Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    der Beitrag kommt genau zu richtigen Zeit. Meine Eltern haben den nämlich auch im Garten. Da muß ich nachher mal Fotos machen und mir ein bißchen was fürs Mikroskop mitnehmen (und natürlich den Pilz kartieren). Was die Unterscheidung der beiden Arten angeht, geht das wohl nur über den Wirt. Das ist aber ja bei etlichen Mehltauen so, was dann auch dazu führt, daß mitunter mal Arten, die scheinbar ein sehr breites Wirtsspektrum haben, aufgespalten werden, siehe z.B. Golovinomyces orontii.


    Björn

    Hallo Stefan,


    Täbulingsbestimmung ist alles andere als einfach. Welche Begleitbäume gab es denn? Welche Farbe hat das Sporenpulver? Wie sind die makrochemischen Reaktionen? Und für den Frauentäubling ganz wichtig: Wie ist die Beschaffenheit der Lamellen? Splittern sie oder nicht?


    Björn

    Hallo zusammen,


    die Spammer sind ja in der Praxis immer neue Mitglieder. Es postet ja niemand 400 Pilzbeiträge und versucht dann, den Leuten Viagra und Penisverlängerungen anzudrehen. Kann man dann nicht einfach für neue Mitglieder mit weniger als 20 Beiträgen die entsprechende Wartezeit von einigen Minuten zwischen zwei Beiträgen einführen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    das ist in der Tat beeindruckend, was da so alles wächst. Wobei man aber auch fairerweise dazusagen muß, daß Jochen öfter in dem Gebiet unterwegs ist und wir deshalb ganz gezielt an die Stellen gehen konnten, wo man mit Sicherheit etwas findet. Wenn man da erstmal jeden Nadelbaum nach Harzbecherchen hätte absuchen müssen, wären wir sicher nicht weit gekommen und hätten deutlich weniger gefunden.

    Mittlerweile regnet es hier in NRW zum Glück gerade, vielleicht gibt es dann ja auch bald wieder Pilze ohne Sumpf ;)


    Björn

    Hallo Harald,


    selbst wenn wir hier geschrieben hätten, daß das ein Kaiserling oder ein Steinpilz ist, wäre das nichts mit dem Abendessen geworden. Man ißt nur Pilze, die man selber mit hundertprozentiger Sicherheit als eßbar bestimmen kann oder die durch einen PSV bei einer Korbkontrolle als eßbar bestimmt wurden. Ansonsten ist man im Zweifelsfall schneller tot als man gucken kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da gehe ich mit Belis Vorschlag d'accord. Ackerlinge sind nämlich Braunsporer und hätten im aufgeschirmten Zustand dann keine weißen Lamellen mehr. Außerdem werden Ackerlinge nicht so groß wie die Pilze, die du da gefunden hast.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich sehe hier nur Milbenbefall und keine Taphrina. Die Asci von T. populina sind 65-70 µm lang, die wären aufgefallen. Die Sporen auf den ersten Mikrobildern sehen zwar wie Taphrina-Sporen aus, aber wenn man da nur ein paar Sporen ohne Asci findet, halte ich das nicht für sehr aussagekräftig. Normalerweise kann man sich bei Taphrinas vor Sporen nicht retten. Die vermeintlichen Makrokonidien werden irgendein anderer anamorpher Pilz auf der Weide sein.

    Ansonsten paßt auch die makroskopische Erscheinung so gar nicht zu T. populina. Da würde man an den Blättern blasige Auftreibungen finden, die dann mit goldgelbem Belag aus Asci voll sind.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier wie versprochen der zweite Teil unserer samstäglichen Tour im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.


    1. Als ich die Blattflecken auf Ranunculus repens sah, war mein erster Gedanke eine Entyloma. Erst als wir nach einiger Zeit ein Blatt umgedreht hatten, stellte sich raus, daß es ein Rost ist: Aecidium ranunculi-acris. Dies veranlaßte Hans dann zu dem Bonmot, daß Phytoparasiten wie Frauen sein. Man müsse schon aus der Entfernung erkennen, wie sie von der anderen Seite aussehen :D Im Prinzip kann man hier mikroskopisch anhand des Sporenornaments auch zur genauen Art gelangen, aber da bin ich mangels Erfahrung gescheitert. Außerdem will der Schlüssel wissen, ob der Pilz im Frühjahr (April/Mai) oder im Frühsommer (Mai/Juni) auftritt. Das hilft bei Funden im Mai natürlich viel :D


    2. Am Nachmittag waren Jochen und ich dann alleine unterwegs. So mußte ich dann diesen Täubling dann mitnehmen. Geruch unbedeutend, Geschmack mild, unter Betula, Alnus, Pinus, mit Guajak in Sekunden eine starke Reaktion, mit Eisensulfat schwach rosa, Sporenpulver IIb-c, Sporen (8.8+-0.8) µm x (7.0+-0.9) µm, Huthaut mit SV+ Zystiden, ansonsten sehr zäh, so daß das Präparat in Kongorot nicht sonderlich ansehnlich wurde. Da Jochen und ich dann erstmal keine Idee hatten, haben wir Karl gefragt. Der war sich sicher, daß er diesen Täubling noch nie gesehen hat und hat Felix Hampe gefragt, der unserem Fund den Namen Russula fusconigra verpaßte. Der ist sonst auch schon mal rosaweinrot und wurde linksrheinisch das letzte Mal 1984 gefunden.


