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letzter Beitrag von Hades am

Anfänger sucht Tipps

  • Hallo zusammen,


    Ich heisse Steven bin 28 Jahre und komme aus Schweiz.
    Seit etwa 2 Jahren interresiere ich mich für das Pilzesammeln und natürlich esse ich sie fürs leben gerne.


    Zuerst habe ich mich nur "belesen" und dieses Jahr wollte ich nun auch richtig starten und die Wälder druchzufrosten.
    Leider blieb der Erfolg bis jetzt aus. Gesucht habe ich die Maronenröhrlinge / Steinpilze ( oder allgemein Pilze mit Röhren/schwamm)
    und Eierschwäme.


    Bei den 2 Trips im Wald haben wir "nur" 2 alte Maronengefunden welche angefressen und faulig waren.
    Ich denke wir suchen irgendwie an den falschen Orten, müsste wohl mehr auf den Boden / Pflanzen / Bäume / Licht achten.
    Nach den Büchern sollte man ja ein halber Biologe sein um die richten Stellen zu entdecken.


    Nun habe ich viele Fragen und hoffe ihr könnt mir einige Tips geben.
    Hiermal 3 die brennen.



    1. Wie kann ich den Boden ohne PH Messgeräte bestimmen ?
    Gibt es zb für sauren - Neutral Boden Zeigerpflanzen im Wald welche einfach zu finden und bestimmen sind?


    2. Wie Wichtig sind die Bäume ?


    zb reine Fichten und Kieferwälder gibt in der Schweiz nach meinen Recherchen kaum mehr, sind gestern extra
    in den Schweizer Jura gefahren, dort gab es zwar teils Fichten aber keine Pilze...

    Wenn ich in meiner Umgebung in Wald gehe dann gibts es dort eigentlich kaum Eichen oder Kiefern...
    Meist nur buchen und Tannen (wohl keine Fichten) meist ist der Boden auch von Stachligem grün überseht.
    Manchmal habe ich das gefühl das unsere Forstwälder tot sind..


    3. Geht ihr in den Wald eurer Umgebung oder in abgelegene Wälder ?


    Ich habe gesehen das auch Schweizer hier sind, ev habt ihr einen Ort für mich in welchem ich fündig würde oder wo ihr sammeln geht.
    Es muss nicht genau sein wäre schon froh über ein Gebiet (Napf etc).


    Ich hab mich auch schon schlau über eine Pilzexkrusion gemacht, leider aber nichts gefunden bei uns.
    Vielleicht würde mich jemand mal mitnehmen um praktisches im Wald zu lernen.


    Vielen Dank
    Grüsse


    Steven

  • Die ganze Theorie nutzt nichts, wenn man nicht selbst nachschauen geht !
    Wo letzte Woche noch Massen an Steinpilzen wuchsen muss das ja heute nciht auch so sein - die brauchen auch ihre Wachstums-Pausen.


    Und 2 mal in den Wald gehen ist einfach so gut wie nichts - wenn du wirklich erfolgreich Pilze sammeln willst dann musst du mindestens 2 mal in der Woche raus und das am besten über mehrere Wochen bzw. die ganze Pilzsaison über. Dann hast du schonmal einen Grundstein gelegt indem du dir die guten Stellen merkst und sie dann einfach nurnoch abklapperst während der "Erntezeit".



    zu 1. - Zeigerpflanzen ist genau richtig, einfach mal googeln, da gibts mehr Infos als du brauchen kannst
    zu 2. - Buchen sind doch schonmal gut, da findet sich vieles, wenn nicht schau dir doch mit Google Earth einfach mal deine Umgebung an - da kann man super erkennen wo es Laub- und Nadelwälder gibt usw.
    zu 3. - ich sammle erst seit 2 Jahren halbprofessionell, gehe aber bislang nur in meinen Wald vor der Tür um den erstmal richtig kennzulernen, bevor ich mich an fremde Wälder wage, sonst weis man ja garnichtmehr wo man anfangen soll ;)

  • Hallo Steven,


    willommen im Forum!


    Schau Dir mal die Seiten der VAPKO (Schweizerische Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane)!


    Dort gibt es jede Menge Tipps, Kursangebote und die Grundlagen der Mykologie für Anfänger!


    Übrigens: Pilzplätze zu finden ist für mich einfach nur Geduldsache! Man muß die Wälder kennen, sprich: ausgedehnte Spaziergänge oder gar Wanderungen machen, um ausgesprochene Pilzplätze zu finden. Wenn man das über Jahre hinweg macht, weiß man auch, wo man suchen muß. Ich schreibe "über Jahre", weil es durchaus möglich ist, dass im einen Jahr am einen Platz überhaupt nichts wächst, im nächsten Jahr dann wieder mehr als sonst, im einen Jahr findest Du schon im Juni Pilze, dafür im Herbst keine mehr, im anderen kommen sie erst im August und wachsen dann vielleicht bis in den Oktober hinein u.s.w.... Manche Pilzarten sind sogar ausgesprochene Winter- oder Frühjahrspilze.
    Wenn Du also mit Zeigerpflanzen oder sonstigen biologischen Studien auf Pilzsuche gehst, kannst Du (vielleicht) Plätze finden, wo es Pilze haben könnte, aber die Pilze müssen deswegen noch lange nicht da sein...


