Hallo abeja
Ich lese Deine Kommentare zu den Bildern in den Fotowettbewerben stets mit großem Interesse und meine eigene Beurteitung kommt Deiner meist recht nah. Zum Thema Kreativität kann ich allerdings nur sagen, dass alle bisher von mir eingestellten Bilder dann mit Null Punkten bewertet werden müssten
. Meine bisher bei Fotowettbewerben eingereichten Bilder zeigen Pilze, wie ich sie in der Natur angetroffen habe ohne einen einzigen Gedanken daran, dass es sich um Motive für einen Fotowettbewerb handeln könnte. Bei einigen Motiven wäre eine weiter geöffnete Blende eine Option oder Serien mit mehreren Blenden aus denen man sich dann das Bild aussucht, welches noch gerade noch den Pilz mit ausreichender Tiefenschärfe zeigt, aber überflüssige Details im Hintergrund verschwimmen lässt. Die Zeit für die Auswahl, von Stacken und Nachbearbeitung ganz zu schweigen, würde mir beim Mikroskopieren und Bestimmen fehlen. Dann setze ich lieber auf den von Dir sicher zu recht angesprochenen Seltenheitsbonus
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LG Karl
Beiträge von Karl W
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Hallo Björn,
Ein toller Bericht!
Bei Nr. 6 hast Du dich sicher verschrieben, auch wenn Wirt und Artname stimmen
LG Karl -
Herzlichen Glückwunsch an Doris und Helmut. Das Bild war für mich klarer Favorit, obwohl es namenlos ist.
Ich bin mit Platzt 2 sehr zufrieden. Ungestackte Standortaufnahmen sind also nicht völlig chancenlos, auch wenn
die relativ selten gezeigte Art vielleicht einen kleinen Bonus hatte
LG Karl -
Hallo Malone,
wunderschon festgehalten. Mit Coprinopsis nivea kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Das Velum erscheint mir zu körnig und vor Allem im Zentum alles Andere als schneeweiß. Der ausgebreitet tief gefurchte 'Hut passt auch nicht, aber ohne Mikros kann ich Dir keine echte Alternative vorschlagen.
An Coprinopsis nivea erinnert eher der Fund nebenan auf gleichaltrigem Damwild, aber der ist noch so winzig, dass es weitere Alternativen gibt.
LG Karl -
Hallo zusammen,
es ist sicher schwierig reproduzierbare Aussagen zu machen, aber ein trockenes Frühjahr muss keinesfalls schon ein Indiz für ein schlechte Pilzjahr sein. 2017 hatten wir am Niederrehin und in der Eifel bis Ende Juni erheblich weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. Ab August schloss sich daran das beste Pilzjahr aller Zeiten an, zumindest was Mykorrhizapilze angeht. Die Pilze sind als Myzel im Boden wahrscheinlich immer da und nur die Fruchtkörperbildung wird beeinflusst. Ein durch längere Trockenheit gestresstes Myzel bildet möglicherweise, wenn es dann endlich wieder regent, mehr Fruchtkörper um die Erhaltung der Art zu gewährleisten. Oder anders ausgedrückt: "Warum soll der Pilz Fruchtkörper bilden, wenn es ihm glänzend geht"
Zumindes im letzten Jahr kamen bei mir solche Gedanken auf.
In der Eifel am 05.08.2017 gab es 48 verschiedene Täublinge, zahllose Milchlinge und Röhrlinge darunter 12 erstmals nachgewiesene Arten für Rheinland-Pfalz. Im NSG Brachter Wald (Depot) einem Gebiet, das wir seit dem Jahr 2000 mit mehr als 300 Exkursionen beackert haben, gab es zwischen dem 12.08 und 19.08 sicherlich 5 - 10 mal soviel Pilze wie in normalen Jahren. Obwohl schon mehr als 1300 verschiedene Pilze in dem Gebiet festgestellt wurden, fanden wir in diesem Zeitraum 30 Erstnachweise und das mit 2 - 3 Leuten.
Ich kann mir nicht vorstellen, das das alles Zufälle sind.
