Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    für den Moment nur ein kurzes, schnelles Update. Felli hatte mir Material zugeschickt, daß ich mir gerade unter dem Mikro angeschaut habe. Die Sporen sind ganz eindeutig nicht glatt, sondern haben eine ganz leicht aufgeraute Oberfläche. Fotografisch ist das leider nur schwer einzufangen, optisch war es aber gut erkennbar. Insbesondere fiel bei einer Spore auf, daß diese Grübchen am Sporenende in Reihe angeordnet sind. Interessanterweise fanden sich auch einige Aeciosporen im Präparat sowie einige seltsam tropfenförmig deformierte Sporen.

    Die Ausmessung von 25 Sporen ergibt im Mittel eine Größe von (25+-1.5) µm x (19+-2) µm bzw. Sporen im Größenbereich (22-29) µm x (16-25) µm.

    Damit tendiere ich momentan vorsichtig entweder zu U. excavatus oder U. alpestris, die man über die Wirtspflanze gut trennen kann.



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich muß noch mal ein dickes Lob für die Bearbeitung der ganzen anamorphen Pilze aussprechen. Jetzt am Wochenende hatte ich auch ein abgestorbendes Weißdornblatt mit weißem Belag darauf, wo mir zunächst einmal jede Idee fehlte. Ein Blick ins Mikroskop zeigte dann runde, hyaline Konidien. Dann hat mein Gehirn sich dunkel an diesen Beitrag erinnert und jetzt hat der Pilz also einen Namen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag war ich an der Stadtgrenze Krefeld/Duisburg am Rhein unterwegs. Dort gibt es ein nettes Naturschutzgebiet, wo auch viele Wiesen mit diversen Pflanzen wachsen. Also der perfekte Jagdgrund für Phytoparasiten. Aber den Anfang machen zwei Flechten:


    1. Protoparmeliopsis muralis


    2. Physcia caesia


    3. Puccinia punctiformis ex Cirsium arvense


    4. Beim Gras tippe ich auf Dactylis glomerata. Der Pilz wäre dann Puccinia coronata


    5. Streifenbrand an unbestimmten Gras


    6. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    7. Pustula obtusata ex Tragopogon pratensis


    8. Puccinia punctiformis ex Galium mollugo agg.


    9. Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    10. Erysiphe cruciferarum ex Alliaria petiolata


    11. Entyloma fergussonii ex Myosotis sp.


    12. Ich tippe auf Carex hirta, womit der Rost dann Puccinia urticae-hirtae wäre


    13. Melampsora pulcherrima ex Mercurialis annua


    14. Uromyces fallens ex Trifolium pratense


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich nach längerer Zeit mal wieder im Essener Grugapark (der war zwischenzeitlich wegen Corona für einen Montag geschlossen). Pilzmäßig war leider nicht viel los. Großpilze gab es gar keine, dafür war es viel zu trocken. Aber einige Phytos konnte ich dann doch finden.


    1. Neoërysiphe galii ex Galium aparine

    IMG_0413.JPG


    2. Puccinia malvacearum ex Alcea rosea


    3. Ein Bambusrost. Kann hier zufällig jemand Bambusse bestimmen? :D


    4. Lophodermium arundinaceum ex Phragmitex australis


    5. Uromyces rumicis ex Rumex Subgen. Rumex


    6. Peronospora ranunculi ex Ranunculus repens


    7. Lophodermium juniperinum ex Juniperus communis


    8. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die AHO hat für NRW vor kurzem auch "Die Orchideen Nordrhein-Westfalens" herausgegeben. Ansonsten gibt es noch "Die Orchideen der Schweiz und angrenzender Gebiete" (da weiß ich aber nicht, ob das mittlerweile neu aufgelegt wurde) und Orchids of Europe, North Africa and the Middle East.


    Björn

    Hallo Jim,


    NRW ist ja relativ groß, wo genau bist du denn unterwegs? Wir haben hier im Ruhrgebiet den Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr, der ein- bis zweimal im Monat auf Exkursion geht, ebenso der Mykologische Arbeitskreis Bergisches Land etwas weiter südlich. Das sind dann zwar keine Einzelexkursionen, aber man lernt trotzdem eine Menge, wenn man da regelmäßig unterwegs ist. Jetzt ist aktuell zwar erstmal keine Exkursion wegen Corona, aber das ändert sich hoffentlich in Zukunft auch wieder.


