Beiträge von lamproderma

    Hallo,

    war auch erst beim Splatblättling.

    Den Holländer-Phal habe ich erst nach dem Joker begriffen oder zumindest geahnt und gehofft. Der weiße Flokati hat mich irritiert, aber nach Vergleich bei Tante Google dann doch zum richtigen Ergebnis gebracht.

    LG Ulla

    Hallo liebes Forum,


    Heute machten wir einen Ausflug nach Bernburg in das FND Latdorfer Kalkberge. Dieses Gebiet ist ein Teil der Abraumhalden der Bernburger Sodaindustrie, die teilweise schon ca. 70 Jahre aufgelassen sind. Dort wurden feste Rückstände wie Sand, Kalk und Calciumcarbonat in sogenannten Kalkteichen verspült. Seit der Auflassung entwickelte sich dort eine Pionierflora aus Pappeln, Weiden und Birken. Auch eine reichhaltige Orchideenflora u.a. mit Rotbraunem Sitter, Großes Zweiblatt entwickelte sich dort.

    Heute dominieren vor allem Birken.


    Dieses Gebiet wurde in den 1980er Jahren bereits als Pilzschutzgebiet ausgewiesen.

    Denn dort wurde erstmals für die DDR Massenvorkommen der Weißstielige Lorchel – Helvella spadicea nachgewiesen.


    Nun wollten wir wissen ob wir die Art heute wiederfinden, da die letzten Funde der Art schon ein paar Jahre zurückliegen.


    Gleich am Eingang zum FND trafen wir auf junge Fruchtkörper. Man sah allerdings nur die Hüte aus der Erde gucken, die Stiele waren noch nicht gestreckt. Beim Herausheben eines Fruchtkörpers sieht man diese aber gut.


    In der Nachbarschaft wuchsen Hochgerippte Becherlinge Helvella acetabulum (leider kein Foto).


    Bei Pappeln dann erstmals Morcheln – Morchella vulgaris und auch eine gelbe Morchel, die eventuell Morchella americana sein könnte. Das müßte aber noch geklärt werden.



    Später zwischen Birken und Pappeln dann ein für uns erstaunlicher, aber eindeutiger Fund – Kronenbecherlinge – Sarcosphaeria coronaria. Es war keine Kiefer in der engen und weiteren Umgebung zu sehen. Aber nach Recherche im Internet kann die auch mit Laubbäumen! Wichtig ist der kalkhaltige Untergrund. Das ist auch ein Erstfund für das Gebiet.




    Auf einer Freifläche dann Sandborstlinge, möglicherweise Geopora sepulta, daneben winzige Rißpilze.




    Diese müssen noch untersucht werden, leider erst morgen.


    In gesamten Gebiet waren große Mengen am Großen Zweiblatt, Listera ovata zu sehen, so viele wie ich noch nie gesehen habe. Sie standen so dicht, dass man Angst hatte sie zu zertreten! Die Blüte ist erst am Herausschieben. Für die anderen Orchideenarten (Rotbrauner Sitter, Weißes Waldvöglein u.a.) ist es allerdings noch zu früh. Da schauten nur die Triebspitzen heraus.



    Es hat sich auf jeden Fall gelohnt diese Tour zu unternehmen.


    LG Ulla



    Hallo Hartmut,

    aufgrund dessen, dass sich das Capillitium leicht vom Stielbecher abtrennen läßt, der Sporengröße und Skulptur sowie der Capillitiumstruktur kommt für mich nur Arcyria ferruginea in Frage, auch wenn die Fruchtkörper makroskopisch nicht ganz typisch aussehen.


    VG Ulla

    Das ist doch der Dörrapparat... keine Milch.

    Wir haben auch diesen Dörrapparat und sind sehr zufrieden damit. Unsere Morchelfunde sind da in ca. 10 Std. bei niedrigster Stufe rascheltrocken. Allerdings trocknen wir die Morcheln nicht in Hälften oder Vierteln sondern schneiden sie von oben nach unten in Scheiben.

    Eine Freundin, die ich immer mit Trockenpilzen versorge, fragte mal: "Hast Du da noch welche von den Zahnradpilzen, die sind am besten!"

