Alles anzeigenHallo Maria,
da die Gattung Sarcodon auch zu den Mykorrhiza-Pilzen gehört, wäre die Ökologie auch ein wichtiger Hinweis zur Bestimmung. Dein Fund hat viele Merkmale von Sarcodon glaucopus (makroskopisch passend, mikroskopisch sind schnallenlose Hyphen und die Sporengröße passend). S. glaucopus ist allerdings an Nadelbäume gebunden, im Flachland an Pinus im Bergland an Picea (dort auf basischen Standorten). Wäre dein Fund eindeutig unter Laubbäumen, könnten man S. glaucopus ausschließen.
S. glaucopus wird im Fleisch mit KOH blaugrün, der ähnliche S. fennicus hat keine Farbreaktion mit KOH. Der ebenfalls unter Laubäumen wachsende S. scabrosus hat grobe "Schollen" auf dem Kopf und fällt m.E. hier raus.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Frank
Hallo Frank,
vielen Dank erst einmal.
Auf der ersten Seite habe ich den Fundort samt Boden und Vegetation in mehreren Beiträgen so gut wie möglich beschrieben. Es ist ein richtiger Mischwald, der Boden ist hier normalerweise sehr kalkhaltig muss beim Fundort aber, wenn ich nach einigen Pflanzen gehe, zumindest stellenweise auch ein wenig sauer sein. Es ist dort ganz eigenartig. Jedenfalls wachsen dort sowohl Kiefern als auch Fichten neben Buchen, Eichen und diversen anderen Laubgehölzen. Der Fundort liegt auf ca. 500 Metern Höhe und zwar wirklich direkt zwischen Fichten und Buchen und eben in der unmittelbaren Nähe auch noch Kiefern und Eichen. Die sonstigen Pflanzen die in unmittelbarer Nähe wachsen (und an die ich mich gerade erinnere) sind:
Unmittelbar beim Fundort:
Korallenwurz (Corallorhiza trifida), Vogel-Nestwurz(Neottia nidus-avis), Grünlichen Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha), ich meine auch die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), Bleiches Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra), Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens), Birngrün (Orthilia secunda), Knoten-Beinwell (Symphytum tuberosum L.), Maiglöckchen (Convallaria majalis), usw.
In der Nähe:
Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii), Immenblatt (Melittis melissophyllum), Deutscher Ginster (Genista germanica), Hügel-Klee ((Trifolium alpestre), Buchs-Kreuzblume (Polygala chamaebuxus), Männliches Knabenkraut (Orchis mascula), Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum), Straußblütige Wucherblume (Tanacetum corymbosum), usw.
Auch aus dieser Mischung wird meines Erachtens ersichtlich, dass sich das Habitat vom Boden her nicht so richtig einordnen lässt. Leider hatte ich im letzten Jahr im August/September noch kein KOH, nun allerdings schon. Und natürlich werde ich dies bei den hoffentlich auch in diesem Jahr wachsenden Pilzen anwenden.
Also ich bin echt neugierig was bei diesen Stachelingen hoffentlich herauskommen wird.
Liebe Grüße
Maria
