Beiträge von thorben96

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch in diesem Thread einen Pilz zeigen der früher als 'Stachobotrys' bezeichnet wurde.

    Mittlerweile ist diese Gattung in mehreren Gattungen gesplittet, aber trotzdem denke ich ist der Arbeitsname nicht verkehrt.

    Der Fund ist vom 10.08.25 und wurde im Botanischen Garten Bochum auf abgestorbenen Material von Gunnera cf. manicata gemacht.

    Hier sind die Bilder:
    1. Das weiße ich ein Acremonium-ähnlicher Pilz und das schwarze ist die 'Stachobotrys'.


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe hier noch einen Fund vom 10.08.25 aus dem Botanischen Garten Bochum.

    Es ist wahrscheinlich etwas Acremonium-ähnliches (einen Namen gibt es dazu auch noch nicht).

    Diese Anamorphe wuchs auf abgestorbenen Blättern von Gunnera cf. manicata zusammen mit 'Stachobotrys'.

    Hier sind die Bilder:
    1. Das weiße ich die Acremonium-ähnliche Anamorphe und der schwarze Belag gehört zu der 'Stachobotrys'.


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch eine Anamorphe zeigen die ich am 27.09.25 auf verrottetem Fallopia finden konnte.

    Von den Konidienträger könnte es etwas Dactylaria-ähnliches sein, aber die Konidien sind dagegen sehr speziell.

    Ich musste mehrmals schauen und mich vergewissern, dass ich keine Fremdsporen erwischt habe, aber die Konidien sind tatsächlich gebogen gewesen.

    Vielleicht hat der ein oder andere schon etwas ähnliches gefunden.

    Bisher gibt es dazu noch keinen passenden Namen.

    Hier sind die Bilder:
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    VG : Thorben

    Hallo Christoph und Beli,


    genauso hatte ich auch gedacht, erst an H. cucullata, die aber unter dem Mikroskop schon raus war und dann zwischen H. lactea und H. pseudolactea hin und her verglichen.

    Leider passen die nicht.

    Ich habe auch schon Pleurozystiden am Beleg gesucht, aber konnte nichts entdecken, dass würde für die Richtung H. lactea sprechen.

    Es soll noch eine H. lactea var. tetraspora f. minor (Sporenmaße 6.7–8.7 × 1.7–3.0 µm) geben.

    Dieser Pilz ist auch wieder so ein Kandidat für eine zukünftige Sequenzierung.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    vom 19.10.25 habe ich hier noch eine Hemimycena liegen, die ich nicht bestimmen kann.

    Egal was ich mir als passenden Kandidaten aussuchen, es passt einfach nicht.

    Vielleicht habt ihr dazu eine Idee.

    Das Substrat war Laubstreu von Fagus.

    Hier sind die Bilder:
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    3. Cheilozystiden


    4. Cheilozystiden


    5. HDS


    6. HDS


    7. Kaulozystiden


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    VG : Thorben

    Hallo Tonio,

    ich denke, dass es sich bei den Hyphopodien um die Gattung Clasterosporium (C. caricinum) handelt.

    möglich wäre es.


    Bei Ellis (Microfungi of land plants, Abb. 1989, Text S. 535) ist diese Art beschrieben. Es wird auf nasses Gelände verwiesen und die passenden Konidien fand ich in den Proben auch.

    Ich finde es von dir sehr mutig einen Pilz als passend zu bezeichnen ohne ihn zu vergleichen.

    Du hast doch eine Beschreibung genannt, dann lies diese doch auch durch und vergleiche sie mit deinem Fund.

    Wenn in der Beschreibung steht, dass die Konidien 7-12 septiert sind, deine Konidien aber 5-7 septiert sind, dann würde mich das schon nachdenklich machen.

    Spätestens bei der Größenangabe der Konidien von 70-360 x 11-20 Mikrometer sollte klar sein, dass zumindest die Art nicht passen kann und man auch spätestens dann die Gattung überdenken sollte.

    Das heißt du musst die Konidien messen, sonst kannst du auch nichts vergleichen.

    Genauso solltest du die Konidienträger nicht ignorieren, die im übrigen auch Teil einer Beschreibung sind und sogar in Ellis&Ellis und Seifert et. al. zu sehen sind.

    Oder kannst du mit Sicherheit sagen, dass das ungeschlechtliche Sporen sind ? Auch geschlechtliche Sporen können so aussehen, wie zum Beispiel Phaeosphaeria und nein, dass ist keine Bestimmung, denn auch für Teleomorphen braucht man Merkmale (unter anderem Asci, Basidien......).

    Ebenfalls bei Seifert et. al. (Abb. 241A) sind Hyphopodien bei dieser Art skizziert. Bem meinem zweiten Foto hier kann man sogar schemenhaft die Hyphopodien erkennen.

    Ja, da werden Hyphopodien gezeigt, die deinen Bildern im Anfangsbeitrag ähneln.