    So eine Pilzführung oder auch ein paar Spaziergänge mit pilzerfahrenen Freunden bringt in aller Regel also mehr als die Theorie, das ist eine Super-Idee und macht erst noch eine Menge Spaß!


    Zur Pilzbestimmung (also wenn man den Pilz schon hat...:D) ist es dann aber wiederum wichtig, beispielsweise auch Angaben zum Habitat, dem Baumpartner, dem Substrat oder auch der Bodenbeschaffenheit zu machen.


    Gruß, Fredy

  • Hallo,


    Rita Lüder gibt in Ihrem "Grundkurs Pilzbestimmung" wertvolle Tipps für Zeigerpflanzen/Bäumen bei gewissen Pilzarten. Generell finde ich das Buch für einen Anfänger sehr wertvoll, da sie viele Details verrät. Im Laufe der Zeit bekommt man ein Gefühl für die Böden. Ich achte z.B. auf einigermaßen "aufgeräumte" Wälder mit nicht zu altem Moos und älteren Fichten. Dort finde ich auch meist Maronen oder Pfifferlinge. Monokulturen meide ich meist, ausser ich suche Steinis, die stehen auch in Monkulturen aus jüngeren Fichten. Aber wie schon erwähnt worden ist, man muß einfach den richtigen Tag erwischen. Ich weiss bspw. wenn ich an meinen bekannten Stellen keine Maronen finde, verlasse ich den Wald wieder.

  • Hallo zusammen,


    Besten Dank für eure Antworten.


    Ich war seit her mit heute morgen wieder 2 mal im Wald, dieses mal bei uns in der Umgebung.


    Nun habe ich dort folgende Pilze gefunden. Sind das Flockenstielige Hexenröhrlinge ? Daneben noch einer der aussieht wie ein Steinpilz, hab aber das gefühl das das wohl ein Gallenröhrling ist da er am Stamm eine dunklebraunes Netz hat ?

  • Hallo Hades,


    hast Du denn ein paar der Tipps etwas konkreter ins Auge gefaßt?


    Gefallen Dir die Seiten der VAPKO? Hast Du Dich nach einem Pilzbuch umgeschaut oder auch mal in das von Fusselhirn vorgeschlagene Forum gesehen?


    So ein winziges, kleines Feedback zu den Dir gemachten ausführlichen Vorschlägen würde mich schon sehr freuen, denn schließlich möchte man ja selbst auch wissen, wie die diversen Vorschläge bei den anderen ankommen!


    Gruß, Fredy

  • Hallo Fredy,


    Ja ich habe die VAPKO Seite besucht, von dort habe ich auch die Adresse zur Pilzkontrolle wo ich heute Abend kurz vorbei gehe um die Pilze zu kontrollieren.


    Leider gibts dort keine Kurse zur Pilzsuche. Ein Buch habe ich mir noch nicht gekauft bzw. hatte mal eins und hab es verlegt aber ich lese viel im Internet und war natürlich viel hier im Forum unterwegs.


    Threads wo es um Standorte von gewissen Pilzen mit Fotos geht sind sehr hilfreich. Auch habe ich die "Anzeiger" Pflanzen angeschaut und die verschiedenen Böden. Aber eben das in die Praxis umzusetzen ist das schwierige.


    Heute war ich in einem Nadelwald in der Umgebung da gabs viele Fichten wie ich bemerkte, und grünes Moos mit Farnen. Farn ist ja ein Anzeiger für eher sauren Boden und so gabs da auch nach kurzem suchen Pilze. :D Einige Gallenröhrlinge, dachte zuerst seien Steinpilze :( aber das Netz da brachte mich auf den anderen und dann eben diese diese (hoffentlich Schusternpilze). Auf meiner Iphone App gab es nur einen Pilz mit roter Röhren und so hab ich sie mitgenommen in der Hoffnung es sind diese Schusternpilze.


    Ich versuche jetzt so gut es geht die Zeigerpflanzen, die Bäume und die Böden anzuschauen und wie mir geraten wurde mehr Geduld und Zeit zu investieren und natürlich das einprägen/belesen vieler Pflanzen / Pilzen und Bäumen.


    Gruss Steven

  • Hallo Steven,


    na das sind ja gute Neuigkeiten :) !


    Es ist doch immer wieder ein Aufsteller, wenn man sieht, dass sich das Finger-Wundschreiben lohnt!


    Einen schönen Abend wünscht Dir


    Fredy


    Übrigens: Ein gutes Buch ist immer noch die Basis aller Mütter... oder die Mutter allen Wissens... ? :D ...wie dem auch immer sei: Nichts geht über gute Fachliteratur ;) !

  • Ich versuche jetzt so gut es geht die Zeigerpflanzen, die Bäume und die Böden anzuschauen und wie mir geraten wurde mehr Geduld und Zeit zu investieren und natürlich das einprägen/belesen vieler Pflanzen / Pilzen und Bäumen.


    Deine Vorgehensweise ist Goldrichtig. Alleine schon der Weg zum Pilzsachverständigen zeigt, dass Du die Sache ernst nimmst. Gut so.


    Dann will ich Dir was aus der Praxis erzählen, was Zeigerpflanzen und Co. angeht.


    Manche Arten sind streng an Pflanzen und/oder die Bodenchemie gebunden. Es ist nun leider (oder Gott sei Dank) so, dass sehr viele Pilze sich darum offenbar nicht zu scheren scheinen. Oder es reicht ein winziges Laubbäumchen im Fichtenmeer um einen Pilz, der im Fichtenwald nicht vorkommt, wachsen zu lassen.
    Und dann sind da noch Jahreszeitliche oder Witterungsabhängige Faktoren.