    Fand ich lustig (die "Zahnradpilze")! :glol:


    LG Ulla

    Hallo Bernd,

    Dein Schleimpilz nr. 1 ist eine Trichia, allerdings kommen da verschiedene Arten in Frage: ich tippe auf Trichia scabra mit Sporen, die ein kleinmaschig netziges Ornament haben, während Trichia persimilis, die andere möglich Art, Sporen mit großmaschigem oft unvollständigem Netz haben.

    Die Nr. 2 sieht nach einer alten, schon ausgestäubten Badhamia utricularis aus, da die Fruchtkörper so am Moos herunterhängend wuchsen. Aber es könnte auch eine ander Badhamia sein. Auf Moos wachsen noch andere Arten.

    100%ige Bestimmung leider auch nur mit Mikroskop.


    LG Ulla

    Ich musste heute leider schwänzen. Aber ich habe eine hervorragende Ausrede: Morcheln💃💃💃.

    Also das würde ich als Ausrede nicht durchgehen lassen. Schnöde Morcheln gegen so tolle Bilder und Erklärungen dazu.

    Das würde ich auch so sehen.

    Wir haben uns auch gestern nachmittag durch unsere Morchelgründe durchge"morchelt" und waren aber pünklich kurz vor 20:00 mit dem Putzen und Schnippeln fertig. Das letzere hätte man natürlich auch beim Vortrag machen können, andere stricken oder kraulen Katzen etc. dabei. :giggle:

    LG Ulla

    Hallo,

    zwar denke ich vom Foto her auch an den Stäublings-Schleimpilz Reticularia lycoperdon.

    Allerdings irritiert mich Deine Bemerkung, dass der Pilz nach dem Zusammendrücken wieder seine ursprüngliche Form annehmen soll. Das paßt für den Schleimpilz nicht. Wenn er noch unreif ist, tritt Saft heraus, aber er ist dann zerdrückt, es sei denn man drückt nur ganz leicht auf die Oberfläche ohne diese zu zerstören. Aber dann tritt dabei kein Saft aus.


    VG Ulla

    Ach so, die nächsten Aufhängebändchen werde ich übrigens zuerst einkleben. Dann kann man sie zum Trocknen aufhängen. Das dauert immer ein Weilchen bei Ölfarben.

    Das ist eine prima Idee.

    Ich habe auch schon fleißig Schneckenhäuschen gesammelt, fehlen noch die Farben. Ich probiere es mal mit Acrylfarben. Denke mit Klarlack kann man die Farben gut vor Außeneinflüssen schützen.

    Bis nächstes Ostern ist ja noch ein bischen Zeit.

    LG Ulla

    Hallo Bernd,

    Du hast bei Deinen Verpeln auch die gelbe Form dabei. Unter welchen Bäumen wuchsen die?

    Bei uns findet man die gelbe Form ausschließlich unter Kirsche. Die sieht man auch Deinem Foto vom Biotop allerdings nicht.


    LG Ulla

    Das Werk kommt sogar fragmentarisch in den Handel:


    Pilze - Claus Caspari : Scharlachroter Saftling. Hygrocybe punicea (Fr.) Karst. | eBay

    Nun auch ein stolzer Preis. Wenn man bedenkt, dass es 180 Tafeln sind...

    Ja schade, dass so häufig ältere Werke einfach auseinandergerissen werden um Geld zu machen.

    Mich ärgert, dass die Verkäufer keine Achtung vor den Werken unserer Altvorderen haben. Bei ebay und anderen Anbietern z.B. delcampe findet man oft solche Angebote. Wenn man die Tafeln vollständig haben möchte, müßte man einen horrenden Preis bezahlen! :cursing:


    LG Ulla

    Hallo Bernd,

    Dein farbenfroher Schleimi sieht mir sehr nach dem Wespennest - Metatrichia vesparium aus. Die ähnliche Metatrichia floriforme sieht makroskopisch schon etwas anders aus. Mikroskopisch unterscheiden sich beide durch die Capillitiumfäden: M. vesparium : stachelig mit kurzen Enden, M. floriforme: glatt mit lang ausgezogenen Enden.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    den Falschen Mehltau am Hohlen Lerchensporn hatten wir heute bei Bernburg ebenfalls.

