Beiträge von Karl W

    Hallo Felli

    Ich finder da unterschiedliche Angaben für die Länge der Pleuros, wobei ja auch noch darauf zu achten ist, dass jeweils die gleiche Art gemeint ist :)

    In den Texten wird die Länge auch nicht als Trennmerkmal erwähnt.

    -------------------------------------------------------------L. pyrogalus------------------------------------- L. circellatus

    Fungi of Northern Europe Vol. 2 ---------45 - 105 x (5)7 - 10 ------------------------45 - 70 x 7,5 - 8,5
    Flora Agaricina Neerlandica Vol. 7 -------40 - 70 x 7 - 11 ---------------------------- 35 - 70 x 6 - 12
    Fungi Europaei Vol. 7 ----------------------- 62,5-109 x 6,5 -8.5------------------------- 66,5 - 86 x 7,4 -8.6
    Galli -----------------------------------------------------50 - 90 x 7 - 10 --------------------------------70 - 90 x 7 -10


    Hallo Pablo,

    das sind wirklich typische Kollektionen beider Arten, bei denen man sogar die gleichzeitige Anwesenheit von Hasel und Hainbuche ignorieren könte. Leider ist das nicht immer so ^^

    LG Karl

    Ist der unter Hasel mit den ziemlich entfernten, oft blass gelblichen Lamellen nicht Lactarius pyrogalus, und der mit der tendenziell dunkleren Huthaut, den weniger entfernten (und +/- weißlichen) Lamellen unter Hainbuche nicht Lactarius circellatus?

    Halo Pablo,

    L. pyrogalus mit entfernteren oft gelblichen Lamellen unter Hasel wird auch in der neuen Flora Agaricina Neerlandica Vol. 7 vertreten. Auch L. circellatus tendentell dunkler unter Hainbuche ist unstrittig, aber tendentiell und oft hilt natürlich nicht immer weiter. Augenscheinlich variieren die Farben mit dem Alter und es bleibt letztlich fast nur der Lamellenabstand und der Wirt, wobei der Lamellenabstand im Bild oben natürlich zu L. pyrogalus (=Haselmilchling :) ) passt.
    Die enfernteren Lamellen beim Haselmilchling stehen auch in GBW Band 2 aber dort heißt die Art L. hortensis und der Hainbuchenmilchling L. pyrogalus. Daher wohl das Namenchaos.

    LG Karl

    Hallo Ralf,

    sehr schöne Fortsetzung meine Eifeltrips. Bei einigen Fruchtkörpern hab ich den Eindruck, sie drei Tage zuvor in klein gesehen zu haben ;)

    LG karl

    Hallo Steinpils,

    nach einem kurzen Überblick auf Deine sehr gute Beschreibung, dachte ich spontan an R. ionochlora. Was mich irritiert ist die Angabe der Sporenpulverfarbe. Blasscreme würde passen, aber das wäre eher
    IIa - IIb. Selbst wenn es sich bei IIIa um einen Tippfehler handelt, würde das wieder mit 40y 10M kollidieren, was etwa IIIa entspricht (damit wäre ionochlora raus).
    Zu Deinen ?.
    Ja, das Sporenornament ist warzig einzeln (isoliert). Ich glaube, wenn Du vorsichtig mit dem Feintrieb arbeitest, wirst Du auch einige kurze Verbindungen sehen.


    Pileozystiden sind eindeutig vorhanden.

    LG Karl

    PS. wenn Du weiterhin Täublinge bearbeitest, solltest Du Dir unbedingt die Huthauthaare (Endzellen) ansehen. In Kongorot siehst Du meisten auch die Pileozystiden schon ohne SV.

    Liebe Pilzfrende,

    danke für Eure netten Kommentare :) Es freut mich, dass der Bericht so gut angekommen ist.

