Beiträge von Climbingfreak

    Hi,


    woran ich den Pilz erkenne? Das ist nicht in 2 Sätzen gesagt. Bei so was spielen schon gewisse Erfahrungswerte eine Rolle, die man erst bekommt, wenn man sich mit Pilzen allgemein eine Zeit lang beschäftigt. Es ist viel gewonnen, wenn du einen Fund erstmal in eine Gattung oder Familie einordnen kannst.


    Wichtig dabei sind:


    Sporenpulverfarbe (in dem Fall bräunlich; milchkaffeebraun)

    Velumverhältnisse (in dem Fall Stielring, bzw. Häutchen über den Lamellen)

    Lamellen am Stiel angewachsen oder nicht (das Merkmal ist trügerisch; manchmal sind die Lamellen nur "angeheftet" und sie lösen sich ab, wenn der Hutrand im Alter nach oben "gekrempelt" ist)

    Mykorrhizapilz oder Saprobiont (kann nur anhand des Standortes bzw. das Vorhandensein von Bäumen, die eine Mykorrhiza eingehen können) am Fundort erahnt werden.) Im konkreten Fall wächst der Pilz auf Holzhäcksel/Rindenmulch saprobiontisch, was für den typisch ist.


    Es gibt auch eine Menge Merkmale mehr, die aber ggf. nur mittels Mikroskop oder guter Lupe gesehen werden können.


    Geruch und ggf. Geschmack sind dann für die Artbestimmung wichtig.


    Wenn du im Speckgürtel der Hauptstadt wohnst, lohnt es sich vielleicht bei der PaBB aktuell [Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg e.V. (PABB)]


    oder der Interessengemeinschaft Märkischer Mykologen Landesfachausschuss Mykologie - NABU Brandenburg

    vorbeizusehen. Da gibt es gute Leute, teilweise sind die auch hier im Forum aktiv, die sich sehr über interessierten "Nachwuchs" freuen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja es wäre wirklich gut zu wissen, ob da ein Ring war oder nicht. An Marasmius oreaades glaube ich indes nicht. Ich hab den noch nie so büschlig wachsen sehen und erst recht nicht auf geschotterten Flächen. Das ist eine Wiesenart. Diese graulich-braune Lamellenfarbe passt da auch nicht dazu.


    Ich denke schon, dass das eine Strophariaceae ist; nur leider habe ich keine konkrete Idee; zumindest nicht ohne weitere Angaben, wie Geruch oder ob an besagter Stelle Totholz vergraben sein kann z.B.


    l.g.

    Stefan

    Zum Thema Schild- u Schlehenrötling : Was wäre da der Unterschied, hab mich noch nicht damit befasst?

    am besten mittels Makrochemie: Schlehe reagiert positiv auf Guajak (kann auch mal ausbleiben) und Anilin hinterlässt nach einigen Minuten eine Rotfärbung auf der Trama (laut Gröger das sicherste Unterscheidungsmerkmal). Weiterhin verfärben sich die Madenfraßgänge der "Schlehe" rötlich im Schnittbild. All das passiert beim Schildrötling nicht. Ansonsten bekommst du beide Arten nicht sicher auseinander, die Ökologie ist gleich und auch von der Hutfarbe her können sich beide Arten sehr ähnlich sehen.


    l.g.

    Stefan

    Hallo,


    nur damit es nicht verwundert. Den Titel und das Unterforum des Threads habe ich bewusst so gewählt.


    Es geht um die Unterscheidung zwischen der einheimischen "Frühblühenden" Traubenkirche Prunus padus und der nicht einheimischen, zunächst absichtlich gepflanzen aber inzwischen stark invasiven "Spätblühenden" Traubenkirsche. Ich habe einige Naturfreunde, welche Jungexemplare letzterer rigoros herausreisen, aber das nur mal so am Rande.

    Bis vor kurzem habe ich schließlich die Spätblühende Traubenkirsche gefunden. Seit 2-3 Wochen aber begegnet mir unsere einheimische immer öfter; bevorzugt in Bachtälern. Zudem möchte ich gerne ein paar markante und teilweise recht häufige Arten vorstellen und Fundanregungen geben.


    Ein Unterscheidungskriterium ist die Blühzeit. Die deutschen Namen kommen nicht von ungefähr. Das "Früh" und das "Spät" sind aber stark von Region und Höhenstufe abhängig. Für mich aber sind die Blätter das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Die Blätter von Prunus padus sind matt (nicht glänzend) und die Blattnerven sind eingesenkt, bzw. erhaben, je nachdem welche Seite des Blattes man betrachtet. ==Gnolm7


    Bilder meines Erstfundes der Art vom 23.4.







