Saftlinge satt

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  • Hallo zusammen,

    gestern habe ich mit meinem Pilzkollegen aus dem Nachbarort drei schöne Bergwiesen besucht. Wir waren in Neustadt am Rennsteig, in Altenfeld und Masserberg auf einer Höhe von 600 bis 800 m unterwegs. Auffällig waren die Unterschiede im Pilzwachstum. An sonnigen trockenen Standorten wuchs fast nichts, dafür um so mehr auf Wiesen die direkt an Bächen oder im Schatten der Bäume lagen. Die Saftlingspopulation war dort teilweise so üppig, dass man sich sehr vorsichtig mit kleinen Schritten bewegen musste um nichts zu zertreten. Es gab aber nicht nur enorm viele, sondern auch ziemlich seltene Arten. Ich zeige einfach mal die Fotos, wobei wir die meisten Arten auf allen drei Wiesen finden konnten. Ich habe jeweils es aber bei jeweils einem Foto der Arten belassen.


    1. Wiese bei Altenfeld


    2. Massenhaft, in vielen kleinen Hexenringen standen dort gelbe Saftlinge mit dem Habitus von Hygrocybe chlorophana. Allerdings hatten alle eine schleimige Huthaut, die nicht zu dieser Art passt.


    2. Hygrocybe coccinea - Kirschroter Saftling


    3. Hygrocabe ovina - den rötenden Saftling sehe ich nicht häufig. Hier gab es unzählige Trupps davon


    4. Cuphophyllus flavipes - Gelbfüßiger Ellerling. Er ist hierzulande nicht häufig. Es gibt nur 8 Standorte in Thüringen.

    Im Hintergrund haben sich Papageiensaftlinge ins Bild gemogelt. Man musste sie regelmäßig entfernen, wenn man ein Foto ohne sie haben wollte. Sie waren so häufig, dass ich sie auf der ersten Wiese nicht extra fotografiert habe. Damit habe ich ihnen Unrecht getan, denn es sind hübsche Pilze.


    5. Hygrocybe coccinea in einer roten Variante.


    6. Hygrocybe nitrata - der Nitratsaftling. Der heftige Geruch nach Schwimmbad macht der Art alle Ehre.


    7. Clavariopsis corniculata agg. - eine Geweihförmige Koralle. Beachtlich der Größenvergleich zur Papageiensaftlingsgruppe rechts daneben.


    8. ockerfarbene Jungfernellerlinge. Ich vermute Cuphophyllus virgineus var. fuscescens


    9. Hygrocybe splendidissima - Prächtiger Saftling, eine der Thüringer Verantwortungsarten.


    10. Auf Wiese 2 - hier zur Abwechslung zwei Paukenschlegel vom Parasol


    11. Auf der Wiese empfingen uns die Thüringer Verantwortungsarten in großer Zahl. Neben der zuvor erwähnten war auch Hygrocybe punicea - der Größte Saftling in allen Altersstadien vertreten.


    12. Hygrocybe punicea


    13. Hygrocybe ciccinea - typische Ausprägung


    14. wie oben in älter


    15.Hygrocybe fornikatus - Blassrangiger Saftling. Auch nicht häufig hierzulande.


    16. Unterseite


    17. Hygrocybe reidii - Honigsaftling. Er duftet nach Honig, besonders beim Antrocknen.


    18. Cuphophyllus virgineus - Jungfernellerling


    19. Giophorus laetus - Zäher Saftling


    20. Gliophorus laetus - Zäher Saftling in anderer Variante


    21. Gliophorus irrigatus - Grauer Saftling, etwas mitgenommen, aber immerhin vorhanden.


    22. Cuphophyllus bekeleyi - Albino-Wiesenellerling


    23. Hygrocybe aurantiosplendens - Glänzender Orangesaftling. Ausgesprochen selten.


    24. Auf der letzten Wiese sah es aus, als wären rote, gelbe und weiße Drops verstreut.


    25. Dieser Fund löste bei mir Schnappatmung aus. In der Sonne leuchtete Cuphophyllus Lackmus - Grauvioletter Ellerling violett.


    26. Später bei tiefstehender Sonne war das Leuchten weg. Trotzdem habe ich mich sehr über meinen hübschen Erstfund gefreut.


    27. Der Vollständigkeit halber Cuphophyllus pratensis - Wiesenellerling.


    28. Hygrocybe ceracea - Gebrechlicher Saftling


    29. Wurmförmige Keule


    30. Hygrocybe conica - Schwärzender Saftling.


    Ich hoffe es hat euch ein bisschen so gefallen wie uns. Danke fürs mitkommen.

  • Auffällig waren die Unterschiede im Pilzwachstum. An sonnigen trockenen Standorten wuchs fast nichts

    Hallo Claudia, da hast du eine sehr schöne Bandbreite an Hygrocybe gefunden.

    Deine oben gemachte Einschätzung für die Ebene, kann ich nur bestätigen. Auf meiner Magerwiese, Kölner Bucht, sind so gut wie keine Saftlingen zu finden. Dies gilt auch für alle anderen klassischem Magerwiesengattugen ((Geoglossaceae, Clavariaceae... )sogar die allgegenwärtigen Entoloma sind deutlich weniger zu finden.


    Auf ein besseres Wiesenjahr 2027.


    LG Rainer