    Nein man kann auf deinen zweiten Foto in Beitrag 7. keine Hyphopodien erkennen.


    VG : Thorben

    Hallo Tonio,

    Da gibt es wohl außer Lobatopedis noch andere Gattungen mit solchen Basalzellen?

    Wie kommst du denn jetzt auf Lobatopedis ?
    Gib doch einfach mal auf Google Hyphopodia ein, dann kriegst du jede Menge Gattungsbeispiele die Hyphopodia bilden.

    So zum Beispiel auch die Gattung Gaeumannomyces, aber auch andere Gattungen kann man dort finden und sicherlich gibt es noch viel mehr Gattungen, die nicht so einfach zu finden sind.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch einen Pluteus Fund zeigen, den ich Anfangs als Pluteus nanus abgelegt habe, dann aber wegen den Kaulozystiden zu den Pluteus podospileus clade gepackt habe.

    Dazu auch ein bisschen Literatur:

    Holarctic Species in the Pluteus podospileus Clade: Description of Six New Species and Reassessment of Old Names

    Welche Art das jetzt genau ist, dass kann ich nicht sagen.
    Ich hoffe irgendwann den Fund durch Sequenzierung eindeutig bestimmen zu können und vielleicht kommt am Ende einfach nur Pluteus podospileus raus.

    Den Fund konnte ich am 03.08.25 an einem Baum von Acer in einem Park machen.

    Hier sind die Bilder:
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    4. Cheilozystiden


    5. Pleurozystiden


    6. HDS


    7. HDS


    8. Kaulozystiden


    9. Kaulozystiden


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe hier vom 09.11.25 noch eine Basidiodendron sp. auf der Festplatte.

    Eine wirkliche Idee für eine Art habe ich nicht, aber vielleicht habe ich irgendetwas übersehen.

    Das Substrat war wahrscheinlich Abies oder Picea.

    Hier sind die Bilder:
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    VG : Thorben

    Hallo Tonio,

    zu 1) Vermutlich sind diese Plätzchenformen Moose oder Flechten.

    Da muss ich jetzt mal ganz klar widersprechen.
    Moose bilden niemals Hyphen aus und schon gar nicht braune-schwarze Formen ohne irgendwelche Chloroplasten.

    Wie sollen diese Gebilde, denn Photosynthese betreiben ?

    Flechten fallen auch weg, da Flechten eine Symbiose mit Pilzen und Algen oder Cyanobakterien eingehen.
    Daher müsstest du bei der Perfekten Form, Asci mit Sporen sehen und Algen oder Cyanobakterien sehen.
    Ja es gibt auch anamorphe Formen, wie zum Beispiel die Stenocybe, diese sind aber Synnemata.

    Außerdem sind bilden sowohl die Moose als auch Flechten in der Regel größere Gebilde.


    Du hast Glück, dass ich gerade in alter Literatur und über weiteren Umwegen, einen Namen für deine Gebilde gefunden habe.

    Man nennt diese Gebilde an den Hyphen Hyphopodia.

    Eine Bestimmung des Pilzes ist nicht möglich.


    VG : Thorben

    Hallo Sigi,

    Was es nicht alles gibt 8|

    Wenn du sagst, Standorttreu. Wie muss ich mir das dann vorstellen, wie bei fleischfressenden Pflanzen? Der liegt dann auf der Lauer und wartet bis ein Käfer drüberkrabbelt?

    Wie genau die Infektion passiert kann ich nicht sagen, ob durch Nahrungsaufnahme und/oder die Konidien sich an dem Körper haften und dann keimen. Was ich sagen kann ist, dass der Pilz den Käfer zwingt einen geeigneten Ort zum Sporulieren aufzusuchen, wenn die Bedingungen stimmen.

    Standorttreu bezeichne ich den Pilz, weil du ihm am gleichen Ort und oft auch an den gleichen Stellen erneut finden kannst.

    Jetzt nicht nicht 100% die selbe Stelle, manchmal auch etwas versetzt, aber wenn du einen Weg hast, wo die Befälle an leichten Böschungen zu finden waren, dann wird im nächsten Jahr auch wieder etwas zu finden sein.


    VG : Thorben

    Hallo Chris und auch Torsten,


    das was ihr gefunden habt ist Erynia nebriae.

    Dieser Pilz befällt Laufkäfer meistens Nebria brevicollis, ob auch andere Laufkäfer befallen werden weiß ich nicht.

    Es gibt bei dem Pilz Primär- und Sekundärkonidien, dass heißt aus den Primärkonidien bilden sich Sekundärkonidien.

    Um diese zu gewinnen muss man 2 Abwurfpräparate von den Konidien machen.

    Der erste ist nur für die Primärkonidien und der zweite wird in eine Feuchtkammer für ca. 4 Stunden gepackt, damit sich aus den Primärkonidien die Sekundärkonidien bilden können.

