Moin Claudia, so als erste Idee fällt mir der Voreilende Ackerling in ziemlich alt und trocken ein.
Beiträge von Wutzi
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In Thüringen und Sachsen-Anhalt wird es O. pallens in 10 Jahren kaum noch oder überhaupt nicht mehr geben, da die Waldstandorte dieser Art rasant verbuschen, z.B durch Liguster. Dies setzt auch den Frauenschuhstandorten stark zu. Ich kenne ein Vorkommen bei Bad Kösen, das in den letzten 8-9 Jahren um zig Tausende Exemplare geschrumpft ist und man behördlicherseits kein Rezept zur Rettung hat. Die FFH-Schutzziele werden deshalb zur Luftnummer. Orchis mascula ist "angepasster", da es neben Sippen dieser Art, die Nieder- und Mittelwald-Standorte bevorzugen auch Bergwiesen sowie Halbtrockenrasen bewohnende gibt.
Das deckt sich mit unseren Beobachtungen. Vor 7 Jahren gab es deutlich mehr Exemplare. Gestern sind wir kaum noch durch das Gestrüpp gekommen. Nicht nur Liguster sondern vor allem Weißdorn sorgt für die zunehmende Verbuschung der Standorte. In Großkochberg z.B. werden die Frauenschuhbestände durch konsequente Entfernung des Buschwerks gepflegt. Wahrscheinlich hätte auch O. pallens so eine Chance.
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Moin zusammen. Keine Pilze bei den Drei Gleichen aber frühe Orchideen.

Orchis pallens Bleiches Knabenkraut
Orchis mascula - Manns-Knabenkraut
Orchis pallens neben Orchis mascula
Hybride (Orchis pallens x Orchis mascula)
Zufällig war ein Orchideen-Auskenner vor Ort. Er erklärte die maßgeblichen Unterschiede zwischen O. mascula und der Hybride. Neben geringen Abweichungen der Blüte sollten Blattsprenkel und Duft herangezogen werden.
Duft?
Also meine Wahrnehmung war weniger die von Duft sondern eher der Gestank von männlichem Kater bei den meisten violettgefärbten Blüten an Pflanzen mit gesprenkelten Blättern. Keine dezente Duftnote sondern richtig übler Geruch. Aber der Name O. mascula rührt wohl eher von der Knollenform her, wie ich beim Googeln festgestellt habe.
Auffällig war übrigens bei so gut wie allen Beschreibungen, dass ein Geruch bei Orchis mascula nicht wahrnehmbar sei. Entweder hat da wieder einmal Einer vom Anderen abgeschrieben oder es handelt sich bei dieser Kollektion um eine ganz besondere Spezies.
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Hallo zusammen!
Danke für den bunten Abend heute, da ist ja wieder Einiges zusammengekommen.
Klasse finde ich immer Björns Teaser, mit denen er seine Funde anpreist.

Liebe Grüße, Tuppie
Und heute hat er nicht mal übertrieben
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Lara bereitet mir Kummer und Björn weckt falsch Erwartungen. Wie auch immer, mein Chaos-Osterbesuch ist weg, das Haus wieder bewohnbar und ich guck rein. Hätte ein bisschen was aus der Natur zu zeigen, allerdings völlig pilzfrei.
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Moin, ich kann euch mit kerngesunden Pflanzen und dem Spaghettipilz von letzter Woche bespaßen.
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Alles anzeigen
Hallo Claudia,
danke für's Zeigen und Mitnehmen!
Die sind wirklich sehr schön.
Leider komme ich da am Standort in nächster Zeit nicht hin oder vorbei.
Viele Grüße,
Steffen
Dann eben 2026🥴.
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Matthias, besten Dank. 18 Fragen - kurze Prüfung, aber teilweise sehr speziell. Rosa Sporenpulver - weiß ich nicht und die Saftlinge musste ich googlen; kann man eh nicht essen. Manche Fragen sind zweideutig. Giftigster Porling? Zimtfarbiger Weichporling vermutlich? ... Danke nochmals.
