Hi,
woran ich den Pilz erkenne? Das ist nicht in 2 Sätzen gesagt. Bei so was spielen schon gewisse Erfahrungswerte eine Rolle, die man erst bekommt, wenn man sich mit Pilzen allgemein eine Zeit lang beschäftigt. Es ist viel gewonnen, wenn du einen Fund erstmal in eine Gattung oder Familie einordnen kannst.
Wichtig dabei sind:
Sporenpulverfarbe (in dem Fall bräunlich; milchkaffeebraun)
Velumverhältnisse (in dem Fall Stielring, bzw. Häutchen über den Lamellen)
Lamellen am Stiel angewachsen oder nicht (das Merkmal ist trügerisch; manchmal sind die Lamellen nur "angeheftet" und sie lösen sich ab, wenn der Hutrand im Alter nach oben "gekrempelt" ist)
Mykorrhizapilz oder Saprobiont (kann nur anhand des Standortes bzw. das Vorhandensein von Bäumen, die eine Mykorrhiza eingehen können) am Fundort erahnt werden.) Im konkreten Fall wächst der Pilz auf Holzhäcksel/Rindenmulch saprobiontisch, was für den typisch ist.
Es gibt auch eine Menge Merkmale mehr, die aber ggf. nur mittels Mikroskop oder guter Lupe gesehen werden können.
Geruch und ggf. Geschmack sind dann für die Artbestimmung wichtig.
Wenn du im Speckgürtel der Hauptstadt wohnst, lohnt es sich vielleicht bei der PaBB aktuell [Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg e.V. (PABB)]
oder der Interessengemeinschaft Märkischer Mykologen Landesfachausschuss Mykologie - NABU Brandenburg
vorbeizusehen. Da gibt es gute Leute, teilweise sind die auch hier im Forum aktiv, die sich sehr über interessierten "Nachwuchs" freuen.
l.g.
Stefan