    Der Rost an Anemone, Tranzschelia fusca ist bei uns eigentlich häufig, da wundert es mich dass Du ihn noch nicht oft gesehen hast. Er ist eigentlich leicht von fern zu erkennen, die befallenen Blätter sind dann immer etwas nach oben hervorragend und man sie sie schon von weitem, bevor man das Blatt umdreht und den Rostbefall erkennt.

    LG Ulla

    Ich war auch für den Grünblättrigen Schwefelkopf.

    Auf das Weißstielige Stockschwämmchen wäre ich nie gekommen. Das Foto war mir viel zu orange. So habe ich den Pilz noch nie gesehen.


    LG Ulla

    Hallo Christoph,

    danke für den Literaturhinweis, das paßt ja schon sehr auf unseren Fund. Uns war ja nicht nur die Färbung des Stieles aufgefallen, sondern auch dass manche Hüte nicht so stark hirnartig gewunden waren, sondern mehr zipfelig.

    Da wir einige Fruchtkörper mitgenommen haben, werden wir davon auf jeden Fall etwas zur Sequenzierung schicken, damit unser Fund klar wird.


    LG Ulla

    Hallo Martin,

    jeder der neu ins Forum eintritt hat automatisch 100 Chips. Die kann man dann bei Rätseln, Wetten etc. einsetzen.

    Das kann man dann in seinem Avatar einfügen, damit man es nicht vergißt. Ist also nur wichtig, wenn man so etwas mitmacht.

    LG Ulla

    Hallo liebes Forum,


    Am Wochenende waren wir auf den Spuren eines bekannten Mykologen aus Sachsen-Anhalt – Karl Kersten. Die wenigsten (oder vielleicht gar keiner) werden ihn wenigstens vom Hörensagen kennen.

    Karl Kersten hat war vor und nach dem 2. Weltkrieg im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt als Mykologe tätig, hat dort die Pilzkartierung unter den damaligen Pilzberatern forciert. Deshalb sind vor allem aus den Jahren 1930-1970 viele Daten auf ihn zurückzuführen.

    Durch ihn ist die sogenannte „Morchel-Linie“ im südlichen Fläming bekannt geworden, die eigentlich die „Lorchel-Linie“ heißen muss. Denn nicht die Speisemorchel Morchella esculenta war dabei gemeint, sondern die Frühjahrslorchel Gyromitra esculenta. Dort wurden in den 30er Jahren unglaubliche Mengen an Frühjahrslorcheln gefunden. Die Pilzsammler aus den Ortschaften um Grimme nannten die Pilze aber „Morcheln“, deshalb „Morchel-Linie“.

    Damals wurde die Frühjahrslorchel oft noch zu Speisezwecken gesammelt.

    Deshalb machten wir uns am Wochenende auf, um auf dieser Linie nach den Frühjahrslorcheln zu suchen. Diese Pilze sind für uns aus dem südlichen Sachsen-Anhalt doch etwas Besonderes, da es die entsprechenden Habitate (sandige Kiefernwälder) im Süden von Sachsen-Anhalt nicht gibt.

    Im Gebiet um Grimme - Golmenglin sind solche Habitate zu finden.

    Dort machten wir Station.



    Da wir im letzten Herbst, dort auch eine große Waldbrandstelle aus dem Jahr 2019 aufgesucht haben, versuchten wir es erst dort. Vom Biotop konnte es passen: offene Flächen, Kahlschlag, viel Holz im Boden.


    Wir mussen nicht lange suchen, dann entdeckten wir die ersten Fruchtköper.

    Und es hörte nicht auf: hunderte, vielleicht tausende Fruchtkörper waren auf der Fläche zu finden, meist noch recht jung, aber einige doch schon größer. Für uns ein unglaublich schöner Fund.





    Manchmal waren die Stiele der Lorcheln nicht ganz weiß, sondern bis ins graulila gefärbt (ähnlich der Bischofsmütze Gyromitra infula).

    Leider haben wir dazu in der Literatur nichts gefunden. Vielleicht hat jemand so etwas auch schon festgestellt..



    Danach haben wir auch angrenzende, noch intakte Kiefernschläge abgesucht und sind auch dort auf sehr viele Lorcheln gestoßen.




    Es scheint dieses Jahr ein gutes Lorchel-Jahr zu sein.

    Auf jeden Fall für uns!

    LG Ulla