    An dieser wächst Taphrina padi, die mir leider noch fehlt. ==Gnolm6 Ulla hat die Art aber hier sehr schön vorgestellt. Die Narren sind los


    Prunus serotina hingegen hat fast glatte Blätter (Blattnerven fast nicht eingesenkt), glänzende Blätter mit deutlicher Wachsschicht. Fotos von heute; "leider" sind die Blätter nass. Bilder von trockenen ergänze ich gerne.





    An dieser wächst Taprina farlowii, die ich schon mal vorgestellt habe.



    Die ganze Gattung Tahprina ist sehr spannend. Alle mir bekannten Arten lösen immer irgendwelche Deformationen oder Wucherungen aus, indem sie das Pflanzengewebe zum atypischen Wachstum anregen.


    mehr oder weniger bekannte Beispiele: Pfirsichkräuselkrankheit - Taphrina deformans Phytoparasiten/Wucherlinge/Taphrina_deformans


    Narrentasche von Pflaumen - Taphrina pruni



    Wer von euch Roteichen in der Nähe hat, kann auch mal nach Taphrina caerulescens suchen. Taphrina caerulescens – Plant Parasites of Europe


    Recht bekannt ist auch noch Taphrina alni, die gerne Erlenzapfen befällt Taphrina alni | (Obligat) Phytoparasitische Kleinpilze


    oder aber Taphrina betulina, welche die Hexenbesen an Birken hervorruft. Hexenbesen an der Birke auf Arbofux - Diagnose-Datenbank für Gehölze


    Taphrina-Arten bilden selbst keine Fruchtkörper aus. Die Asci werden "nackt" direkt auf den entsprechenden Oberflächen gebildet. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist, ob die Asci eine sterile Fußzelle haben oder nicht. Ein Apikalaparat existiert nicht. Die Asci platzen bei Sporenreife einfach auf. Danach ist aber teilweise immer noch die typische keulenförmige Form der Asci zu erkennen.



    So langsam geht die Taphrinazeit los und es lohnt sich wirklich mal danach Ausschau zu halten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Funde zeigt. Bis jetzt warte ich noch in 2020 auf meinen ersten Taphrina-Fund.


    Viel Spaß auf der Jagd.


    l.g.

    Stefan

    Ab einem gewissen Zeitpunkt wird er zäh. Also zu alt sollte er dann auch nicht mehr mitgenommen werden...


    btw auch von mir


    (welcome)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich meine mich zu erinnern, dass Dr. Jascha Weißenborn zum Innenraum-Schimmelpilzkurs angedeutet hat, dass es mehrere grüne Trichodermen geben soll. Oder war es doch jemand anderes? Ich weiß es nicht mehr genau.


    Das nur mal am Rande.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    also ich würde aus rein praktischen Gründen den Schwefelporling in kleinere Stückchen schneiden, panieren, anbraten und einfrosten.


    Wenns mal schnell gehen soll, hast du sehr leckere vegetarische "Hähnchennuggets". Mir fällt aber auch kein Grund ein, warum der auch nicht roh eingefrostet werden könnte, so lange der dann nach dem Auftauen ausreichend durchgegart wird!


    l.g.

    Stefan

    Apropo "chemiefrei"; du kannst gerne deine Chemikerkollegen anfragen, ob sie für dich die ICP-MS oder Flammen-AAS anschmeißen und dir den Cadmiumgehalt in den Pilzen bestimmen. Anhand des Wertes können wir auf jeden Fall die Sektion Arvenses festnageln oder auch nicht. Vielleicht hat dort ein Assistent Langeweile. ==Gnolm7==Gnolm10


    Wäre mal eine etwas unkonventionelle Pilzbestimmung. ==Gnolm4


    l.g.

    Stefan

    Es schadet vielleicht trotzdem nicht sich mal mit NABU oder BUND abzustimmen. Und es schadet keinesfalls dort lebende Tiere und Pflanzen mit in die Waagschale zu werfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei Pilzen die Politik nicht sonderlich interessiert ist; bei Orchideen oder seltenen Vögeln allerdings sehr wohl. Was ich nun nicht ganz verstanden habe. Brüten nun dort Schwarzstörche oder nicht?


    l.g.