    Beispiel Pfifferling.


    Den hat man früher bei uns ganz selten im Laubwald gefunden, dafür häufig in jungen Fichtenschonungen. Heute sind die Laubwälder die Hauptfundplätze. Voriges Jahr hab ich sie in der Wiese gefunden, im Traufenbereich der überhängenden Baumkronen. Daraufhin bin ich die Waldränder abgegangen und habe gefunden. Ich erkläre mir das mit der relativen Trockenheit, der Tatsache das im Traufenbereich mehr Wasser konzentriert niedergeht als auf der freien Fläche und die Baumkronen diesen Bereich noch beschatten, so dass dort gute Wachstumsbedingungen herrschten. In diesem Jahr gibt es an den gleichen Stellen rein gar nix.


    Dieses Jahr hab ich eine große Menge auf ener kleinen Lichtung gefunden, auf der nur Brombeeren, Gras und zwei, drei Birken standen. Jetzt wachsen sie vermehrt auch direkt im Wald.


    Grad gestern bin ich vier Stunden durch den Wald gelaufen. Alle möglichen Stellen hab ich besucht und kaum Pfifferlinge gefunden. An zwei Stellen hab ich dann gute zwei Kilo einsammeln dürfen und noch mehr stehen lassen. In weit auseinanderliegenden Lärchenbeständen.


    Steinpilze gabs letztes Jahr in Mengen im jungen Fichtenwald, in höheren Beständen gar nix. Dieses Jahr gibt es kaum Steinpilze, aber wenn, ausschließlich in höheren Beständen.


    Parasole konnte man letztes Jahr mit der Sense ernten, dieses Jahr hab ich noch kein Exemplar.


    Dann geht man an eine Stelle, an der man öfter schonmal Steinpilze gefunden hat. Nix und nochmal nix. Man spart die Stelle zwei, drei Wochen aus und sucht woanders. Schließlich geht man doch nochmal hin und steht inmitten von überalterten Steinpilzen.


    Will sagen, Studium ist wichtig, Richtig und Gut.


    Noch wichtiger aber ist, laufen, laufen und nochmal laufen. Wenn Du heute an einer Stelle nichts findest, können morgen die ersten Steinpilze Ihren Kopf aus dem Humus strecken.


    Wichtig ist, wenn Du was findest, dann die Umgebung zu studieren, die Beschaffenheit des Waldes an genau der Stelle, Wie feucht oder trocken ist es, Wächst dort Moos oder Gras, oder Farn. Wie groß sind die Bäume, wie dicht stehen sie. Ist es ein Süd-, West-, Nord, oder Osthang. ( Kompass ist wichtig, wenn man die Himmelrichtungen nicht ohne bestimmen kann). Frag Dich, warum gerade hier Pilze stehen und nicht woanders. Such dann ähnliche Umgebungen und Verhältnsse. Wenn die Pilze an sehr feuchten Stellen nachlassen, such trockenere Gebiete auf, vielleicht kommen sie da erst später.
    Beschränke Deine Ausfüge auf überschaubare Gebiete und geh immer wieder die gleichen Stellen ab. Schau wie sich das Pilzvorkommen verändert. Lerne ein Gebiet wie Deine Hosentasche kennen.


    Dann bekommst Du ein Gespür dafür, auch in fremden Gegenden erfolgversprechende Stellen zu finden, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.


    Und selbst dann, nach Jahren und wenn Du glaubst jede Stelle zu kennen und genau zu wissen wo Du wann sein musst, wirst Du plötzlich Pilze an Stellen finden, wo Du sie nie zuvor gesehen hast, werden zuverlässige Fundstellen plötzlich versiegen.


    Literatur ist eine wichtige und unverzichtbare Grundlage, die Dich beim lernen unterstützt. Aber die Praxis findet im Wald statt.
    Nur dort kannst Du das gelesene mit der Realität abgleichen und Schlüsse ziehen.


    Also ab in den Wald mit Dir.:)

  • Besten Dank für deine Ausführungen Ralf.


    Zwischenzeitlich habe ich nun wieder einige "Querfeldein" Waldgänge absolviert.
    Ich suche nun im Wald, die Gebiete in welchen hauptsächlich Nadelbäume wachsen und der Boden
    mit grünem Moos (Teils) bedeckt ist in welchem Farne vorkommen. Ganz langsam meine ich zu erkennen
    wo der Boden eher sauer/neutral ist. Habe nun auch Hanglagen endeckt welche südlich ausgrichtet sind,l mit
    grossen Fichten und Heidelbeeren am Boden. Nach der Literatur eigentlich perfekt für den Steinpilz oder die Marronen.


    Doch leider lassen diese Funde auf sich warten. Auch die Pifferlinge, (bis auf die 4 kleinen).
    Gefunden habe ich bis jetzt bei diesen Waldgängen nur ingesamt 6 Flockige Hexenröhrlinge und 4 kleine Pifferlinge. So konnte ich mit Freude
    meine erste "Pilzschnitte" mit "eigenen Pilzen" zubereiten, allerdings mussten noch gekaufte Pfifferlingen und Champinions die kleine Beute aufstocken.