    Interessant ist, dass der Pilz Standorttreu ist und jedes Jahr wieder zur gleichen Zeit auftaucht, zumindest ist das bei mir so.

    Hier ist auch etwas Literatur dazu.

    Amended description and new combination for Entomophthora nebriae Raunkiaer, (1893), a little known entomopathogenic fungus attacking the ground beetle Nebria brevicollis (Fabricius, 1792)


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch einen Fund zeigen, der mich vor einem Rätsel stellt und gleichzeitig zeigt, dass nicht alle bekannten Pilze gleich sind.

    Es handelt sich dabei, um einen Deconica Fund vom Pilzworkshop im NSG Heiliges Meer 14.11.25.

    Aus Neugier habe ich die Deconica "montana" eingepackt und eine größere Deconica "montana".
    Eigentlich ein Pilz der schon im Feld bestimmbar ist und hatte selber gedacht, dass es alles Deconica montanas sind.

    Wieder einmal hat die Natur einen Strich durch die Rechung gemacht.

    Die große Deconica "montana hatte sich als Deconica montana var. macrospora herausgestellt und dieser Fund ist auch keine Deconica "montana".

    Leider habe ich das erst Zuhause beim Messen der Sporen bemerkt, sonst hätte ich mir noch mehr Deconicas eingesammelt.

    Fest steht, dass nicht alles gleich ist und man trotzdem Mikroskopieren muss.
    Jetzt bleibt es halt nur bei einem Deconica sp., aber vielleicht hat ja jemand einen ähnlichen Fund oder findet ihn zukünftig.

    Hier sind die Bilder:
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    4. Cheilozystiden


    5. Cheilozystiden mit Schnallen


    6. Kaulozystiden


    7. Kaulozystiden wie Cheilozystiden


    8. HDS


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    VG : Thorben

    Hallo Bohan,


    da hast du ja einige interessante Funde gemacht :)

    25. Nalanthamala cf. psidii

    ex Rubus idaeus, conidiomata 325 μm - 875 μm Ø

    Den Pilz kenne ich nicht, aber dein Fund erinnert mich stark an Clonostachys.

    Vergleich mal damit.


    40. unbekannter Hyphomycet parasitär auf Allophylaria macrospora

    Die Sporen sind am keimen, daher vermute ich, dass es die Anamorphe der A. macrospora sein könnte.

    Es oft so, dass aus den Sporen bei Reife die Konidienform gebildet wird.


    VG : Thorben

    Hallo Oliver,

    8. Darauf befand sich auch eine Anamorphe

    Sporen: 26.9±2.9 x 3.7±0.5

    Kennst du folgendes Buch ?
    Flora of Lichenicolous Fungi, Vol. 2, Hyphomycetes

    Zu der Anamorphe kann ich nichts sagen, aber dafür habe ich Fragen.

    Hatten die Konidien ein Ornament ?

    Waren manche Konidien septiert ? Wenn ja wie oft ?
    Spontan denke ich an Trichonectria, aber so lässt sich das nicht mit Sicherheit sagen.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,

    ich denke Nr. 3 ist dieselbe Gruppe / Familie wie Nr. 1, nur nicht so viel pigmentierte Konidien.

    Trimmatostroma bildet nie Konidien wie bei Nr. 1 aus, sie sind immer kompakt aus mehreren Zellen zusammen.

    Bohan liegt bei Nr.1 mit Botryosphaeriaceae nicht verkehrt.


    VG : Thorben

    Hallo Erik,


    sry, dass ich mich erst jetzt melde und antworte.

    Ich hatte es vergessen gehabt zu antworten :(

    Es gibt ein paar Neuigkeiten.

    Ich habe einen Fund geschickt bekommen, der deinem ähnlich ist und gerade gesehen, dass es aktuelle Literatur und sogar einen Bestimmungsschlüssel gibt.

    Dein Fund sollte nach dem Schlüssel eine Akanthomyces aculeatus sein.

    Ich habe mir dein Bild mit den Konidien angeschaut und bemerkt, dass sich ein Fehler in der Messskala eingeschlichen hat.

    Deine Konidien sind dann bei mir bis 8,5 Mikrometer lang und bis 5 Mikrometer breit.

    In dieser Arbeit gibt es auf Seite 293 einen Schlüssel für Arten die auf Motten wachsen.

    A phylogenetic assessment of Akanthomyces sensu lato in Cordycipitaceae (Hypocreales, Sordariomycetes): introduction of new genera, and the resurrection of Lecanicillium

    Die Konidien sind nicht schmal, daher fällt die A. tuberculatus agg. meiner Meinung nach weg.

    Sagen wir mal deine Messskala hat eine Abweichung von 3 Mikrometer, dann sind deine Phialiden trotzdem noch über 10 Mikrometer lang.

    Das passt alles gut zu der A.aculeatus.


    VG : Thorben