Mycenaartiger Pilz aus dem Hochmoor

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 315 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von AlexanderK.

  • N'abend,


    noch von dem Hochmoor stammt dieser kleine Lamellenpilz, Beigefarben, hygrophan, ausbleichend nach weiß. Ca. 2 cm Hutdurchmesser. Auch wieder auf einer Bulte.

    Sporenabdruck erwartungsgemäß weiß

    Sporen 5,5-8*3,5-4,5 µm Q~1,4-1,7, einige haben Auswüchse, sieht aus, als würden die keimen

    nicht amyloid oder nur sehr schwach

    Unter der Annahme, dass es eine Mycena sein könnte, komme ich mit dem norwegischen Schlüssel zu Mycena laevigata, der auf bemoostem, toten Nadelholz wachsen soll. Das könnte hinkommen, dass in dieser etwas größeren Bulte ein Stück Kiefernrest versteckt war. Die Sporengröße würde auch passen.


    Aber, diese Art sollte Cheilozystiden haben und davon habe ich nichts gesehen. Die SChneide ist komplett fertil

    viersporig würde passen

    nicht passend zu Mycena sind jedoch die langen Basidien (50-60 µm) mit Madaillon-Schnallen.


    Die fehlenden Cheilozystiden könnte man ja vielleicht noch wegdiskutieren, aber mit zwei gänzlich unpassenden Eigenschaften muss das was anderes sein. Und ich habe keine Ahnung in welche Gattung der gehören könnte.


    Hier wäre ich für Ideen und Vorschläge dankbar. Vielen Dank für's Anschauen.

    Als Bonus noch ein paar Landschaftsbilder aus dem Moor


    LG, Bernd

  • N'abend, es gibt gerade nicht viele Anfragen im Forum, vielleicht hat ja doch jemand eine Idee, wo der hin gehören könnte? Der Beleg ist allerdings wieder im Moor derweil. Da beim ersten Anschauen niemand eine Idee hatte, ist es vielleicht ja doch etwas spezielles, in dem Falle würde man eine boreale Hochmoorart in DACH eher im Gebirge finden, Clavaria vielleicht oder Werner Edelmann hat auch immer gute Ideen.


    LG, Bernd

  • Hi Bernd,

    sehr spannend. "Medallionschnallen" kenne ich sonst nur von Clavariaceae, oder ähnlich von manchen Hygrophoraceae. Hast Du einen Beleg?

    Falls ja, kannst Du mir den gern auch schicken.

    LG,
    Alex

  • Hallo Alexander, ne, leider nicht mehr, wie gesagt, nach 2 Wochen auf dem Schreibtisch habe ich den wieder mit ins Moor genommen (nicht das Ursprungsmoor, das ist ein Totalreservat und da werde ich wohl demnächst nicht wieder hinkommen). Ich hatte, nachdem ich Mycena verworfen hatte, dann auch in Richtung Saftlinge geschaut, eben wegen der langen Basidien mit den charakteristischen Schnallen, die hier ja sogar ausgesprochen gut zu sehen sind. Aber eigentlich sieht der ja nicht wie ein Saftling aus.


    LG, Bernd

  • Ah, schade.

    An eine Clavariaceae mag ich anhand des Habitus nicht ganz glauben (und weil ich mich sonst zu sehr ärgere die Anfrage nicht eher gelesen zu haben). In den Hygrophoraceae gibt es, wie ich schon schrieb, Arten mit ähnlichen "Medallionschnallen" (heißt da allerdings toruloide Basidienbasis). Beispiele sind Porpolomopsis calyptriformis und auch Humidicutis-Arten. Daher vermute ich, dass Dein Beleg eher in dieser Richtung einzuordnen ist, dafür sprechen auch die langen Basidien.

    ABER

    Wenn ich den Pilz selbst gefunden hätte würde ich da wahrscheinlich ohne zu zweifeln Sphagnurus paluster dran schreiben. Auch die Sporen passen dazu ganz gut. Lediglich die langen Basidien mit Medallionschnallen sprechen gegen die Art. Eine Verunreinigung des Beleges durch Material am Werkzeug kannst Du sicher ausschließen? Du hast nicht zufällig eine rosa Clavaria davor präpariert? Die Clavaria aus der Gruppe um C. incarnata/messapica haben solche Basidien. Das wäre zumindest auch eine Option.

    LG
    Alex