Ich halte auch mal die Augen offen und vielleicht probiere ich den wirklich mal; als "Schnitzel" oder so. Ich hab mir für dieses Jahr die Verkostung einiger Wildkräuter vorgenommen. Vogelmiere ist schon mal in jedem Fall lecker als nächstes kommt der Gänsefuß und Melden dran. Aber das nur mal so nebenbei.
ich hab mich mit Ripariellus nur marginal beschäftigt. Ich hatte 2015 zur 1. Boletus-Tagung den Erstnachweis für Sachsen-Anhalt mit der Art. Die Bestimmung und Bestätigung erfolgte dann durch Toffel und Thomas Roedig. Auf jeden Fall ist die Huthautstruktur wichtig, das hab ich mir noch im Hinterkopf behalten. Es gab auch von Thomas einen interessanten Boletus-Artikel wo der die rothütigen Xeroxomusse s.l. auseinenander nimmt. Es gibt sogar von rothütige Formen von pruinatus, oder wars X. porosporus? Ich weiß es nicht mehr.
Tja so kann man sich täuschen. Du solltest dir in jedem Fall die gängigsten Chemikalien besorgen Björn. Mit der HCl-Probe hättest du selbst Gewissheit gehabt. Noch was kurz zu dem Geruch von C. stercorea. Der riecht für mich wie gekochter Rosenkohl; keinesfalls aber wie der faulige Kohlgeruch gemischt mit Erbrochenem, wie es z.B. bei Orangeseitlingen der Fall ist. Je nach Eigengeruch der Dungprobe kann aber auch der Geruch der Tintlinge da auch untergehen, bzw. nicht auffällig herausgerochen werden.
kurz was zu meinem Werdegang. Ich war auch schon als Kleinkind fasziniert von Pilzen. Auf gemeinsamen Pilzsuchen mit der Familie war ich damals immer derjenige mit dem "Pilzblick". So hab ich im Laufe der Zeit mir im Selbststudium mittels Pilzbuch die wichtigsten Röhrlinge selbst beigebracht. Mit 15-16 kannte ich dann die gängigsten Röhrlinge; inkl. der Hexen.
Mit Abi und anschließendem Biochemiestudium rückten dann andere Dinge in den Fokus. Erst nach meinem Studium 2006 habe ich mich wieder mit Pilzen befasst und mein alter Wunsch PSV zu werden hat sich wieder bestärkt. Ich hab mir im Selbststudium alles wichtige beigebracht (mit etwas Unterstützung der Dresdner PSV) und dann auch 2012 meine Prüfung abgelegt. Irgendwann habe ich dann Toffel und Heidrun kennen gelernt und von dem Pilzkartierungsprojekt in Sachsen erfahren. Seit November 2013 bin ich hier im Forum aktiv.
Mit Toffel und Heidrun bin ich immer noch viel unterwegs. Inzwischen hab ich mich auch schon auf spezielle Pilzgruppen spezialisiert (Ritterlinge, Risspilze, Tintlinge, Strophariaceaen und Phytos). Schirmlinge, Dachpilze und hin und wieder mal einen Schleierling sehe ich mir auch gerne mal an.
auf den Fotos sieht das für mich eher nach Kristallen, als nach Warzen auf den Velumelementen aus. Ich kann nun das hier besser einschätzen als auf FB, weil ich die Fotos nun auch endlich vergrößern kann.
Dass du keinen Geruch wahrgenommen hast, passt auch. Demzufolge aus meiner Sicht: Sect. Nivei.
Zuerst der Tulpenbecher: Sporengröße 42-43 x 17-18 µm. Für so einen kleinen Becher sind die schon auffallend groß. Auch sind die großen Öltropfen sehr markant.
Bei der Teufelsurne waren erwartungsgemäß die Sporen noch nicht reif. Die freien sichtbaren Sporen sind wahrscheinlich aufgrund der Präparierung freigesetzt worden. Auch war die Konsistenz der Apothecien sehr knorplig, so dass ich große Mühe hatte ein gescheites Präparat hinzukriegen. Auffällig waren solche Kettenstrukturen, wie im 2. Bild zu sehen sind. Spricht man in solchen Fällen noch von Paraphysen?
kommen wir zu den versprochenen Mikrofotos. Fangen wir mit der Sarcoscypha an.