    3. Ein paar Meter weiter stand dann unter Birke ein Leccinum. Laut Jochen wachsen die da öfter und bleiben charakteristisch klein. Auch diesen Fund habe ich mitgenommen. Der Stiel färbt in der Basis stellenweise blau, im Stiel gräulich, im Hut bleibt es weiß. Hut und Stiel werden mit Eisensulfat erst gelb-grün, dann grün grau. Sporen (16+-1.6) µm x (4.6+-0.4) µm, Q=3.5+-0.4. Mit diesem Input ist Karl dann letztenendes bei Leccinum palustre M.Korhonen gelandet, der bei den Bakker und Noordeloos mit L. schistophilum synonymisiert wird.

    Röhren

    Caulozystiden

    Huthaut


    4. Ceratiomyxa fruticulosa


    5. Auf einem abgestorbenen Typha-Stängel, der feucht lag, fand sich dieser weiße Belag. Mein erster Gedanke war einer der aquatischen Hyphomyceten, aber im Mikro waren dann Strukturen sichtbar, die zu einer Corticiaceae passen. Schnallen gab es reichlich, reife Basidien waren nicht vorhanden. Interessanterweise war der ganze Fruchtkörper voll mit Sporen, die an Tomentella erinnern.


    6. Auch an Rohrkolben fand sich diese Mollisia, die dann mit Hans' Hilfe den Namen Mollisia mediella bekommen hat. Sporen (22-27) µm x 3 µm, dreifach septiert, Kristalldrusen vorhanden, mit KOH eine gelbe Reaktion der Paraphysen, ein Ascus mit blauer Lugolreaktion, die anderen Asci ohne Reaktion.


    7. Melampsorella symphyti ex Symphytum officinale


    8. Unterwegs hat Hans mir dann auch noch eine Orbilia in die Hand gedrückt. Die habe ich dann mikroskopiert und Hans hat sie auf Orbilia xanthostigma getauft.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag hatte Jochen zu einer Tour in den Sumpf an der deutsch-niederländischen Grenze eingeladen. Mit von der Partie waren außerdem auch Karl und Hans, den ich zu meiner Freude zum ersten Mal persönlich kennenlernen durfte. Und weil es im Sumpf schön feucht ist, selbst wenn es draußen schon seit Wochen nicht mehr geregnet hat, gab es auch einige Großpilze zu bestaunen.


    1. Alleine hätte ich hier keinen Namen vergeben können, aber mit Hans' Unterstützung ist es dann Phaeohelotium imberbe geworden. Sporengröße (9.1±1.0) µm x (3.5±0.2) µm, Q=2.6±0.3


    2. Es gab natürlich auch Phytoparasiten. Hier tendiere ich aktuell zu Puccinia iridis ex Urtica dioica. Da ich den noch nie hatte, warte ich da aber auch noch mal auf Jules Feedback.


    3. Den hatte Hans mitgenommen und als Pyrenopeziza dilutella bestimmt


    4. Hier hatten wir vor Ort gerätselt, welche Pflanze das sein mag. Senecio jacobaea hatten wir wieder verworfen, aber mittlerweile tendiere ich doch wieder dazu, womit der Mehltau wegen der Fibrosinkörper Podosphaera senecionis wäre


    5. Für die Liebhaber von Anamorphen gab es an diesem feucht liegendem Laubholzast auch etwas. Konidien 4.5-5.5 µm, in verzweigten Ketten


    6. Wer Hans' Webseite aufmerksam verfolgt, kennt diesen Pilz schon als Pilz der 38. Woche 2019: Phaeohelotium fulvidulum


    7. Galerinas sind ja normalerweise so gar nicht meine Sache, aber wenn Karl im Feld sagt, daß das eigentlich nichts anderes als Galerina paludosa sein kann, dann nehme ich auch mal eine mit. Sporen (9.2+-0.6) µm x (6.2+-0.4) µm, Q=1.5+-0.1


    8. Hypholoma elongatum, die Karl mitgenommen hatte


    9. Tephrocybe palustris. Sporen (7.8+-0.6) µm x (4.5+-0.2) µm, Q=1.7+-0.1


    10. Amicodisca svrcekii, Hans' Pilz der 32. Woche 2019


    11. Sarea resinae. Ist im Wirth übrigens als Flechte aufgeführt.


    Teil 2 folgt dann morgen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am späten Freitag Nachmittag habe ich eine kleine Runde in den Ruhrauen in Mülheim an der Ruhr gedreht und dabei nach Phytoparasiten Ausschau gehalten:


    1. Ein Rostpilz auf Gras, vermutlich Holcus. Da muß ich aber noch mal gezielt schauen, ob Paraphysen vorhanden sind.


    2. Phragmidium violaceum ex Rubus fruticosus agg.


    3. Peronospora ranunculi ex Ranunculus repens


    4. Erysiphe aquilegiae var. ranunculi ex Ranunculus repens


    5. Taphrina farlowii ex Prunus serotina


    6. Urocystis sp. an unbestimmtem Gras


    7. Tuberculina sbrozzii ex Puccinia cribrata ex Vinca minor


    Björn

    Hallo Felli,


    beide gleichzeitig habe ich noch nicht an einer Pflanze gefunden (wobei die Melampsorella ja auch wenig Platz für anderes läßt), habe aber schon beide Pilze im gleichen Gebiet an Beinwell gefunden.


