Beiträge von lamproderma

    Hallo Rainer,

    zu Deinen Myxo-Funden:

    die Nr. 2 muß keine Lamproderma werden, es könnte auch eine Comatricha sein, aber da muß man die reifen Fruchtkörper haben.

    Nr. 11 ist eine von den roten Arcyria-Arten und die Nr. 12 eine Trichia. Beide letzteren sind mikroskop-pflichtig. Bei der Nr. 2 müßte man eben auch reife Fruchtkörper haben um wenigstens die Gattung ansprechen zu können.


    VG Ulla

    Hallo,

    Dein Becherling sieht nach Morchelbecherling Disciotis venosa - aus.

    Am besten mal ein Stück abbrechen und daran riechen. Sollte wie Schwimmbad , nach Chlor riechen.

    Bei einer Scheibenlorchel sollte eigentlich Holz drunter oder in der Nähe sein. Auch riechen die nicht nach Chlor.

    VG Ulla

    Hallo liebe Pilzfreunde,

    im Moment herrscht ja ein wahrer hype in Punkto "Morcheln".

    Dazu will ich mich nur kurz äußern, für uns hat es gereicht für Mahlzeit und Vorrat an Trockenpilzen.

    Aber wir machten gestern auch einen schönen Beifang, der nicht immer so häufig ist: die Raupenkernkeule - Ophiocordyceps gracilis (auch früher nur Cordyceps gr.). Der neueste aktuelle Name ist Paraisaria gracilis.

    Viele Namen für so ein kleines Pilzchen.


    Der Pilz parasitiert auf abgestorbenen Schmetterlingsraupen. Das Mycel durchwächst die Raupen und bildet im Frühjahr Fruchtkörper aus.

    Teil der befallenen Raupe


    Die Kernkeulen sind Ascomyceten. Man sieht an dem kleinen Köpfchen die Perithecien (Fruchtkörpermündungen) wo die Schläuche mit den Sporen gebildet werden.

    Gestern hatten wir an mehreren Stellen manchmal bis zu drei Kernkeulen. Die kleinen orangen Köpfchen fallen gut auf wenn der Pflanzenbewuchs nicht zu dicht ist.

    So häufig hatten wir sie noch nie.


    LG Ulla

    Hallo,

    leider sind wir Pilzfreunde keine Pathologen. So alte Pilze zu bestimmen ist immer mit Unsicherheit behaftet.

    Da Du schriebst, wächst am Stammfuß einer Eiche tippe ich mal auf Inonotus dryadeus, den Tropfenden Schillerporling. Der kann schon noch mehrere Jahre an der Eiche wachsen ohne Probleme. Aber irgendwann bringt er sie dann doch zu Fall.

    VG Ulla

    Hallo Bernd,

    schöner Fund!

    Ja, Lamproderma ist richtig und Deine Vermutung L.violaceum trifft es auch. Allerdings ist der Name L.violaceum nicht mehr gültig. Die Art heißt L. arcyrioides.

    Typisch für die Art ist das Auftreten in der kalten Jahreszeit, allerdings nicht nivicol.

    Auf der Peridie sind typisch kleine nadelförmige Kristalle, auf Deinen Fotos gut zu sehen, die Sporengröße und wie das Capillitium aussieht ist typisch für diese Art.


    LG Ulla

    Hallo Markus,

    ich würde deiner Bestimmung zustimmen: Geastrum coronatum.

    Den hatten wir auch gerade letzte Woche, leider auch nur als überalterte Exemplare.

    Geastrum striatum fällt völlig raus, der hat ein gerieftes Peristom (Mündung), die Endoperidie sieht auch ganz anders aus, ist meist mit einem weißlichen Belag belegt, bildet den typischen Kragen direkt unten an der Exoperidie.

    G. pseudiolimbatum ist coronatum ähnlich, wurde früher auch nur als Form von coronatum gesehen, hat aber ein deutlich gehöftes Peristom und ist hygrometrisch (rollt bei Trockenheit die Arme nach oben).

    G. coronatum besiedelt anthropogene Gebüsche oder trockene Laubwälder. Da würde Dein Fund auch hinpassen.


    VG Ulla

    Hallo Matthias,

    zunächst kann ich Dich beruhigen. das ist mit ziemlicher Sicherheit kein Echter Hausschwamm.

    Es ist ein Schleimpilz, voraussichtlich der Stäublingsschleimpilz.

    Schleimpilze sind auch nicht schädlich für das Substrat auf dem sie wachsen, also für Deinen Dachbalken.

    Also die Schleimis entfernen, Sporenpulver auch gut entfernen und dafür sorgen dass die Restfeuchte des Balkens bald verschwindet.


    LG Ulla

    Hallo,

    leider gibt es seit ein paar Jahren irgendwelche Personen (ich denke nicht, dass das Asiaten sind), die den Bärlauch, vor allem die Zwiebeln in großer Menge (kiloweise) ausgraben und verschwerbeln..

    Im Leipziger Auwald patoullieren deshalb Polizei-Streifen in den entsprechenden Gebieten und haben bereits oft schon solche Diebe erwischt.