Gruß Martin
Moin Martin,
ja, die PSV-Prüfung ist ziemlich anspruchsvoll. Entweder du bist ein Genie, oder du musst richtig lernen, um die Fragen beantworten zu können. Es geht ja nicht nur um Speise- und Giftpilze, sondern auch darum, die verschiedenen Syndrome bei Pilzvergiftungen, um Naturschutz, Artenschutz, Waldgesetze und anderes mehr. Schlau wäre es, vorher einen oder mehrere Pilzkurse zu besuchen.
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Hallo zusammen,
heute mal ein kleiner Zwischenbericht. 36 Leute sind inzwischen angemeldet. Alle haben ihre Zimmer im Voraus bezahlt.
Das heißt, wir sind eine große Gruppe und nach Rücksprache mit dem Küchengeschwader mache ich jetzt den Sack zu, da weitere Teilnehmende nicht mehr in die Gruppenverpflegung aufgenommen werden können. Wir haben ja keine Betriebskantine und Personal, sondern nur ganz normale Küchen und müssen alles selbst organisieren bzw. kochen.
Das soll am Ende für niemanden in Stress ausarten, sondern ein wunderbares und entspanntes Treffen werden.
Der Countdown läuft. Nur noch ein halbes Jahr!
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Mann ist was er isst

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Schimmelpilze, komische Flechte, Störche. Schöne Kombination
. Da bin ich dabei. Ich hätte da noch einen namenlosen Spaghettibelag als Ergänzung der großartigen Kombination. -
Moin Felli,
Chaetisphaerella phaeostroma ist ein ganz heißer Tipp. Der Trivialname Filzmattenkugelpilz trifft den Habitus sehr gut und die makroskopischen Merkmale passen auch. Vielen Dank! Vielleicht finde ich den Pilz ja auch mal in einem Zustand der auch mikroskopisch etwas von sich verrät.
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Danke Marcel, komische Sachen gibt’s!
Das würde erklären, dass unter dem Mikroskop nur strukturloses Gedöns zu sehen war.
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Moin Steffen,
leider ist auch hier keine Besserung in Sicht. Der Regen hat einen großen Bogen um uns herum gemacht. 2 mm, mehr gab nicht und leider wird es Mitte der Woche wieder sonnig und trocken. so wird das nix mit den Funga.
Zu der schwarzen Kruste hat wohl niemand eine Idee. Schade. Ich habe versucht, das Zeug zu mikroskopieren. Ich hatte das Gefühl, ich würde Sandpapier unters Mikroskop legen. Auch mit KOH waren keine aufschlussreichen Strukturen sichtbar. Ich denke, es wird sich wohl um versteinertes grobkörniges Schmirgelpapier handeln.
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Hallo zusammen,
am Freitag hat nun die länger geplante Exkursion mit wernburger in meinen Pilzgründen geklappt. Große Trockenheit bei Kaiserwetter. In der Hoffnung, dass in Wassernähe ein paar Pilze überlebt haben, haben wir den Trinkwasser-Stausee bei Scheibe Alsbach zum Ziel erkoren.
Hier nun eine kleine Zusammenfassung.
1. Begrüßt wurden wir von halbwüchsigen Hochlandrindern.
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3. Gleich am Anfang unserer kleinen Wanderung fiel die beendruckende Biber"kunst" auf.
4. Nicht nur kleine Bäumchen, sondern auch kapitale Baumstämme sind Opfer der scharfen Biber-Nagelzähne geworden.
5. wernburger hat Schuhgröße 46
.6. Je näher die Biberburg kommt, desto mehr Bäume haben die Biber gefällt.
7. Die gefällten Bäume wurden immer wieder aus dem Uferbereich entfernt, um das Wasser vom Holz und möglichen Fäulinsprozessen frei zu halten.
8. An der Biberburg, deren Eingang sich unter Wasser unter den Ästen befindet - sind Bibergänge teilweise eingebrochen und der Weg darüber abgesperrt.
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10. Zu Gesicht bekommen haben wir keine Biber, aber immerhin ein paar Pilze. Hier ein schicker Weiden-Feuerschwamm - Phellinus ignarius.