    Björn

    Hallo Felli,


    das ist Puccinia symphyti-bromorum. An Beinwell gibt es noch einen zweiten Rost: Melampsorella symphyti, da ist dann die ganze Blattunterseite voll mit orangefarbenen Uredien.


    Björn

    Hallo zusammen,


    und willkommen im Forum. Als Duisburger kann ich bestätigen, daß es im Ruhrgebiet Steinpilze, diverse Hexenröhrlinge und auch Pfifferlinge gibt. Abe es gibt auch noch viel spannendere Pilze wie Bambusroste oder Brandpilze an Lichtnelken, die seit 1952 nicht mehr in NRW nachgewiesen worden waren.


    Björn

    Hallo Zorox,


    die erste Pflanze, die zu zeigst, ist Diptam. Nr. 2 ist in der Tat die Hummelragwurz. Nr. 3 ist der Acker-Wachtelweizen und Nr. 4 der violette Dingel.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein paar weitere Phytoparasiten vom Wochenende.


    1. Das sollte ein Habichtskraut aus der Untergattung Eu-Hieracium sein, womit der Rost Puccinia hieracii wäre.


    2. Peronospora arborescens agg. ex Papaver sp.


    3. Coleosporium senecionis ex Senecio inaequidens


    4. Uromyces sp. ex Geranium cf. pyrenaicum


    5. Taphrina padi ex Prunus padus


    6. Puccinia phyllostachydis mit Hyperparasit Eudarluca caricis. Die septierten Paraphysen sind charakteristisch für diesen Bambusrost.


    Björn

    Hallo Thorben,


    das ist alles eine Sache der Übung. Anfangs habe ich ja auch nur wenig gefunden. Mit der Erfahrung weiß man dann irgendwann, welche Pflanzen besonders vielversprechend sind. Was auch geholfen hat, war der Phytokurs bei Jule. Wenn man mal ein paar falsche Mehltaue gezeigt bekommt, kann man sich das charakteristische fahle Grün, das sie oft verursachen, gut einprägen. Und ansonsten ist natürlich auch immer etwas Glück dabei.

    Das mit dem Botanischen Garten ist tatsächlich schade, weil ich da eigentlich noch mal Belege vom Bambusrost sammeln wollte.


    Björn

    Hallo zusammen,


    an Auffahrt bin ich morgens früh aufgestanden und habe eine kleine Runde an der Duisburger Regattabahn gedreht. Dabei zeigten sich nicht nur Phytoparasiten wie erwartet, sondern es gab auch echte Großpilze zu bestaunen:


    1. Agaricus bitorquis

    Lamelle

    Basidien

    Cheilozystiden/Basidiolen

    Basidien

    Huthaut

    Sporen (5.2+-0.3) µm x (4.2+-0.3) µm, Q=1.2+-0.1, damit etwas klein geraten


    2. Ein seltener Fund. Der Pilz war Jahrezehnte verschollen, eher er vor ein paar Jahren das erste Mal wiedergefunden wurde. Thecaphora melandrii ex Silene latifolia


    3. Albugo candida s.l. ex Berteroa incana


    Björn

    Hallo Dieter und Matthias,


    wieder mal ein ganz toller Beitrag! Habt ihr euch auch den Rindenpilz unter der Arcyria angeschaut? Der scheint ja riesige Zystiden zu haben, die sogar schon auf dem Makro ins Auge stechen.


    Björn

    Hallo Sandra,


    freut mich, daß dir meine Beiträge gefallen und dich dazu anregen, nach Phytos zu schauen. Bist du auch im Verteiler von Julia Kruses Phyto-Rundbrief? Da gibt es so circa einmal im Monat auch Suchanregungen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend war ich eine kleine Runde im Mülheimer Stadtwald unterwegs und habe ein paar Phytoparasiten eingesackt, die ich euch hier zeigen möchte:


    1. Keine Angst, der Klimawandel hat den Duisburger Stadtwald noch nicht in einen tropischen Bambuswald umgewandelt. Aber in einem Vorgarten und daraus hinaushängend gab es dann doch einen Bambus, der auch noch mit einem Rost befallen ist. Da es einerseits Uredien gibt und andererseits auch Telien, bei denen die Teliosporen eine ausgeprägte Spitze haben, geht das hier wohl in die Richtung Puccinia sasicola oder Puccinia longicornis.


    2. Puccinia cribrata ex Vinca minor. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch, daß einige Telien leicht violett sind. Das ist ein Befall mit dem Hyperparasiten Tuberculina sbrozzii, der sich mikroskopisch in Form von runden Konidien zeigt.


    Björn