    @ Mausmann: Eigentlich hast Du für Deine Spitzfindigkeit ja :haue: verdient. Da Tuppi wahrscheinlich erst durch Dich auf die Idee mit der Zeichnung gekommen ist, wird Dir natürlich verziehen :Kuschel:
    @ Tuppi: Deine Veränderung der Nahaufnahme ist einfach großartig :* und gefält nicht nur mir, wie Du vielleicht auf FB gesehen hast ^^
    @ Stefan: Ich habe schon einen Regentanz für Sachsen aufgeführt und hoffe das hilft ;) Auf unser Kennenlernen freue ich mich ebenfalls sehr :)


    LG Karl

    Hallo Maria

    Bei diesen jungen Frk. kann man leider die Sporenpulverfarbe noch nicht beurteilen, die eine Bennnung zumindest der Gattung wesentlich erleichtern würde. Ich glaube allerdings nicht an Cortinarius sondern eher an Pholiota.

    LG Karl

    Hallo Christoph,

    danke für diesen interessanten Beitrag. Die Altfunde von "Tremella foliacea" in Pilze Deutschlands stehen alle unter Phaeotremella foliacea (Pers.) Wedin, J.C. Zamora & Millanes 2016 agg.
    Von P. foliacea ss. str. , P. fimbriata und P. frondosa gibt es bisher noch keine Einträge, was sich durch Deinen Schlüssel sicher bald ändern wird.

    LG Karl


    Liebe Pilzfeunde

    Eine Erkundungstour, ohne große Hoffnung wirklich was zu finden, stand auf dem Programm. Um 5:30 machte ich mich auf den Weg zu Rainer und nach einem Kaffee ging es ab in Richtung Eifel. Das erste Ziel war eine Wiese, die normalerweise um diese Zeit schon Einiges zu bieten hat. Der Zustand der Wiese lässt sich am Ehesten noch mit dem Anblick eines panierten Schnitzels umschreiben und zum Glück blieb uns durch aufkommenden Nebel der gesamte Anblick erspart. Wie Rainers Bild zeigt, hat aber jede Witterung ihre Besonderheiten.



    Eine kleine, parkähnliche Wiese sah zwar grün aus, aber von Pilzen keine Spur. Nächstes Ziel war ein Kalkbuchenwald verbunden mit der Hoffnung den Ochsenröhrling (Imperator torosus) zu finden. Auch hier war es absolut trostlos und wir rechneten schon damit, am Mittag wieder zu Hause zu sein. Auf dem Rückweg zum Auto dann eine Überraschung. Vor Schreck hab ich wohl eine falsche Kameraeinstellung gewählt, weshalb ich hier das Bild von Rainer einstelle.


    Schönfußröhrling (Caloboletus calopus)



    Weiter ging es ins nächste Gebiet. Am Rand eine Grabens, erfreute uns der Anblick eines recht seltenen Täublings.


    Weicher Dotter-Täubling (Russula intermedia)



    Die umliegenden Wälder waren trocken und pilzleer, weshalb wir uns in Richtung eines kleinen Bachlaufs mit einigen Erlen bewegten. Völlig unerwartet standen zwei taufrische Rotkappen am Wegrand.


    Heide-Rotkappe (Leccinum versipelle)



    Einige recht kleine, blasse Perlpilze (Amanita rubescens) drückten sich aus einer Böschung heraus.





    Im Bereich des Bachlauf wurde es geradezu unübersichtlich :). Nach langer Abstinenz wurden auch häufige, gut bekannte Arten und Einzelexemplare fotografiert.


    Erlenkrempling (Paxillus rubicundulus)




    Runzeliger Dachpilz (Pluteus phlebophorus)


    Rosablättriger Helmling (Mycena galericulata)


    Gelborangemilchender Helmling (Mycena crocata)



    Tränender Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda)


    Stinkschirmling (Lepiota cristata)



    Es wurde immer besser und es folgen gleich drei für mich neue Arten. Den Becherling muss ich nochmal überprüfen.


    Peziza cf. depressa



    Kleinster Scheidling (Volvariella pusilla)



    Behangener Glöckenschüppling (Pholiotina vestita)







    Eine tolle Gruppe von als Erlenmilchlingen angesehenen Pilzen bereitete zunächst etwas Kopfzerbrechen. Keine Milch und die Stiele waren auch nicht so richtig brüchig, aber etwas Anderes kam kaum in Frage. Ein Blick ins Mikroskop zerstreute die Unsicherheit. Da die Art unterschiedlich interpretiert und von verschiedenen Autoren mit Olivtönen angegeben wird, verzichte ich mal auf einen deutschen Namen. Mit FUNGI OF NORTHERN EUROPE – VOL: 2 landet man eindeutig bei


    Lactarius obscuratus



    Nach diesen erfreulichen Ergebnissen warfen wir noch einen Blick auf eine grüne! Wiese mit Herbstzeitlosen (ohne Pilze) und es ging zu einem moorigen Fichtenwald, in dem einzelne Erlen stehen. Auch hier wurden wir nicht enttäuscht.