    Beim letzten Waldgang haben wir ein paar Netzstielige Hexenröhrlinge gefunnden diese wurden mir aber bei der Pilzkontrolle abgenommen !?
    Der Pilzkontrolleur meinte früher hätten sie diese auch gegessen, seien aber seit ein paar Jahren nicht mehr auf ihrer
    Liste der Speisepilze. Auf meiner Iphone App und im Internet wird dieser jedoch als sehr Schmackhaften Pilz beschrieben ?


    Gefunden habe ich alle Hexenröhrlinge in dem oben beschrieben Wald-Umgebungen.
    Ansonsten gabs da haufenweise Gallenröhrlinge überall und ein paar Schönfussröhrlinge - Bei der Pilzkontrolle meinten die das die Leute die Gallenröhr. Kiloweise anschleppen da er ja ähnlich dem Steinpilz aussieht. Sei meinten auch das es jetzt zu heiss/trocken war und es kaum
    Pilze gäbe. Nun das wollte ich natürlich nicht wahr haben und war gestern trotzdem ca 3 Stunden im Wald. Alle Pilze weg ! In der ganzen
    Zeit nur 1 Gallenröhr. und ein paar ganz kleine unbekannte Pilzchen im Moos. Ist das bei euch auch so ? Hatten soweit ich weiss wohl alle
    letzte Woche heiss.


    Das ich auch ja an den richtigen Orten (waldstücken) suche habe ich nun mittels echt gutem Kartentool die Wälder in der Umgebung angeschaut.
    Ueber die Karte kann man die Waldmischung und den Geologischen Atlas legen. Bei der Geologie hätte ich nun ein paar Fragen bei welchen ich
    bis jetzt keine genauen Antworten gefunden habe.


    Mittels diesem Geo Atlas sehe ich nun das ein Teil des Waldes auf der "Unteren Süsswassermolasse" liegt.
    Was nach der Legende auf "Helle knauerige Sandsteine, wechselnd mit bunten Mergeln und (braun in der Karte) auf Helle, glimmerreiche Sandsteine
    im Untergrund schliessen lässt.


    Was heisst das jetzt für den Oberflächen Boden im Wald ?


    Ich vermute mal wenn Sandstein im Untergrund ist wird der Oberflächenboden auch eher Sandig/Lehmig sein?
    Und dies ist dann eher sauer/neutral ?


    Würde eigentlich dazu passen das dort im Wald die oben genannte Bereiche liegen mit den Fichten, Farnen, Heidelbeeren etc.


    Wäre Super wenn jemand mehr zu Geologischen Daten und Pilzen wüsste, den bis auf eine Aussage in einem fremden Forum, man solle dort hingehen wo
    es Bund sei auf dem Geo Atlas, habe ich im Internet nicht viel darüber gefunden.


    Danke und Grüsse


    Steven

  • Hallo Steven,


    Klasse, wie Du Dich da reinbeißt.:alright:


    Du musst jetzt noch lernen, Deinen Wissensdurst in die richtigen Bahnen zu lenken.


    Man kann, wie Du das versuchst, anhand von theoretischen Informationen versuchen, geeignete Pilzstandplätze zu finden. Das ist allerdings ein Ansatz, der auch schnell zu Frust führen kann.


    Besser ist es am Anfang, Pilze zu erwandern und bei Funden die Umgebung genau zu betrachten und diese Beobachtungen mit Kartenmaterial und Hintergrundinformationen abzugleichen.


    Will sagen:


    Geologische Katen zeigen Gesteinsformationen. Die sind nicht wie auf den Karten scharf abgegrenzt und überlagern sich zudem teilweise.
    Molassebecken sind sedimentären oder glazialen Ursprungs. Glaziale Ablagerungen sind ein Gemisch aus allem, was Gletscher im Laufe der Zeit so mit sich geführt haben und eher als sauer bis neutral zu bezeichnen. Sedimentäre Ablagerungen können bei hohem Silikatanteil ebenfalls sauer bis neutral sein, aber auch sehr basisch. Und selbst in einem extrem sauren Bereich können sich sog. Kalkmulden bilden, die dann lokal begrenzt sehr basisch sind.
    Last not least ist die Dicke und Beschaffenheit der darüberliegenden Erd- und Humusschicht auch noch mit einzukalkulieren.


    Besser als geologische Karten ist das Studium der Flora. Es gibt fast überall sog. Zeigerpflanzen die eher sauren oder eher basischen Boden anzeigen. Die zeigen Dir genau die lokale Beschaffenheit des Bodens in dem sich das Myzel entwickelt, und sind über einen wesentlich längeren Jahreszeitraum zu finden, als die Pilze. So ist z.B. der Seidelbast (Daphne mezereum) bei uns ein sicherer Anzeiger für kalkreichen Boden. Der Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) weist auf sauren Boden hin. Über Zeigerpflanzen findest Du im Netz sicher jede Menge Infos. Das ist leichter und sicherer als geologischen Formationen nachzulaufen, die Du in den allermeisten Fällen gar nicht sehen kannst.


    Hinzu kommt, dass Dir all die Infos über Geologie, Zeigerpflanzen, Hanglage etc überhaupt nichts nutzen, wenn Du zur falschen Zeit am richtigen Ort bist. Der heute pilzfreie Wald kann eine Woche später mit Pilzen übersät sein.


    Trotzdem finde ich es Klasse, dass Du eben nicht nur durch Versuch und Irrtum an die Sache herangehst. Früher oder später wird sich da der Erfolg einstellen. Und er hat sich ja schon eingestellt, wie man aus Deinen Funden sehen kann.


