Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag fand ich Lactarius vellereus im Bottroper Rotbachtal, den ich hier einmal vorstellen möchte. Ein sehr festfleischiger Kollege mit milder Milch, die sich mit KOH nicht verfärbt. Das Fleisch selber ist dann aber gut scharf.


    Huthaut in Wasser

    Huthaut in Kongorot

    Lamelle in Wasser

    Lamellen in Kongorot

    Lamelle in Sulfovanillin. Die Zystiden verfärben sich gräulich

    Sporen in Wasser

    Sporen in Melzer. Man erkennt ein netzartiges, feines Ornament


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag habe ich auf dem Weg zu meinen Eltern einen kleinen Zwischenstop im Gleispark Frintrop in Essen eingelegt. Früher war das mal ein riesiger Rangierbahnhof, mittlerweile sind die Gleise alle weg und das ganze wurde parkartig ausgestaltet, hat aber immer noch den Charakter einer Industriebrache. Als ich dort unterwegs war, traf ich einen älteren Herren, der mich fragte, ob ich dort etwas Seltenes finden würde. Ich hab ihm gesagt, daß ich nach Pilzen suche. "Pilze gibt's hier nicht. Hier ist nur Dreck im Boden." Dann hab ich ihm ein paar kleine, vertrocknete Anistrichterlinge gezeigt. "Hmm, ja gut. Aber hier wächst nichts, alles nur voller Dreck unten drunter". Jetzt also eine Auswahl, der Dreckspilze, die es da gar nicht gibt ;)


    1. Paxillus sp. unter Birke. Ich hab bei meinen Eltern einen Sporenabwurf gemacht (leider kein Foto davon). Das war dann ein typisches Rostpilz-Uredien-braun. Aber ob das jetzt rot genug war für P. cuprinus? Der Abdruckk blieb bei meinen Eltern und ich hab dann zu Hause versucht, noch mal mehr Sporen zu bekommen um auch mikroskopisch reinzuschauen. Das sah heute morgen noch nicht wirklich vielversprechend aus, aber mal schauen, ob sich im Mikro dann doch noch Sporen finden.


    2. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium angustifolium


    3. Weide meide gilt ja eigentlich in jeglicher Hinsicht, aber ich habe trotzdem einen Versuch gewagt. Die Fruchtkörper sind um die 170 µm groß, also genau im Überlappungsbereich von Erysiphe pseudoregularis und Erysiphe capreae. Erysiphe adunca würde ich wegen der Anhängsellänge ausschließen. Die Asci hatten dann durchgehend 5-6 Sporen, was für E. capreae sprechen würde.


    4. Uromyces geranii ex Geranium pratense


    9. Gymnosporangium sabinae ex Pyrus sp.


    5. Hier würde ich auf Mucilago crustacea tippen. Seltsamerweise waren keine Sporen zu sehen, nur Kalkkristalle


    6. Dann war ich bei meinen Eltern, wo gegenüber ein Maisfeld ist. Dank Jules letztem Rundbrief wußte ich, daß die komische Pflanze, die an jedem Maisfeldrand wächst, Hühnerhirse ist und von einem Brandpilz (genauer sogar von 2 verschiedenen Bränden) befallen werden kann. Also sind meine 6-jährige Nichte und ich losgezogen und wurden auch schon bald fündig: Ustilago trichophora ex Echinochloa crus-galli

    Gleispark Frintrop-0030.jpg


    7. Mal wieder ein van Gogh unterm Mikroskop: Wilsoniana amaranthi ex Amaranthus sp.


    8. Und dann hat meine Mutter mir noch von ihrem Zitronenbaum erzählt, wo die Blätter abtrocknen und es kleine schwarze Beläge gibt. Unterm Mikroskop zeigten sich dann einerseits Alternaria-Sporen, andererseits auch diese Konidien hier. Viellecht hat da ja jemand eine Idee zu?


    Björn

    Hallo Pablo,


    aber das Schild muß bitte ausreichend groß beschriftet sein ;)


    Ich hab jetzt ab und zu mal bei den Phytos Sporenbilder gestackt. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Ich fürchte aber fast, daß das bei den winzigen Hydnellum-Sporen am Ende auch nicht wirklich weiterhilft.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Nr. 1 hatte ich leider nicht genau auf die Begleitbäume geachtet, da kommt also Fagus, Quercus und Carpinus in Frage und selbst eine versteckte Birke ist nicht auszuschließen. Sporenpulver IIb kann ich da sicher ausschließen (laut Romagnesi hat R. aeruginea sogar IIc), dann paßt R. cyanoxantha momentan wohl tatsächlich am besten. Leider hatte ich es versäumt, bei den frischen Exemplaren über die Lamellen zu streichen...