Die Außenhaare sind gekräuselt; Substrat war wahrscheinlich Salix/Weide. Demnach ist es der "Österreicher" S. austriaca.
Interessant waren für mich die Paraphysen des Bechers. Das rote Pigment ist deutlich warzig inkurstiert. Das war mir bei meinen vorherigen mikroskopischen Betrachtungen der Art noch gar nicht so aufgefallen.
Grüß dich, Pablo, also er meint, es sei natürlich besser, ordentlich getrocknetes Fleisch zu nehmen. Ich denke auch, dass das offene Innere von so einem Riesenbovist nach den langen Monaten von Bakterien kontaminiert sein dürfte - und außerdem wäre es für dich ein ziemlicher Aufwand ohne Auto wieder nach Nußloch zu fahren.
Ich dachte, dass vielleicht ein paar Foristen Riesenbovist getrocknet im Glas hätten. Da das aber nicht der Fall zu sein scheint, such ich eben selbst im nächsten Jahr einen frischen Pilz und trockne für ihn ein Stück davon.
Liebe Mittagsgrüße, Ditte
Hallo,
nur mal kurz was von meiner Seite aus. Die Bakterien sind nicht so schlimm; deutlich unglücklicher ist so was wegen Fremdpilzen. Gerade solche ubiquitären Pilze wie Aspergillen, Penicillien und Cladosporien usw. dürften mit ihrer Fremd-DNA wesentlich kritischer sein für die Sequenzierung. Das aber nur am Rande, falls das jemanden interessiert.
Leider habe ich auch keine getrockneten Riesenboviste da, bzw. bin ich überfragt, ob überhaupt jemand die für kulinarische Zwecke trocknet. Auf meinem Speiseplan steht die Art zumindest nicht...
verteufelt mal nicht die Penicillien so! Ihr dürft nicht vergessen, wer das Penicillin für uns herstellt. Zudem gibt es Arten, die in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden; beim Camembert und Roquefort, original ungarische Salami und diverse asiatische Sojaprodukte z.B.
sehr schöne Tour wieder mal. Zu dem Rubellus; da wird Matthias bestimmt auch mit H. ripariellus abgeglichen haben? Rubellus ist eine Parkart/Wegrandart auf trockeneren Standorten. Hier gar nicht mal selten. Hi ripariellus hingegen ist eine Art, die an Ufern/feuchteren Stellen wächst. Der würde zu eurem Exkursionsgebiet eher passen.
deinen Unbekannten an Fichte kannst du mit Antrodia serialis vergleichen. Zu dem Reibeisenpilz sag ich nix, das sollen die machen, die sich damit auskennen.
Mir wundert anderes , wie ist möglich in DE Lebensmittel ohne daten (Herstellername ,Herkunftsland , richtige Lebensmittelname , genaue Pflückdatum usw ) verkaufen ?
Mich Boletus erinnert stark nach Boletus quercicola .
LG beli !
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Hi,
das ist lebensmittelrechtlich nicht vorgesehen; ein Pflückdatum schon mal gar nicht. Klar wäre es toll, wichtig und richtig, wenn zu den auch wiss. Artnamen genannt werden würden. Bei den Fischen ist das rechtlich verankert. Bei Obst, Gemüse und Pilzen aber nicht.
Ansonsten ist das wirklich ein sehr interessanter Thread. Zu Rechtlichkeiten bezüglich Marktpilzen haben Harry Andersson und ich zur letzten DGfM-Tagung je einen Vortrag gehalten.
Bei solchen unklar bezeichneten Pilzen/Waren wäre durchaus mal eine Anzeige beim zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Münster und wenn am Stand auch noch Handelsklassen ausgewiesen wären, auch noch bei der Stelle für die Überwachung der Vermarktungsnormen im Land NRW angebracht, denn nur bei Zuchtchampis ist die Angabe einer Vermakrtungsnorm zulässig.
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Als "Bergfink" (=ältester Bergsteigerchor Europas) ist es klar, dass ich die "Stimmen der Berge" der Berge als Interpreten herausgesucht habe.