LG Karl -
Hallo Christoph
Danke für Deine hervoragende Stellungnahme, den Schlüssel und die Literaturhinweise. Ich bin absolut nicht gegen die Auspaltung von Arten auch wenn es ohne Sequenzierung vielleicht nie dazu gekommen wäre. Leider wird dann häufig zu wenig Sorgfalt darauf verwendet diese Trennungen auch morphologisch zu untermauern, aber damit muss man wohl leben. Bei seltenen Arten hat man ja leider kaum die Chance sich selbst ein Bild zu verschaffen, was Deine Ausführungen natürlich noch wertvoller macht.
LG Karl -
Hallo Nosozia
Leider sagst Du nichts über die Farbe des Sporenpulvers. Auch bei den kleinen Braunen gibt es da deutliche Unterschiede, die hilfreich ein können und außerdem kannst Du dann sicher sein nur reife Sporen zu messen. An der Bestimmung habe ich trotdem nichts auszusetzen. Zumindest reife Sporen im Präparat lassen auf recht dunkles Sporenpulver schließen. Dickwandige Sporen die teilweise in Seitenansicht etwas hexagonal sind passen gut und die Zystiden entsprechen meinen Funden dieser Art. Die dunkleren, am Rand fast gekerbten Hüte halte ich für etwas Anderes.
LG Karl
PS. P. subviscida steht inzwischen wie auch P. montana und einige weitere Arten in der Gattung Deconia. -
Vielen Dank Karl, ja den hatte ich im LUDWIG auch schon gefunden, aber wegen der extremen Seltenheit wohl zu Unrecht angezweifelt. LG Harzi
Möglicherweise ist die Varietät nicht so selten, aber wer mikroskopiert schon den Behangenen
. Ich hatte den damals mitgenommen, weil die Hüte etwas weniger glockig waren, als ich es sonst kenne. Das scheint mir bei Deinem Fund auch der Fall zu sein.
LG Karl -
Hallo Hartmut
Vergleiche mal mit P. papilonaceus var. capitatocystis. Verbreitung Panaeolus papilionaceus var. capitatocystis E. Ludw. 2001
LG Karl -
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Danke für den Hinweis Christoph!
Man stößt nicht selten auf Literaturhinweise zu Artikeln in dieser Zeitschrift und kommt jetzt endlich ran.
LG Karl -
Servus Karl,
Byssonectria terrstris habe ich schon mehrfach gefunden - die ist gar nicht so selten bei uns im Süden. Man muss nur zur rechten Zeit an Wildfütterungsstellen suchen, wo genug Urin im Boden ist. Hier zwei Fotos (vom 21. April 2006 - Morcheltreffen bei Elfi - man sieht das weiße Subiculum auf dem einen Foto, auf dem anderen scheint es weg zu sein - man kann es an einer Stelle zwischen den Becherchen erahnen; man muss wohl immer mikroskopieren).
Hallo Christoph
Sehr schöne Kollektionen und mit dem Mikroskopieren stimme ich Dir absolut zu. Man findet zwar häufig Gruppen, bei denen man sich sicher ist und gewöhnlich durch das Mikroskop bestätigt wird, aber es gibt immer wieder Funde, die sich nicht sicher ansprechen lassen.
LG Karl -
Hallo Marion und Marcus
Normalerweise äußere ich mich nur ungern zu Pilzleichen
. Der relativ kompakte Habitus, der beschriebene Buckel, die Erscheinungszeit und der gurkig - mehlige Geruch deuten auf Schid- oder Schlehenrötling mit Tendenz zum Schildrötling (Entoloma clypeatum). Die normalerweise glatte Hutoberfläche kann bei Trockenheit durchaus mal einen filzig - schuppigen Eindruck machen.
Hier noch ein mikroskopierter Eigenfund vom letzten Jahr
LG Karl -
Hallo zusammen
Die verschiedenen, zum Teil recht unterschiedlichen Beobachtungen über Helvella leucomelaena zeigen, wie wenig wir immer noch über Fruchtkörperbildung wissen. Der angesprochene Kiefernjungwuchs heir ein Bild vom Randbereich.ist teilweise recht lückig und auf den freien Flächen erscheint Helvella leucomelaena seit mehreren Jahren zu Hunderten.