    R. risigallina var. acetolens (bei Romagnesi als R. vitellina) paßt in der Tat perfekt!


    Was den Geruch von Nr. 3 angeht: Ich weiß ja nicht wie die Früchte bei euch im Osten riechen, aber bei uns riechen die deutlich angenehmer ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich nach der Arbeit mal kurz am Rhein in Duisburg-Neuenkamp um nach Phytos Ausschau zu halten. Allzuviel verschiedenes bot sich nicht, weil die Schafe dort ganze Arbeit geleistet haben. Aber einige schöne Funde gab es dann doch:


    1. Puccinia acetosae ex Rumex thyrsiflorus

    Rhein Neuenkamp-0020.jpg


    2. Wilsoniana amaranthi ex Amaranthus powellii

    Hier erkennt man die Oosporen schon als schwarze Punkte

    Hier sind sie dann rechts unten noch deutlicher zu erkennen

    Und hier mal ein gestacktes Bild


    3. Hier hatte ich zunächst keine Ahnung, was das ist. Aber als ich die Bilder auf FB gepostet hatte, kam direkt ein Kommentar von Jule, daß ich einen Beleg anfertigen und die Entstehung von Fruchtkörper im Auge behalten soll. Es geht wohl in Richtung Erysiphe betae auf Dysphania ambrosioides, was laute Klenke und Scholler eine sehr seltene Pilz-Wirt-Kombination wäre


    Björn

    Hi Malone,


    die kleinen Fruchtkörper unten ja, die würde ich auch als potentielle Scutellinia durchwinken. Aber die großen, voll augeschirmten? Da wäre ich bei Melastiza oder so...


    Björn

    Hallo Pablo,


    ja ich hatte gestern definitiv bei der Hohenbuehelia beides unterm Mikroskop (wie so oft, wenn der grobmotorische Physiker Präparate erstellt und dann einfach so lange quetscht, bis es paßt).


    Die Hydnellumsporen sind schon fies. Bei deinen Bildern meine ich an ein bis zwei Höckern ein eher eckiges Ende zu erkennen, die anderen hätte ich jetzt vom Foto her eher für abgerundet gehalten. Wird Zeit fürs Elektronenmikroskop ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    jetzt habe ich noch mal mikroskopiert und bei der Hohenbuehelia in der Tat keine Metuloiden in der Huthaut entdecken können.


    Die Laccaria hat sich bei genauerer Betrachtung dann als 4-sporig entpuppt. Damit lande ich dann mit dem Schlüssel in der FN bei Laccaria laccata (mit den runden Sporen wohl die var. pallidifolia), wenn ich mit dem Gröger schlüssel hingegen bei L. tetraspora, was wohl Synonym ist.


    Und zum Abschluß dann noch die Hydnellum-Sporen: Die Höcker sind meiner Meinung nach deutlich abgerundet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte in meinem Exkursionsbericht zum Rotbachtal ja schon drei Täublinge angekündigt, die jetzt hier kommen.


    1.

    Begleitbäume: Laubwald

    Chemische Reaktionen: Positiv mit Guayak, keine unmittelbare Verfärbung mit Eisensulfat, später grau-orange

    Geruch: keiner

    Geschmack absolut mild, sprich kein Geschmack feststellbar

    Huthaut circa bis zum halben Hutradius abziehbar, Hutfleisch darunter weiß

    Sporenpulverfarbe Ib, Sporengröße (8.0 +- 0.3) µm x (6.6 +- 0.3) µm


    Zu R. heterophylla paßt die Eisensulfat-Reaktion nicht, für R. cyanoxantha paßt die Sporenpulverfarbe nicht. Was könnte es dann sein?


    2.

    Begleitbäume: Carpinus, Quercus

    Chemische Reaktionen: schnell positiv mit Guayak, keine unmittelbare Verfärbung mit Eisensulfat, später gräulich

    Geruch: keiner

    Geschmack mild, aber mit Geschmack

    Huthaut relativ gut abziehbar, Hutfleisch darunter weiß

    Sporenpulverfarbe IVe, Sporengröße (7.6 +- 0.4) µm x (6.4 +- 0.5) µm


    Hier hatte Karl anhand der Makrobilder bei FB R. claroflava ins Spiel gebracht. Das scheint von der Sporenpulverfarbe her nicht ganz zu passen (wobei ich nur wenig Pulver hatte und die Farbe da also mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist). Was aber am meisten irritiert ist die Huthaut. Die sieht irgendwie ganz anders aus als alle Russulahuthäute, die ich bis jetzt unter dem Mikro hatte.