Ihr fragt euch bestimmt, was das ganze soll. Nun ganz einfach; einerseits ist gerade Frühling und die ganzen Frühjahrsascos stehen voll in Blüte, andererseits gilt es auch mal schon lange ausgesprochene Einladungen einzulösen. Zudem musste ich einfach auch mal wieder raus, denn aufgrund meiner nicht so schönen gesamten persönlichen Gemengelage und seit neuestem einen Pflegefall in der Familie, tut ein kleiner Ausflug wirklich mal gut.
Also bin ich mit Toffel nach Merseburg zu Ulla (lamproderma) und Gunnar (hengu) gefahren. Wir hatten uns die Tulpenbecher und für mich noch viel spektakulärer die Teufelsurnen gewünscht. Wir fuhren dann die entsprechenden Habitate gezielt an und konnten dann die Schönheiten ausgiebig bewundern und fotografieren.
Fangen wir mal an: Tulpenbecherlinge Microstroma protractum in unterschiedlichem Alter, aber noch in jedem Fall fotogen.
und in den gleichen Habitaten zu finden, sind die Teufelsurnen Urnula craterium. Hier ist der deutsche Name Programm. Es sollte mehr solche schöne schwarze Becherlingsarten geben.
Wo der Teufel seine Urnen hinterlässt, ist auch eine interessante Giftpflanze nicht weit weg. Die Gänsesterbe oder aber Bleicher Schöterich Erysimum crepidifolium hat wohl durchaus zu einigen tödlichen Vergiftungen bei Gänsen geführt. Auf jeden Fall eine wirklich beeindruckende Brassicaceae.
Als krönender Abschluss ging es zu einem leicht matschigen Steilhang (Trockenrasen) ins Saaletal. Es war dort ziemlich rutschig, so dass ich nur wenig Fotos gemacht habe. Einen Pilz konnte ich aber noch aus sicherem Stand fotografieren. Es war der Hauptgrund für den Abstecher. Wenn man mit Gunner, einem Hypogäenspezialisten, unterwegs ist, bleiben solche Pilze halt nicht aus. Es ist die Steppentrüffel Gastrosporium simplex.
Ich bedanke mich bei Ulla, Gunnar und Toffel für den wunderschönen Tag und das Zeigen der tollen Naturschönheiten.
kleiner Nachtrag: Das Bild stammt von letzter Woche. Mich hat die Mutter eines Chorfreundes angeschrieben, weil sie vermeintliche "Orangebecherlinge" gefunden habe. Anhand der begefügten Bilder war schnell klar, dass es sich um einen Prachtbecherling handeln muss. Ich bin mit Heidrun hingefahren. Ich gehe vom "Österreicher" aus; allerdings muss der noch mikroskopisch abgesichert werden. Das Bild wollte ich euch aber nicht vorenthalten.
Mikrobilder von der Urnularia und der Microstroma reiche ich gerne nach.
danke für deine Antwort - gehe ich dann richtig mit der annahme das ohne Sequenz dann Bestimmungstechnisch nix geht ?
LG,Eike
Das wäre eine Option. Eine andere wäre mal wirklich zu schlüsseln. Peniciliium s. st. sind zumindest sehr aufwendig in der Bestimmung. Da geht viel über Wachstum, Nichtwachstum; inkl. Verfärbungen auf bestimmten Spezialnährmedien usw. Damit sind die gut bestimmbar; nur leider hat niemand diese Spezialnährmedien einfach so zu Hause rumliegen; auch viele Speziallabore nicht.
Zu Paecilomyces an sich weiß ich zu wenig. Ich erkenne die Gattung in Kultur und das wars dann. Auf jeden Fall sind solche Hyphomyceten immer nur in standardisierten Nährmedien zu bestimmen, da sie in der freien Natur teilweise eine andere Wuchsform haben. Das ist einer der wichtigsten Grundregeln bei den Deuteromyceten/Hyphomyceten.
bei mir liegts daran, dass ich das Moos nicht, bzw. nur in sehr kleinen Polstern in meiner Umgebung habe, bzw. bisher finden konnte. Ich hielt bis vor kurzem Brachythecium rutabulum, das hier überall wächst, für Orthotrichum affine. Inzwischen bin ich schlauer.
l.g.
Stefan
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