    Schlimm finde ich das. Wenn das so weiter geht wird der Bärlauch doch seltener.

    Für einen Handstrauß Bärlauch sag man ja nichts, aber soviel ...


    LG Ulla

    Hallo Rainer,

    schön, dass Du die Fruchtkörper weiter beobachtet hast.

    Nun ist es auf jeden Fall sicher, dass es eine Metatrichia ist. Auch denke ich sicher an Metatrichia floriforme.

    Es gibt noch eine andere, häufigere Metatrichia : M. vesparium, das Wespennest.

    Die Art bildet meist Grüppchen von Fruchtkörpern auf einem Stiel und das Capillitium ist mehr rötlich.

    Mikroskopisch unterscheidet es sich von M. floriforme durch Capillitium mit stachligen Spiralbändern und kurzen Enden.

    M.floriforme ist seltener und bildet oft nur einzelne Fruchtkörper auf einem Stiel aus, aber kann auch Grüppchenauf einem einzelnen Stiel bilden. Aber die Farbe des Capillitiums ist mehr orangerot nie richtig rot und das Capillitium ist auch typisch: Spiralbänder ohne Stacheln und lange Enden

    Deshalb denke ich, auch wenn Du nicht mikroskopierst, dass Dein Fund sicher M. floriforme ist.

    Schöner Fund!

    Hallo,

    am vergangenen Wochenende machten wir einen Frühjahrsspaziergang ins nördliche Saaletal um die beweideten Trockenrasen-Hänge auf der Suche nach dem Felsen-Goldstern - Gagea bohemica - zu inspizieren.



    Auf den sehr schön abgeweideten Trockenrasen wurden wir auch schnell fündig.

    Die ersten Goldsterne öffneten bei dem schönen sonnigen Wetter ihre Blütenköpfe. Überall waren gelbe Tupfen zu sehen.




    Erst zu Hause beim Abspeichern der Fotos bemerkte ich einen netten Beifang auf einigen der Blättchen des Goldsterns: einen Phytoparasiten.



    Da ich die Blättchen natürlich nicht mitgenommen hatte, bleibt nur die Vermutung: der Rostpilz Uromyces acutatus, welcher auf Felsen-Goldstern zu finden ist.

    Auch die Maiwürmer (Ölkäfer) waren wieder sehr eilig unterwegs.

    Die Erd-Segge Carex humilis blühte schon sehr schön.

    Ebenso die Cornelkirsche:


    An diesem schönen Ausichtspunkt wollte man aber lieber auf Nummer sicher gehen.


    Jedenfalls war es ein schöner Ausflug!


    LG Ulla

    Hallo Rainer,

    Wie Du ja schon bemerktest ist Dein Myxo-Fund noch unreif.

    Ich würde aber eine Lamproderma ausschließen, denn Lamproderma gehört zu den Stemonitales und die haben immer einen dünnen schwarzen Stiel (Columella) der bis in das Köpfchen reinragt. Von diesem geht dann das Capillitium aus.

    Bei Deinem Fund ist der Stiel mehr rötlich (zumindest auf dem Foto ) und ich denke eher, das das eine Metatrichia ist, eventuell Metatrichia floriforme.

    Das läßt sich aber ganz leicht feststellen wenn die Fruchtkörper reif sinn. Dann müßte im Innern des Köpfchens makroskopisch ein orangerotes Capillitium sein (mikroskopisch zu sehen: mit Spiralbändern und lang ausgezogenen Enden). Das Sporenpulver hat die ähnliche Farbe.

    Bei Lamproderma müßte das Sporenpulver dunkelbraun bis schwarz sein.

    Wenn Du den Fund mitgenommen hast kannst Du das ja nachprüfen

    Noch eine Bemerkung: Lamproderma violaceum ist ein veralteter Name. Jetzt heißt sie Lamproderma arcyrioides.

    VG Ulla

    Hallo Christine,

    ja, ich würde den Myxo auch für Dictydiaethalium plumbeum halten.

    Das er so in Löchern gewachsen ist finde ich schon bemerkenswert.

    Ich kenne ihn eigentlich bisher nur direkt flächig auf Baumrinde (oft Fagus wie bei Dir auch).

    Allerdings habe ich ihn jetzt länger nicht gefunden.


    LG Ulla

    Danach sollte man schauen, ob der Pilz Schnallen und oder Zystiden hat und wie diese so aussehen. Danach schlüsselt man sich einfach durch Bernicchia oder Larsson & Ryvarden und schon ist man fertig ;)


    wenn das so einfach wäre... ?(


    VG Ulla

    Hallo Inge,

    leider wird es nur mit makroskopischen Fotos nichts mit genauerer Bestimmung. Trichia ist aber klar.

    Man müßte schon die Sporenskulptur und Größe sowie das Capillitium sehen.

    Sonst kommen wie Du schon gemerkt hast mehrere Arten in Frage.


    VG Ulla

    Hallo,

    auch ich kann zu dem Termin nicht kommen.

    Da haben wir eine Wochnenendexkursion unseres Pilzberatervereins (LVPS). Das ist mir wichtiger.

    Leider.