11. An Fichte eine Reihige Tramete Antrodia serialis neben ganz jungen Fenchelporlingen.
12. An Buche kleine harte schwarze resupinate Krusten. Die sahen so speziell aus, dass vielleicht jemand eine Idee hat (übrigens, morphologisch fällt hier die Kreuzschraubenziehervariante raus.)
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14. Da muss doch einfach jemand eine Idee haben. Claudia Hämmerling habe sie unters Mikroskop gelegt, aber nichts gefunden, außer vergrößerten schwarzen Krümeln.
15. Ein kleines Wunder in der Trockenheit: Lebende Fichtenzapfenrüblinge!
16. Vertrocknete Krause Adernzählinge - Plicatura crispa. Trotzdem ganz hübsch, finde ich.
17. Bucheneckenscheibchen - Diatrype disciformis und der Kastanienbraune Stielporling - Polyporus badius.
18. Mizkraut
19. Erlenschillerporling - Inonotus radiatus
20. duftende Fenchelporlingec - Osmoporus odoratus
20. Der Rotrandige Baumschwamm - Fomitopsis pinicola. Tatsächlich mit einem roten Rand!
21. Zum Abschluss noch einige eher seltenene Gewächse im sauren Thüringer Schiefergebirge: Das Gelbe Windröschen und das Gebirgs-Hellerkraut.
22. Das Gebirgs-Hellerkraut ist ein Erstfund für mich.
Danke fürs Mitkommen!
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Hallo zusammen,
ich bin dabei und kann von der eindrucksvollen Schneise der phytopathologischen Verwüstung zwischen Frankfurt und Wiesbaden berichten.
Björn
Ich will ja eigentlich dabei sein, aber du machst mir Angst.
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und Workshops zu weiteren mittelalterlichen Handwerkskünsten abhalten, wie Federkielstickerei
...ist das nicht die Technik, die heutzutage noch in den Tattoo-Studios praktiziert wird?
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Moin Michael,
Ich überlege die ganze Zeit, wie das funktioniert. Auf alle Fälle ist das Ergebnis unterhaltsam. In Lehesten musst du mir zeigen, wie dein Schlaufon das macht.
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Moin zusammen,
meist verursachen Softwareupdates bei mir erst einmal Frust, weil die Dinge nicht mehr so funktionieren, wie ich es gewohnt bin. Aber heute sorgte ein Handyupdate für große Erheiterung, die ich gern mit euch teile. Im Moment gibts ja nicht so viel zu Lachen, also warum nicht lachen über Pilznamen?!
Ich kann also neuerdings die Notizen ins Handy diktieren und die Handy-KI schreibt auf, was ich sage, oder vielmehr das, was sie verstanden hat. Prima, dachte ich, das kann ja in der Pilzsaison ganz nützlich sein, wenn die Zeit knapp ist. Da spricht frau vor Ort einfach ein paar Sätze zum Fundpilz ins Handy und kann zu Hause die Informationen nachlesen, wenn der Pilz bestimmt werden soll, ohne dass vorher umständlich etwas aufgeschrieben werden muss.
Das wollte ich heute während der Gassirunde gleich einmal ausprobieren. Ich diktierte nur den Namen des Pilzes und den Wirt, an dem ich vorbei kam. Zunächst in der deutschen Fassung. Hier kommt eine kleine Auswahl des Textes, der aufgrund meines Diktats entstanden ist.
Zunder,schwamm an Birke
Birken Chor, link, Birke
Rohrreiniger Baumschwamm
Abgesehen von der großen Erheiterung, für die diese Handytranskription bei mir sorgte, fand ich aber, dass bei der Verschriftlichung noch Luft nach oben sei, wenn diese Funktion ernsthaft verwendet werden sollte. Ich versuchte es anschließend mit den "schlauen" Pilznamen. Die best of hiervon:
Liu intra Christa an Birke
Gano Dermaapparat, Jean an Erle
Trates Versic Color an Erle
Stereo an Hasel
Zum Erkennen der Arten ist ein bisschen Kreativität gefragt.Den Rohrreiniger Baumschwamm, werde ich ganz bestimmt übernehmen. Der Name passt viel besser, denn einen roten Rand hat der ja fast nie.
