Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    hier der zweite Teil der APR-Exkursion ins Wittener Muttental:


    1. Pyrenomyceten, die ich mir noch genauer anschauen muß


    2. Calloria neglecta


    3. Xanthoriicola physciae ex Xanthoria parietina


    4. Die Kätzchen haben wir unter Pappeln gefunden und deshalb erstmal für Pappelkätzchen gehalten. Darauf scheint es aber keine Becher zu geben. Anders sieht das bei Salix aus: Da gibt es Cythicula amenti, der gut zu dem Fund paßt.


    5. Diatrypella verruciformis an Hasel EDIT: Sillia ferruginea, wie der Blick durchs Mikroskop verraten hat, siehe unten.


    6. Leptotrochila verrucosa ex Galium aparine


    7. Ascobolusse an Pferd. Die stelle ich später noch mal genauer im Dungforum vor.


    8. Lachnellula sp. an Lärche, Sporen (7.7+-0.5) µm x (2.7+-0.1) µm, Asci 55-65 µm, keine Reaktion mit Lugol. Das paßt irgendwie mikroskopisch gar nicht zu L. occidentalis aber auch nicht zu L. willkommii


    9. Kleine schwarze Punkte an Fichtenzapfen lieferten mikroskopisch das hier:


    10. Aber auch das hier lieferten die kleinen schwarzen Punkte:


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es mit dem APR zu einer Exkursion ins Wittener Muttental. Dort waren wir bisher noch nie unterwegs und entsprechend fand sich eine große Zahl an Pilzfreunden ein. Da es wieder einmal ganz viele Pilzfunde gab, ist der Bericht zweigeteilt.


    1. Peniophora incarnata


    2. Myxarium nucleatum agg.


    3. Junghuhnia nitida


    4. Resinicium bicolor. Sporenmaße (6.4+-0.4) µm x (3.2+-0.3) µm, Q=1.9+-0.2


    5. Peniophora laeta


    6. Eine Exidia an Nadelholz. Sporenmaße (13.3+-0.7) µm x (4.5+-0.4) µm, Q=3.0+-0.3. Normalerweise wächst an Nadelholz ja immer Exidia pithya. Die sollte dann aber maximal 5 mm dick sein. Interessanterweise steht bei den Schlüsseln des niederländisch-belgischen Phragmoprojects, daß E. nigricans und E. glandulosa manchmal auch an Nadelholz wachsen können, so daß hier also auch durchaus Exidia nigricans in Frage kommt. Mikroskopisch ist da leider keine Unterscheidung zu machen.


    7. Merismodes sp.


    8. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    9. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    10. Peronospora arvensis ex Veronica hederifolia agg.


    11. Peronospora aparines ex Galium aparine


    12. Vuilleminia coryli an Hasel. Sporen (19.3+-1.2) µm x (5.4+-0.5) µm, Q=3.6+-0.3


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute vormittag war ich auf dem Düsseldorfer Südfriedhof unterwegs, wo sich im Frühling regelmäßig Geopora sumneriana zeigt. So auch dieses Jahr wieder. Dazu gab es dann aber auch noch den einen oder anderen Phytoparasiten.


    1. Geopora sumneriana


    2. Protomycopsis bellidis ex Bellis perennis


    3. Entyloma bellidis ex Bellis perennnis


    4. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    5. Puccinia lagenophorae ex Senecio vulgaris


    6. Bartheletia paradoxa ex Gingko biloba


    7. Clitocybe fragans


    8. Puccinia lagenophorae ex Bellis perennis


    9. Discogloeum veronicae ex Veronica sp.


    10. Ramularia geranii ex Geranium sp.


    11. Albugo candida s.l. ex Cardamine hirsuta


    Björn

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für die Bestätigung. Und um deine Antwort zu paraphrasieren: Dank deiner Rückmeldungen nimmt mein Wissen über Dungpilze nach und nach zu ;) Die haben halt genau wie meine Phytos den Vorteil, daß sie von Wind und Wetter unabhängig sind und man sich einfach immer mal ein Schüsselchen auf den Schreibtisch stellen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf meinem Kaninchen aus den Borkenbergen in Haltern zeigt sich im Moment ein kleiner Pyrenomycet, den ich für Podospora pleiospora halten würde. Geht ihr da mit?

    Sporengröße (31-34) µm x (19-22) µm, Asci 16-sporig



    Björn

    Hallo Claudia,


    bei Pilze-Deutschland hat der sogar einen deutschen Namen, der etwas einfacher auszusprechen ist: Eschen-Spaltkohlenpilz


    Wobei ich beim Anblick der Fruchtkörper ja eher an einen Kußmund als an Kaffeebohnen denken muß.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte in meinem Bericht aus dem Volksgarten in Mönchengladbach vom 1.3.2020 ja schon unseren Fund von Hysterographium fraxini an Fraxinus excelsior vorgestellt. Heute Abend habe ich dann aber noch einige deutlich bessere Mikrobilder hinbekommen, deshalb jetzt also der Pilz hier noch mal in seiner ganzen Schönheit.