    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    da wir jetzt in Sachsen wieder Vereinssport unter freiem Himmel betreiben dürfen, haben wir uns am Samstag mit meinem Kletterclub zu einer Wanderung im Elbsandsteingebirge getroffen. Da ich leider keine Kopfbedeckung mitgenommen hatte und es an dem Tag wider Erwarten sehr sonnig wurde, sind leider nur wenig Fotos zustande gekommen. Ich habe nur Pflanzen fotografiert, die mich interessierten. Pilze (Phytos und Porlinge) gab es, leider aber nicht fotografiert. Für große Fotosessions reichte die Zeit nicht.


    Dennoch möchte ich euch ein paar Bilder zeigen.


    Pflanze mit Rostbefall (auf dem Foto allerdings gesunde)



    Wurde dank Botanikergruppe bei FB als Mercurialis perennis - Waldbingelkraut bestimmt. Hatte ich noch nie bewusst gesehen. Die Pflanze ist unscheinbar und "merkmalsarm". Wenn eine Nachbarpflanze nicht mit Rost befallen wäre (Melampsora rostrupii), hätte ich mich auch nicht weiter um die gekümmert. Bemerkenswert ist, dass hier bei den Buchenwäldern im Dresdner Umland ich die Pflanze noch nie gesehen habe.


    Für mich neu und verwirrend. Petasites albus - die Weiße Pestwurz, eine Art, die normalerweise in höheren Lagen gedeiht. Da es aber im Elbi die klimatische Besonderheit hat, dass die Täler kühler sind als die Höhen, wächst die Pflanze hier in einem Bachgrund. In der Gruppe wurde hin und herdiskutiert, ob es nicht doch die normale Pestwurz sein kann. Nein kann es nicht, denn ich habe die Pflanze im Weißbachtal gefunden. ==Gnolm7==Gnolm10 Ein weiteres Gegenargument gegen die normale Pestwurz ist die Blattform und die dichte weiße Behaarung blattunterseits. Die Blätter sahen aus wie Huflattich. Stutzig gemacht haben uns nur die Stängel/Fruchtstände.



    Umgesürzter Baum; die Gruppe war sich uneins ob Esche oder Hainbuche. Ist zwar blöd für die Kartierung aber zur Not tut es als Substrat auch "Laubholz" mit dem Vermerk auf beide Arten. Pilze gab es einige dran. So auf die Schnelle waren es 5-6 Arten, ohne groß zu suchen



    Zum Abschluss noch das Ausdauernde Silberblatt/ Mondviole - Lunaria rediviva.



    Direkt am Parkplatz gab es einen Imbiss. Die dort angebrachten Schilder musste ich einfach fotografieren. Dies hier hat meinen Zustand bei der Ankunft sehr genau beschrieben.





    hier musste ich spontan an die alte Chemikerweißheit denken "Alkohol löst keine Probleme aber es ist ein gutes Lösungsmittel." ==Gnolm4==Gnolm7



    Das passt sehr gut als Abschluss.



    l.g.

    Stefan

    Mit der Schäffer-Reaktion ist das so eine Sache. Klar würde die beim Schlüsseln stark helfen, andererseits sammel ich selten Champignons ein und Salpetersäure und Anilin braucht man halt sonst eher selten und will sie nicht unbedingt im Haus haben...

    Doch ich; schon aus Prinzip. :P==Gnolm7==Gnolm10


    Hast natürlich recht. Das war nur eine allgemeine Anmerkung meinerseits zu dem Thema Agaricus an sich. Ansonsten kannst du Schild- und Schlehenrötlinge mittels Anilin sehr gut trennen.

    Hi,


    denke hier auch, dass es sich bei dem um A. augustus handeln müsste. Die Sporen passen von der Größe her, die Lucky schon schrieb. Laut Para II ist A. augustus immer noch die einzige Art aus der Arvenses-Sektion mit so einer markanten geschuppten Huthaut. Wenn du noch die entsprechenden Chemikalien gehabt hättest, hättest du noch die Schäffer-Reaktion machen können. Die ist zusammen mit der KOH-Reaktion immer recht hilfreich, um in die richtige Sektion zu gelangen.


    Wichtige Merkmale sind noch: Ring hängend oder aufsteigend (einige Arten haben zudem eine markante Velumsocke), Lamellenschneide steril oder fertil.


    Dann noch eine kleine Anmerkung. Es wäre für die Übersichtlichkeit besser, wenn du zu deinem Mikrobildern dazuschreibst, was die genau darstellen.


    l.g.

    Stefan