    Was den Netzstieligen Hexenröhrling angeht, da teilen sich halt die Meinungen. Die Pilzkontrolle geht da vermutlich und verständlicherweise den absolut sicheren Weg.

  • Hallo Ralf,


    Ja es hat mich gepackt. Und beim lesen stösst man immer wieder auf neue Themen. Von den Bäumen zur Flora, über den Boden runter aufs Gestein. :D Ich wusste nicht recht wieviel Einfluss sowas hat.
    Trotzdem recht Interessant mit diesen Gesteinen. Dann sind das bei uns die Glaziale Ablagerungen der Alpen. Der Wald hat etwa 50% diesen Untergrund und der Rest ist Grundmoräne woraus scheinbar am schluss auch wieder (saure bis neutrale) Braunerde ensteht.


    Nun die Flora ist in meinen Augen wohl das schwierigste. Danke für den Tip mit dem Klee, den diesen sehe ich wirklich oft. Ich habe mir schon viele Pflanzen angeschaut. Praktisch ist das schwierig find ich. Den oft müsste man zuerst die Zeigerpflanzen suchen und bestimmen. Viele davon sind Blumen welche ich noch nie gesehen habe oder nicht im Wald wachsen, meine ich. Einzig das Alderfarn und die Heidelbeere waren bis jetzt in meinen Augen praktisch einsetzbar. Dein Kalkanzeiger habe ich auch noch nie gesehen und gehört für mich eben in diese Blumenecke. Hab wohl noch weniger ein Auge für Blumen... Aber wenn du noch ein paar Gängige, Praktische Zeigerpflanzen hast wäre ich natürlich froh.


    Ich versuch einfach so viele Hilfsmittel wie möglich zu benutzen. Beim lesen bekommt man manchmal das Gefühl das wenn man jetzt im Wald ist nur 10 % von der Fläche wirklich für Pilze geeignet ist. Dann muss man zuerst diese bestimmen um danach auf diesen hoffentlich fündig zu werden.


    Ich werd jetzt mal bis ans Wochenende warten um dann wieder einen ausgiebigen Waldgang zu machen. Habe mir nun eine grosse Karte des Waldes gemacht und die Stellen welche ich für potenzielle Pilzgebiete halte eingetragen. Wenn ich ein paar habe werd ich die immer wieder besuchen um zu sehen obs wieder-/ Pilze gegeben hat.
    Aber eben das Waldstück ist für unsere Verhältnisse relativ gross da gibts noch viel zu erlaufen/erkunden.


    Bis dahin zieh ich mir noch Infos rund um die Pilze rein wo sie stehen sollten etc Um am Wochende dann entnervt im Kraut und Brombeergebüsch zu stehen. :D An diesem Punkt war ich natürlich auch schon öfters ;) Was da und vorallem wieviel da machmal an Kraut und Stachelzeugs wächst.....



    Grüsse Steven

  • Hallo Ralf, hallo Steven!


    Obwohl es eigentlich nicht meine Art ist, mich ohne entsprechendes Grundwissen zu irgendwelchen Themen zu äußern, so möchte hiermit doch kurz eine Anmerkung anbringen:


    Lieber Steven!


    Auch wenn Du (theoretisch) sämtliche Pilzplätze dieser Welt an Hand irgendwelcher Analysen oder geografischen Vorgaben kennen würdest...


    ---> niemals kannst Du in der einen oder den zwei Wochen, in denen es gerade einen Pilzschub gibt, überall gleichzeitig sein!


    Also verlass Dich doch auf Deine eigenen paar Plätzchen, die Du Dir im Laufe der Zeit "erarbeitet" hast und lass gut sein! Alles andere wäre sowieso nicht machbar, außer Du verfügtest über eine Flotte von Pilzsuchern, die mit allem modernen Zeugs ausgestattet sind, die ein "Ausrauben" der Wälder in kürzester Zeit ermöglichen!


    Genieße die Erkundung und das Erfahren des Waldes, indem Du seinen Zeichen und seiner Beschaffenheit Deine persönlichen Anstrengungen widmest! Deine Belohnungen werden um ein Vielfaches größer sein, als Du sie im Moment erwartest!


    Gruß, Fredy

  • Zitat von Hades

    Beim letzten Waldgang haben wir ein paar Netzstielige Hexenröhrlinge gefunnden diese wurden mir aber bei der Pilzkontrolle abgenommen !?
    Der Pilzkontrolleur meinte früher hätten sie diese auch gegessen, seien aber seit ein paar Jahren nicht mehr auf ihrer
    Liste der Speisepilze. Auf meiner Iphone App und im Internet wird dieser jedoch als sehr Schmackhaften Pilz beschrieben ?


    Um kurz auf diese Frage zurückzukommen:
    Der Netzstielige Hexenröhrling ist, wie z.B. auch der Hallimasch, einer jener Pilze, die von bestimmten Personen einfach nicht vertragen werden und bei diesen recht unangenehme Magen-Darm-Verstimmungen auslösen. Der Netzstielige Hexenröhrling steht zudem im Verdacht, mit Alkohol genossen die sog. Antabus-Reaktion, also eine Giftwirkung, zu erzeugen. Das kann jedoch genauso gut ein Gerücht sein, da das entsprechende Gift, nämlich Coprin, bisher nicht in dem Pilz gefunden werden konnte.
    Ich denke, wegen dieser Problematik wurde dir der Pilz vom Kontrolleur abgenommen.