    Und nun noch mit etwas Lugol:


    Björn

    Hallo Thorben,


    als Ralf bei FB seine Mikrofotos gezeigt hatte, habe ich aus gutem Grund sofort hier geschrien. So ein Sirobasidium macht schon was her und ich glaube, daß ich selber nie die Geduld hätte, um so etwas alleine zu finden.


    Björn

    Hallo Ulla,


    ich hatte eine Probe mitgenommen, bei der mittlerweile auch einige wenige Fruchtkörper reif geworden sind. Mikroskopisch sieht das ganze dann folgendermaßen aus:



    Damit ist Physarum wohl raus und das Capillitium erinnert mich eher an Trichia. Aber Jan-Arne hatte auch was mitgenommen und wird uns sicherlich noch erhellen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    vor ein paar Tagen hatte Ralf G. auf Facebook kleine, weiße Glibberpunkte auf einem Holzstückchen präsentiert, die er in Viersen auf der Süchtelner Höhe gefunden hatte und bei denen er im Mikroskop nur Sporen über Sporen gesehen hat. Ich hatte ihm angeboten, daß er mir das gute Stück gerne mal übergeben kann, was er dann auch bei der gemeinsamen Exkursion in Mönchengladbach am Sonntag tat. Mit dem Mikroskop zeigte sich dann schnell, daß er hier (mal wieder) einen absoluten Glücksgriff getätigt hat, denn es handelt sich um Sirobasidium albidum, einen Heterobasidiomyceten, bei dem die runden Basidien in Ketten gebildet werden, was unterm Mikro sehr hübsch aussieht. Dazu kommt noch, daß der Pilz bis jetzt in Deutschland erst dreimal nachgewiesen wurde. Das ist aber nicht verwunderlich, weil so kleine Pilze, die bei Trockenheit bis zu Unkenntlichkeit zusammenschrumpeln natürlich schnell übersehen sind.


    Jetzt aber genug der Worte und ein paar Fotos des tollen Fundes:



    Björn

    Hallo zusammen,


    das Hysterographium war da gestern eigentlich an fast jedem dünnen Eschenzweig, der auf dem Boden lag, zu finden. Von daher frage ich mich gerade, ob das wirklich so selten ist oder einfach nur übersehen wird. Wobei im Volksgarten ein netter, älterer Herr ja offenbar schon sehr gründlich nach den Pilzen dort guckt ;)


    Zur Scleroencoelia steht im Artikel von Pärtel et al., wo die Art beschrieben wurde, als Diagnose, daß S. fraxinicola im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung auf Fraxinus und nicht auf Populus wächst. Ansonsten scheint abgesehen vom Substrat auch die dunkle, fast schwarze Farbe der Apothecien charakteristisch für den Eschenbewohner zu sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier der zweite Teil aus dem Gladbacher Volksgarten, wo die Basidomyceten und sonstiger Rest folgt.


    1. Scytinostroma hemidichophyticum


    2. Sollte das etwa die lange gesuchte und ominöse Phlebia rufa sein? An Laubholz. Schnallen vorhanden, Zystiden ebenfalls. Sporengröße (5.2+-0.4) µm x (2.3+-0.2) µm, Q=2.2+-0.2


    3. Crepidotus mollis. Sporengröße (7.7+-0.2) µm x (4.8+-0.2) µm


    4. An Buche. Sporengröße (12.7+-1.4) x (4.6+-0.7) µm, Sporen erscheinen meist unseptiert, wenn Septen erkennbar sind, sind diese dünnwandig und die Sporen haben drei Septen. Schnallen sind nicht vorhanden. Die Basidien sind V-Förmig. Mit dem Dacrymyces-Schlüssel des Phragmoprojekts lande ich dann bei Dacrymyces minor.


    EDIT: 13. Das hier ist nicht Lachnella sondern ein waschechter Ascomycet: Proliferodiscus pulveraceus


    5. Lachnella sp.


    6. Craterocolla cerasi


    7. Fomitopsis pinicola


    8. Daedaleopsis tricolor


    9. Ein Schleimpilz mit Sporengröße (13.1+-0.8) µm


    10. Noch ein Schleimpilz. Sporengröße (11.4+-0.4) µm


    11. Hier muß ich erst noch die Pflanze bestimmen.


    12. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich zusammen mit Ralf G. im Mönchengladbacher Volksgarten auf Tour. Unterwegs wurden wir beim Begutachten eines Holzstapels auch von einer Frau angesprochen und gefragt, ob wir Flechten suchen würden. Als wir erklärten, daß wir auf Pilzsuche sind, erzählte sie uns, daß sie im Volksgarten vor einiger Zeit schon mal einen großen, schlanken, sehr freundlichen älteren Herren getroffen habe, der dort querfeldein unterwegs war und ihr erklärte, daß er eine für den Wald neue Flechte gefunden habe und wie sie sich von anderen Arten unterscheidet. Wer mag das wohl gewesen sein? ;)

