Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    und willkommen im Forum. Als Duisburger kann ich bestätigen, daß es im Ruhrgebiet Steinpilze, diverse Hexenröhrlinge und auch Pfifferlinge gibt. Abe es gibt auch noch viel spannendere Pilze wie Bambusroste oder Brandpilze an Lichtnelken, die seit 1952 nicht mehr in NRW nachgewiesen worden waren.


    Björn

    Hallo Zorox,


    die erste Pflanze, die zu zeigst, ist Diptam. Nr. 2 ist in der Tat die Hummelragwurz. Nr. 3 ist der Acker-Wachtelweizen und Nr. 4 der violette Dingel.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein paar weitere Phytoparasiten vom Wochenende.


    1. Das sollte ein Habichtskraut aus der Untergattung Eu-Hieracium sein, womit der Rost Puccinia hieracii wäre.


    2. Peronospora arborescens agg. ex Papaver sp.


    3. Coleosporium senecionis ex Senecio inaequidens


    4. Uromyces sp. ex Geranium cf. pyrenaicum


    5. Taphrina padi ex Prunus padus


    6. Puccinia phyllostachydis mit Hyperparasit Eudarluca caricis. Die septierten Paraphysen sind charakteristisch für diesen Bambusrost.


    Björn

    Hallo Thorben,


    das ist alles eine Sache der Übung. Anfangs habe ich ja auch nur wenig gefunden. Mit der Erfahrung weiß man dann irgendwann, welche Pflanzen besonders vielversprechend sind. Was auch geholfen hat, war der Phytokurs bei Jule. Wenn man mal ein paar falsche Mehltaue gezeigt bekommt, kann man sich das charakteristische fahle Grün, das sie oft verursachen, gut einprägen. Und ansonsten ist natürlich auch immer etwas Glück dabei.

    Das mit dem Botanischen Garten ist tatsächlich schade, weil ich da eigentlich noch mal Belege vom Bambusrost sammeln wollte.


    Björn

    Hallo zusammen,


    an Auffahrt bin ich morgens früh aufgestanden und habe eine kleine Runde an der Duisburger Regattabahn gedreht. Dabei zeigten sich nicht nur Phytoparasiten wie erwartet, sondern es gab auch echte Großpilze zu bestaunen:


    1. Agaricus bitorquis

    Lamelle

    Basidien

    Cheilozystiden/Basidiolen

    Basidien

    Huthaut

    Sporen (5.2+-0.3) µm x (4.2+-0.3) µm, Q=1.2+-0.1, damit etwas klein geraten


    2. Ein seltener Fund. Der Pilz war Jahrezehnte verschollen, eher er vor ein paar Jahren das erste Mal wiedergefunden wurde. Thecaphora melandrii ex Silene latifolia


    3. Albugo candida s.l. ex Berteroa incana


    Björn

    Hallo Dieter und Matthias,


    wieder mal ein ganz toller Beitrag! Habt ihr euch auch den Rindenpilz unter der Arcyria angeschaut? Der scheint ja riesige Zystiden zu haben, die sogar schon auf dem Makro ins Auge stechen.


    Björn

    Hallo Sandra,


    freut mich, daß dir meine Beiträge gefallen und dich dazu anregen, nach Phytos zu schauen. Bist du auch im Verteiler von Julia Kruses Phyto-Rundbrief? Da gibt es so circa einmal im Monat auch Suchanregungen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend war ich eine kleine Runde im Mülheimer Stadtwald unterwegs und habe ein paar Phytoparasiten eingesackt, die ich euch hier zeigen möchte:


    1. Keine Angst, der Klimawandel hat den Duisburger Stadtwald noch nicht in einen tropischen Bambuswald umgewandelt. Aber in einem Vorgarten und daraus hinaushängend gab es dann doch einen Bambus, der auch noch mit einem Rost befallen ist. Da es einerseits Uredien gibt und andererseits auch Telien, bei denen die Teliosporen eine ausgeprägte Spitze haben, geht das hier wohl in die Richtung Puccinia sasicola oder Puccinia longicornis.