Vielleicht hat der Eine oder die Andere von euch ähnlich schräge Erfahrungen gemacht und mag sie hier teilen.
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… - die Replikationsrate aus Tierversuchen im menschlichen Organismus generell schlecht (nicht nur bei Pilzen) - weniger als 14% von erfolgversprechenden Ansätzen aus Tierversuchen werden bei Studien am Menschen bestätigt. Das wissen denke ich auch die Anbieter von diesen Produkten oder ein Jürgen Guthmann.
Wer seine Pilze selber sammelt hat diese Problematik aber zumindest nicht. Da besteht dann aber wie gesagt die Problematik, dass die asiatischen Studien vermutlich nicht ad hoc auf unsere einheimischen Pilze übertragbar sind, da es oftmals eben unterschiedliche Arten sind.
Ach Schupfi, du sprichst mir aus dem Herzen. 14% Übereinstimmung sind glaube ich eine sehr optimistische Betrachtung. Daher ist mein großer Wunsch, dass die Erforschung von Ersatzmethoden zum Tierversuch an Modellen, die dem menschlichen Organismus entsprechen vorangetrieben werden. Damit könnte irgendwann nicht nur das Töten von Versuchstieren beendet werden.
Auch die Medikmentenerprobung würde billiger werden, da die Ausschussquote von falsch positiven Ergebnissen gesenkt werden könnte. Leider fließt der Löwenanteil der Forschungsgelder nach wie vor in die Tierversuchsforschung.
Davon, dass Jürgen Guthmann das bekannt ist, kannst du wohl ausgehen. Seine Ausführungen sind differenziert. Wer ihn quer liest, ist schlecht beraten. Er beschreibt oft auch nicht die Wirkung eines Pilzes, sondern geht auf einzelne Inhaltsstoffe ein, deren Wirkung hinreichend erforscht sind.
Mit dem Judasohr und dem MuErr hast du einen Punkt.
Das sind unterschiedliche Arten. Den Bericht von Südwald fand ich in der Hinsicht übrigens sehr interessant .Der BiPo ist nach meiner Kenntnis aber kein typischer TCM-Pilz. Die beschriebene Wirksamkeit beruht auf einer Vielzahl von Erfahrungen von Menschen, die ihn mit Erfolg verwendet haben. Darüber hinaus sind einige seiner Inhaltsstoffe und deren Wirkung bekannt.
Stefan hat darauf hingewiesen, dass bei langer Anwendung möglicherweise Probleme auftreten. Dies und frühere Diskussionen haben mich gelehrt, dass es fahrlässig wäre, davon zu sprechen, dass es keine Nebenwirkungen gibt.
Es ist wohl vielmehr so, dass der dauerhafte Konsum von Heilpilzen durchaus Nebenwirkungen haben kann. Das wäre für mich noch kein ko-Kriterium, denn die kann es bei Speisepilzen, Zucker und Schweinefleisch bekanntlich auch geben und es geht ja immer um eine Nutzen - Risiko - Abwägung.
Daher müsste man wohl so formulieren, dass bei einem kürzeren Anwendungszeitraum von 2-3 Wochen keine Nebenwirkungen bekannt geworden sind. Und der Hinweis sollte erfolgen, dass es in einem anekdotischen Bericht, eine Unvertäglichkeit beschrieben wurde, die nahe legt, dass hier weiter geforscht werden sollte.
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Jetzt gefällt mir die Debatte schon um einiges besser. Argumente austauschen, ohne persönlich zu werden - das wünsche ich mir im richtigen Leben wie im Forum.