    Kirschroter Speitäubling (Russula emetica ss. str.)



    Rötlicher Lacktrichterling mit runden Sporen (Laccaria laccata var. pallidifolia)



    Spitzer Wasserkopf (Cortinarius acutus)



    Nicht näher untersuchter Erlenmilchling



    Inzwischen war es 15:30 und Zeit für Aufnahme von Verpflegung und Kaffee. To go versteht sich natürlich von selbst, denn es gab ja noch ein weiteres Ziel. Ein Erlen-, Birken-, Eichen-Bruchwald war ursprünglich mal als letzte Hoffnung nach einem pilzfreien Tag gedacht aber trotz bisher erfreulicher Funde haben wir zum Glück nicht auf den Besuch verzichtet, denn hier ging es gerade los.


    Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva)



    Einigen Winzlingen folgten nach weiterer Suche schon entwickelte Exemplare und auch Täublinge und Rauhfußröhrlinge waren zu entdecken.


    Nordischer Milchling (Lactarus trivialis)





    Geschmückter Gürtelfuß (Cortinarius armillatus)





    Birken-Speitäubling (Russula betularum)



    Gelber Graustieltäbling (Russula clarofava)



    Weiden-Heringstäbling (Russula subrubens)



    Moor-Birkenpilz (Leccinum holopus)



    Wollstieliger Rauhfuß-Röhrling (Leccinum cyaneobasileucum)



    Die hervorragende Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten führte auf dem Rückweg an einem Fichtenwald vorbei, von dem Rainer meinte: „ Wenn nicht hier, dann nirgendwo“. Eifel ohne Steinpilz geht ja gar nicht und dann trat auch noch die Sonne hinter einer Wolke hervor.


    Steinpilz (Boletus edulis)



    Auch der durfte stehen bleiben


    Die Heimfahrt führte durch die Nordeifel und ihre Kalkkuppen und es war noch hell :). Ein kurzer Blick nach thermophilen Röhrlingen ging noch, wobei ein Stopp an einer Apfelbaumreihe uns noch ein Prachtexemplar bescherte.


    Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus)



    Nahaufnahme von Rainer



    Finale. Tatsächlich fand sich auf knochentrockenem Boden ein schrumpeliger Röhrling wenn auch nicht der „Satan“ und wenige Meter weiter wurden wir noch mit einer schönen Gruppe belohnt.


    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus calopus)





    Der Rest ist schnell erzählt. 21:10 Ankunft zu Hause, bis 2:00 mikroskopiert und in Tiefschlaf gefallen.


    LG Karl

    Hallo Mausmann

    Ja, Täublinge machen Arbeit ^^.
    Der blaugrüne Schimmer muss bei R. chloroides nicht immer vorhandensein.
    Russula solaris hat zumindest im reifen Zustand ockergelbe Lamellen. Neben dem sehr scharfem Geschmack und der gelben Farbe ist die Bindung an Buche ein weiteres Merkmal. Ich will nicht ausschließen, dass R. solaris so blass werden kann, aber dann verraten ihn die Lamellen.
    Russula raoultii behält im Alter weiße Lamellen und ist blasser gefärbt. Die Schärfe und das Vorkommen bei Buche haben beide Arten gemeinsam.

    LG Karl

    Hallo Mausmann,

    gemessen an dem was man am Niederrhein momentan so findet, ist deine Ausbeute geradezu gigantisch.