    3.

    Begleitbäume: Fagus

    Chemische Reaktionen: Keine Reaktion mit Guayak und Eisensulfat

    Geruch: unangenehm

    Geschmack sofort scharf

    Huthaut schlecht abziehbar

    Sporenpulverfarbe Ib/IIa, Sporengröße (8.1 +- 0.4) µm x (6.3 +- 0.5) µm


    Hier würde ich mit Karls Vorschlag von Russula fellea nach der mikroskopischen Analyse mitgehen.


    Björn

    Hallo Alex,


    ich habe als Mikroskop das Panthera C von Motic in der Trinokularversion. Daran habe ich als Kamera eine Canon EOS 600D Spiegelreflexkamera angeschlossen. Die Bilder sind teilweise mit dem 40er (z.B. die Hohenbuehelia-Huthaut) und teilweise mit dem 100er Objektiv (z.B. die Laccaria-Sporen) entstanden. Die Präparate sind aber alles keine Dauerpräparate sondern werden nach Gebrauch immer zeitig entsorgt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die Hohenbuehelia wuchs in der Tat auf vergrabenem Holz (beim Fruchtkörper, der da "auf dem Rücken" liegt, erkennt man das Holz sogar noch ein wenig). Die beiden Fotos, wo man nur Hyphen sieht, sind aus der Huthaut. Ich hatte da aber leider nicht gezielt nach Metuloides geschaut, das werde ich heute Abend noch mal nachholen.


    Beim Schleierling ist in der Zwischenzeit auch noch Cortinarius anomalus in den Raum geworfen worden. Das scheint ganz gut zu passen, wobei ich ja selber so gar keine Ahnung von Cortinarien haben und die für mich alle ziemlich gleich aussehen.


    Beim Hyndellum kann ich heute Abend auch noch mal versuchen, bessere Bilder hinzubekommen.


    Und weil ich ja hier scheinbar schon die Aufmerksamkeit von Ascomycetenfreunden geweckt habe, kann ich die Peziza ja doch auch mikroskopisch vorstellen. Ich hatte im Wald auch schon an P. michelii gedacht. Die hatte Rada mir mal bei sich gezeigt und dieser violette Farbton im Hymenium scheint schon charakteristisch zu sein. Mikroskopisch scheint das bei meinem Fund dann auch gut zu passen soweit ich das beurteilen kann: Sporen mit 2 Öltropfen, dazu sehr deutlich warzig, so daß man das schon ohne BWB gut erkennen kann.



    Außerdem noch eine kleien Zugabe, also quasi Nr. 31: Asterophora lycoperdoides


    Björn

    Hallo Pablo,


    bei meinem Hotiboletus bin ich mir jetzt gar nicht sicher, ob der wirklich mit der Eibe Mykorrhiza gebildet hat. Klar stand die Eibe direkt neben dem Fruchtkörper, aber da gibt es im Umkreis von 20 bis 30 Metern durchaus auch große, alte Bäume (welche genau, kann ich gerade nicht sagen, aber vom Gefühl her Rotbuche, Eiche und Hainbuche), die da ja durchaus auch noch in Frage kommen sollten.


    Björn

    Hallo Nobi,


    ein toller Bericht, vor allem über die beiden vorgestellten Phytofunde freue ich mich natürlich besonders. Die Nacktbasidie hatte ich selber noch nicht, die Erlen-Narrentasche hatte ich letztes Jahr im Schweizurlaub zu Hauf. Welchem der beiden Wasserbüffel fehlt denn jetzt ein Stück Hüfte? ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag wären ja eigentlich gleich zwei Exkursionen angesagt gewesen. Der MAB war an der Neyetalsperre unterwegs, der APR an der Fuelbecker Talsperre. Beides hätte aber lange Anreisen und frühes Aufstehen bedeutet, die ich mit Halsschmerzen nicht unbedingt auf mich nehmen wollte. Also war ich stattdessen dann nur 20 km am Rhein spazieren und habe nebenher ein paar Phytoparasiten eingesackt:


    1. Ustilago maydis


    2. Puccinia punctata ex Galium sp.


    4. Puccinia sp. ex Centaurea sp.


    4. Puccinia tanaceti ex Tanacetum vulgare


    5. Erysiphe adunca ex Populus sp.


    6. Podosphaera erigerontis-canadensis ex Taraxacum Sect. Ruderalia


    7. Puccinia artemisiella ex Artemisia vulgaris. Teliosporen 33-44 µm lang, im Mittel 38 µm.


    8. Ramaria cf. stricta


    9. Entyloma eryngii ex Eryngium campestre


    10. Tranzschelia discolor ex Prunus spinosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich mal wieder in Oberhausen/Bottrop unterwegs. Los ging es an der Sterkrader Heide, wo aber außer einem Champignons nichts wuchs. Dann also weiter an der Halde Haniel vorbei ins Rotbachtal. Und da wuchs dann wie üblich um so mehr!