Als ich den Standort am 31.03.18 aufsuchte, war trotz intensiever Suche kein einziges Exemplar zu entdecken und am 15.04.18 wusste man (wie schom seit Jahren) kaum wo man hintreten sollte. In offenen Randbereichen findet man nur gelegentlich einige Exemplare und in mehr als 850 ha Kiefernforsten sucht man vergeblich.
LG Karl -
Hallo Karl,
wieder so eine Pilz-Beute, bei der ich vor Neid erblasse. Die orangen Becherchen sind der Oberhammer! Glückwunsch zu den ungewöhnlichen Frühlingspilzen.
Hallo Claudia,
Danke für Deinen Glückwunsch. Dafür hab ich mir aber auch vier Stunden die Hacken abgelaufen
. Ich kenne das Gebiet ja wie meine Westentasche, aber ich musste weite Wege zurücklegen, bis ich endlich fündig wurde. Den Leuchtenden Prachtbecherling (Calocypha fulgens), wegen dem ich eigentlich gefahren bin, war an keiner von 4 möglichen Standorten zu finden.
LG KarlAlles anzeigenLieber Karl,
vielen Dank für diesen sehenswerten Frühlingsausflug in eines der spannendsten Pilzgebiete, das ich kenne!
Helvella leucomelaena suche ich immer noch vergeblich.
Glückwunsch zu diesem und den anderen schönen Funden.
Danke lieber Nobi
Aus Helvella leucomelaena werde ich auch nicht richtig schlau. Potentiell müsste die Art im gesamten Gebiet anzutreffen sein, aber man findet nur unregelmäßig mal einen einzelnen Fruchtkörper. Regelmäßig in großen Mengen erscheint H. leucomelaena nur in einem dichten Kiefernjungwuchs, der sich auf einer früheren Betonfläche angesiedelt hat. Beim Rückbau sind jede Menge Betonbruchstücke im Sandboden verblieben. Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück bei der Suche. Haupterscheinungszeit ist April bis Mai.LG Karl
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Über diese 20jährigen Untersuchungen werde ich gemeinsam mit Matthias (Mreul) zur 30. AGsM-Tagung berichten.
Hallo Nobi, das ist ja großartig. Dann treffen wir uns bei dieser Gelegenheit mal wieder.
LG Karl -
Falls Du mal in der Nähe bist und es interessiert Dich kann ich Dir gerne mal den Würzberg zeigen
Hallo Tuppie,
Darauf komme ich möglicherweise noch in diesem Jahr zurück, wenn ich nach Büblingshausen fahre
LG Karl -
Hallo Tuppie
Ich habe natürlich nur Langzeitbeobachtungen für den Sandboden im Depot und da braucht es für ein wirklich gutes Pilzaufkommen schon ca. 60l in 2-3 Tagen. Was bei Dir bis zum 09.04 gefallen ist, entspricht wahrscheinlich gerade mal der Verdunstungsrate im gleichen Zeitraum. Es war zwar nicht die ganze Zeit warm, aber recht windig und das ist fast schlimmer.
Im Sommer kann überschlagsmäßig von 5 - 7 l Verdunstungsrate pro Tag ausgehen. Wenn also 30 l fallen und man gibt den Pilzen 5 Tage für die Entwicklung ist das Wasser schon wieder weg. Heißt natürlich nicht, dass keine Pilze kommen, aber eben bei weitem nicht Alles was möglich wäre.
LG Karl -
Hallo Tuppie
Ich denke Dein Pilzradar ist völlig in Ordnung und das Problem liegt eher beim Regenradar
. Das Gebiet sieht toll aus, macht aber den Eindruck, als würde sich dort erst nach 60 l/m² was tun.
LG Karl -
Hallo Anna
Was für ein wunderschönes Foto
. Auch von mir Herzlichen Glückwunsch.
LG Karl -
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Was die Gyromitra angeht - ich kopiere hier mal einen Ausschnitt des Gyromitra-Schlüssels rein, den ich im BMG-Forum gepostet habe (er ist nur hier nicht dichotom, sondern nur eine Auflistung) - deine sieht natürlich nach Gyromitra esculenta s.str. aus. Nur die Sporenmaße sollte man wohl immer prüfen.
23. Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt;Sporen 18-27 x 8-10 µm; Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern .............................. Gyromitra esculenta s.str.
23* wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt etwas kleiner, Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun ..............................Gyromitra esculenta var. fulva
23** wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, bis 30 (-35) µm lang …..................................................................................…... Gyromitra esculenta var. bubaci
23*** wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange ….......................................................................................... Gyromitra esculenta var. aurantiaca
23**** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) ….................................................................... Gyromitra esculenta var. alba
Bem.: Als rein albinotische Form wohl ohne taxonomische Bedeutung
23***** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….........................................................................................…... Gyromitra neuwirthii
Bem.: auch van Vooren & Morerau äußern große Zweifel, ob dieses Taxon Artrang verdient (bzw. ob man nur wegen des Habitats und der Zierlichkeit überhaupt etwas abtrennen kann)
Hallo Christoph
Vielen Dank für Deinen Hinweis und den Schlüssel. Wie der Zufall so spielt, habe ich G. esculenta an diesem Wochenende (erstmals) mikroskopiert und drei Funde verglichen, konnte jedoch leider keine Unterschiede feststellen. Ein Vorkommen aus oberflächlich versauertem Fichtenwald auf Kalkboden von Samstag, die Zweiergruppe unter Lärche allerdings mit benachbarten Kiefern und die Dreiergruppe unter Kiefer lagen alle im Bereich von G. esculenta s. str.
LG Karl -
Servus Karl,
tolle Funde. Byssonectria terrestris, die ja im Frühjahr verbreitet ist, hatte ich schon mehrfach gefunden. Byssonectria fusispora s.str. habe ich leider noch nie selbst gesehen. Man sieht schön, dass diese weiße Matte der Byssonectria terrestris hier fehlt. Toller Fund!
Hallo Christoph
Ich kenne B. fusispora s. str. auch nur aus dem Depot, wo die Art allerdings regelmäßig zu finden ist. Haupterscheinungszeit ist Oktober bis Dezember wobei es vorkommen kann, dass man bei einer Exkursion zehn mal fündig wird und durchaus mal über 100 Fruchtkörper an einer Stelle auftreten. Von Byssonectria terrestris habe ich nur 2 Eigenfunde von Ende Dezember und Ende März.
LG Karl -
Hallo Claudia
Leider werden nicht alle Bilder angezeigt, aber auf dem ersten sichtbaren Mikrofoto glaube ich Asci ohne Ende zu erkennen, die wie eine Pallisade nebemeinander stehen. Dazwischen dürften sich dann noch Paraphysen befinden. Ich denke mit einem dünneren Präparat oder mit vorsichtigem Quetschen wirst Du fündig.
LG Karl -
Eine Sonntagsrunde im NSG Brachter Wald (Depot) brachte Erhofftes und Überraschendes.
Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta)
Schwarzweiße Becherlorchel (Helvella leucomelaena)
Trockener Kahlkopf (Deconia montana) ist fast ganzjährig zu finden
Verblassender Glöckling (Entoloma pallescens) ist für diese Jareszeit im Gebiet durchaus üblich
Flaumstieliges Mist-Samthäubchens (Conocybe pubescens) auf mehr oder weniger stark verottetem Pferdedung, fand sich für diese Jahreszeit ungewöhnlich häufig
Sternmoos Häublings (Galerina mniophila) tritt im Gebiet gewöhnlich erst Ende Oktober auftritt
Spindelsporiger Aggregatbecher (Byssonectria fusispora s. str.) erscheint meist im Spätherbst
Bucheckern Holzkeule (Xylaria carpophila) war eher ein Zufallsfund in Buchenlaubstreu
LG Karl -
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Hallo Karl,
meinst du die vielen dunklen "Dreckkrümel" im letzten Bild? Das sind alles die besagten Körnchen?
Gruß
Nosozia
Hallo Nosozia
Ja genau. Unmengen frei zwischen den Zystiden und z. T. noch innerhalb der Zellen.
LG Karl