    Ich fände es schön wenn der Treff zu einer Zeit stattfindet wenn nicht so viele andere Termine sind.

    Wichtig sind ja die Treffen mit anderen Pilzfreunden.

    Da könnte man sich ja auch im September treffen.

    LG Ulla

    Hallo Nils,

    Deine Bestimmungen würde ich auch so sehen, Daedaleopsis confragosa (Rötende Tramete) und Encoelia furfuracea (Kleiiger Haselbecherling)

    Die Alge ist voraussichtlich eine Luftalge, Trentepolia sp.


    VG Ulla

    Hallo,

    ich wäre schon sehr an einem Forumstreffen interessiert, aber die Herbsttermine (bis auf November) sind alle schon ausgebucht.

    Frühjahr wäre zwar schön, aber da wollen viele ja nicht, bzw. wir haben im April da auch nur wenige Lücken.

    Schade. Lörrach wäre für uns außerdem auch sehr weit.

    LG Ulla

    Hallo Ria,


    wie Du schon bemerktest. Trichia decipiens ist immer gestielt, sieht farblich auch immer etwas trüber gelb bis bräunlich aus. Die Capillitium-Fäden müßten auch lang ausgezogene Enden haben. Deine sind kurz zugespitzt.

    Mir sieht das eher nach anderen Trichia-Arten aus. Die goldgelbe Farbe paßt eher zu Trichia scabra oder T. persimilis. Makroskopisch sehen sich beide Arten ähnlich. Trichia contorta könnte es auch sein, aber da passen die Sporen nicht so richtig. Sie müßten schwach warzig sein. Die Sporen Deines Fundes sehen eher netzig aus. Ich denke eher an Trichia persimilis. Trichia scabra unterscheidet sind von der Art durch Sporen die ein kleinnetziges Ornament auf der Spore habe, während T. persimilis ein grobnetziges, auch unterbrochen netziges Ornament hat. Leider ist sind Deine Fotos nicht so optimal, aber ich denke, dass die Sporen ein grobnetziges Ornament haben.

    Deshalb denke ich, dass Dein Fund Trichia persimils ist.


    LG Ulla

    Liebe Pilzfreunde,


    ich habe vor kurzem in Internet einen Kunstdruck entdeckt, den ich sehr lustig fand und prompt kaufen mußte Er hängt nun bei mir im Treppenhaus und ich muß immer schmunzeln wenn ich dran vorbeigehe..

    Da will ich Euch teilhaben lassen.



    Paul Winslöw, Vogtland - Die Pilzsucher und der Steinpilz

    Vielleicht kennen es die Vogtländer.

    LG Ulla


    Hallo Michael,

    wie Matthias schon schrieb: die Originalausgabe von 1994 hat einige farbige Abbildungen (Zeichnungen). Die meisten Abbildungen sind schwarzweiß zu den einzelnen Myxo-Arten.

    Diese Abbildungen sind m.E besser als die farbigen.

    Ich habe diese Ausgabe doppelt. Falls Interesse besteht, melde Dich.


    VG Ulla

    Hallo Thorben,

    das ist ja sehr interessant was Du gefunden hast.

    Zur Schleimart kann ich nichts sagen, das Foto ist nicht besonders aussagekräftig. Kann Diderma,Didymium oder Physarum sein.

    Bisher habe ich Befall immer nur auf Fuligo registriert - Nectriospsis violacea. Das es da mehrere andere Arten gibt die teilweise auch auf Schleimpilzen wachsen, wußte ich nicht bzw. hat mich bisher auch nicht so interessiert.

    Ich werde aber in Zukunft mal darauf achten. Die Arbeit von Zhao et al von 2023 habe ich mir besorgt um das mal zu studieren.


    LG Ulla

    Hallo Markus,

    Mit der Gattung Tubifera liegst Du leider nicht nah dran wie Du vermutest.

    Die "Pilze" die Du zeigst sind, wenn es überhaupt Schleimpilze sind, total unreif. Deshalb kann und sollte man keinen Schnellschuß machen bei der Bestimmung.

    Die Gattung Tubifera hat immer aus mehreren Fruchtkörpern zusammengesetzte Aethalien. Bei Deinen Gebilden sind es Einzelfruchtkörper.

    Ich denke eher das es vielleicht eine Lycogala ist. Dafür spricht eventuell die fädigen Strukturen welche möglicherweise das Capillitium sein könnten. Die Sporen sind für Lycogala eigentlich etwas zu groß, aber bei unreifen Fruchtkörpern hat man oft falsche Sporengrößen.

    Inzwischen wurde die Gattung Lycogala bearbeitet und man hat jetzt fast 60 Arten neu beschrieben. Eine Bestimmung ist deshalb nur bei reifen Fruchtkörpern möglich, wenn überhaupt.

    Man muß dazu ausführlich mikroskopieren und verschiedene mikroskopische Merkmale abgleichen.

    Da reichte es eben nicht zu sagen "das sieht meinem Fund ähnlich".

    Dein Fund wird unbestimmt bleiben wenn Du keine reifen Fruchtkörper hast die man eventuell untersuchen könnte.


    VG Ulla