Saftlinge satt

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 461 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wutzi.

  • Hallo zusammen,

    gestern habe ich mit meinem Pilzkollegen aus dem Nachbarort drei schöne Bergwiesen besucht. Wir waren in Neustadt am Rennsteig, in Altenfeld und Masserberg auf einer Höhe von 600 bis 800 m unterwegs. Auffällig waren die Unterschiede im Pilzwachstum. An sonnigen trockenen Standorten wuchs fast nichts, dafür um so mehr auf Wiesen die direkt an Bächen oder im Schatten der Bäume lagen. Die Saftlingspopulation war dort teilweise so üppig, dass man sich sehr vorsichtig mit kleinen Schritten bewegen musste um nichts zu zertreten. Es gab aber nicht nur enorm viele, sondern auch ziemlich seltene Arten. Ich zeige einfach mal die Fotos, wobei wir die meisten Arten auf allen drei Wiesen finden konnten. Ich habe jeweils es aber bei jeweils einem Foto der Arten belassen.


    1. Wiese bei Altenfeld


    2. Massenhaft, in vielen kleinen Hexenringen standen dort gelbe Saftlinge mit dem Habitus von Hygrocybe chlorophana. Allerdings hatten alle eine schleimige Huthaut, die nicht zu dieser Art passt.


    2. Hygrocybe coccinea - Kirschroter Saftling


    3. Hygrocabe ovina - den rötenden Saftling sehe ich nicht häufig. Hier gab es unzählige Trupps davon


    4. Cuphophyllus flavipes - Gelbfüßiger Ellerling. Er ist hierzulande nicht häufig. Es gibt nur 8 Standorte in Thüringen.

    Im Hintergrund haben sich Papageiensaftlinge ins Bild gemogelt. Man musste sie regelmäßig entfernen, wenn man ein Foto ohne sie haben wollte. Sie waren so häufig, dass ich sie auf der ersten Wiese nicht extra fotografiert habe. Damit habe ich ihnen Unrecht getan, denn es sind hübsche Pilze.


    5. Hygrocybe coccinea in einer roten Variante.


    6. Hygrocybe nitrata - der Nitratsaftling. Der heftige Geruch nach Schwimmbad macht der Art alle Ehre.


    7. Clavariopsis corniculata agg. - eine Geweihförmige Koralle. Beachtlich der Größenvergleich zur Papageiensaftlingsgruppe rechts daneben.


    8. ockerfarbene Jungfernellerlinge. Ich vermute Cuphophyllus virgineus var. fuscescens


    9. Hygrocybe splendidissima - Prächtiger Saftling, eine der Thüringer Verantwortungsarten.


    10. Auf Wiese 2 - hier zur Abwechslung zwei Paukenschlegel vom Parasol


    11. Auf der Wiese empfingen uns die Thüringer Verantwortungsarten in großer Zahl. Neben der zuvor erwähnten war auch Hygrocybe punicea - der Größte Saftling in allen Altersstadien vertreten.


    12. Hygrocybe punicea


    13. Hygrocybe ciccinea - typische Ausprägung


    14. wie oben in älter


    15.Hygrocybe fornikatus - Blassrangiger Saftling. Auch nicht häufig hierzulande.


    16. Unterseite


    17. Hygrocybe reidii - Honigsaftling. Er duftet nach Honig, besonders beim Antrocknen.


    18. Cuphophyllus virgineus - Jungfernellerling


    19. Giophorus laetus - Zäher Saftling


    20. Gliophorus laetus - Zäher Saftling in anderer Variante


    21. Gliophorus irrigatus - Grauer Saftling, etwas mitgenommen, aber immerhin vorhanden.


    22. Cuphophyllus bekeleyi - Albino-Wiesenellerling


    23. Hygrocybe aurantiosplendens - Glänzender Orangesaftling. Ausgesprochen selten.


    24. Auf der letzten Wiese sah es aus, als wären rote, gelbe und weiße Drops verstreut.


    25. Dieser Fund löste bei mir Schnappatmung aus. In der Sonne leuchtete Cuphophyllus Lackmus - Grauvioletter Ellerling violett.


