin gespannt, was Ihr dazu meint.





    Liber Gruss
    Marco

    Hallo Nobi


    Ich freue mich auf Eure Unterstützung. Ich habe mich natürlich schon ein Bisschen eingelesen. Und den Doveri hab ich mir auch besorgt. Wenn du arbeiten willst, brauchst du zuerst einmal das richtige Werkzeug (das Forum gehört natürlich auch dazu). Leider bin ich aber der englischen Sprache nicht besonders mächtig. Macht nix, es hat ja Bilder. Und nun lasse ich mich einfach mal durch die diversen Exkremente treiben und sauge auf, was da kommt (das war übrigens bildlich gesprochen).


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Ralf


    Vielen Dank für Deine Hilfe. Das ist ja tatsächlich eine eindeutige Sache. Ich bin eben noch ein Greenhorn was die Dungpilze betrifft. Aber es macht Spass.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Fand vor ein paar Tagen auf meiner Dungkultur diese Kügelchen und weiss nicht mehr, wo ich noch suchen sollte. Wäre nett, wenn jemand ne Idee hätte.


    Die Fruchtkörper haben eine gelatinöse Hülle und enthalten zum Teil eine mit Sporen gefüllte, relativ stabile Kapsel (260 x 215 µ). Die Sporen messen 6.7 x 3.3 µ.


    Ich konnte beobachten, wie eine Kapsel fortgeschleudert wurde. Wenn das was hilft.





    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Rainer


    Ich würde die Milchlinge ausschliessen, da diese meines Wissens Mykorrhizapartner sind und nie so direkt auf Holz wachsen. Vergleiche doch mal mit dem Laubholzknäueling (Panus conchatus).


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Pablo


    Zu spät! Das Myzel des Interesses ist bereits eingedrungen. Ich fürchte, dass ich in Zukunft bei jedem Anblick eines pelzigen Etwas, eine potenzielle Beute vor mir sehe. Und Du bist Schuld.


    Trotzdem Lieber Gruss
    Marco

    Hallo zusammen,


    Lieben Dank für Eure Reaktionen.


    Ulla: Eine Vernetzung ist tatsächlich spärlich vorhanden. Ich dachte, gelesen zu haben, dass dem Capillitium von H. clavata kleine Stacheln aufsitzen. Dann scheint das nicht der Fall zu sein.


    Pablo: Muss ich mich jetzt tatsächlich noch mit Schimmel befassen? Muss das sein? Musste mich erst mal schlau machen was ein Mucor ist. Aber pflichtbewusst Stellte ich das Pferd wieder unters Mikro und suchte es nochmal ab. Und hier sind die Bilder. Bestimmen musst Du aber selbst.




    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Die Freude an den Kleinen hat mich richtig gepackt. Faszinierend welche Pracht sich offenbart, wenn man genauer hinschaut.


    Hier ein paar Eindrücke.


    Bertia moriformis (Maulbeer-Kugelpilz)





    Ciboria amantacea (Erlenkätzchen-Becherling)




    Hemitrichia calyculata (Wuschelköpfiger Schleimpilz)





    Lasiosphaeria spermoides (Gesäter Kohlenkugelpilz)





    Pilobolus sp. (Pillenwerfer), auf Pferd



    Und hier noch etwas Grösseres, mit ungewöhnlichem Aussehen. Ich nenne ihn mal Polyporus mori (Waben-Porling). Hatte wohl auch einen harten Winter.





    Die Benamsungen sind natürlich ohne Gewähr.


    Lieber Gruss


    Marco

    Hallo nochmal,


    Es freut mich ganz besonders, dass ich Euch noch was Neues zeigen konnte. Dass mein erstes Haarbecherchen ausgerechnet eine so selten wahrgenommene Art (ich habe etwas gegen den Ausdruck "seltene Art") ist, ist umso schöner.


    Nobi: Vielen Dank für die Links. Die Abhandlung der sechs Weisshaarigen ist besonders interessant.
    Der Fundort des Pilzchens war in den Schweizer Voralpen auf 980m an einem Waldrand. Der Boden war zum Teil gefroren. Dem Frost schreibe ich auch die geschrumpften Asci zu.


    Stefan: Es liegt mir fern, Dich von irgendwelchen trivialen Risspilzen oder Ritterlingen abzuhalten. Und falls es doch so kommen sollte, lass es einfach geschehen.


    Lieber Gruss
    Marco

    Hallo Forum


    Am 3. Dez. letzten Jahres, auf einer Wanderung, nichts Böses ahnend, und trotzdem immer den Pilzfilter im Auge, sprangen mir plötzlich ein paar winzige gelbe Pünktchen in letzteres. Das dünne Ästchen, auf dem sie sassen, ward sofort aufgehoben. Spontandiagnose: Haarbecherchen. Erstfund. Dann die üblichen Recherchen. Ich landete schliesslich bei Lachnellula splendens. Viel konnte ich über diese Art in Literatur und Web leider nicht finden.
    Kann mir die Bestimmung jemand bestätigen? Oder mich auf den richtigen Weg führen?


    Technische Daten:
    Subsrat: vermutlich Fichte
    Sporen: 21.7-30 x 5-6.7 (ein Ausreisser mass 15 x 10)
    Asci: 103 x 30
    Jod: neg.


    Fruchtkörper


    Sporen


    Asci


    Haare


    Lieber Gruss
    Marco