Und wenn wir es schaffen, "Heilmethoden" wie das Pendeln, die millionenfache Verdünnung einer Substanz und Heilsteine nicht gleichzeitig mit der Anwendung von pflanzlichen oder pilzlichen Inhaltsstoffen gleichzusetzen, dann wäre das perfekt. Diese Methoden sind ganz anderes Thema. Bekanntlich erfüllen auch Placebos ihren Zweck und ich habe nichts dagegen, wenn Menschen daran glauben, aber Pilze beinhalten im Gegensatz zu den o.g. "Heilmethoden" nachweislich hochpotente Wirkstoffe. Viele von ihnen sind inzwischen bekannt, vor allem die Pilzgifte. Für die Wirkstoffe mit gesundheitsfördernden Wirkungen fehlen jedoch die für die Zulassung als Medikament erforderlichen klinischen Studien.
Alles anzeigenHallo Claudia,
bei starken, langfristigen Anwendungen von Birkenporling haben sich ungünstige Änderungen der Nierenwerte gezeigt. Dies wird zur Zeit wissenschaftlich aufgearbeitet und die Ergebnisse werden dann gegebenenfalls auch veröffentlicht.
Beste Grüße
Stefan
Danke Stefan, das ist eine interessante Nachricht. Solche Informationen wünsche ich mir.
Aber grundsätzlich gilt ja, dass Heiltees nie über einen längeren Zeitraum als 2-3 Wochen eingenommen werden sollen. Das sollte eigentlich allen bekannt sein, die pflanzliche oder pilzliche Tees verwenden. Die Menge macht das Gift, das gilt auch hier.
Alles anzeigenIch zitiere aus dem Buch von Guthmann, Jürgen (2017): Heilende Pilze.
Wichtiger Hinweis auf Seite 9: „Pilze, daraus hergestelltes Pulver oder Extrakte sind keine Heilmittel gegen Krebserkrankungen!“
Dem folgen dann solche Aussagen:
Spaltblättling Schizophyllum commune (S. 148) „Sein Haupteinsatzgebiet ist die begleitende Behandlung von Krebserkrankungen.“
Krokodilsritterling Tricholoma matsutake (S. 117): „Der Pilz weist krebshemmende Eigenschaften auf. …hemmt das Krebswachstum… Er unterdrückt die Metastasenbildung bei Carcinomazellen…“
Shiitake Lentinula edodes (S. 127): „Antitumorwirkung“
Und wenn jemand berichtet, wie gut es ihm geht, seit er jeden Tag Birkenporlingstee trinkt oder Shiitakekapseln einnimmt, so geht das voll in Ordnung.
Danke Peter, dass du dir die Mühe gemacht hast im Guthmann zu recherchieren. Ich habe gleich mal nachgelesen, ob mir da was durchgerutscht ist. Aber meine Erinnerung trügt nicht. Aber ein bisschen weicht deine 2017er Ausgabe auch von meiner 2021er ab, wie deine Seitenangaben zeigen.
Zunächst einmal - ich bin Pilzfan - diese Lebewesen faszinieren mich. Sie können viel mehr als uns umbringen oder satt machen. Die gesundheitsfördernden und heilenden Wirkungen einiger Arten sind nur eine Facette. Und ja, die interessiert mich auch.
Dass mir der BiPo hilft, habe ich ganz zufällig festgestellt. Er hat die Empfindlichkeit meiner Magenschleimhaut gegenüber dem Antibiotikum gegen Borelliose beseitigt. Ich hatte zuvor irgendwelche Pillen verschrieben bekommen, damit das Doxycycin im Magen bleibt, aber die Pillen haben das nicht fertig gebracht hatte, der Bipo schon. Jetzt verwende ich ihn, wenn mir gelegentlich eine Zecke durch die Lappen gegangen ist, prophylaktisch.
Früher hatte ich jedes Jahr 1-2 Mal die Wanderröte und musste Antibiotika einnehmen. Ich kann nicht sagen, ob die antibiotische und entzündungshemmende Wirkung der Inhaltsstoffe des BiPo maßgeblich dafür sind, dass mich die Borellien seit nunmehr vier Jahren meiden. Das kann durchaus Zufall sein. Aber da mir der Bipo-Tee nicht schadet, trinke ich ihn eben nach einem Zeckenbiss für 2 Wochen. Der schmeckt ziemlich unangenehm, schon deshalb käme ich nicht auf die Idee ihn regelmäßig zu trinken und zur Immunstimulierung gibt es Besseres. Also nix da mit jeden Tag eine Tasse Birkenporlingstee.