    Ansonsten gab es natürlich auch jede Menge Pilze, die ich hier nach und nach vorstellen möchte. Den Anfang machen in Teil 1 die Ascomyceten:


    1. Würde ich für Dasyscyphella nivea halten


    2. Calycellina alniella


    3. Hypoxylon petriniae an Esche


    4. An Birke


    5. Das halte ich für Hypoxylon fuscum auf Corylus avellanus


    6. Hysterographium fraxini


    7. Sclerencoelia fraxinicola


    8. Ramularia rubella ex Rubus sp.


    9. Pyrenomycet an Buche, eventuell Hypoxylon cohaerens?


    10. Chaetosphaerella phaeostroma, Sporengrößen 32-34 µm


    11. Polydesmia pruinosa


    12. Daldinia concentrica

    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag ging es mal wieder zu einer Exkursion in die Gruga. Die gesuchten Ciborias an Erlenkätzchen haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber einige andere interessante Funde gemacht:


    1. An totem Rubus fruticosus agg. fanden sich hübsche weiße Becherchen. Leider kann ich gerade nicht alle Mikrobilder eindeutig meinen Funden zuordnen, deshalb zunächst mal nur die Bilder, die sicher zu diesem Becher gehören


    2. Kleine Pyrenomyceten an Brombeere. Ebenfalls nur eingeschränktes Mikro-Bildmaterial


    3. Es gab auch Schleimpilze soweit das Auge nur reicht:


    4. Puccinia obscura ex Luzula sp.


    5. Milesina scolopendrii ex Asplenium scolopendrium


    Björn

    Hallo Ingo,


    ich hab gerade noch mal in die Winzlinge reingeschaut und kann bestätigen, daß es sich wirklich um A. peltigerina handelt. Die Basidien waren zwar noch nicht ganz fertig, aber Schnallen waren an allen Septen vorhanden und die Huthaut war auch wie bei den großen Brüdern.


    Björn

    Hallo Ingo,


    die kleinen Pilze habe ich nicht mikroskopiert. Sie liegen aber noch im Kühlschrank. Die kleinen hatte ich zuerst gefunden und da auch erstmal an Becher gedacht. Wenn man aber genau hinschaut, erkennt man auf dem dritten Foto schon zarte Lamellenansätze unterm Hut. Ich kann die Tage aber gerne noch mal schauen, ob sie sich im Kühschrank weiterentwickelt haben und ggfs. mit dem Mikro reinluegen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    wenn ich Schumacher und Holst-Jensen über das Substrat folge, lande ich aber mit Corylus bei Ciboria caucus. Die Sporenmaße von Andreas Vesper scheinen in der Tat ein einigermaßen gutes Trennungskriterium zu liefern (der interessanterweise C. caucus nur an Weide und Pappel listet). Wenn ich mir dann aber die Maße bei Schumacher und Holst-Jensen anschaue, ist die Überschneidung so groß, daß ich da keine echte Trennungsmöglichkeit sehe.


    Ich kann dir also eigentlich nur zustimmen: Ein heikles Thema!


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war bei uns an der Uni frei, weil der Rosenmontag in Duisburg ein Brauchtumstag ist. Manchmal hat Karneval auch etwas Gutes. Den freien Tag habe ich genutzt um mir mal die Schurenbachhalden in Essen näher anzuschauen:


    1. Eine Hyaloscypha auf Kiefer. Asci mit Haken und blauer Reaktion auf Lugol. Sporen unseptiert mit einem kleinen Öltropfen an jedem Ende (7.8-10.5) µm x (2.2-2.6) µm


    2. Cyclaneusma niveum ex Pinus nigra


    3. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    4. Eine Ciboria auf Haselkätzchen. Sporen (8.7-11.1) µm x (4.9-6.1) µm. Ist das nun C. caucus oder C. amentacea?


    5. Helvella leucomelaena, Sporen (21-25) µm x (12-14) µm


    6. Calloria neglecta


    7. Hyaloperonospora erophilae ex Draba verna agg. Konidien (16-21) µm x (14-17) µm


    Björn

    Hallo Dieter,


    wieder mal sehr schöne Funde. Vor allem die Phytoparasiten gefallen mir natürlich besonders gut. Hatte der Rost an Senecio ovatus keine Spermogonien? Sonst käme ja auch Puccinia silvatica in Betracht, die auf S. ovatus verbreitet ist, wenn Carex briziodes im Areal wächst. Was den Hyperparasiten angeht, sollte das Cladosporium aecidiicola sein. Konidien wären bei der Art 1-2-zellig und 6-18 µm x 5-9 µm groß.


    Björn