    2. Puccinia cribrata ex Vinca minor. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch, daß einige Telien leicht violett sind. Das ist ein Befall mit dem Hyperparasiten Tuberculina sbrozzii, der sich mikroskopisch in Form von runden Konidien zeigt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    für den Moment nur ein kurzes, schnelles Update. Felli hatte mir Material zugeschickt, daß ich mir gerade unter dem Mikro angeschaut habe. Die Sporen sind ganz eindeutig nicht glatt, sondern haben eine ganz leicht aufgeraute Oberfläche. Fotografisch ist das leider nur schwer einzufangen, optisch war es aber gut erkennbar. Insbesondere fiel bei einer Spore auf, daß diese Grübchen am Sporenende in Reihe angeordnet sind. Interessanterweise fanden sich auch einige Aeciosporen im Präparat sowie einige seltsam tropfenförmig deformierte Sporen.

    Die Ausmessung von 25 Sporen ergibt im Mittel eine Größe von (25+-1.5) µm x (19+-2) µm bzw. Sporen im Größenbereich (22-29) µm x (16-25) µm.

    Damit tendiere ich momentan vorsichtig entweder zu U. excavatus oder U. alpestris, die man über die Wirtspflanze gut trennen kann.



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich muß noch mal ein dickes Lob für die Bearbeitung der ganzen anamorphen Pilze aussprechen. Jetzt am Wochenende hatte ich auch ein abgestorbendes Weißdornblatt mit weißem Belag darauf, wo mir zunächst einmal jede Idee fehlte. Ein Blick ins Mikroskop zeigte dann runde, hyaline Konidien. Dann hat mein Gehirn sich dunkel an diesen Beitrag erinnert und jetzt hat der Pilz also einen Namen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag war ich an der Stadtgrenze Krefeld/Duisburg am Rhein unterwegs. Dort gibt es ein nettes Naturschutzgebiet, wo auch viele Wiesen mit diversen Pflanzen wachsen. Also der perfekte Jagdgrund für Phytoparasiten. Aber den Anfang machen zwei Flechten:


    1. Protoparmeliopsis muralis


    2. Physcia caesia


    3. Puccinia punctiformis ex Cirsium arvense


    4. Beim Gras tippe ich auf Dactylis glomerata. Der Pilz wäre dann Puccinia coronata


    5. Streifenbrand an unbestimmten Gras


    6. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    7. Pustula obtusata ex Tragopogon pratensis


    8. Puccinia punctiformis ex Galium mollugo agg.


    9. Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    10. Erysiphe cruciferarum ex Alliaria petiolata


    11. Entyloma fergussonii ex Myosotis sp.


    12. Ich tippe auf Carex hirta, womit der Rost dann Puccinia urticae-hirtae wäre


    13. Melampsora pulcherrima ex Mercurialis annua


    14. Uromyces fallens ex Trifolium pratense


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich nach längerer Zeit mal wieder im Essener Grugapark (der war zwischenzeitlich wegen Corona für einen Montag geschlossen). Pilzmäßig war leider nicht viel los. Großpilze gab es gar keine, dafür war es viel zu trocken. Aber einige Phytos konnte ich dann doch finden.


    1. Neoërysiphe galii ex Galium aparine

    IMG_0413.JPG


    2. Puccinia malvacearum ex Alcea rosea


    3. Ein Bambusrost. Kann hier zufällig jemand Bambusse bestimmen? :D


    4. Lophodermium arundinaceum ex Phragmitex australis


    5. Uromyces rumicis ex Rumex Subgen. Rumex


    6. Peronospora ranunculi ex Ranunculus repens


    7. Lophodermium juniperinum ex Juniperus communis


    8. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die AHO hat für NRW vor kurzem auch "Die Orchideen Nordrhein-Westfalens" herausgegeben. Ansonsten gibt es noch "Die Orchideen der Schweiz und angrenzender Gebiete" (da weiß ich aber nicht, ob das mittlerweile neu aufgelegt wurde) und Orchids of Europe, North Africa and the Middle East.