    Björn

    Hallo Sandra,


    ich hab an Chemikalien die kleinen Fläschchen vom Mykoshop. Wie viel da genau drin ist, weiß ich jetzt gar nicht, aber mehr als 10 ml wird das auch nicht sein. Im Prinzip habe ich auch keine großen Probleme mit der Chemie, ich habe hier ja auch Schwefelsäure, Kalilauge, para-Phenylendiamin, Eisensulfat und anderes da. Was ich halt nicht abschätzen kann ist wie dicht die Fläschchen sind, die ich hier im Arbeitszimmer im Schrank stehen habe. Und bei krebserregenden Chemikalien wie Anilin wäre das halt schon ganz gut zu wissen, egal wie klein die Menge ist.

    Die andere Sache ist natürlich die Haltbarkeit. So Sachen wie Guajak halten ja nur ein Jahr und so viele Täublinge finde ich jetzt nicht, daß ich mein Fläschchen aufbrauchen würde. Über die Entsorgung habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erst mal einen herzlichen Dank an Berthold, der mir eine Trüffel zugeschickt hat. Diese ist gestern bei mir eingetroffen und sofort unters Mikroskop gewandert. Es sind zahlreiche runde bis elliptische Asci zu erkennen, die 2-4 Sporen enthalten. Jung sind die elliptischen Sporen hyalin, werden im Alter aber braun. Die Sporen sind (25-34) µm x (18-23) µm groß und haben ein netzförmiges Ornament, durch die Waben mit einer Größe von ca. 13 µm x 6 µm definiert werden. Alles in allem haben wir hier also tatsächlich Tuber aestivum vorliegen.



    Björn

    Hallo Felli,


    gehen wir einfach mal alle in Frage kommenden Pilze durch:


    Uromyces excavatus auf E. verrucosa, planar-hochmontan, Sporen undeutlich dichtwarzig, im oberen Teil mit feiner Stäbchenstruktur

    Uromyces euphorbiae-dulcis auf E. dulcis, Sporen zart netzig

    Uromyces winteri auf E. falcata, Sporen warzig bis längsleistig. Bisher im Gebiet fehlend

    Uromyces laevis auf E. seguieriana, Sporen völlig glatt

    Uromyces sublevis auf E. glareosa, E. seguieriana, Sporen dicht feinwarzig

    Uromyces alpestris auf E. cyparissias, montan-hochmontan, Sporen fein punktwarzig

    Uromyces scutellatus auf E. cyparissias, E. esula, E. glareosa, E. lucida, E. salicifolia, E. seguieriana, E. verrucosa, E. virgata, E. exigua, E. peplus, planar-hochmontan, undeutlich flache oder fehlende Keimporenkappe am Scheitel, Sporen groben Warzen bzw. Wülsten

    Uromyces kalmusii auf E. cyparissias und E. esula, wärmeliebend, collin, Sporen mit dichstehenden Warzen, oft zu schiefen Längsleisten zusammenfließend. Die Längleisten reichen bis in die Keimporenplatte hinein

    Uromyces striolatus auf E. cyparissias, collin-hochmontan in den Alpen, Sporen mit z.T. unregelmäßig verteilten Längleisten besetzt, papillöse Keimporenkappe glatt


    Also käme mit ganz glatten Sporen wohl nur U. laevis in Frage. Du kannst ja auch mal mit dem Gäumann (gibt es digital bei der ETH) und Jules Homepage vergleichen. Hast du die Sporen auch gemessen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ist die Art noch makroskopisch bestimmbar? Morcheln sind doch mittlerweile auch ein Faß ohne Boden geworden. Jetzt ist gerade das französische Morchelbuch rausgekommen, das ich aber (noch) nicht habe. Im September soll es eine englische Ausgabe geben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Dann ergänze ich auch mal bisherigen Taphrinas:

    Taphrina alni ex Alnus incana


    Taphrina deformans ex Prunus persica


    Taphrina padi ex Prunus padus


    Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    Taphrina sadebeckii ex Alnus glutinosa


    Auf die Taphrina crataegi warte ich ja immer noch vergebens. Und Taphrina alni scheint die Berge zu mögen. Ich hab meine einzigen Funde in Les Diablerets, VD in den Alpen gemacht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    das mit den Namen ist so eine Sache. Bei etlichen Pflanzen weiß ich tatsächlich den deutschen Namen nicht oder müßte länger drüber nachdenken. Von daher sind wissenschaftliche Namen für mich schon einfacher. Man kann es ja auch so sehen: Wenn man die Pflanze kennt, braucht man den Namen eh nicht. Und wenn man sie nicht kennt, lernt man einfach direkt den wissenschaftlichen Namen.