Jetzt zurück Guthmanns Heilende Pilze:
Im Einführungsteil - Kapitel zu medizinisch interessanten Polysaccharide (Alpha- und Beta-Glukane) - beschreibt Guthmann allgemein diese Verbindungen und geht dabei auf einige der von dir genannten Pilzarten ein, dabei fällt auch das Wort krebshemmend. Von Medikamenten gegen Tumorerkrankungen ist hier allerdings nichts zu lesen, dagegen aber viel über die mannigfaltigen Wirkungen dieser Verbindungen.
Eine krebshemmende Wirkung wird wie jede andere zu untersuchende Wirkung zunächst in vitro oder im Tierversuch untersucht. Zeigen sich dort Erfolge, ist die krebshemmende Wirkung für diese Versuche belegt. Das sagt erst einmal noch nichts über die Wirkung am Menschen. Wir sind keine 50- oder 80 Kilo-Mäuse und funktionieren anders.
Im Kapitel zu Tricholoma matsutake ist unter der Kurzbeschreibung der medizinischen Wirkung fett gedruckt zu lesen: hemmt das Krebswachstum (in Tierversuchen). Alles was danach beschrieben wird, ist diesem Fettgedruckten untergeordnet.
Ebenso ist es bei Schizophyllum commune - Fett: Hemmung des Tumorwachstums (zur begleitenden Behandlung von Tumorerkrankungen). Alles sich Anschließende ist unter dieser Überschrift zu verstehen.
Bei Lentinula edodes findet sich der Hinweis fett: Antitumorwirkung. Und da geht es tatsächlich um den Einsatz eines Krebsmedikaments in Japan (das nichts mit der TCM zu tun hat und tatsächlich eine Zulassung als Medikament in Japan besitzt). Nachfolgend wird der Einsatz dieses zugelassenen Krebsmedikaments beschrieben, das bis 2018 bei speziellen Tumorerkrankungen eingesetzt wurde. Es hatte die Nebenwirkungen von Tumorbehandlungen gelindert und die Genesung gefördert. Nach 2018 ist dieses Medikament durch ein anderes ersetzt worden.
Wer auf die Idee kommt, eine komplexe Tumorerkrankung mit Heilpilzen bekämpfen zum wollen, ist tatsächlich ganz schlecht beraten. Da ist zunächst fachärztlicher Rat gefragt und natürlich der Werkzeugkasten der Schulmedizin. Gegen den begleitenden Einsatz von erprobten Heilpilzen wie Trametes versicolor hätte ich dann bei therapiebegleitend nichts einzuwenden. Natürlich immer in Absprache mit den behandelnden Ärzten.
Uns selbstverständlich wäre auch eine - leider hierzulande nicht selbstverständliche - ganzheitliche Behandlung des Patienten nötig. Stichworte wie Psychische Ursachen, falsche Gewohnheiten müssen ebenso abgeklärt und ggf. behandelt bzw. beseitigt werden.
Der Verkauf von Heilpilzpülverchen, Kapseln und andere so genannte Vitalpilzpulvern sorgt zunächst einmal für Umsatz, Gewinn und Steuereinnahmen. Unser Konsumverhalten ist seltsam, aber ich finde, dass man noch schlimmere Dinge kaufen kann, Zigaretten zum Beispiel oder Barbiepuppen.
Ich will nicht unterstellen, dass die so genannten Vitalpilzprodukte gar nichts bewirken.
Allerdings kann ich mir einerseits schwer vorstellen, dass die Konsumenten dieser Produkte sich detailliert mit den Inhaltsstoffen auseinandergesetzt haben. Die meisten vertrauen wohl auf die Werbeversprechen.
Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob in den Kapseln immer das drin ist, was drauf steht. Diese Produkte unterliegen Meiners Wissens nicht dem Lebensmittelrecht und schon gar nicht dem Arzneimittelrecht.
Und drittens halte ich es für fahrlässig, den Arztbesuch durch die Einnahme von Pilzpulver zu ersetzen.