    Björn

    Hallo Jim,


    NRW ist ja relativ groß, wo genau bist du denn unterwegs? Wir haben hier im Ruhrgebiet den Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr, der ein- bis zweimal im Monat auf Exkursion geht, ebenso der Mykologische Arbeitskreis Bergisches Land etwas weiter südlich. Das sind dann zwar keine Einzelexkursionen, aber man lernt trotzdem eine Menge, wenn man da regelmäßig unterwegs ist. Jetzt ist aktuell zwar erstmal keine Exkursion wegen Corona, aber das ändert sich hoffentlich in Zukunft auch wieder.


    Björn

    Hallo Sandra,


    ich hab an Chemikalien die kleinen Fläschchen vom Mykoshop. Wie viel da genau drin ist, weiß ich jetzt gar nicht, aber mehr als 10 ml wird das auch nicht sein. Im Prinzip habe ich auch keine großen Probleme mit der Chemie, ich habe hier ja auch Schwefelsäure, Kalilauge, para-Phenylendiamin, Eisensulfat und anderes da. Was ich halt nicht abschätzen kann ist wie dicht die Fläschchen sind, die ich hier im Arbeitszimmer im Schrank stehen habe. Und bei krebserregenden Chemikalien wie Anilin wäre das halt schon ganz gut zu wissen, egal wie klein die Menge ist.

    Die andere Sache ist natürlich die Haltbarkeit. So Sachen wie Guajak halten ja nur ein Jahr und so viele Täublinge finde ich jetzt nicht, daß ich mein Fläschchen aufbrauchen würde. Über die Entsorgung habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erst mal einen herzlichen Dank an Berthold, der mir eine Trüffel zugeschickt hat. Diese ist gestern bei mir eingetroffen und sofort unters Mikroskop gewandert. Es sind zahlreiche runde bis elliptische Asci zu erkennen, die 2-4 Sporen enthalten. Jung sind die elliptischen Sporen hyalin, werden im Alter aber braun. Die Sporen sind (25-34) µm x (18-23) µm groß und haben ein netzförmiges Ornament, durch die Waben mit einer Größe von ca. 13 µm x 6 µm definiert werden. Alles in allem haben wir hier also tatsächlich Tuber aestivum vorliegen.



    Björn

    Hallo Felli,


    gehen wir einfach mal alle in Frage kommenden Pilze durch:


    Uromyces excavatus auf E. verrucosa, planar-hochmontan, Sporen undeutlich dichtwarzig, im oberen Teil mit feiner Stäbchenstruktur

    Uromyces euphorbiae-dulcis auf E. dulcis, Sporen zart netzig

    Uromyces winteri auf E. falcata, Sporen warzig bis längsleistig. Bisher im Gebiet fehlend

    Uromyces laevis auf E. seguieriana, Sporen völlig glatt

    Uromyces sublevis auf E. glareosa, E. seguieriana, Sporen dicht feinwarzig

    Uromyces alpestris auf E. cyparissias, montan-hochmontan, Sporen fein punktwarzig

    Uromyces scutellatus auf E. cyparissias, E. esula, E. glareosa, E. lucida, E. salicifolia, E. seguieriana, E. verrucosa, E. virgata, E. exigua, E. peplus, planar-hochmontan, undeutlich flache oder fehlende Keimporenkappe am Scheitel, Sporen groben Warzen bzw. Wülsten

    Uromyces kalmusii auf E. cyparissias und E. esula, wärmeliebend, collin, Sporen mit dichstehenden Warzen, oft zu schiefen Längsleisten zusammenfließend. Die Längleisten reichen bis in die Keimporenplatte hinein

    Uromyces striolatus auf E. cyparissias, collin-hochmontan in den Alpen, Sporen mit z.T. unregelmäßig verteilten Längleisten besetzt, papillöse Keimporenkappe glatt


    Also käme mit ganz glatten Sporen wohl nur U. laevis in Frage. Du kannst ja auch mal mit dem Gäumann (gibt es digital bei der ETH) und Jules Homepage vergleichen. Hast du die Sporen auch gemessen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ist die Art noch makroskopisch bestimmbar? Morcheln sind doch mittlerweile auch ein Faß ohne Boden geworden. Jetzt ist gerade das französische Morchelbuch rausgekommen, das ich aber (noch) nicht habe. Im September soll es eine englische Ausgabe geben.


    Björn