    1. Rhytisma acerinum


    2. Clitopilus prunulus


    3. Boletus edulis


    4. Chlorociboria aeruginascens


    5. Ceratiomyxa fruticulosa var. poroides


    6. Pluteus cervinus


    7. Hohenbuehelia sp. Da muß ich noch mal in Ruhe schauen. Sporengröße (5.3+-0.3) µm x (4.0+-0.3) µm


    8. Tubifera ferruginosa


    9. Amanita citrina


    10. Fistulina hepatica


    11. Ciboria batschiana


    12. Cortinarius sp. Auf Facebook hatte Karl C. delibutus anhand der Bilder ins Gespräch gebracht, für den Andreas meinen Fund aber nicht schleimig genug fand. Gefunden an einer feuchten Stelle im Laubwald unter Carpinus, Fagus und Quercus. Geruch des aufgeschnittenen Fruchtkörpers am nächsten Morgen nach Pellkartoffeln. Mit KOH und Lugol keine Reaktionen. Sporengröße (7.6 +- 0.5) µm x (5.7 +- 0.3) µm, Q=1.3 +- 0.1.


    13. Trametes versicolor


    14. Tyromyces kmetii


    15. Amanita fulva


    16. Fomitopsis pinicola


    17. Bulgaria inquinans

    Rotbachtal-0106.jpg

    Rotbachtal-0108.jpg


    18. Neoboletus erythropus


    19. Laccaria sp. Basidien 2-sporig, muß ich auch noch mal genauer schauen. Sporengröße (7.7 +- 0.4) µm x (7.4 +-0.4) µm, Q=1.04 +- 0.02


    20. Laetiporus sulphureus


    21. Der eigentliche Grund für den Besuch im Rotbachtal: Hydnellum scrobiculatum, den Björn dort vor ein paar Tagen gefunden hatte. Dank präziser Ortsbeschreibung "ziemlich weit hinten, wo eine Buche überm Rotbach liegt", war der Pilz einfach zu finden *hust*...wenn da nicht alle 100 Meter eine Buche überm Bach liegen würde. Als ich schon innerlich dachte: Den findest du heute nicht mehr, war er zwei Sekunden später da.

    Rotbachtal-0139.jpg


    22. Amanita pantherina oder Vater, Mutter, Kind.


    23. Oudemansiella mucida


    24. Mal wieder eine Buche überm Rotbach ;) Polyporus badius


    25. Lepiota cristata


    26. Russula nigricans


    27. Und noch einige Russula sp., die ich an anderer Stelle noch mal genauer vorstelle.


    28. Russula sp. II. Karl hatte bei FB R. claroflava ins Gespräch gebracht.


    29. Russula sp. III Hier hat Karl R. fellea ins Spiel gebracht.


    30. Peziza sp., kriegt auch einen extra Beitrag


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Freitag war ich nach der Arbeit mal wieder auf einer kleinen Runde im Botanischen Garten Duisburg und habe einige Phytoparasiten eingesackt:


    1. Golovinomyces echinopsis ex Echinops sphaerocephalus

    Botanischer Garten Duisburg-0004.jpg

    Botanischer Garten Duisburg-0005.jpg

    Botanischer Garten Duisburg-0006.jpg

    Botanischer Garten Duisburg-0007.jpg


    2. Hier hatte ich wegen der imposanten Erscheinung erst an Caloboletus radicans gedacht, aber wenn man genau hinschaut (an dieser Stelle einen Dank an Björn) erkennt man rote Pünktchen im Stiel: Hortiboletus engelii. Der hat sich dann wohl vertan als er unter Eibe statt Eiche wuchs :D

    Botanischer Garten Duisburg-0011.jpg


    3. Uromyces kabatianus ex Geranium pyrenaicum


    4. Puccinia lagenophorae ex Bellis perennis


    5. Phragmidium bulbosum ex Rubus fruticosus agg.


    6. Phragmidium sp. ex Rosa sp.


    Björn

    Hallo! ;)

    Auf pilze123 sind angebl. Beide Arten leicht schärflich. Lg

    Auf pilze123 steht aber auch viel, wenn der Tag lang ist ;) Bei Romagnesi steht zu R. heterophylla "saveur douce", bei R. aeruginea "saveur douce ou plus ou moins piquante, en particulier dans les lames".


    Björn