Cladosporium uredinicola ex Puccinia asparagi

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  • Hallo zusammen,

    beim gestrigen Abendspaziergang durch das Nürnberger Knoblauchsland stellte ich an nicht wenigen Spargelpflanzen den Rostpilz Puccinia asparagi fest- für die Bauern vermutlich ein Dilemma, setzen sie die Pflanzen zu früh auf den Stock (wenn sie noch grün sind) schwächen sie den Austrieb und damit die Ernte im nächsten Jahr; warten sie lange, haben die Rostsporen viel Zeit andere Pflanzen zu infizieren. Vielleicht ist es ihnen aber auch egal und es wird eh im nächsten Frühjahr alles wieder mit entsprechenden Fungiziden platt gemacht.

    Immerhin waren die Rostlager im Feld offensichtlich auch von mindestens einem Hyperparasiten befallen. Unter dem Mikroskop stellte sich aber dann doch alles als das Gleiche heraus.

    Die Bestimmung gestaltete sich nicht ganz so einfach. Zunächst gelangte ich aufgrund der dunkel olivbraunen Lager und der ornamentierten Sporen zur ubiquitär zu findenden, zumeist saprotrophen Gattung Cladosporium. Nachdem es aber bereits makroskopisch und mikroskopisch offensichtlich war, dass die Uredien von dessen Hyphen regelrecht ummantelt waren und nur dort auftraten, suchte ich weiter und fand heraus, dass auch fungicole Arten in dieser Gattung beschrieben wurden.

    Schließlich landete ich nach dem Schlüssel von Heuchert, Braun & Schubert (2005) mit den feinwarzigen Sporen, den terminal etwas geschwollenen Konidiophoren, dem ausschliesslichen Befall der Uredosporen, nicht aber der Teliosporen bei Cladosporium urednicola.

    Ich konnte zwar keinen dokumentierten Nachweis der Art an Puccinia asparagi im Netz finden, doch nachdem es Nachweise für viele andere Puccinaceae gibt, halte ich die Bestimmung dennoch für plausibel.




    Uredosporen (rechts) von Cladosporium befallen, Teliosporen (links) ohne Hyphen (Bild nicht arrangiert)




    Die Uredosporen scheinen durch den Befall schliesslich zu kollabieren





    Konidiosporen zumeist 0-2 fach septiert, feinwarzig: (6.1) 9 - 21.2 (24.4) × (3.3) 4.9 - 6.9 (7.3) µm Q = (1.3) 1.8 - 3.6 (3.9) ; N = 43 Me = 15.3 × 5.9 µm ; Qe = 2.6


    viele Grüße,

    Ingo

  • Hi,


    beides tolle Funde. Die Bestimmung hättest du mit dem Hyperparasiten-Schlüssel aus dem Klenke/Scholler einfacher haben können.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.