  • Der Netzstielige Hexenröhrling steht zudem im Verdacht, mit Alkohol genossen die sog. Antabus-Reaktion, also eine Giftwirkung, zu erzeugen. Das kann jedoch genauso gut ein Gerücht sein, da das entsprechende Gift, nämlich Coprin, bisher nicht in dem Pilz gefunden werden konnte.
    Ich denke, wegen dieser Problematik wurde dir der Pilz vom Kontrolleur abgenommen.


    Kein Gerücht, da es schon im Selbstversuch von Pilzsachverständigen bestätigt wurde. Nicht jeder wird aber davon betroffen.


    Gruss, matze

    Glucken-Counter 2010: 8 ;-)
    Glucken-Counter 2011: ca. 12 :-)
    Glucken-Counter 2012: schwer zu sagen, Saison war früh zu Ende :D
    Glucken-Counter 2013: 0 wegen Auslandsaufenthalts
    Glucken-Counter 2014: was nicht ist kann ja noch werden..

  • Kein Gerücht, da es schon im Selbstversuch von Pilzsachverständigen bestätigt wurde. Nicht jeder wird aber davon betroffen.


    Gruss, matze


    Hallo Matze,


    welcher PSV hat diese alte Mär von der Giftigkeit von Boletus luridus in Verbindung von Alkohohl im Selbstversuch bestätigt? Das würde nicht nur mich sondern auch viele Toxikologen interessieren. Allen bisherigen Studien nach gibt es


    keine Verbindung zwischen dem Verzehr von Boletus luridus und dem Alkohohlgenuß zu irgendeiner Giftwirkung,


    auch wenn sich dieses Vorurteil immer noch hält. Pilzsachverständige sind auch nur Menschen, die bisher gültige Einschätzungen als unumstößlich halten auch wenn es keinerlei Beweise dafür gibt.


    Persönliche Unverträglichkeiten sind wie bei allen Lebensmitteln natürlich nicht ausgeschlossen.


    Viele Grüße

  • Genieße die Erkundung und das Erfahren des Waldes, indem Du seinen Zeichen und seiner Beschaffenheit Deine persönlichen Anstrengungen widmest! Deine Belohnungen werden um ein Vielfaches größer sein, als Du sie im Moment erwartest!


    Gruß, Fredy


    Moin Fredy,


    genau das habe ich versucht zum Ausdruck zu bringen.

  • Hallo Steve,


    du gehst ja ganz schön theoretisch an die "Sache" Wald und Pilze ran. Ich muss dir in soweit recht geben, das es überaus spannend und interessant ist, was man alles darüber lernen kann. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich wahrscheinlich auch in solche "Studien" hineinknien.
    Aber, wenn du so, ich sag jetzt mal "verkopft" in den Wald gehst, kannst du dann auch noch die Schönheit wahrnehmen, die dir dort schon entgegenspringt? Riechst du, wie würzig es dort duftet? Nimm den Wald doch ersteinmal mit all deinen Sinnen war, rieche, taste und wenn möglich schmecke. Dann wird dein Blick für z.B. die Zeigerpflanzen von ganz allein immer ausgeprägter. Der Wald bietet so viel mehr, vor allem ganz viel Ruhe und Zufriedenheit, man muss ihn nur "an sich ran lassen".
    "waldverliebte" Grüße,


    die Melanie

    Gnolmige Gnüße, Gnelmanie die Rote

    "In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken,
    man jahrelang im Moos liegen könnte."

    -Franz Kafka-
    _________________________________________________
    Keine Verzehrfreigabe im Internet! Hier, PSV-Liste, findest du deinen nächsten Pilzsachverständigen

  • @ Steven


    Wenn Du in Google z.B. "Zeigerpflanzen für saure Böden" oder sowas in der Art eingibst, bekommst Du ratzfatz mehr Infos, als ich hier in stundenlanger Arbeit reinschreiben kann.


    Ich bleib mal beim Seidelbast ( von dem ich nicht weiß ob der überhaupt bei Euch vorkommt).


    Also, ich taper nicht nur zur Pilzzeit durch den Wald, sondern das ganze Jahr und fast jeden Tag. Und wenn es nur ein, zwei Stündchen sind. Und wenn es die Arbeit zulässt, bin ich auch schonmal 5 oder 6 Stunden unterwegs.


    Und ich lauf nicht einfach so im Wald rum, sondern ich bin immer auf der Suche. Nicht nur nach Pilzen, sondern nach allem was mir interessant erscheint. Und das ist schon fast wieder alles, was im Wald so vor sich geht. Seh ich irgendwas interessantes, will ich wissen was es ist, warum es da ist und was es macht, bzw. welche Funktion es erfüllt.


    Selbst bei geschlossener Schneedecke und klirrendem Frost gibt es immer was zu entdecken, und wenn es nur die Spuren der Waldbewohner sind, die sie im Schnee hinterlassen.


    Seh ich an einem Busch ein eingerolltes Blatt, will ich wissen, wer es eingerollt hat und ob er noch darin haust.


    Im Bachbett finde ich Steine, die der Bach mit sich gerissen hat. Auch die schau ich mir an, will wissen was das für Gestein ist und wo es herkommt.