    Zu den Täublingen mit ? sind einige Angaben wie Geruch/Geschmack, zumindest Lamellenfarbe oder besser Sporenpulverfarbe und Begleitbäume erforderlich.
    R. azurea halte ich jodoch davon unabhängig für R. parazurea
    R. solaris ist mir viel zu blass
    R. delica kann auch R. chloroides sein oder eine von den zahllosen beschriebenen Varietäten beider Arten. Momentan bestimme ich keine Weißtäublinge, da Sequenzierungen wohl ergeben haben, dass es mindesten 10 verschiedene gibt.
    R. amoenolens und R. pectinatoides sind natürlich möglich, aber es gibt mit R. insignis und R. pectinata weitere Möglichkeiten

    LG Karl

    PS. Zu dem Ratepilz schmeiß ich mal Kahler Krempling in den Ring

    Hallo Frank,

    ein sehr schöner Fund. Man findet immer wieder mal ausgeblasste Riesenträuschlinge in verschiedenen Farbtönen, die einem die Bestimmung erschweren können. Du hast die echte gelbe form des Riesenträuschlings gefunden, die von Beginn an einheitlich rein gelb gefärbt ist. So hab ich diesen schönen Pilz seit 20 Jahren nicht mehr gesehen.

    Riesenträuschling gelbe Form (Stropharia rugosoannulata f. lutea) 06.05.1998 am Niederrhein


    LG Karl

    Hallo zusammen

    Mit vollständig braun gefärbten Lamellenschneiden kommen nur P. nigrofloccosus (=atromarginatus) und P. umbrosus in Betracht. P. umbrosus kann man m. E. komplett ausschließen, da dieser in allen Altersstadien eine körnige Huthaut hat. Der Stiel ist darüber hinaus deutlich punktiert und nicht längsfaserig. Jung ist immer eine deutlich netzadrige Struktur erkennbar, die sich auch im Alter (zumindest im Hutzentrum) nicht vollständig auflöst.

    LG Karl




    Liebe Forianer,

    ein Ende der Pizflaute zeichnet sich zwar noch nicht ab, aber es gab in meinem Hauswald zumindest die ersten Pilze seit Monaten. Einmal 10 mm und eine Woche später 4 mm Niederschlag reichten an einem Teichrand für das Erscheinen erster Fruchtkörper. In normalen Jahren hätte ich sicher nicht zur Kamera gegriffen aber in einem Jahr wie diesem war das natürlich anders. Eine schreckliche Kollektion von meist schon überständigen Exemplaren, bei der einem normalerweise die Tränen kommen könnten, war der üppigste Fund des Jahres :cool:

    Tränender Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda)


    Auch die nächste Gruppe hätte ich sonst kaum eines Blickes gewürdigt, aber für das aktuelle Pilzjahr waren gleich drei Exemplare geradezu gigantisch ^^.

    Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus)


    Sehr gefreut habe ich mich über ca. 20 Exeplare eines eher seltenen Röhrlings unter tief herabhängenden Zweigen. Noch mehr gefreut hatten sich allerdings die Schnecken :(. Immerhin zwei Exemplare waren noch fotogen auch wenn ich nur Kompaktkamera mit Blitz einsetzen konnte.

    Fahler Röhrling (Hemileccinum impolitum)


    Nur wenige Meter entfernt zwei Wurzelnde Bitterröhrlinge (Caloboletus radicans)
    Caloboletus radicans 28.08.18 Krefeld Stadtwald 1.jpg

    Abgerundet wurde der erfolgreichste Pilztag des Jahres :giggle: noch durch zwei junge Exemplare an einem Eichenstumpf.


    Harziger Lackporling (Ganoderma resinaceum)




    LG Karl

    Hallo Björn.

    du nutzt sehr schön die Möglickeit im Rheinland fündig zu werden :). Ist Dir aufgefallen ob bei den echten Mehltaupilzen schon früher Fruchtkörper gebildet werden, als allgemein in der Literatur angegeben?

    LG Karl

    Hallo zusammen

    Bezüglich des Ausschlusses von Phallus rubicundus schließe ich mich Josef an (kein abgesetzter Kopfteil).

    Mutinus ravenelii kann ich mir ebensowenig vorstellen wie Stephan, da keine Spur von Himbeerrot zu sehen ist. Hier mal frisch und abgeregnete Mutinus ravenelii zum Vergleich.


    Die Gewöhnliche Hundsrute habe ich noch nie mit so stark gefärbtem Stielteil gesehen sondern gewöhnlich fast weiß wie hier.


    Damit bleibt letztlich die von Pablo bereits erwähnte Vornehme Hundsrute Mutinus elegans übrig.

    LG Karl