    26. Später bei tiefstehender Sonne war das Leuchten weg. Trotzdem habe ich mich sehr über meinen hübschen Erstfund gefreut.


    27. Der Vollständigkeit halber Cuphophyllus pratensis - Wiesenellerling.


    28. Hygrocybe ceracea - Gebrechlicher Saftling


    29. Wurmförmige Keule


    30. Hygrocybe conica - Schwärzender Saftling.


    31. Gliophorus psittacinus - Papageiensaftling


    32. Hygrocybe chlorophana - Stumpfer Saftling


    Ich hoffe es hat euch ein bisschen so gefallen wie uns. Danke fürs Mitkommen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

    Einmal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Auffällig waren die Unterschiede im Pilzwachstum. An sonnigen trockenen Standorten wuchs fast nichts

    Hallo Claudia, da hast du eine sehr schöne Bandbreite an Hygrocybe gefunden.

    Deine oben gemachte Einschätzung für die Ebene, kann ich nur bestätigen. Auf meiner Magerwiese, Kölner Bucht, sind so gut wie keine Saftlingen zu finden. Dies gilt auch für alle anderen klassischem Magerwiesengattugen ((Geoglossaceae, Clavariaceae... )sogar die allgegenwärtigen Entoloma sind deutlich weniger zu finden.


    Auf ein besseres Wiesenjahr 2027.


    LG Rainer

  • Hallo Claudia,



    ich bin überwältigt. Von der Fülle der Schönheit und der Farben. Sowas liebe ich sehr.

    Danke Dir fürs zeigen. Hast einer alten Trulla ein große Freude gemacht.

    Liebe Grüße vom


    Bläuling


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    Schipse: 100-10 Startgebühr für APR 2024= 90 + 2 = 92

    Schipse: 92-10 Startgebühr für APR 2025 = 82

  • Hallo Claudia,

    was für eine tolle Vielfalt.
    Nr. 19 würde ich G. laetus var. flavus nennen. Darauf lauere ich bisher vergeblich.
    Cuphophyllus lacmus als Erstfund und dann gleich eine so schöne Gruppe! Den habe ich bisher nur einmal gesehen.

    LG Karl

  • Auf ein besseres Wiesenjahr 2027.

    Das sollten wir uns unbedingt zum Jahreswechsel wünschen, vielleicht mit einem kleinen Regentanz dazu.


    Hast einer alten Trulla ein große Freude gemacht.

    So von alter Trulla zu alter Trulla: ==Gnolm7 Ich liebe sie auch! Es gibt kaum etwas Schöneres als diese farbenfreudigen Pilzjuwelen.


    Nr. 19 würde ich G. laetus var. flavus nennen. Darauf lauere ich bisher vergeblich.

    Auf den hatte ich auch spekuliert, wollte aber nicht naseweis sein. Die stehen hier auf jeder zweiten Wiese in Massen.

    Cuphophyllus lacmus als Erstfund und dann gleich eine so schöne Gruppe! Den habe ich bisher nur einmal gesehen.

    LG Karl

    Dann hätten wir also beide ehrfürchtig vor den kleinen violetten Pilzen gestanden. Der Kollege, mit dem ich unterwegs war, konnte meine Begeisterung nicht so richtig nachvollziehen. Die wurmförmige Wiesenkeule war für ihn beeindruckender.


    Vielleicht solltest du mal herkommen, wenn hier der Saftling steppt. Allerdings müsstest du zeitlich flexibel sein und vorher eine Wunschliste machen. Ich sag dann Bescheid, wann der beste Zeitpunkt ist.

    Mir fehlt für das vollkommene Wiesenpilzglück eigentlich nur noch die Amethystfarbige Koralle. Ansonsten bin ich mehr als zufrieden.

    Lieben Gruß


    Claudia


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