    Nicht alles auf einmal, nicht jeden Tag, und nicht immer wird meine Neugier befriedigt.


    Nehmen wir den Seidelbast als Beispiel.


    Den hab ich vor mehr als 40 Jahren, noch als Kind, zum ersten mal im Wald bei meiner Oma entdeckt. Seidelbast ist keine Blume, sondern ein Gehölz. Und er blüht im März/April. Seine pinkvioletten Blüten sind in der noch schwach entwickelten Vegetation nicht zu übersehen. Hier ein Bild von diesem Jahr.


    8079305jjn.jpg


    Ich wollte wissen, was das für eine Pflanze ist und hab in der Elterlichen Büchersammlung gestöbert, Internet und Computer waren damals noch unbekannt. In irgendeinem Pflanzenbuch hab ich ihn dann gefunden. Aha, Seidelbast heißt die Pflanze. Wächst ausschließlich auf kalkhaltigem Boden. OK, Seidelbast und kalkhaltig abgespeichert. Nicht um später dort Pilze zu finden, die kalkhaltigen Boden brauchen, einfach so, ein Puzzelsteinchen des Waldes aufgenommen.


    Dann sind viele,viele Jahre vergangen. Pilze hab ich während der Zeit ausschließlich aus kulinarischen Gründen gesammelt. Nur in meiner direkten Umgebung. Champignon, Marone, Steinpilz und Pfifferling.
    Die üblichen halt. Unbekannte oder ncht eßbare Pilze hab ich zwar wahrgenommen, mir auch angeschaut und anhand von Büchern so manchen zu identifizieren versucht, aber eben oberflächlich, als Teil des Ganzen, nicht um speziell alles über Pilze zu erfahren.


    In den letzten Jahren hat sich mein Interesse nun auf die Pilze fokussiert. Zunächst um den Speiseplan zu erweitern, seit letztem Jahr aber auch und vorrangig auf die gesamte Pilzwelt bezogen.


    Und dabei helfen mir all die kleinen Mosaiksteinchen, die ich im Laufe der Zeit und aus völlig anderen Gründen, oder aus reinem Interesse, gesammelt habe.


    Totentrompeten will ich unbedingt finden. Sie sollen kalkhaltigen Boden brauchen. Ich weiß, dass es in meiner direkten Umgebung vorwiegend saure Böden gibt.
    Wo zum Teufel find ich jetzt kalkhaltigen Boden ?


    Klick, der Seidelbast, na klar.


    So hat eine Bobachtung die fast vierzig Jahre zurückliegt mir gezeigt, wo ich suchen muss.


    Totentrompeten hab ich da trotzdem nicht gefunden. Falsche Zeit, an den richtigen Stellen vorbeigelaufen, gibt vielleicht bei uns gar keine.
    Aber ich werd immer wieder mal dort vorbeischauen, werd sie vielleicht nir finden, oder Körbeweise, wenn ich zur richtigen Zeit am richtigen Platz bin. Wer weiß das schon.


    Was ich Dir veranschaulichen will ist, dass all die kleinen Puzzleteilchen im Wald vorhanden sind, zu jeder Jahreszeit und an jedem Ort.


    Du versuchst anhand von Büchern und Karten ganz bestimmte Puzzleteilchen zu finden, von denen Du gar nicht weißt, ob sie da wo Du suchst, vorhanden sind. Vielleicht gibt es bei Euch z.B. gar keinen Seidelbast, auch nich auf Kalkboden. Dann suchst Du vergebens.


    Andersrum wird ein Schuh draus.


    Geh in den Wald und sammel irgendwelche Puzzleteilchen die Dir interessant oder merkwürdig erscheinen. Und die versuchst Du dann anhand von Büchern, Internet oder Karten zu entschlüsseln. Je mehr Puzzleteilchen Du findest, verstehst, und zusammensetzt, um so klarer wird Dein Bild vom jeweiligen Waldgebiet.


    Über die Pilz stolperst du früher oder später ganz von alleine, wenn Du nur oft genug in den Wald gehst. Dann stehst Du vor eiem Pilz, schaust Dich um, registrierst die Dir bekannten Puzzleteilchen und legst Die auf andere Stellen um, wo sie auch passen. Und dann hast Du einen Anhaltspunkt, wo Du die Chance hast, weitere Pilze dieser Art zu finden.


    Puh, besser kann ich es Dir nicht erklären. Liest sich vielleicht kompliziert und aufwändig, bedeutet aber im Prinzip nix anderes als: "Raus in den Wald und Augen auf". ;)


  • Hallo Fredy, ich weiss in welche Richtung du Zielst möchte hier aber feststellen ich den Wald nicht ausräumen will ;) Es geht mir auch nicht darum da Kiloweise Pilze rauszuholen. Aber natürlich such ich die Pilze aus kulinarischen Günden und da ich sehr gerne und Hobbymässig koche wäre eigentlich das Ziel zwischendurch eine schöne Pilzmahlzeit zu zaubern.


    Die "moderne" Technik hilft da besonders als Anfänger. Wenn ich im Wald bin kann ich so mittels meinem Smartphone Pilze / Bäume und Pflanzen direkt Vorort bestimmen.