    Ansonsten habe ich mir den Golovinomyces orontii noch mal vorgenommen. Man muß da einfach nur anwenden, was man bei Jule im Phytokurs lernt: Wenn man einfach ein Stück Tesafilm auf das Blatt drückt und anschließend den Tesafilm auf einen Objektträger, auf dem sich ein kleiner Tropfen Wasser befindet, klebt, dann eröffnen sich auf einmal ganz neue Möglichkeiten und man sieht deutlich mehr vom Mycel inklusive der ominösen Appressorien, die ich hier mal rot markiert habe.


    Björn

    Hallo Felli,


    ich kann gerne auch einen Blick auf deinen Fund werfen. So ein Phyto braucht ja nicht viel Zeit unterm Mikro. Ich glaube aber, daß die Erfolgswahrscheinlichkeiten bei der Bestimmung deutlich steigen, wenn du erst noch mal schaust, ob du an der Stelle gesunde Pflanzen findest, die wir dann bestimmen können. Ansonsten sieht das für mich auf deinem letzten Bild schon warzig aus, das sind keinesfalls irgendwelche Bläschen in der Spore.

    Eine letzte Frage noch: Wo hast du die Pflanze gefunden? Planar, collin, hochalpin?


    Björn

    Makroskopisch sieht es definitiv so aus! Mikroskopisch habe ich da nicht wirklich ernsthaft reingeschaut. Schimmel ist irgendwie nicht so meine Welt...


    Björn

    Hallo Nobi,


    keine Sorge, ein bißchen Dung werde ich mir immer mal wieder ins Haus holen. Die alten Proben sind nur gerade ausgelaugt bzw. von grünem Schimmel befallen und werden jetzt mal entsorgt. Dann wird es Zeit für neuen Scheiß :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen. An A. augustus hatte ich zwischenzeitlich auch gedacht, aber da mir bei Champignons die Erfahrung fehlt und es so viele Arten gibt, die sich oft nur minimal unterscheiden, war ich mir nicht sicher. Das hat sich jetzt aber geändert.


    Ich habe oben im Beitrag auch noch die Mikrofotos etwas näher beschriftet. Im Endeffekt ist es natürlich alles wild gequetschte Lamelle, was die Zuordnung nicht immer so ganz einfach macht. Im ungequetschten Zustand hat man aber leider nur erkennen können, daß die Lamellenschneide steril ist, nicht wie die Cheilozystiden genau aussehen. Was den Ring angeht, war der hängend (siehe auch die Fotos oben).


    Mit der Schäffer-Reaktion ist das so eine Sache. Klar würde die beim Schlüsseln stark helfen, andererseits sammel ich selten Champignons ein und Salpetersäure und Anilin braucht man halt sonst eher selten und will sie nicht unbedingt im Haus haben...


    Björn

    Hallo zusammen,


    als ich gestern ins Büro gegangen bin, stand neben einem Straßenbaum auf nackter Erde eine Gruppe aus vier recht kräftig wirkenden Pilzen. Da ich keine Kamera dabei hatte, habe ich mir dann mal zwei Fruchtkörper mit nach Hause genommen. Insbesondere der größere der beiden Fruchtkörper scheint einen Trockenschaden zu haben, aber bis zu Agaricus komme ich trotzdem. Dann wird es aber schwer.

    Geruch teilweise eine leichte Marzipannote, besonders beim Anschneiden, ansonsten aber eher leicht unangenehm. Stiel und Hutfleisch zeigen keine Reaktion mit KOH. Sporengröße (7.9+-0.6) µm x (4.9+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1. Hat da jemand eine Idee?


    Wild gequetsche Lamellen...

    Basidien

    Basidiolen oder Cheilozystiden?

    Basidien

    Noch mal ein Überblicksbild, wo man glaube ich einige Cheilozystiden erkennen kann

    Cheilozystiden

    Cheilozystiden

    Basidien 4-sporig


    Björn