    Zitat

    Aber, wenn du so, ich sag jetzt mal "verkopft" in den Wald gehst, kannst du dann auch noch die Schönheit wahrnehmen, die dir dort schon entgegenspringt? Riechst du, wie würzig es dort duftet? Nimm den Wald doch ersteinmal mit all deinen Sinnen war, rieche, taste und wenn möglich schmecke. Dann wird dein Blick für z.B. die Zeigerpflanzen von ganz allein immer ausgeprägter. Der Wald bietet so viel mehr, vor allem ganz viel Ruhe und Zufriedenheit, man muss ihn nur "an sich ran lassen".
    "waldverliebte" Grüße,


    Ich gehe schon eine Weile in den Wald früher als Kind mit den Hunden - seit ein paar Jahren mit Freundin und Hund. Ich mache dies auch sehr gerne, wir fotografieren, geniessen das Licht, die Düfte und tollen mit dem Hund. Bei jeder Jahreszeit.


    Da ich im Informatikbereich arbeite ist dies super um den Kopf etwas zu leeren/lüften und die Natur zu geniessen.


    Neu bei den Spaziergängen ist nun einfach das ich da immerwieder mal quer reingehe um Stellen und Bereiche erkunden. (Nicht das ich da stier durch den Wald renne nur auf der Suche nach Pilzen) und wir systematische Waldwege/bereiche erkunden in welchen wir noch nie waren und diese nun auch etwas länger dauren. Denn auch mit moderner Technik braucht es Zeit die Flora zu bestimmen.


    Ich bin relativ wissensdurstig/neugrig, wenn mich ein Thema gepackt hat, desshalb lese ich relativ viel und versuche mich damit breit zu befassen und auch zu verstehen. Bei den Pilzen kommt man zwangsläufig von einem zum anderen thema.


    Ralf
    Ja ich habe mir schon viele Zeigerpflanzen angeschaut und werde dies weiter tun. Aber eben bis jetzt ist nur der Adlerfarn und die Heidelbeere für mich zu nutzen.


    Ihr habt alle schon Jahrelange Erfahrung, ein Auge für Zeigerpflanzen, Bäume, Boden und Pilzstellen welche ich nicht natürlich nicht habe , Wissen und Technik brauch ich natürlich auch um den Erfolg etwas zu beschleunigen.


    Leider kann ich durch die Arbeit nicht jeden Tag in den Wald meist nur am Wochenende oder vereinzelt unter der Woche. Dazu muss ich noch den ganzen September Militärdienst leisten (CH Wehrpflicht lässt grüssen)..gut da habe ich dann wenigstens Zeit unmegen Pilzbücher zu lesen :D


    Ich/ wir werden weiter brav suchen / erkunden und bestimmen, wie du geschrieben hast Ralf, stolpere ich hoffentlich dann mal über meine gesuchten Pilze. Danke noch für deinen Ausführlichen Beitrag diese helfen zu vertsehen.


    Gruss
    Steven


  • Hallo Steve,


    das hört sich doch schon ganz anders an ;) Entschuldige bitte, ich hatte beim lesen einfach den Eindruck, du würdest versuchen, dir den Wald einzig durch die Theorie zu erschließen, das habe ich wohl etwas überbewertet.
    Deine Neugierde und deinen Wissensdurst kann ich absolut nachvollziehen! Mir geht es genauso, nur das ich nicht so ein technik-Mensch bin, mich mit sowas garnicht richtig auskenne und in der Richtung mein Wissenshunger dann doch sehr klein ist :shy:
    Aber viel lesen tue ich auch und wenn mich was gepackt hat, dann will ich am liebsten alles auf einmal wissen (was schon mal frustrierend sein kann, seufz)
    Weiterhin viel Erfolg, bei deinen "Studien ;)" und viele erhellende und bereichernde Erlebnisse wünsche ich dir!

    Gnolmige Gnüße, Gnelmanie die Rote

    "In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken,
    man jahrelang im Moos liegen könnte."

    -Franz Kafka-
    _________________________________________________
    Keine Verzehrfreigabe im Internet! Hier, PSV-Liste, findest du deinen nächsten Pilzsachverständigen

  • Hallo zusammen,


    Hier mal ein kleines Update.


    Inzwischen habe ich meinen "Mil Dienst" beendet. An den Sept. Wochenenden war ich jeweils im Wald.


    Wo ich im Juli und August abundzu Schusterpilze fand wurde ich nun mit einer fülle an Pilzen belohnt. Am ersten Wochenende fand ich gleich meine begehrten Steinpilze und dies nicht zu knapp, hab diese fast mit dem Bike überfahren...


    Seither finden wir quasi bei jedem Ausflug/Spaziergang wunderbare Pilze.
    Ich war selber schon fast überrascht vom Erfolg. Langsam aber sicher bekomme ich auch ein Gefühl dafür wo ich nachschauen muss und habe natürlich auch einige Stellen gefunden wo es zb immerwieder (Fichten) Steinpilze hat.


    Zurzeit ist der Wald bei uns voll mit Pilzen, da wir immer nur kleine Mengen essen (Saucen für 2P) muss ich mich richtig zusammenreissen nicht zuviele zu sammeln. Beim letzten Waldgang hätte ich locker 1-2Kg Maronen in 1h sammeln können. Ich konzentriere mich nun vorallem auf die Fichtensteinpilze - wenn ich da keine oder nur wenig finde stocken wir einfach mit Maronen / Ziegenlippen auf.


    Ich möchte mich hier auch nochmal für all die Tips bedanken. Recht hattet ihr , der Erfolg stellt sich automatisch ein.


    Gruss
    Steven

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